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	Kommentare zu: 140	</title>
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		<title>
		Von: Querverweis		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-3440</link>

		<dc:creator><![CDATA[Querverweis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 14:49:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Querverweis:&lt;/em&gt;
Aus den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Exkursen&lt;/a&gt; des Lesekreises gehören hierher:

&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/phaenomenologie-die-offenbare-religion/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Phänomenologie des Geistes, VII.C: Die offenbare Religion&lt;/a&gt; – der Abschnitt, der unmittelbar auf das Gewissen und die Verzeihung folgt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Querverweis:</em><br />
Aus den <a href="https://grundlinien.de/exkurse/" rel="ugc">Exkursen</a> des Lesekreises gehören hierher:</p>
<p><a href="https://grundlinien.de/exkurse/phaenomenologie-die-offenbare-religion/" rel="ugc">Phänomenologie des Geistes, VII.C: Die offenbare Religion</a> – der Abschnitt, der unmittelbar auf das Gewissen und die Verzeihung folgt</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-3155</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 18:07:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 140: Wie das Böse sich als gut ausgibt

Wer Böses tut, findet meist eine gute Seite daran. Irgendein Zweck lässt sich immer als Pflicht darstellen. So kann der Mensch eine böse Tat als gut ausgeben. Vor anderen ist das Heuchelei. Vor sich selbst ist es noch schlimmer. Dann hält sich der Mensch selbst für den Maßstab von Gut und Böse.

Dafür gibt es mehrere Stufen.

Das schlechte Gewissen:

Wer mit schlechtem Gewissen Böses tut, weiß noch, was gut ist. Er ist noch kein Heuchler.

Die Heuchelei:

Der Heuchler weiß, was gut ist. Er tut das Böse. Und er gibt es vor anderen als gut aus. Er lügt über seine Tat.

Wenn ein Grund genügt:

Eine alte Lehre sagt: Eine Tat ist erlaubt, wenn ein einziger Gelehrter einen guten Grund für sie findet. Dann entscheidet der Einzelne, welchem Grund er folgt. Das Böse wird zur Frage der Auswahl.

Die gute Absicht:

Eine weitere Lehre sagt: Wer das Gute will, handelt gut. Die Absicht heiligt die Tat. Dann ist fast jede Tat zu rechtfertigen. Man stiehlt, um den Armen zu helfen. Man tötet aus Liebe zum Vaterland.

Die Überzeugung:

Noch weiter geht die Lehre: Gut ist, was einer aus Überzeugung tut. Dann kann es keine Heuchelei mehr geben. Denn jeder handelt ja nach seiner Überzeugung. Auch der Verbrecher. Ein Gesetz, das für alle gilt, verschwindet.

Die Ironie:

Die höchste Stufe nennt man mit einem Wort von Platon Ironie. Friedrich Schlegel hat sie gelehrt. Der Ironiker kennt die sittlichen Gesetze. Er sagt: Ihr nehmt das Gesetz ernst. Ich auch, aber ich stehe darüber. Ich kann es so oder anders machen. Nicht die Sache ist groß, sondern ich. Er spielt mit allem und genießt nur sich selbst. Das ist die leerste Gestalt der Eitelkeit.

Zusammenfassung: Das Böse kann sich als gut ausgeben, vor anderen und vor sich selbst. Das reicht von der Heuchelei bis zur Ironie. Am Ende hält sich der Einzelne für den Herrn über Gut und Böse.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 140: Wie das Böse sich als gut ausgibt</p>
<p>Wer Böses tut, findet meist eine gute Seite daran. Irgendein Zweck lässt sich immer als Pflicht darstellen. So kann der Mensch eine böse Tat als gut ausgeben. Vor anderen ist das Heuchelei. Vor sich selbst ist es noch schlimmer. Dann hält sich der Mensch selbst für den Maßstab von Gut und Böse.</p>
<p>Dafür gibt es mehrere Stufen.</p>
<p>Das schlechte Gewissen:</p>
<p>Wer mit schlechtem Gewissen Böses tut, weiß noch, was gut ist. Er ist noch kein Heuchler.</p>
<p>Die Heuchelei:</p>
<p>Der Heuchler weiß, was gut ist. Er tut das Böse. Und er gibt es vor anderen als gut aus. Er lügt über seine Tat.</p>
<p>Wenn ein Grund genügt:</p>
<p>Eine alte Lehre sagt: Eine Tat ist erlaubt, wenn ein einziger Gelehrter einen guten Grund für sie findet. Dann entscheidet der Einzelne, welchem Grund er folgt. Das Böse wird zur Frage der Auswahl.</p>
<p>Die gute Absicht:</p>
<p>Eine weitere Lehre sagt: Wer das Gute will, handelt gut. Die Absicht heiligt die Tat. Dann ist fast jede Tat zu rechtfertigen. Man stiehlt, um den Armen zu helfen. Man tötet aus Liebe zum Vaterland.</p>
<p>Die Überzeugung:</p>
<p>Noch weiter geht die Lehre: Gut ist, was einer aus Überzeugung tut. Dann kann es keine Heuchelei mehr geben. Denn jeder handelt ja nach seiner Überzeugung. Auch der Verbrecher. Ein Gesetz, das für alle gilt, verschwindet.</p>
<p>Die Ironie:</p>
<p>Die höchste Stufe nennt man mit einem Wort von Platon Ironie. Friedrich Schlegel hat sie gelehrt. Der Ironiker kennt die sittlichen Gesetze. Er sagt: Ihr nehmt das Gesetz ernst. Ich auch, aber ich stehe darüber. Ich kann es so oder anders machen. Nicht die Sache ist groß, sondern ich. Er spielt mit allem und genießt nur sich selbst. Das ist die leerste Gestalt der Eitelkeit.</p>
<p>Zusammenfassung: Das Böse kann sich als gut ausgeben, vor anderen und vor sich selbst. Das reicht von der Heuchelei bis zur Ironie. Am Ende hält sich der Einzelne für den Herrn über Gut und Böse.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-2828</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:15:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Herausheben der positiven Seite der Handlung und ihre Subsumtion unter das inhaltslose Gute: das mit dem &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinen&lt;/a&gt; verglichene und als &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;negativ&lt;/a&gt; gewußte Handeln wird für andere als gut behauptet — Heuchelei — oder &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; selbst, worin sich die Subjektivität als das Absolute &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;setzt&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;

Mit diesem Schritt vollendet sich die Bewegung; er bildet die Spitze der ganzen Moralität. Jede wirkliche Handlung hat, weil sie überhaupt etwas erreicht, eine positive Seite; und weil das Gute nach § 135 gar keinen Inhalt hat, lässt sich diese positive Seite ohne weiteres unter es bringen — jeder Inhalt wird unter ein Allgemeines gebracht, das nichts ausschließt. Entscheidend ist, dass dies mit vollem Wissen geschieht: das Subjekt ist in sich &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion&quot; title=&quot;Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;reflektiert&lt;/a&gt;, kennt also das Allgemeine des Willens, vergleicht seine Handlung damit und weiß deren negativen Gehalt — und behauptet sie dennoch als gut. Geschieht das gegenüber anderen, so ist es Heuchelei; geschieht es gegenüber sich selbst, so tritt die Subjektivität an die Stelle des Maßstabs und weiß sich selbst als das Absolute.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Herausheben der positiven Seite der Handlung und ihre Subsumtion unter das inhaltslose Gute: das mit dem <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinen</a> verglichene und als <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts." rel="ugc">negativ</a> gewußte Handeln wird für andere als gut behauptet — Heuchelei — oder <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> selbst, worin sich die Subjektivität als das Absolute <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">setzt</a>.</em></p>
<p>Mit diesem Schritt vollendet sich die Bewegung; er bildet die Spitze der ganzen Moralität. Jede wirkliche Handlung hat, weil sie überhaupt etwas erreicht, eine positive Seite; und weil das Gute nach § 135 gar keinen Inhalt hat, lässt sich diese positive Seite ohne weiteres unter es bringen — jeder Inhalt wird unter ein Allgemeines gebracht, das nichts ausschließt. Entscheidend ist, dass dies mit vollem Wissen geschieht: das Subjekt ist in sich <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion" title="Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann." rel="ugc">reflektiert</a>, kennt also das Allgemeine des Willens, vergleicht seine Handlung damit und weiß deren negativen Gehalt — und behauptet sie dennoch als gut. Geschieht das gegenüber anderen, so ist es Heuchelei; geschieht es gegenüber sich selbst, so tritt die Subjektivität an die Stelle des Maßstabs und weiß sich selbst als das Absolute.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-1596</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:37:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Vorstellung kann weiter gehen und sich den bösen Willen in den Schein des Guten verkehren. Wenn sie das Böse auch seiner Natur nach nicht verändern kann, so kann sie demselben doch den Schein verleihen, als sei es das Gute. Denn jede Handlung hat ein Positives, und indem sich die Bestimmung des Guten gegen das Böse ebenfalls auf das Positive reduziert, kann ich die Handlung in Beziehung auf meine Absicht als gute behaupten. Also nicht bloß im Bewußtsein, sondern auch von der positiven Seite steht das Böse mit dem Guten in Verbindung. Gibt das Selbstbewußtsein die Handlung nur für andere als gut aus, so ist diese Form die &lt;em&gt;Heuchelei&lt;/em&gt;; vermag es aber die Tat für sich selbst als gut zu behaupten, so ist dies die noch, höhere Spitze der sich als das Absolute wissenden Subjektivität, für die das Gute und Böse, an und für sich, verschwunden ist und die dafür ausgeben kann, was sie will und vermag. Dies ist der Standpunkt der absoluten Sophisterei, die sich als Gesetzgeberin aufwirft und den Unterschied von gut und böse auf ihre Willkür bezieht. Was nun die Heuchelei betrifft, so gehören z. B. vornehmlich die religiösen Heuchler (die &lt;em&gt;Tartüffes&lt;/em&gt;) dahin, die sich allen Zeremonien unterwerfen, auch für sich fromm sein mögen, nach der anderen Seite aber alles tun, was sie wollen. Heutzutage spricht man wenig mehr von Heuchlern, weil einerseits diese Beschuldigung eine zu harte scheint, andererseits aber die Heuchelei mehr oder weniger in ihrer unmittelbaren Gestalt verschwunden ist. Diese bare Lüge, diese Verdeckung des Guten ist jetzt zu durchsichtig geworden, als daß man sie nicht durchschauen sollte, und die Trennung, daß man auf der einen Seite das Gute, auf der anderen das Böse tut, ist nicht mehr so vorhanden, seitdem die zunehmende Bildung die entgegengesetzten Bestimmungen schwankend gemacht hat. Die feinere Gestalt dagegen, die die Heuchelei jetzt angenommen hat, ist die des &lt;em&gt;Probabilismus&lt;/em&gt;, die das enthält, daß man eine Übertretung als etwas Gutes für das eigene Gewissen vorstellig zu machen sucht. Sie kann nur eintreten, wo das Moralische und Gute durch eine Autorität bestimmt ist, so daß es ebensoviel Autoritäten als Gründe gibt, das Böse als Gutes zu behaupten. Kasuistische Theologen, besonders Jesuiten, haben solche Gewissensfälle bearbeitet und sie ins Unendliche vermehrt. 
Indem diese Fälle nun zur höchsten Subtilität gebracht werden, entstehen viele Kollisionen, und die Gegensätze des Guten und Bösen werden so schwankend, daß sie sich in Beziehung auf die Einzelnheit als umschlagend beweisen. Was man verlangt, ist nur das &lt;em&gt;Probable&lt;/em&gt;, das heißt das sich annähernde Gute, das mit irgendeinem Grunde oder irgendeiner Autorität belegt werden kann. Dieser Standpunkt hat also die eigentümliche Bestimmung, daß er nur ein Abstraktes enthält und der konkrete Inhalt als etwas Unwesentliches aufgestellt wird, der vielmehr der bloßen Meinung überlassen bleibt. So kann also jemand ein Verbrechen begangen und das Gute gewollt haben: Wenn z. B. ein Böser gemordet wird, so kann für die positive Seite das ausgegeben werden, daß man dem Bösen habe widerstehen und es habe vermindern wollen. Der weitere Fortgang vom Probabilismus ist nun, daß es nicht mehr auf die Autorität und die Behauptung eines anderen, sondern auf das Subjekt selbst ankommt, das heißt auf &lt;em&gt;seine&lt;/em&gt; Überzeugung, und daß nur etwas durch &lt;em&gt;sie&lt;/em&gt; gut werden kann. Das Mangelhafte ist hier, daß es bloß auf die Überzeugung sich beziehen soll und daß es kein an und für sich seiendes Recht mehr gibt, für welches diese Überzeugung nur die Form wäre. Es ist allerdings nicht gleichgültig, ob ich etwas aus Gewohnheit und Sitte oder von der Wahrheit desselben durchdrungen tue, aber die objektive Wahrheit ist von meiner Überzeugung auch verschieden; denn diese letztere hat den Unterschied von gut und böse gar nicht, da Überzeugung stets Überzeugung ist und schlecht nur das wäre, von dem ich nicht überzeugt bin. Indem dieser Standpunkt nun ein höchster, das Gute und Böse auslöschender ist, wird dabei zugegeben, dieses Höchste sei auch der Irrung ausgesetzt, und insofern wird es von seiner Höhe herab wieder zufällig und scheint keine Achtung zu verdienen. Diese Form nun ist die &lt;em&gt;Ironie&lt;/em&gt;, das Bewußtsein, daß es mit solchem Prinzip der Überzeugung nicht weit her sei und daß in diesem höchsten Kriterium nur Willkür herrsche. Dieser Standpunkt ist eigentlich aus der &lt;em&gt;Fichteschen&lt;/em&gt; Philosophie hervorgegangen, die das Ich als das Absolute ausspricht, das heißt als die absolute Gewißheit, als die allgemeine Ichheit, die durch die weitere Entwicklung zur Objektivität fortgeht. Von Fichte ist eigentlich nicht zu sagen, daß er im Praktischen die Willkür des Subjekts zum Prinzip gemacht habe, aber späterhin ist im Sinne der besonderen Ichheit von &lt;em&gt;Friedrich v. Schlegel&lt;/em&gt; dieses Besondere selbst in betreff des Guten und Schönen als Gott aufgestellt worden, so daß das objektiv Gute nur ein Gebilde meiner Überzeugung sei, nur durch mich einen Halt bekommt, und daß ich es als Herr und Meister hervortreten und verschwinden lassen kann. Indem ich mich zu etwas Objektivem verhalte, ist es zugleich für mich untergegangen, und so schwebe ich über einem ungeheuren Raume, Gestalten hervorrufend und zerstörend. Dieser höchste Standpunkt der Subjektivität kann nur in einer Zeit hoher Bildung entstehen, wo der Ernst des Glaubens zugrunde gegangen ist und nur noch in der Eitelkeit aller Dinge sein Wesen hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vorstellung kann weiter gehen und sich den bösen Willen in den Schein des Guten verkehren. Wenn sie das Böse auch seiner Natur nach nicht verändern kann, so kann sie demselben doch den Schein verleihen, als sei es das Gute. Denn jede Handlung hat ein Positives, und indem sich die Bestimmung des Guten gegen das Böse ebenfalls auf das Positive reduziert, kann ich die Handlung in Beziehung auf meine Absicht als gute behaupten. Also nicht bloß im Bewußtsein, sondern auch von der positiven Seite steht das Böse mit dem Guten in Verbindung. Gibt das Selbstbewußtsein die Handlung nur für andere als gut aus, so ist diese Form die <em>Heuchelei</em>; vermag es aber die Tat für sich selbst als gut zu behaupten, so ist dies die noch, höhere Spitze der sich als das Absolute wissenden Subjektivität, für die das Gute und Böse, an und für sich, verschwunden ist und die dafür ausgeben kann, was sie will und vermag. Dies ist der Standpunkt der absoluten Sophisterei, die sich als Gesetzgeberin aufwirft und den Unterschied von gut und böse auf ihre Willkür bezieht. Was nun die Heuchelei betrifft, so gehören z. B. vornehmlich die religiösen Heuchler (die <em>Tartüffes</em>) dahin, die sich allen Zeremonien unterwerfen, auch für sich fromm sein mögen, nach der anderen Seite aber alles tun, was sie wollen. Heutzutage spricht man wenig mehr von Heuchlern, weil einerseits diese Beschuldigung eine zu harte scheint, andererseits aber die Heuchelei mehr oder weniger in ihrer unmittelbaren Gestalt verschwunden ist. Diese bare Lüge, diese Verdeckung des Guten ist jetzt zu durchsichtig geworden, als daß man sie nicht durchschauen sollte, und die Trennung, daß man auf der einen Seite das Gute, auf der anderen das Böse tut, ist nicht mehr so vorhanden, seitdem die zunehmende Bildung die entgegengesetzten Bestimmungen schwankend gemacht hat. Die feinere Gestalt dagegen, die die Heuchelei jetzt angenommen hat, ist die des <em>Probabilismus</em>, die das enthält, daß man eine Übertretung als etwas Gutes für das eigene Gewissen vorstellig zu machen sucht. Sie kann nur eintreten, wo das Moralische und Gute durch eine Autorität bestimmt ist, so daß es ebensoviel Autoritäten als Gründe gibt, das Böse als Gutes zu behaupten. Kasuistische Theologen, besonders Jesuiten, haben solche Gewissensfälle bearbeitet und sie ins Unendliche vermehrt.<br />
Indem diese Fälle nun zur höchsten Subtilität gebracht werden, entstehen viele Kollisionen, und die Gegensätze des Guten und Bösen werden so schwankend, daß sie sich in Beziehung auf die Einzelnheit als umschlagend beweisen. Was man verlangt, ist nur das <em>Probable</em>, das heißt das sich annähernde Gute, das mit irgendeinem Grunde oder irgendeiner Autorität belegt werden kann. Dieser Standpunkt hat also die eigentümliche Bestimmung, daß er nur ein Abstraktes enthält und der konkrete Inhalt als etwas Unwesentliches aufgestellt wird, der vielmehr der bloßen Meinung überlassen bleibt. So kann also jemand ein Verbrechen begangen und das Gute gewollt haben: Wenn z. B. ein Böser gemordet wird, so kann für die positive Seite das ausgegeben werden, daß man dem Bösen habe widerstehen und es habe vermindern wollen. Der weitere Fortgang vom Probabilismus ist nun, daß es nicht mehr auf die Autorität und die Behauptung eines anderen, sondern auf das Subjekt selbst ankommt, das heißt auf <em>seine</em> Überzeugung, und daß nur etwas durch <em>sie</em> gut werden kann. Das Mangelhafte ist hier, daß es bloß auf die Überzeugung sich beziehen soll und daß es kein an und für sich seiendes Recht mehr gibt, für welches diese Überzeugung nur die Form wäre. Es ist allerdings nicht gleichgültig, ob ich etwas aus Gewohnheit und Sitte oder von der Wahrheit desselben durchdrungen tue, aber die objektive Wahrheit ist von meiner Überzeugung auch verschieden; denn diese letztere hat den Unterschied von gut und böse gar nicht, da Überzeugung stets Überzeugung ist und schlecht nur das wäre, von dem ich nicht überzeugt bin. Indem dieser Standpunkt nun ein höchster, das Gute und Böse auslöschender ist, wird dabei zugegeben, dieses Höchste sei auch der Irrung ausgesetzt, und insofern wird es von seiner Höhe herab wieder zufällig und scheint keine Achtung zu verdienen. Diese Form nun ist die <em>Ironie</em>, das Bewußtsein, daß es mit solchem Prinzip der Überzeugung nicht weit her sei und daß in diesem höchsten Kriterium nur Willkür herrsche. Dieser Standpunkt ist eigentlich aus der <em>Fichteschen</em> Philosophie hervorgegangen, die das Ich als das Absolute ausspricht, das heißt als die absolute Gewißheit, als die allgemeine Ichheit, die durch die weitere Entwicklung zur Objektivität fortgeht. Von Fichte ist eigentlich nicht zu sagen, daß er im Praktischen die Willkür des Subjekts zum Prinzip gemacht habe, aber späterhin ist im Sinne der besonderen Ichheit von <em>Friedrich v. Schlegel</em> dieses Besondere selbst in betreff des Guten und Schönen als Gott aufgestellt worden, so daß das objektiv Gute nur ein Gebilde meiner Überzeugung sei, nur durch mich einen Halt bekommt, und daß ich es als Herr und Meister hervortreten und verschwinden lassen kann. Indem ich mich zu etwas Objektivem verhalte, ist es zugleich für mich untergegangen, und so schwebe ich über einem ungeheuren Raume, Gestalten hervorrufend und zerstörend. Dieser höchste Standpunkt der Subjektivität kann nur in einer Zeit hoher Bildung entstehen, wo der Ernst des Glaubens zugrunde gegangen ist und nur noch in der Eitelkeit aller Dinge sein Wesen hat.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1830)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-2437</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1830)]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 1830 23:06:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 510:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 510.&lt;/strong&gt; 13) Die äußere Objektivität, gleichfalls nach dem eingetretenen Unterschiede des subjektiven Willens (§ &lt;em&gt;503),&lt;/em&gt; macht gegen die innerlichen Bestimmungen des Willens das andere selbständige Extrem, eine eigentümliche Welt für sich aus. Es ist daher zufällig, ob sie mit den subjektiven Zwecken zusammenstimmt, ob das &lt;em&gt;Gute&lt;/em&gt; sich in ihr realisiert und das &lt;em&gt;Böse,&lt;/em&gt; der an und für sich nichtige Zweck, in ihr nichtig ist; - ferner ob das Subjekt sein Wohl in ihr findet, und näher ob das &lt;em&gt;gute&lt;/em&gt; Subjekt in ihr &lt;em&gt;glücklich&lt;/em&gt; und das &lt;em&gt;böse unglücklich&lt;/em&gt; wird. Zugleich aber &lt;em&gt;soll&lt;/em&gt; die Welt das Wesentliche, die gute Handlung in sich ausführen lassen, wie dem &lt;em&gt;guten&lt;/em&gt; Subjekte die Befriedigung seines besonderen Interesses gewähren, dem &lt;em&gt;bösen&lt;/em&gt; aber versagen sowie das Böse selbst zunichte machen.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 510:</em></p>
<p><strong>§ 510.</strong> 13) Die äußere Objektivität, gleichfalls nach dem eingetretenen Unterschiede des subjektiven Willens (§ <em>503),</em> macht gegen die innerlichen Bestimmungen des Willens das andere selbständige Extrem, eine eigentümliche Welt für sich aus. Es ist daher zufällig, ob sie mit den subjektiven Zwecken zusammenstimmt, ob das <em>Gute</em> sich in ihr realisiert und das <em>Böse,</em> der an und für sich nichtige Zweck, in ihr nichtig ist; &#8211; ferner ob das Subjekt sein Wohl in ihr findet, und näher ob das <em>gute</em> Subjekt in ihr <em>glücklich</em> und das <em>böse unglücklich</em> wird. Zugleich aber <em>soll</em> die Welt das Wesentliche, die gute Handlung in sich ausführen lassen, wie dem <em>guten</em> Subjekte die Befriedigung seines besonderen Interesses gewähren, dem <em>bösen</em> aber versagen sowie das Böse selbst zunichte machen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1827)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-2435</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1827)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 1827 23:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=734#comment-2435</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 510:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 510.&lt;/strong&gt; δ) Die äußere Objectivität macht gegen die innerliche Seite das andere selbstständige Extrem, eine eigenthümliche Welt für sich aus. Es ist daher zufällig, ob sie zu den subjectiven Zwecken zusammenstimmt, ob das Gute sich in ihr realisirt und das Böse, der an und für sich nichtige Zweck, in ihr nichtig ist; – ferner ob das Subject sein Wohl in ihr findet, und näher ob das gute Subject in ihr glücklich, und das böse unglücklich wird. Zugleich soll die Welt das Wesentliche, die gute Handlung in sich ausführen lassen, wie dem guten Subjecte die Befriedigung seines besondern Interesse gewähren, dem bösen aber versagen, so wie das Böse selbst zu nichte machen.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 510:</em></p>
<p><strong>§ 510.</strong> δ) Die äußere Objectivität macht gegen die innerliche Seite das andere selbstständige Extrem, eine eigenthümliche Welt für sich aus. Es ist daher zufällig, ob sie zu den subjectiven Zwecken zusammenstimmt, ob das Gute sich in ihr realisirt und das Böse, der an und für sich nichtige Zweck, in ihr nichtig ist; – ferner ob das Subject sein Wohl in ihr findet, und näher ob das gute Subject in ihr glücklich, und das böse unglücklich wird. Zugleich soll die Welt das Wesentliche, die gute Handlung in sich ausführen lassen, wie dem guten Subjecte die Befriedigung seines besondern Interesse gewähren, dem bösen aber versagen, so wie das Böse selbst zu nichte machen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-1801</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 1823 08:06:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[[zu] § 140. 
α) Böses und Gutes
β) Beziehung - so daß das Gute zum Scheine gemacht wird. Es ist Schein, an sich, weil noch abstrakt, nur ein Gesetztes. 
- nur ein Gesetztes, nicht für sich, sich selbst haltend, wahrhaft substantiell, - weil inhaltslos, unbestimmt in sich. - Nur das Konkrete ist in sich vollendet -
Aber Inhalt muß sein; also willkürlich -
γ) Weisen dieses Scheins
αα) Begierde; irgendein Inhalt - böse, unbefangen -
ββ) Inhalt als Grund; - Reflektiert, d. h. dem besonderen Inhalt die Bestimmung des Guten gegeben - diese Bestimmung aber als inhaltslos, das abstrakte Affirmative. 
&lt;em&gt;Das Objektive heißt hier bloß abstrakt - ein Positives - Seiendes - Befriedigendes meiner&lt;/em&gt;. 
(Das Gewissen &lt;em&gt;handelt&lt;/em&gt; -) Die Bestimmung des Guten - im Bösen - ist das Caput mortuum des Positiven, Seienden - sich nicht widersprechend, weil alle Bestimmung, Besonderung - verflüchtigt ist, die Besonderung nur aus meiner Willkür genommen ist - Ich anerkenne keinen objektiven Inhalt, Inhaltsbestimmung - nur Objektivität, das Gute, Formelle, überhaupt. 
Absolute Sophisterei - darum gut, weil Ich überzeugt bin - d. h. meine theoretische, reflektierte &lt;em&gt;Übereinstimmung&lt;/em&gt; mit mir - meine Befriedigung in mir aus Gründen - dies das Positive - Gar keine Objektivität als diese der Selbstbestimmung - und zwar der abstrakten - Bestimmungslosigkeit, daher alle Bestimmung nur durch meine &lt;em&gt;Willkür&lt;/em&gt;. 
Ironie ist das Bewußtsein hierüber - Sokrates: Vorstellungen der Gegner zunächst angenommen, stehen lassen - nichts ihnen direkt entgegengesetzt, sondern sie durch die Folgerungen, zugestandene Wahrheiten, durch sich selbst in Verwirrung gesetzt - schroff - mehr in Verwirrung als eigentlich in sich aufgelöst - Das Objektive der Ironie ist die Dialektik, aber nur negatives Resultat -
Hier Dialektik Negativität in Form der absoluten Idealität alles Objektiven (Fichtesche Philosophie) - Reflexion auf Handeln, auf Gesetze, Pflichten, das Göttliche, Ewige - es hat Inhalt, Bestimmung nur durch meine Subjektivität - Ich überzeugt bin, und wissen, diese Überzeugung ist meine Willkür - Und dies Wissen liegt unmittelbar in dem Überzeugtsein - denn Gründe sind als bloß Relatives usf. gesetzt, indem mein Überzeugtsein zum Kriterium gemacht ist, d. i. daß die Sache nur durch meine Subjektivität gilt - nichts Seiendes - 

[zu § 140 Anm., Absatz a.]
α) Weiß der Mensch, daß er Böses tut, wenn er Böses tut-
αα) Böse überhaupt -
α) Selbstsucht, Leidenschaft - Beharren auf sich, mit Aufopferung, Verletzung des Rechten, Guten. 
β) hat &lt;em&gt;einen Zweck, gilt&lt;/em&gt; ihm etwas als Zweck - was es nicht ist, als affirmativ, irrt darüber - Böser Charakter wie böser Hund -
γ) Mensch steht absolut unter diesem Urteil - weil Geist, Vernunft - Anders als Nichtwissen äußerer Umstände - Jenes Sache seines Willens -
δ) damit nicht gesagt, daß, wer es wüßte, daß böse, so würde er aufhören, böse zu sein; es wissen viele, daß böse, und doch seien sie es, tun sie dergleichen - aus dem &lt;em&gt;Wissen&lt;/em&gt; folge nicht das Tun - Freilich kann [jemand] gegen besser Wissen und Gewissen [am Bösen] festhalten - wenn er&#039;s auch weiß; doch falsch, daß er jenes sogar gegen das Gute fest[zu]halten für einen Zweck hält. 
ββ) mit bösem Gewissen - macht keinen so wesentlichen Unterschied aus - nur schlimmer - überhaupt sehr allgemeiner Ausdruck - etwas für Böse halten - doch natürliches Gelten, Geltendmachen - äußerliche Wirklichkeit für wahrhaft, an sich. 
Wirksame Gnade - Mensch absolut passiv, die Gnade findet nichts dem Menschen Immanentes vor.

a) Böse, b) subjektive Beziehung auf Gut - Heuchelei, c) Zweck das &lt;em&gt;Gute&lt;/em&gt; als &lt;em&gt;Grund&lt;/em&gt;, d) das &lt;em&gt;Gute&lt;/em&gt; selbst - Willkür der Subjektivität, e) Überzeugung - subjektive Form, f) Ironie, - Bewußtsein der absoluten Subjektivität,
a) Böse, Widerspruch in sich selbst 
b) Widerspruch gegen das gesetzte Gute, des Besonderen gegen das Gute an sich; vom Subjekt als Schein, Heuchelei, als &lt;em&gt;Subsumtion&lt;/em&gt; in c etc., selbst &lt;em&gt;unter&lt;/em&gt; das in mich gesetzte Gute, - Reflexion
c) Das Böse als &lt;em&gt;affirmativ&lt;/em&gt;, d. i. gut gesetzt oder Inkonsequenz. 
d) Das Gute als abstrakt bloßes &lt;em&gt;Prädikat&lt;/em&gt;, darunter &lt;em&gt;kann&lt;/em&gt; alles subsumiert werden - im Subjekt - &lt;em&gt;Grund&lt;/em&gt;; in seiner Besonderheit diese Verknüpfung &lt;em&gt;zufällig&lt;/em&gt; - dem Inhalt nach - 
e) meine &lt;em&gt;Verknüpfung&lt;/em&gt; selbst, als subjektive &lt;em&gt;Überzeugung&lt;/em&gt;, was Wert haben soll - Reflexion aufs Besondere - &lt;em&gt;Gleichgültigkeit&lt;/em&gt; des besonderen Inhalts, der nicht an sich ist. Bewußtsein der Zufälligkeit. 
Zu c) objektive Subsumtion; der Inhalt &lt;em&gt;soll gut&lt;/em&gt; sein; - mir als gut erscheinen; &lt;em&gt;für mich&lt;/em&gt;, in meinem Wissen - als ob das &lt;em&gt;Böse nur&lt;/em&gt; wäre als Widerspruch gegen das &lt;em&gt;in mir gesetzte&lt;/em&gt; Gute, nicht gegen das Gute &lt;em&gt;an sich&lt;/em&gt;. - d) das Besondere nicht an ihm selbst gut; nur das &lt;em&gt;Gute&lt;/em&gt; ist gut. Form, die für die Andern gilt, nicht für mich, Betrug - e) auch Subsumtion &lt;em&gt;Verknüpfung&lt;/em&gt; selbst, in welche die Subsumtion fällt. - f) Ironie. 
b) Heuchelei - für andere - Das Gute als ein Schein - Mittel - Unter Heuchelei aber wird auch die Inkonsequenz in sich selbst verstanden; - Frömmigkeit nicht Ernst; kann wohl Ernst sein, ohne konkrete Reflexion - abstrakte Frömmigkeit, Barbaren dabei - Böse,
c) für sich selbst - &lt;em&gt;äußerer Grund&lt;/em&gt; - Probabilismus - in einem &lt;em&gt;Andern&lt;/em&gt; bestimmt - kann noch &lt;em&gt;an sich&lt;/em&gt; bestimmt sein 

[zu § 140 Anm., Absatz c.] Böse - &lt;em&gt;Verkehrung&lt;/em&gt;, an sich
c) Heuchelei - für sich selbst - &lt;em&gt;äußerlicher&lt;/em&gt; Wille - &lt;em&gt;Grund&lt;/em&gt; - Positiv - Probabilismus. Daher heutigentags keine Heuchelei, weil das an sich Böse als gut gewußt, zum Guten durch Reflexion bestimmt wird. Dies die &lt;em&gt;Affirmation&lt;/em&gt;. Beginnende Voraussetzung: das ist gut, - oder vielmehr erst: &lt;em&gt;Ich&lt;/em&gt; bin gut, insofern es &lt;em&gt;für mich&lt;/em&gt; als gut erscheint; - verzeihlich, läßliche Sünden - auch gewußt nur ein Schein - 
&lt;em&gt;Sophisterei&lt;/em&gt;, an sich, - nämlich Subjekt nach seiner Besonderheit ist der &lt;em&gt;absolute Zweck&lt;/em&gt;; beabsichtigt nicht das &lt;em&gt;Gute&lt;/em&gt; als solches; hat nicht diese Abstraktion zum Gegenstand - Erst Sokrates und Platon haben solche Idee aufgestellt - worauf denn der Probabilismus usf. das &lt;em&gt;Besondere&lt;/em&gt; darunter zu subsumieren, darauf zu beziehen bezweckt; hingegen gebildete Sophisterei. Alles auf irgendeinen Zweck - der bei vielen Sophisten gut war, bei andern die Selbstsucht, oder jene Bildung überhaupt für Staatszwecke, - was das Gute unter irgend Umständen ist. Also Sophisterei teils Bildung überhaupt (die gemeinschaftlich ist mit dem modernen Bösen), teils aber eine Form des unbefangenen Bösen überhaupt - 
Noch nicht jenes Verhältnis des Willens, als vor sich habend das Gute und als die Reflexion auf das Gute wäre. 
Der Grund soll das Entscheidende, Berechtigende sein. &lt;em&gt;Inhalt&lt;/em&gt; nach, ein Grund - 

[zu § 140 Anm., Absatz d.]
die Bestimmung des Guten - ohne Inhalt
d) Für sich selbst innerlich zum Guten machen - Erstlich Meinen, Behaupten - &lt;em&gt;man wolle das Gute&lt;/em&gt; - und dies Abstrakte, - dies das Meinen, Vorgeben, sei die Hauptsache oder das Einzige; es sei genug, guten Willen zu haben - nicht ob er an sich gut - sondern ich &lt;em&gt;meine&lt;/em&gt; es. Der Grund, Inhalt ist meiner Willkür überlassen. - Wesentlich gut das Affirmative - Ob eine Bestimmung als Affirmatives betrachtet werden kann, dies die Gattung in ihr, das Gute. 

Welches Gute ist vorzuziehen? - Das Vorgezogene absorbiert die anderen, sonst auch als affirmativ bestimmbaren - Kollision. 
Pflichten - wesentlich als System - objektive Unterordnung

[zu § 140 Anm., Absatz e.]
Besonderer Inhalt nicht durch sich selbst mit Allgemeinem verknüpft. Diese &lt;em&gt;Täuschung&lt;/em&gt; muß man wissen, - als ob wir wüßten, was das Gute ist, wenn Gutes als Gutes um des Guten willen -
&lt;em&gt;An sich&lt;/em&gt; ist d) durchs Subjekt - bestimmt; - in e) dies &lt;em&gt;gesetzt&lt;/em&gt; -
e) Bloß Sache der Meinung - vorher gleichsam dahingestellt sein lassen, ob objektiv gut oder nicht - Hier die &lt;em&gt;Überzeugung&lt;/em&gt; allein selbst das Objektive. 
&lt;em&gt;Keine Grundsätze.&lt;/em&gt; 
Philosophie Form - Grundsätzen

[zu § 140, Anm., Absatz e., *]
Jacobi selbst [hat] den Glauben, &lt;em&gt;unmittelbares&lt;/em&gt; Wissen [sei] in und aus meiner Vernunft offenbart, und sei Glauben und das Geglaubte - Aber zu &lt;em&gt;dieser&lt;/em&gt; Vernunft zu kommen, nur Eingebung, unmittelbares Wissen -
Überzeugung - hat auch Form von Gründen - brauche mich nur auf Gewissen zu berufen - Franzosen Napoleon in Wien, &lt;em&gt;wildes Tier&lt;/em&gt;- den Mörder - d. i. nicht das Allgemeine, Grundsätze - des Rechts, der Sittlichkeit anerkannt, - kein gemeinsamer Boden mit ihm - 

[zu § 140, Anm., Absatz f.]
Noch immer bisher - subjektive Ehrlichkeit
f) Wissen, daß dies Prinzip - für objektives Gute nicht Ernst ist - Ironie - daß es selbst schlechte Willkür ist - Überzeugung, weil subjektiv, ganz von mir abhängt -
α) Eitelkeit - Standhalten, β) Schmachten nach Objektivität - ins andere Extrem - Katholisch werden. 
Virtuosität, Genialität, - Meister des Sittlichen

&lt;em&gt;*&quot;Daß er sich vollkommen überzeugt fühle, daran zweifle ich nicht im mindesten. Aber wieviele Menschen beginnen nicht aus einer solchen gefühlten Überzeugung die ärgsten Frevel. Also, wenn dieser Grund überall entschuldigen mag, so gibt es kein vernünftiges Urteil mehr über gute und böse, ehrwürdige und verächtliche Entschließungen; der Wahn hat dann gleiche Rechte mit der Vernunft, oder die Vernunft hat dann überhaupt keine Rechte, kein gültiges Ansehen mehr; ihre Stimme ist ein Unding; wer nur nicht zweifelt, der ist in der Wahrheit!&lt;/em&gt;
Mir schaudert vor den Folgen einer solchen Toleranz, die eine ausschließende zum Vorteil der Unvernunft wäre.&quot;
Fr. H. Jacobi an den Grafen Holmer, Eutin, 5. Aug. 1800; über Gr. Stolbergs Rel. Veränderung (Brennus, Berlin, Aug. 1802).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[zu] § 140.<br />
α) Böses und Gutes<br />
β) Beziehung &#8211; so daß das Gute zum Scheine gemacht wird. Es ist Schein, an sich, weil noch abstrakt, nur ein Gesetztes.<br />
&#8211; nur ein Gesetztes, nicht für sich, sich selbst haltend, wahrhaft substantiell, &#8211; weil inhaltslos, unbestimmt in sich. &#8211; Nur das Konkrete ist in sich vollendet &#8211;<br />
Aber Inhalt muß sein; also willkürlich &#8211;<br />
γ) Weisen dieses Scheins<br />
αα) Begierde; irgendein Inhalt &#8211; böse, unbefangen &#8211;<br />
ββ) Inhalt als Grund; &#8211; Reflektiert, d. h. dem besonderen Inhalt die Bestimmung des Guten gegeben &#8211; diese Bestimmung aber als inhaltslos, das abstrakte Affirmative.<br />
<em>Das Objektive heißt hier bloß abstrakt &#8211; ein Positives &#8211; Seiendes &#8211; Befriedigendes meiner</em>.<br />
(Das Gewissen <em>handelt</em> -) Die Bestimmung des Guten &#8211; im Bösen &#8211; ist das Caput mortuum des Positiven, Seienden &#8211; sich nicht widersprechend, weil alle Bestimmung, Besonderung &#8211; verflüchtigt ist, die Besonderung nur aus meiner Willkür genommen ist &#8211; Ich anerkenne keinen objektiven Inhalt, Inhaltsbestimmung &#8211; nur Objektivität, das Gute, Formelle, überhaupt.<br />
Absolute Sophisterei &#8211; darum gut, weil Ich überzeugt bin &#8211; d. h. meine theoretische, reflektierte <em>Übereinstimmung</em> mit mir &#8211; meine Befriedigung in mir aus Gründen &#8211; dies das Positive &#8211; Gar keine Objektivität als diese der Selbstbestimmung &#8211; und zwar der abstrakten &#8211; Bestimmungslosigkeit, daher alle Bestimmung nur durch meine <em>Willkür</em>.<br />
Ironie ist das Bewußtsein hierüber &#8211; Sokrates: Vorstellungen der Gegner zunächst angenommen, stehen lassen &#8211; nichts ihnen direkt entgegengesetzt, sondern sie durch die Folgerungen, zugestandene Wahrheiten, durch sich selbst in Verwirrung gesetzt &#8211; schroff &#8211; mehr in Verwirrung als eigentlich in sich aufgelöst &#8211; Das Objektive der Ironie ist die Dialektik, aber nur negatives Resultat &#8211;<br />
Hier Dialektik Negativität in Form der absoluten Idealität alles Objektiven (Fichtesche Philosophie) &#8211; Reflexion auf Handeln, auf Gesetze, Pflichten, das Göttliche, Ewige &#8211; es hat Inhalt, Bestimmung nur durch meine Subjektivität &#8211; Ich überzeugt bin, und wissen, diese Überzeugung ist meine Willkür &#8211; Und dies Wissen liegt unmittelbar in dem Überzeugtsein &#8211; denn Gründe sind als bloß Relatives usf. gesetzt, indem mein Überzeugtsein zum Kriterium gemacht ist, d. i. daß die Sache nur durch meine Subjektivität gilt &#8211; nichts Seiendes &#8211; </p>
<p>[zu § 140 Anm., Absatz a.]<br />
α) Weiß der Mensch, daß er Böses tut, wenn er Böses tut-<br />
αα) Böse überhaupt &#8211;<br />
α) Selbstsucht, Leidenschaft &#8211; Beharren auf sich, mit Aufopferung, Verletzung des Rechten, Guten.<br />
β) hat <em>einen Zweck, gilt</em> ihm etwas als Zweck &#8211; was es nicht ist, als affirmativ, irrt darüber &#8211; Böser Charakter wie böser Hund &#8211;<br />
γ) Mensch steht absolut unter diesem Urteil &#8211; weil Geist, Vernunft &#8211; Anders als Nichtwissen äußerer Umstände &#8211; Jenes Sache seines Willens &#8211;<br />
δ) damit nicht gesagt, daß, wer es wüßte, daß böse, so würde er aufhören, böse zu sein; es wissen viele, daß böse, und doch seien sie es, tun sie dergleichen &#8211; aus dem <em>Wissen</em> folge nicht das Tun &#8211; Freilich kann [jemand] gegen besser Wissen und Gewissen [am Bösen] festhalten &#8211; wenn er&#8217;s auch weiß; doch falsch, daß er jenes sogar gegen das Gute fest[zu]halten für einen Zweck hält.<br />
ββ) mit bösem Gewissen &#8211; macht keinen so wesentlichen Unterschied aus &#8211; nur schlimmer &#8211; überhaupt sehr allgemeiner Ausdruck &#8211; etwas für Böse halten &#8211; doch natürliches Gelten, Geltendmachen &#8211; äußerliche Wirklichkeit für wahrhaft, an sich.<br />
Wirksame Gnade &#8211; Mensch absolut passiv, die Gnade findet nichts dem Menschen Immanentes vor.</p>
<p>a) Böse, b) subjektive Beziehung auf Gut &#8211; Heuchelei, c) Zweck das <em>Gute</em> als <em>Grund</em>, d) das <em>Gute</em> selbst &#8211; Willkür der Subjektivität, e) Überzeugung &#8211; subjektive Form, f) Ironie, &#8211; Bewußtsein der absoluten Subjektivität,<br />
a) Böse, Widerspruch in sich selbst<br />
b) Widerspruch gegen das gesetzte Gute, des Besonderen gegen das Gute an sich; vom Subjekt als Schein, Heuchelei, als <em>Subsumtion</em> in c etc., selbst <em>unter</em> das in mich gesetzte Gute, &#8211; Reflexion<br />
c) Das Böse als <em>affirmativ</em>, d. i. gut gesetzt oder Inkonsequenz.<br />
d) Das Gute als abstrakt bloßes <em>Prädikat</em>, darunter <em>kann</em> alles subsumiert werden &#8211; im Subjekt &#8211; <em>Grund</em>; in seiner Besonderheit diese Verknüpfung <em>zufällig</em> &#8211; dem Inhalt nach &#8211;<br />
e) meine <em>Verknüpfung</em> selbst, als subjektive <em>Überzeugung</em>, was Wert haben soll &#8211; Reflexion aufs Besondere &#8211; <em>Gleichgültigkeit</em> des besonderen Inhalts, der nicht an sich ist. Bewußtsein der Zufälligkeit.<br />
Zu c) objektive Subsumtion; der Inhalt <em>soll gut</em> sein; &#8211; mir als gut erscheinen; <em>für mich</em>, in meinem Wissen &#8211; als ob das <em>Böse nur</em> wäre als Widerspruch gegen das <em>in mir gesetzte</em> Gute, nicht gegen das Gute <em>an sich</em>. &#8211; d) das Besondere nicht an ihm selbst gut; nur das <em>Gute</em> ist gut. Form, die für die Andern gilt, nicht für mich, Betrug &#8211; e) auch Subsumtion <em>Verknüpfung</em> selbst, in welche die Subsumtion fällt. &#8211; f) Ironie.<br />
b) Heuchelei &#8211; für andere &#8211; Das Gute als ein Schein &#8211; Mittel &#8211; Unter Heuchelei aber wird auch die Inkonsequenz in sich selbst verstanden; &#8211; Frömmigkeit nicht Ernst; kann wohl Ernst sein, ohne konkrete Reflexion &#8211; abstrakte Frömmigkeit, Barbaren dabei &#8211; Böse,<br />
c) für sich selbst &#8211; <em>äußerer Grund</em> &#8211; Probabilismus &#8211; in einem <em>Andern</em> bestimmt &#8211; kann noch <em>an sich</em> bestimmt sein </p>
<p>[zu § 140 Anm., Absatz c.] Böse &#8211; <em>Verkehrung</em>, an sich<br />
c) Heuchelei &#8211; für sich selbst &#8211; <em>äußerlicher</em> Wille &#8211; <em>Grund</em> &#8211; Positiv &#8211; Probabilismus. Daher heutigentags keine Heuchelei, weil das an sich Böse als gut gewußt, zum Guten durch Reflexion bestimmt wird. Dies die <em>Affirmation</em>. Beginnende Voraussetzung: das ist gut, &#8211; oder vielmehr erst: <em>Ich</em> bin gut, insofern es <em>für mich</em> als gut erscheint; &#8211; verzeihlich, läßliche Sünden &#8211; auch gewußt nur ein Schein &#8211;<br />
<em>Sophisterei</em>, an sich, &#8211; nämlich Subjekt nach seiner Besonderheit ist der <em>absolute Zweck</em>; beabsichtigt nicht das <em>Gute</em> als solches; hat nicht diese Abstraktion zum Gegenstand &#8211; Erst Sokrates und Platon haben solche Idee aufgestellt &#8211; worauf denn der Probabilismus usf. das <em>Besondere</em> darunter zu subsumieren, darauf zu beziehen bezweckt; hingegen gebildete Sophisterei. Alles auf irgendeinen Zweck &#8211; der bei vielen Sophisten gut war, bei andern die Selbstsucht, oder jene Bildung überhaupt für Staatszwecke, &#8211; was das Gute unter irgend Umständen ist. Also Sophisterei teils Bildung überhaupt (die gemeinschaftlich ist mit dem modernen Bösen), teils aber eine Form des unbefangenen Bösen überhaupt &#8211;<br />
Noch nicht jenes Verhältnis des Willens, als vor sich habend das Gute und als die Reflexion auf das Gute wäre.<br />
Der Grund soll das Entscheidende, Berechtigende sein. <em>Inhalt</em> nach, ein Grund &#8211; </p>
<p>[zu § 140 Anm., Absatz d.]<br />
die Bestimmung des Guten &#8211; ohne Inhalt<br />
d) Für sich selbst innerlich zum Guten machen &#8211; Erstlich Meinen, Behaupten &#8211; <em>man wolle das Gute</em> &#8211; und dies Abstrakte, &#8211; dies das Meinen, Vorgeben, sei die Hauptsache oder das Einzige; es sei genug, guten Willen zu haben &#8211; nicht ob er an sich gut &#8211; sondern ich <em>meine</em> es. Der Grund, Inhalt ist meiner Willkür überlassen. &#8211; Wesentlich gut das Affirmative &#8211; Ob eine Bestimmung als Affirmatives betrachtet werden kann, dies die Gattung in ihr, das Gute. </p>
<p>Welches Gute ist vorzuziehen? &#8211; Das Vorgezogene absorbiert die anderen, sonst auch als affirmativ bestimmbaren &#8211; Kollision.<br />
Pflichten &#8211; wesentlich als System &#8211; objektive Unterordnung</p>
<p>[zu § 140 Anm., Absatz e.]<br />
Besonderer Inhalt nicht durch sich selbst mit Allgemeinem verknüpft. Diese <em>Täuschung</em> muß man wissen, &#8211; als ob wir wüßten, was das Gute ist, wenn Gutes als Gutes um des Guten willen &#8211;<br />
<em>An sich</em> ist d) durchs Subjekt &#8211; bestimmt; &#8211; in e) dies <em>gesetzt</em> &#8211;<br />
e) Bloß Sache der Meinung &#8211; vorher gleichsam dahingestellt sein lassen, ob objektiv gut oder nicht &#8211; Hier die <em>Überzeugung</em> allein selbst das Objektive.<br />
<em>Keine Grundsätze.</em><br />
Philosophie Form &#8211; Grundsätzen</p>
<p>[zu § 140, Anm., Absatz e., *]<br />
Jacobi selbst [hat] den Glauben, <em>unmittelbares</em> Wissen [sei] in und aus meiner Vernunft offenbart, und sei Glauben und das Geglaubte &#8211; Aber zu <em>dieser</em> Vernunft zu kommen, nur Eingebung, unmittelbares Wissen &#8211;<br />
Überzeugung &#8211; hat auch Form von Gründen &#8211; brauche mich nur auf Gewissen zu berufen &#8211; Franzosen Napoleon in Wien, <em>wildes Tier</em>&#8211; den Mörder &#8211; d. i. nicht das Allgemeine, Grundsätze &#8211; des Rechts, der Sittlichkeit anerkannt, &#8211; kein gemeinsamer Boden mit ihm &#8211; </p>
<p>[zu § 140, Anm., Absatz f.]<br />
Noch immer bisher &#8211; subjektive Ehrlichkeit<br />
f) Wissen, daß dies Prinzip &#8211; für objektives Gute nicht Ernst ist &#8211; Ironie &#8211; daß es selbst schlechte Willkür ist &#8211; Überzeugung, weil subjektiv, ganz von mir abhängt &#8211;<br />
α) Eitelkeit &#8211; Standhalten, β) Schmachten nach Objektivität &#8211; ins andere Extrem &#8211; Katholisch werden.<br />
Virtuosität, Genialität, &#8211; Meister des Sittlichen</p>
<p><em>*&#8220;Daß er sich vollkommen überzeugt fühle, daran zweifle ich nicht im mindesten. Aber wieviele Menschen beginnen nicht aus einer solchen gefühlten Überzeugung die ärgsten Frevel. Also, wenn dieser Grund überall entschuldigen mag, so gibt es kein vernünftiges Urteil mehr über gute und böse, ehrwürdige und verächtliche Entschließungen; der Wahn hat dann gleiche Rechte mit der Vernunft, oder die Vernunft hat dann überhaupt keine Rechte, kein gültiges Ansehen mehr; ihre Stimme ist ein Unding; wer nur nicht zweifelt, der ist in der Wahrheit!</em><br />
Mir schaudert vor den Folgen einer solchen Toleranz, die eine ausschließende zum Vorteil der Unvernunft wäre.&#8220;<br />
Fr. H. Jacobi an den Grafen Holmer, Eutin, 5. Aug. 1800; über Gr. Stolbergs Rel. Veränderung (Brennus, Berlin, Aug. 1802).</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1817)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/140/#comment-2433</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1817)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 1817 23:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=734#comment-2433</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 428:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 428.&lt;/strong&gt; Diese höchste Spitze des Phänomens des Willens, der bis zu dieser absoluten Eitelkeit, – einem nicht-objectiven, sondern rein nur seiner selbst gewissen Gutseyn, und einer Gewißheit seiner selbst in der Nichtigkeit des Allgemeinen – verflüchtigt ist, sinkt unmittelbar in sich zusammen. Das Böse als die reine Reflexion der Subjectivität in sich gegen das Objective und Allgemeine, ist der ganz abstracte &lt;em&gt;Schein&lt;/em&gt;, das unmittelbare Verkehren und Vernichten seiner selbst; denn sie ist vielmehr unmittelbar die reine Identität mit sich; – die Handlung des Bösen, das Verbrechen ist (§. 414.) die Darstellung dieser Verkehrung, in welcher die Momente des Begriffs die Gestalt äusserlicher Wirklichkeit gegen einander haben. –&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 428:</em></p>
<p><strong>§ 428.</strong> Diese höchste Spitze des Phänomens des Willens, der bis zu dieser absoluten Eitelkeit, – einem nicht-objectiven, sondern rein nur seiner selbst gewissen Gutseyn, und einer Gewißheit seiner selbst in der Nichtigkeit des Allgemeinen – verflüchtigt ist, sinkt unmittelbar in sich zusammen. Das Böse als die reine Reflexion der Subjectivität in sich gegen das Objective und Allgemeine, ist der ganz abstracte <em>Schein</em>, das unmittelbare Verkehren und Vernichten seiner selbst; denn sie ist vielmehr unmittelbar die reine Identität mit sich; – die Handlung des Bösen, das Verbrechen ist (§. 414.) die Darstellung dieser Verkehrung, in welcher die Momente des Begriffs die Gestalt äusserlicher Wirklichkeit gegen einander haben. –</p>
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