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	Kommentare zu: 108	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/108/#comment-3123</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 18:06:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 108: Der Standpunkt des Sollens

Mit der Moral beginnt etwas Neues. Der Wille ist jetzt bei sich selbst. Aber er ist noch nicht eins mit dem, was an sich richtig ist. Er steht ihm gegenüber.

Was heißt das?

Der moralische Wille sagt ständig: Ich soll. Ich soll gerecht sein. Ich soll helfen. Das Richtige ist für ihn eine Forderung, noch keine Tatsache. Zwischen dem, was er ist, und dem, was er sein soll, klafft eine Lücke.

Man kann sich das wie eine Unruhe vorstellen. Der moralische Wille ist nie fertig. Er arbeitet immer an sich. Erst auf einer späteren Stufe, in der Sittlichkeit, kommt er zur Ruhe.

Moralisch heißt hier nicht gut:

Wenn hier von Moral die Rede ist, meint das noch nicht „gut“ im Gegensatz zu „böse“. Gemeint ist ein Standpunkt. Auf ihm fragt der Mensch nach seinem Inneren, nach seinen Gründen und Absichten. Auf diesem Standpunkt kann er gut handeln. Er kann aber auch böse handeln. Beides setzt voraus, dass er ein Inneres hat.

Zusammenfassung: Der moralische Wille steht dem Richtigen noch gegenüber. Darum ist er der Standpunkt des Sollens. Auf ihm ist Gutes und Böses erst möglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 108: Der Standpunkt des Sollens</p>
<p>Mit der Moral beginnt etwas Neues. Der Wille ist jetzt bei sich selbst. Aber er ist noch nicht eins mit dem, was an sich richtig ist. Er steht ihm gegenüber.</p>
<p>Was heißt das?</p>
<p>Der moralische Wille sagt ständig: Ich soll. Ich soll gerecht sein. Ich soll helfen. Das Richtige ist für ihn eine Forderung, noch keine Tatsache. Zwischen dem, was er ist, und dem, was er sein soll, klafft eine Lücke.</p>
<p>Man kann sich das wie eine Unruhe vorstellen. Der moralische Wille ist nie fertig. Er arbeitet immer an sich. Erst auf einer späteren Stufe, in der Sittlichkeit, kommt er zur Ruhe.</p>
<p>Moralisch heißt hier nicht gut:</p>
<p>Wenn hier von Moral die Rede ist, meint das noch nicht „gut“ im Gegensatz zu „böse“. Gemeint ist ein Standpunkt. Auf ihm fragt der Mensch nach seinem Inneren, nach seinen Gründen und Absichten. Auf diesem Standpunkt kann er gut handeln. Er kann aber auch böse handeln. Beides setzt voraus, dass er ein Inneres hat.</p>
<p>Zusammenfassung: Der moralische Wille steht dem Richtigen noch gegenüber. Darum ist er der Standpunkt des Sollens. Auf ihm ist Gutes und Böses erst möglich.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/108/#comment-2796</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:12:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Der subjektive Wille ist als &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;unmittelbar&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; seiender &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;formell&lt;/a&gt; — daraus folgen der Standpunkt des Verhältnisses und des Sollens sowie Differenz, &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unendlich&quot; title=&quot;Endlich ist, was seine Grenze an einem anderen hat. Die schlechte Unendlichkeit ist demgegenüber die bloße Fortsetzung ohne Ende.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Endlichkeit&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Erscheinung&lt;/a&gt; des Willens.&lt;/em&gt;

Die eben gewonnene Stufe erhält sogleich ihre Grenze. Weil der subjektive Wille sich zunächst nur gegen den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an sich&lt;/a&gt; seienden absetzt, ist er &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;abstrakt&lt;/a&gt; und beschränkt; formell heißt dabei nicht nebensächlich, sondern dass er das Bestimmende ist, ohne den Inhalt schon bei sich zu haben. Solange diese &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet&quot; title=&quot;Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Identität&lt;/a&gt; mit dem Begriffe nicht &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;gesetzt&lt;/a&gt; ist, kann das &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeine&lt;/a&gt; dem Einzelnen nur gegenüberstehen, und dieses Gegenüber heißt Sollen: Das Rechte ist gefordert, nicht wirklich. Mit derselben Differenz tritt auch der Standpunkt des Bewusstseins ein, denn Bewusstsein ist Beziehung auf einen Gegenstand als einen anderen — der moralische Standpunkt ist deshalb durchweg der der Erscheinung. Die Anmerkung hält fest, dass moralisch hier noch nicht den Gegensatz zu unmoralisch meint, sondern die gemeinsame Sphäre beider.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der subjektive Wille ist als <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß." rel="ugc">unmittelbar</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> seiender <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">formell</a> — daraus folgen der Standpunkt des Verhältnisses und des Sollens sowie Differenz, <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unendlich" title="Endlich ist, was seine Grenze an einem anderen hat. Die schlechte Unendlichkeit ist demgegenüber die bloße Fortsetzung ohne Ende." rel="ugc">Endlichkeit</a> und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit." rel="ugc">Erscheinung</a> des Willens.</em></p>
<p>Die eben gewonnene Stufe erhält sogleich ihre Grenze. Weil der subjektive Wille sich zunächst nur gegen den <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst." rel="ugc">an sich</a> seienden absetzt, ist er <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">abstrakt</a> und beschränkt; formell heißt dabei nicht nebensächlich, sondern dass er das Bestimmende ist, ohne den Inhalt schon bei sich zu haben. Solange diese <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet" title="Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen." rel="ugc">Identität</a> mit dem Begriffe nicht <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">gesetzt</a> ist, kann das <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeine</a> dem Einzelnen nur gegenüberstehen, und dieses Gegenüber heißt Sollen: Das Rechte ist gefordert, nicht wirklich. Mit derselben Differenz tritt auch der Standpunkt des Bewusstseins ein, denn Bewusstsein ist Beziehung auf einen Gegenstand als einen anderen — der moralische Standpunkt ist deshalb durchweg der der Erscheinung. Die Anmerkung hält fest, dass moralisch hier noch nicht den Gegensatz zu unmoralisch meint, sondern die gemeinsame Sphäre beider.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/108/#comment-1574</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:26:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Selbstbestimmen ist in der Moralität als die reine Unruhe und Tätigkeit zu denken, die noch zu keinem &lt;em&gt;was ist&lt;/em&gt; kommen kann. Erst im Sittlichen ist der Wille identisch mit dem Begriff des Willens und hat nur diesen zu seinem Inhalte. Im Moralischen verhält sich der Wille noch zu dem, was an sich ist; es ist also der Standpunkt der Differenz, und der Prozeß dieses Standpunkts ist die Identifikation des subjektiven Willens mit dem Begriff desselben. Das Sollen, welches daher noch in der Moralität ist, ist erst im Sittlichen erreicht, und zwar ist dieses Andere, zu dem der subjektive Wille in einem Verhältnis steht, ein Doppeltes: einmal das Substantielle des Begriffs und dann das äußerlich Daseiende. Wenn das &lt;em&gt;Gute&lt;/em&gt; auch im subjektiven Willen gesetzt wäre so wäre es damit noch nicht ausgeführt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Selbstbestimmen ist in der Moralität als die reine Unruhe und Tätigkeit zu denken, die noch zu keinem <em>was ist</em> kommen kann. Erst im Sittlichen ist der Wille identisch mit dem Begriff des Willens und hat nur diesen zu seinem Inhalte. Im Moralischen verhält sich der Wille noch zu dem, was an sich ist; es ist also der Standpunkt der Differenz, und der Prozeß dieses Standpunkts ist die Identifikation des subjektiven Willens mit dem Begriff desselben. Das Sollen, welches daher noch in der Moralität ist, ist erst im Sittlichen erreicht, und zwar ist dieses Andere, zu dem der subjektive Wille in einem Verhältnis steht, ein Doppeltes: einmal das Substantielle des Begriffs und dann das äußerlich Daseiende. Wenn das <em>Gute</em> auch im subjektiven Willen gesetzt wäre so wäre es damit noch nicht ausgeführt.</p>
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