<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: 135	</title>
	<atom:link href="https://grundlinien.de/135/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://grundlinien.de/135/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 Sep 2026 09:42:41 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>
	<item>
		<title>
		Von: Querverweis		</title>
		<link>https://grundlinien.de/135/#comment-3435</link>

		<dc:creator><![CDATA[Querverweis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 14:49:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=745#comment-3435</guid>

					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Querverweis:&lt;/em&gt;
Aus den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Exkursen&lt;/a&gt; des Lesekreises gehören hierher:

&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/der-geist-des-christentums-und-sein-schicksal/53/#gdc-s326&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Der Geist des Christentums und sein Schicksal: Jesu Stellung zu den moralischen Geboten&lt;/a&gt; – Hegels frühe Kritik des bloßen Sollens

&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/das-leben-jesu/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Das Leben Jesu (1795)&lt;/a&gt; – Jesus als Lehrer der Kantischen Moral]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Querverweis:</em><br />
Aus den <a href="https://grundlinien.de/exkurse/" rel="ugc">Exkursen</a> des Lesekreises gehören hierher:</p>
<p><a href="https://grundlinien.de/exkurse/der-geist-des-christentums-und-sein-schicksal/53/#gdc-s326" rel="ugc">Der Geist des Christentums und sein Schicksal: Jesu Stellung zu den moralischen Geboten</a> – Hegels frühe Kritik des bloßen Sollens</p>
<p><a href="https://grundlinien.de/exkurse/das-leben-jesu/" rel="ugc">Das Leben Jesu (1795)</a> – Jesus als Lehrer der Kantischen Moral</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/135/#comment-3150</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 18:07:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=745#comment-3150</guid>

					<description><![CDATA[§ 135: Die leere Pflicht

Recht und Wohl sind begrenzt. Die Pflicht aber soll unbedingt gelten. Darum kann ich ihren Inhalt nicht einfach aus Recht und Wohl nehmen. Was bleibt dann für die Pflicht übrig?

Nur die leere Form. Die Pflicht sagt: Tu deine Pflicht. Aber sie sagt nicht, was.

Was hat Kant geleistet?

Kant hat gezeigt: Die Wurzel der Pflicht ist die freie Selbstbestimmung des Willens. Das war ein großer Gewinn. Erst seitdem hat die Lehre vom Willen einen festen Grund.

Wo liegt die Schwäche?

Wer bei dieser Pflicht stehen bleibt, landet bei leerem Gerede. Kants Probe lautet: Kann meine Regel ein Gesetz für alle werden? Kann ich sie wollen, ohne mir zu widersprechen?

Doch der Widerspruch allein sagt nichts. Ein Beispiel: Es ist kein Widerspruch, dass es gar kein Eigentum gibt. Ein Widerspruch entsteht erst, wenn schon feststeht: Eigentum soll sein. Dann ist Diebstahl ein Widerspruch. Aber das „Eigentum soll sein“ kommt nicht aus der Probe. Es muss schon vorher da sein.

Die Probe kann also keine Pflichten erzeugen. Sie prüft nur, was schon vorausgesetzt ist. Im Gegenteil: Mit ihr lässt sich jede unrechte Handlung rechtfertigen.

Zusammenfassung: Kant hat die Pflicht auf die Freiheit gegründet. Das ist ein großes Verdienst. Aber die bloße Pflicht bleibt leer und kann keinen Inhalt hervorbringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 135: Die leere Pflicht</p>
<p>Recht und Wohl sind begrenzt. Die Pflicht aber soll unbedingt gelten. Darum kann ich ihren Inhalt nicht einfach aus Recht und Wohl nehmen. Was bleibt dann für die Pflicht übrig?</p>
<p>Nur die leere Form. Die Pflicht sagt: Tu deine Pflicht. Aber sie sagt nicht, was.</p>
<p>Was hat Kant geleistet?</p>
<p>Kant hat gezeigt: Die Wurzel der Pflicht ist die freie Selbstbestimmung des Willens. Das war ein großer Gewinn. Erst seitdem hat die Lehre vom Willen einen festen Grund.</p>
<p>Wo liegt die Schwäche?</p>
<p>Wer bei dieser Pflicht stehen bleibt, landet bei leerem Gerede. Kants Probe lautet: Kann meine Regel ein Gesetz für alle werden? Kann ich sie wollen, ohne mir zu widersprechen?</p>
<p>Doch der Widerspruch allein sagt nichts. Ein Beispiel: Es ist kein Widerspruch, dass es gar kein Eigentum gibt. Ein Widerspruch entsteht erst, wenn schon feststeht: Eigentum soll sein. Dann ist Diebstahl ein Widerspruch. Aber das „Eigentum soll sein“ kommt nicht aus der Probe. Es muss schon vorher da sein.</p>
<p>Die Probe kann also keine Pflichten erzeugen. Sie prüft nur, was schon vorausgesetzt ist. Im Gegenteil: Mit ihr lässt sich jede unrechte Handlung rechtfertigen.</p>
<p>Zusammenfassung: Kant hat die Pflicht auf die Freiheit gegründet. Das ist ein großes Verdienst. Aber die bloße Pflicht bleibt leer und kann keinen Inhalt hervorbringen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/135/#comment-2823</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:15:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=745#comment-2823</guid>

					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die Pflicht, auf ihre reine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinheit&lt;/a&gt; zurückgenommen, hat nur die inhaltslose &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet&quot; title=&quot;Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Identität&lt;/a&gt; mit sich zu ihrer &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt;, aus der kein &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderer&lt;/a&gt; Inhalt hervorgehen kann.&lt;/em&gt;

Der Ertrag der Frage von § 134 fällt &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;negativ&lt;/a&gt; aus: Recht und Wohl sind bedingte, beschränkte Inhalte und taugen deshalb gerade nicht dazu, das Unbedingte zu bestimmen — sie führen nur den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang&quot; title=&quot;Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Übergang&lt;/a&gt; zur Pflicht als solcher herbei. Was dann übrigbleibt, ist die Übereinstimmung des Willens mit sich selbst, sonst nichts; Hegel nennt es die inhaltslose Identität, ein Bestimmen, dessen einzige Bestimmung die Unbestimmtheit ist. Der Kern der Kritik an Kant liegt genau darin: ein &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Widerspruch&lt;/a&gt; ergibt sich immer nur gegen etwas schon Vorausgesetztes — Diebstahl widerspricht sich nur, wenn Eigentum bereits gilt, während dass überhaupt kein Eigentum sei, &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; widerspruchsfrei ist. Ein Prüfstein, der allen Inhalt ausschließt, kann daher weder eine besondere Pflicht begründen noch eine unrechte Handlung ausschließen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Pflicht, auf ihre reine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinheit</a> zurückgenommen, hat nur die inhaltslose <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet" title="Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen." rel="ugc">Identität</a> mit sich zu ihrer <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a>, aus der kein <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderer</a> Inhalt hervorgehen kann.</em></p>
<p>Der Ertrag der Frage von § 134 fällt <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts." rel="ugc">negativ</a> aus: Recht und Wohl sind bedingte, beschränkte Inhalte und taugen deshalb gerade nicht dazu, das Unbedingte zu bestimmen — sie führen nur den <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang" title="Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt." rel="ugc">Übergang</a> zur Pflicht als solcher herbei. Was dann übrigbleibt, ist die Übereinstimmung des Willens mit sich selbst, sonst nichts; Hegel nennt es die inhaltslose Identität, ein Bestimmen, dessen einzige Bestimmung die Unbestimmtheit ist. Der Kern der Kritik an Kant liegt genau darin: ein <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt." rel="ugc">Widerspruch</a> ergibt sich immer nur gegen etwas schon Vorausgesetztes — Diebstahl widerspricht sich nur, wenn Eigentum bereits gilt, während dass überhaupt kein Eigentum sei, <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> widerspruchsfrei ist. Ein Prüfstein, der allen Inhalt ausschließt, kann daher weder eine besondere Pflicht begründen noch eine unrechte Handlung ausschließen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/135/#comment-1591</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:34:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=745#comment-1591</guid>

					<description><![CDATA[Wenn wir auch oben den Standpunkt der &lt;em&gt;Kantischen&lt;/em&gt; Philosophie hervorhoben, der, insofern er das Gemäßsein der Pflicht mit der Vernunft aufstellt, ein erhabener ist, so muß doch hier der Mangel aufgedeckt werden, daß diesem Standpunkte alle Gliederung fehlt. Denn der Satz: Betrachte, ob deine Maxime könne als ein allgemeiner Grundsatz aufgestellt werden, wäre sehr gut, wenn wir schon bestimmte Prinzipien über das hätten, was zu tun sei. Indem wir nämlich von einem Prinzip verlangen, es solle auch Bestimmung einer allgemeinen Gesetzgebung sein können, so setzt eine solche einen Inhalt schon voraus, und wäre dieser da, so müßte die Anwendung leicht werden. Hier aber ist der Grundsatz selbst noch nicht vorhanden, und das Kriterium, daß kein Widerspruch sein solle, erzeugt nichts, da, wo nichts ist, auch kein Widerspruch sein kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir auch oben den Standpunkt der <em>Kantischen</em> Philosophie hervorhoben, der, insofern er das Gemäßsein der Pflicht mit der Vernunft aufstellt, ein erhabener ist, so muß doch hier der Mangel aufgedeckt werden, daß diesem Standpunkte alle Gliederung fehlt. Denn der Satz: Betrachte, ob deine Maxime könne als ein allgemeiner Grundsatz aufgestellt werden, wäre sehr gut, wenn wir schon bestimmte Prinzipien über das hätten, was zu tun sei. Indem wir nämlich von einem Prinzip verlangen, es solle auch Bestimmung einer allgemeinen Gesetzgebung sein können, so setzt eine solche einen Inhalt schon voraus, und wäre dieser da, so müßte die Anwendung leicht werden. Hier aber ist der Grundsatz selbst noch nicht vorhanden, und das Kriterium, daß kein Widerspruch sein solle, erzeugt nichts, da, wo nichts ist, auch kein Widerspruch sein kann.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Naturrechtsaufsatz 1802)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/135/#comment-2647</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Naturrechtsaufsatz 1802)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 1802 11:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=745#comment-2647</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 2. Stück, 1802), &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/19/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;S. 437&lt;/a&gt;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Bestimmtheit des Eigenthums überhaupt gesetzt ist, so läßt sich der tavtologische Satz daraus machen: das Eigenthum ist Eigenthum und sonst nichts anders, diese tavtologische Production ist das Gesetzgeben dieser der praktischen Vernunft: das Eigenthum, wenn Eigenthum ist, muß Eigenthum seyn; aber ist die entgegengesetzte Bestimmtheit, Negation des Eigenthums gesetzt, so ergibt sich durch die Gesetzgebung ebenderselben praktischen Vernunft die Tavtologie: das Nichteigenthum ist Nichteigenthum; wenn kein Eigenthum ist, so muß das, was Eigenthum seyn will, aufgehoben werden. Aber es ist gerade das Interesse, zu erweisen, daß Eigenthum seyn müsse; es geht allein auf dasjenige, was außerhalb des Vermögens dieses praktischen Gesetzgebens der reinen Vernunft liegt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 2. Stück, 1802), <a href="https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/19/" rel="ugc">S. 437</a>:</em></p>
<p>Wenn die Bestimmtheit des Eigenthums überhaupt gesetzt ist, so läßt sich der tavtologische Satz daraus machen: das Eigenthum ist Eigenthum und sonst nichts anders, diese tavtologische Production ist das Gesetzgeben dieser der praktischen Vernunft: das Eigenthum, wenn Eigenthum ist, muß Eigenthum seyn; aber ist die entgegengesetzte Bestimmtheit, Negation des Eigenthums gesetzt, so ergibt sich durch die Gesetzgebung ebenderselben praktischen Vernunft die Tavtologie: das Nichteigenthum ist Nichteigenthum; wenn kein Eigenthum ist, so muß das, was Eigenthum seyn will, aufgehoben werden. Aber es ist gerade das Interesse, zu erweisen, daß Eigenthum seyn müsse; es geht allein auf dasjenige, was außerhalb des Vermögens dieses praktischen Gesetzgebens der reinen Vernunft liegt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Naturrechtsaufsatz 1802)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/135/#comment-2680</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Naturrechtsaufsatz 1802)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 1802 11:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=745#comment-2680</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 2. Stück, 1802), &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/21/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;S. 439&lt;/a&gt;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine nach dem Princip, weil sie sich widerspricht, unmoralische Maxime ist, da sie die Aufhebung einer Bestimmtheit ausdrückt, absolut vernünftig, und also absolut moralisch; denn das Vernünftige ist von seiner negativen Seite die Indifferenz der Bestimmtheiten, das Aufgehobenseyn des Bedingten. So drückt die Bestimmtheit, den Armen zu helfen, aus die Aufhebung der Bestimmtheit, welche Armuth ist; die Maxime, deren Innhalt jene Bestimmtheit ist, geprüft durch Erhebung derselben zum Princip einer allgemeinen Gesetzgebung, wird sich als falsch erweisen, denn sie vernichtet sich selbst. Wird es gedacht, daß den Armen allgemein geholfen werde, so gibt es entweder gar keine Armen mehr; oder lauter Arme, und da bleiben keine, die helfen können; und so fiele in beyden Fällen die Hülfe weg; die Maxime also als allgemein gedacht hebt sich selbst auf.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 2. Stück, 1802), <a href="https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/21/" rel="ugc">S. 439</a>:</em></p>
<p>Eine nach dem Princip, weil sie sich widerspricht, unmoralische Maxime ist, da sie die Aufhebung einer Bestimmtheit ausdrückt, absolut vernünftig, und also absolut moralisch; denn das Vernünftige ist von seiner negativen Seite die Indifferenz der Bestimmtheiten, das Aufgehobenseyn des Bedingten. So drückt die Bestimmtheit, den Armen zu helfen, aus die Aufhebung der Bestimmtheit, welche Armuth ist; die Maxime, deren Innhalt jene Bestimmtheit ist, geprüft durch Erhebung derselben zum Princip einer allgemeinen Gesetzgebung, wird sich als falsch erweisen, denn sie vernichtet sich selbst. Wird es gedacht, daß den Armen allgemein geholfen werde, so gibt es entweder gar keine Armen mehr; oder lauter Arme, und da bleiben keine, die helfen können; und so fiele in beyden Fällen die Hülfe weg; die Maxime also als allgemein gedacht hebt sich selbst auf.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
