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	Kommentare zu: 138	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/138/#comment-3153</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 18:07:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 138: Das Gewissen als Richter über alles

Das Gewissen hat eine gewaltige Macht. Es kann alles in Frage stellen. Jedes Gesetz, jede Pflicht, jede Sitte. Es fragt: Gilt das für mich? Sehe ich das ein? Und es allein entscheidet, was gut ist.

Zugleich ist es die Kraft, die das Gute erst wirklich macht. Ohne einen Menschen, der entscheidet und handelt, bleibt das Gute ein bloßer Gedanke.

Wann ziehen sich Menschen so ins Innere zurück?

In der Geschichte geschieht das in bestimmten Zeiten. Dann, wenn die geltende Ordnung hohl geworden ist. Wenn das, was als recht gilt, einen besseren Willen nicht mehr befriedigt. So war es bei Sokrates in Athen. So war es bei den Stoikern in Rom. Die Welt draußen war ihnen untreu geworden. Darum suchten sie das Richtige in sich selbst.

Das ist berechtigt. Doch eine Frage bleibt offen: Welchen Inhalt gibt sich das Gewissen dann? Findet es aus sich heraus wirklich das Gute?

Zusammenfassung: Das Gewissen kann alles Geltende auflösen und entscheidet selbst, was gut ist. In hohlen Zeiten ziehen sich Menschen darum ins Innere zurück. Offen bleibt, welchen Inhalt das Gewissen findet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 138: Das Gewissen als Richter über alles</p>
<p>Das Gewissen hat eine gewaltige Macht. Es kann alles in Frage stellen. Jedes Gesetz, jede Pflicht, jede Sitte. Es fragt: Gilt das für mich? Sehe ich das ein? Und es allein entscheidet, was gut ist.</p>
<p>Zugleich ist es die Kraft, die das Gute erst wirklich macht. Ohne einen Menschen, der entscheidet und handelt, bleibt das Gute ein bloßer Gedanke.</p>
<p>Wann ziehen sich Menschen so ins Innere zurück?</p>
<p>In der Geschichte geschieht das in bestimmten Zeiten. Dann, wenn die geltende Ordnung hohl geworden ist. Wenn das, was als recht gilt, einen besseren Willen nicht mehr befriedigt. So war es bei Sokrates in Athen. So war es bei den Stoikern in Rom. Die Welt draußen war ihnen untreu geworden. Darum suchten sie das Richtige in sich selbst.</p>
<p>Das ist berechtigt. Doch eine Frage bleibt offen: Welchen Inhalt gibt sich das Gewissen dann? Findet es aus sich heraus wirklich das Gute?</p>
<p>Zusammenfassung: Das Gewissen kann alles Geltende auflösen und entscheidet selbst, was gut ist. In hohlen Zeiten ziehen sich Menschen darum ins Innere zurück. Offen bleibt, welchen Inhalt das Gewissen findet.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/138/#comment-2826</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:15:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;abstrakte&lt;/a&gt; Selbstbestimmung verflüchtigt alle vorgefundene &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit&quot; title=&quot;Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmtheit&lt;/a&gt; und ist eben dadurch zugleich die urteilende Macht, den Inhalt aus sich zu bestimmen, und die Macht, dem nur sein sollenden Guten &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Wirklichkeit&lt;/a&gt; zu geben.&lt;/em&gt;

Hier wird ausgesprochen, was in der Selbstgewissheit des Gewissens liegt, wenn sie keinen objektiven Halt hat. Sie ist zuerst auflösend: nichts Vorgefundenes — kein Recht, keine Pflicht, keine bestehende Ordnung — gilt ihr noch, gerade weil es vorgefunden und nicht aus ihr ist. Dieselbe Bewegung ist aber auch hervorbringend, und zwar doppelt: sie urteilt, indem sie aus sich bestimmt, was gut ist, und sie ist die einzige Macht, durch die ein bloß vorgestelltes, gesolltes Gutes überhaupt zur Wirklichkeit kommt. Auflösen und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Setzen&lt;/a&gt; sind dabei nicht zwei Vermögen, sondern ein und dieselbe Operation, von zwei Seiten gesehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">abstrakte</a> Selbstbestimmung verflüchtigt alle vorgefundene <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit" title="Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen." rel="ugc">Bestimmtheit</a> und ist eben dadurch zugleich die urteilende Macht, den Inhalt aus sich zu bestimmen, und die Macht, dem nur sein sollenden Guten <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat." rel="ugc">Wirklichkeit</a> zu geben.</em></p>
<p>Hier wird ausgesprochen, was in der Selbstgewissheit des Gewissens liegt, wenn sie keinen objektiven Halt hat. Sie ist zuerst auflösend: nichts Vorgefundenes — kein Recht, keine Pflicht, keine bestehende Ordnung — gilt ihr noch, gerade weil es vorgefunden und nicht aus ihr ist. Dieselbe Bewegung ist aber auch hervorbringend, und zwar doppelt: sie urteilt, indem sie aus sich bestimmt, was gut ist, und sie ist die einzige Macht, durch die ein bloß vorgestelltes, gesolltes Gutes überhaupt zur Wirklichkeit kommt. Auflösen und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">Setzen</a> sind dabei nicht zwei Vermögen, sondern ein und dieselbe Operation, von zwei Seiten gesehen.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/138/#comment-1594</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:35:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=738#comment-1594</guid>

					<description><![CDATA[Betrachten wir dieses Verflüchtigen näher und sehen wir, daß in diesen einfachen Begriff alle Bestimmungen aufgehen und von ihm wieder ausgehen müssen, so besteht es zunächst darin, daß alles, was wir als Recht oder als Pflicht anerkennen, vom Gedanken als ein Nichtiges, Beschränktes und durchaus nicht Absolutes kann aufgewiesen werden. Dagegen darf die Subjektivität, wie sie allen Inhalt in sich verflüchtigt, auch wiederum denselben aus sich entwickeln. Alles was in der Sittlichkeit entsteht, wird durch diese Tätigkeit des Geistes hervorgebracht. Andererseits ist der Mangel dieses Standpunkts, daß er ein bloß abstrakter ist. Wenn ich meine Freiheit als Substanz in mir weiß, so bin ich tatlos und handle nicht. Gehe ich aber zu Handlungen fort, suche ich nach Grundsätzen, so greife ich nach Bestimmungen, und die Forderung ist alsdann, daß diese aus dem Begriff des freien Willens abgeleitet seien. Wenn es daher recht ist, das Recht und die Pflicht in die Subjektivität zu verflüchtigen, so ist es andererseits unrecht, wenn diese abstrakte Grundlage sich nicht wiederum entwickelt. Nur in Zeiten, wo die Wirklichkeit eine hohle geist- und haltungslose Existenz ist, mag es dem Individuum gestattet sein, aus der wirklichen in die innerliche Lebendigkeit zurückzufliehen. Sokrates stand in der Zeit des Verderbens der atheniensischen Demokratie auf: er verflüchtigte das Daseiende und floh in sich zurück, um dort das Rechte und Gute zu suchen. Auch in unserer Zeit findet es mehr oder weniger statt, daß die Ehrfurcht vor dem Bestehenden nicht mehr vorhanden ist und daß der Mensch das Geltende als seinen Willen, als das von ihm Anerkannte haben will.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Betrachten wir dieses Verflüchtigen näher und sehen wir, daß in diesen einfachen Begriff alle Bestimmungen aufgehen und von ihm wieder ausgehen müssen, so besteht es zunächst darin, daß alles, was wir als Recht oder als Pflicht anerkennen, vom Gedanken als ein Nichtiges, Beschränktes und durchaus nicht Absolutes kann aufgewiesen werden. Dagegen darf die Subjektivität, wie sie allen Inhalt in sich verflüchtigt, auch wiederum denselben aus sich entwickeln. Alles was in der Sittlichkeit entsteht, wird durch diese Tätigkeit des Geistes hervorgebracht. Andererseits ist der Mangel dieses Standpunkts, daß er ein bloß abstrakter ist. Wenn ich meine Freiheit als Substanz in mir weiß, so bin ich tatlos und handle nicht. Gehe ich aber zu Handlungen fort, suche ich nach Grundsätzen, so greife ich nach Bestimmungen, und die Forderung ist alsdann, daß diese aus dem Begriff des freien Willens abgeleitet seien. Wenn es daher recht ist, das Recht und die Pflicht in die Subjektivität zu verflüchtigen, so ist es andererseits unrecht, wenn diese abstrakte Grundlage sich nicht wiederum entwickelt. Nur in Zeiten, wo die Wirklichkeit eine hohle geist- und haltungslose Existenz ist, mag es dem Individuum gestattet sein, aus der wirklichen in die innerliche Lebendigkeit zurückzufliehen. Sokrates stand in der Zeit des Verderbens der atheniensischen Demokratie auf: er verflüchtigte das Daseiende und floh in sich zurück, um dort das Rechte und Gute zu suchen. Auch in unserer Zeit findet es mehr oder weniger statt, daß die Ehrfurcht vor dem Bestehenden nicht mehr vorhanden ist und daß der Mensch das Geltende als seinen Willen, als das von ihm Anerkannte haben will.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/138/#comment-1799</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 1823 08:08:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Äußere Bedingung seines Hervortretens -
Standpunkt des abstrakten Gewissens, der abstrakten subjektiven Freiheit in sich. 
Dies der Hauptstandpunkt und die Krankheit dieser Zeit. 
Auflösung - der Ehrfurcht gegen das vorhandene Objektive in Sitten - Reflexion - nur in der Form will man es sehen, daß Ich, dieser, es wolle. 
Vollkommene Unstetheit des Innern; nur äußere Gewalt, Polizei, gemeinschaftlicher Vorteil.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Äußere Bedingung seines Hervortretens &#8211;<br />
Standpunkt des abstrakten Gewissens, der abstrakten subjektiven Freiheit in sich.<br />
Dies der Hauptstandpunkt und die Krankheit dieser Zeit.<br />
Auflösung &#8211; der Ehrfurcht gegen das vorhandene Objektive in Sitten &#8211; Reflexion &#8211; nur in der Form will man es sehen, daß Ich, dieser, es wolle.<br />
Vollkommene Unstetheit des Innern; nur äußere Gewalt, Polizei, gemeinschaftlicher Vorteil.</p>
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