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	Kommentare zu: 117	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/117/#comment-3132</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 18:06:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 117: Das Recht des Wissens

Bevor ich handle, mache ich mir ein Bild von der Lage. Aber mein Bild kann falsch sein. Die Welt kann anders sein, als ich denke.

Was ist dann meine Tat?

Nur das, was ich wusste. Der Wille hat ein Recht: Er muss nur für das einstehen, was er von den Umständen kannte. Das nennen wir das Recht des Wissens.

Ein Beispiel:

Ein Jäger sieht in der Dämmerung etwas im Gebüsch rascheln. Er hält es für ein Reh und schießt. Doch es war ein Mensch. Er hat einen Menschen getötet. Aber er hat keinen Mord begangen. Denn er wusste nicht, dass es ein Mensch war.

Ödipus:

In einer alten griechischen Sage erschlägt Ödipus einen Fremden. Er weiß nicht, dass es sein Vater ist. Ist er ein Vatermörder? Nein. Denn das lag nicht in seinem Wissen. In der Sage büßt er trotzdem schwer. Früher achtete man weniger auf das Innere als heute. Darum gab es damals Zufluchtsorte. Dort war sicher, wer ohne Absicht getötet hatte und vor der Rache floh.

Zusammenfassung: Man rechnet mir nur zu, was ich von den Umständen wusste. Das ist das Recht des Wissens. Eine Tat ohne dieses Wissen ist nicht im vollen Sinn meine Handlung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 117: Das Recht des Wissens</p>
<p>Bevor ich handle, mache ich mir ein Bild von der Lage. Aber mein Bild kann falsch sein. Die Welt kann anders sein, als ich denke.</p>
<p>Was ist dann meine Tat?</p>
<p>Nur das, was ich wusste. Der Wille hat ein Recht: Er muss nur für das einstehen, was er von den Umständen kannte. Das nennen wir das Recht des Wissens.</p>
<p>Ein Beispiel:</p>
<p>Ein Jäger sieht in der Dämmerung etwas im Gebüsch rascheln. Er hält es für ein Reh und schießt. Doch es war ein Mensch. Er hat einen Menschen getötet. Aber er hat keinen Mord begangen. Denn er wusste nicht, dass es ein Mensch war.</p>
<p>Ödipus:</p>
<p>In einer alten griechischen Sage erschlägt Ödipus einen Fremden. Er weiß nicht, dass es sein Vater ist. Ist er ein Vatermörder? Nein. Denn das lag nicht in seinem Wissen. In der Sage büßt er trotzdem schwer. Früher achtete man weniger auf das Innere als heute. Darum gab es damals Zufluchtsorte. Dort war sicher, wer ohne Absicht getötet hatte und vor der Rache floh.</p>
<p>Zusammenfassung: Man rechnet mir nur zu, was ich von den Umständen wusste. Das ist das Recht des Wissens. Eine Tat ohne dieses Wissen ist nicht im vollen Sinn meine Handlung.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/117/#comment-2805</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:12:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Das Recht des Wissens — weil der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unendlich&quot; title=&quot;Endlich ist, was seine Grenze an einem anderen hat. Die schlechte Unendlichkeit ist demgegenüber die bloße Fortsetzung ohne Ende.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;endliche&lt;/a&gt; Wille die Umstände nur als Vorstellung hat und die gegenständliche &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Erscheinung&lt;/a&gt; ihm gegenüber &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;zufällig&lt;/a&gt; ist, ist ihm nur zuzurechnen, was in seinem Vorsatze lag.&lt;/em&gt;

Aus derselben Endlichkeit, die in § 115 die Schuld überhaupt begründet hatte, wird hier ihre Begrenzung gewonnen. Der Handelnde hat von dem, woran er handelt, immer nur eine Vorstellung, und weil er endlich ist, kann die Sache anderes enthalten als diese Vorstellung; die Erscheinung ist ihm gegenüber zufällig. Deshalb tritt zwischen die Tat, das objektiv Geschehene, und die Handlung, das ihm Zuzurechnende, eine Scheidung: Handlung ist nur, was er von den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Voraussetzen heißt: etwas als schon vorhanden annehmen, was in Wahrheit erst herauskommen soll. Bei Hegel ist dieses Wort fast immer ein Einwand.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Voraussetzungen&lt;/a&gt; seiner Tat in seinem Zwecke wußte. Das ist kein Zugeständnis an den Täter, sondern ein Recht des Willens, weil ihm nur zugerechnet werden darf, worin er als Wille überhaupt anwesend war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Recht des Wissens — weil der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unendlich" title="Endlich ist, was seine Grenze an einem anderen hat. Die schlechte Unendlichkeit ist demgegenüber die bloße Fortsetzung ohne Ende." rel="ugc">endliche</a> Wille die Umstände nur als Vorstellung hat und die gegenständliche <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit." rel="ugc">Erscheinung</a> ihm gegenüber <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu." rel="ugc">zufällig</a> ist, ist ihm nur zuzurechnen, was in seinem Vorsatze lag.</em></p>
<p>Aus derselben Endlichkeit, die in § 115 die Schuld überhaupt begründet hatte, wird hier ihre Begrenzung gewonnen. Der Handelnde hat von dem, woran er handelt, immer nur eine Vorstellung, und weil er endlich ist, kann die Sache anderes enthalten als diese Vorstellung; die Erscheinung ist ihm gegenüber zufällig. Deshalb tritt zwischen die Tat, das objektiv Geschehene, und die Handlung, das ihm Zuzurechnende, eine Scheidung: Handlung ist nur, was er von den <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Voraussetzen heißt: etwas als schon vorhanden annehmen, was in Wahrheit erst herauskommen soll. Bei Hegel ist dieses Wort fast immer ein Einwand." rel="ugc">Voraussetzungen</a> seiner Tat in seinem Zwecke wußte. Das ist kein Zugeständnis an den Täter, sondern ein Recht des Willens, weil ihm nur zugerechnet werden darf, worin er als Wille überhaupt anwesend war.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/117/#comment-1579</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:28:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Wille hat ein Dasein vor sich, auf welches er handelt; um dies aber zu können, muß er eine Vorstellung desselben haben, und wahrhafte Schuld ist nur in mir, insofern das vorliegende Dasein in meinem Wissen lag. Der Wille, weil er eine solche Voraussetzung hat, ist endlich, oder vielmehr, weil er endlich ist, hat er eine solche Voraussetzung. Insofern ich vernünftig denke und will, bin ich nicht auf diesem Standpunkte der Endlichkeit, denn der Gegenstand, auf den ich handle, ist nicht ein Anderes gegen mich, aber die Endlichkeit hat die stete Grenze und Beschränktheit an sich. Ich habe ein Anderes gegenüber, das nur ein Zufälliges, ein bloß äußerlich Notwendiges ist und das mit mir zusammenfallen oder davon verschieden sein kann. Ich bin aber nur, was in Beziehung auf meine Freiheit ist, und die Tat ist nur Schuld meines Willens, insofern ich darum weiß. Ödipus, der seinen Vater erschlagen, ohne es zu wissen, ist nicht als Vatermörder anzuklagen; aber in den alten Gesetzgebungen hat man auf das Subjektive, auf die Zurechnung nicht soviel Wert gelegt als heute. Darum entstanden bei den Alten die Asyle, damit der der Rache Entfliehende geschützt und aufgenommen werde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wille hat ein Dasein vor sich, auf welches er handelt; um dies aber zu können, muß er eine Vorstellung desselben haben, und wahrhafte Schuld ist nur in mir, insofern das vorliegende Dasein in meinem Wissen lag. Der Wille, weil er eine solche Voraussetzung hat, ist endlich, oder vielmehr, weil er endlich ist, hat er eine solche Voraussetzung. Insofern ich vernünftig denke und will, bin ich nicht auf diesem Standpunkte der Endlichkeit, denn der Gegenstand, auf den ich handle, ist nicht ein Anderes gegen mich, aber die Endlichkeit hat die stete Grenze und Beschränktheit an sich. Ich habe ein Anderes gegenüber, das nur ein Zufälliges, ein bloß äußerlich Notwendiges ist und das mit mir zusammenfallen oder davon verschieden sein kann. Ich bin aber nur, was in Beziehung auf meine Freiheit ist, und die Tat ist nur Schuld meines Willens, insofern ich darum weiß. Ödipus, der seinen Vater erschlagen, ohne es zu wissen, ist nicht als Vatermörder anzuklagen; aber in den alten Gesetzgebungen hat man auf das Subjektive, auf die Zurechnung nicht soviel Wert gelegt als heute. Darum entstanden bei den Alten die Asyle, damit der der Rache Entfliehende geschützt und aufgenommen werde.</p>
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