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	Kommentare zu: 150	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-3217</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 18:57:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 150: Tugend heißt zuerst: rechtschaffen sein

Wenn das Sittliche im Charakter eines Menschen fest geworden ist, nennen wir es Tugend. Die einfachste Tugend ist, rechtschaffen zu sein. Das heißt: tun, was die eigenen Verhältnisse verlangen.

Was muss ich tun, um tugendhaft zu sein?

In einer geordneten Gemeinschaft ist das nicht schwer zu sagen. Der Mensch tut, was ihm als Vater, als Handwerkerin, als Bürger aufgegeben ist. Es ist bekannt. Es steht ihm vor Augen.

Ist das nicht zu wenig?

Manchen erscheint es zu wenig, bloß rechtschaffen zu sein. Sie wollen etwas Besonderes sein. Sie suchen die Ausnahme. Doch darin steckt oft nur Eitelkeit. Wer viel von Tugend redet, redet leicht ins Leere.

Wann braucht es die große Tugend?

In einer entwickelten Ordnung zeigt sich besondere Tugend nur in besonderen Lagen. Etwa wenn Pflichten wirklich miteinander streiten. Früher, in ungeordneten Zeiten, war das anders. Da hing das Gute mehr an einzelnen Helden. Darum rühmten die Alten die Tugend des Herkules.

Das rechte Maß:

Einzelne Tugenden kann man als Mitte zwischen zwei Fehlern sehen. So hat es Aristoteles gelehrt. Mut liegt zwischen Feigheit und Tollkühnheit. Sparsamkeit liegt zwischen Geiz und Verschwendung.

Zusammenfassung: Tugend ist das Sittliche als fester Charakter. Die Grundform ist, rechtschaffen zu sein und das Gebotene zu tun. Große Tugend braucht es in geordneten Zeiten nur in wirklichen Konflikten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 150: Tugend heißt zuerst: rechtschaffen sein</p>
<p>Wenn das Sittliche im Charakter eines Menschen fest geworden ist, nennen wir es Tugend. Die einfachste Tugend ist, rechtschaffen zu sein. Das heißt: tun, was die eigenen Verhältnisse verlangen.</p>
<p>Was muss ich tun, um tugendhaft zu sein?</p>
<p>In einer geordneten Gemeinschaft ist das nicht schwer zu sagen. Der Mensch tut, was ihm als Vater, als Handwerkerin, als Bürger aufgegeben ist. Es ist bekannt. Es steht ihm vor Augen.</p>
<p>Ist das nicht zu wenig?</p>
<p>Manchen erscheint es zu wenig, bloß rechtschaffen zu sein. Sie wollen etwas Besonderes sein. Sie suchen die Ausnahme. Doch darin steckt oft nur Eitelkeit. Wer viel von Tugend redet, redet leicht ins Leere.</p>
<p>Wann braucht es die große Tugend?</p>
<p>In einer entwickelten Ordnung zeigt sich besondere Tugend nur in besonderen Lagen. Etwa wenn Pflichten wirklich miteinander streiten. Früher, in ungeordneten Zeiten, war das anders. Da hing das Gute mehr an einzelnen Helden. Darum rühmten die Alten die Tugend des Herkules.</p>
<p>Das rechte Maß:</p>
<p>Einzelne Tugenden kann man als Mitte zwischen zwei Fehlern sehen. So hat es Aristoteles gelehrt. Mut liegt zwischen Feigheit und Tollkühnheit. Sparsamkeit liegt zwischen Geiz und Verschwendung.</p>
<p>Zusammenfassung: Tugend ist das Sittliche als fester Charakter. Die Grundform ist, rechtschaffen zu sein und das Gebotene zu tun. Große Tugend braucht es in geordneten Zeiten nur in wirklichen Konflikten.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-2838</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:15:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Das Sittliche, an dem natürlich bestimmten Charakter des Individuums &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion&quot; title=&quot;Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;reflektiert&lt;/a&gt;, ist die Tugend; als bloße Angemessenheit an die Pflichten der Verhältnisse ist es Rechtschaffenheit.&lt;/em&gt;

Die Tugend ist keine eigene Größe neben dem Sittlichen, sondern dessen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Erscheinung&lt;/a&gt; an einer &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderen&lt;/a&gt; Stelle: das &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;allgemeine&lt;/a&gt; Sittliche spiegelt sich an dem, was einer von Natur ist, und nimmt dadurch die Färbung dieses Charakters an. Sieht man von dieser Naturbestimmtheit ab und bleibt nur die Übereinstimmung mit dem, was die Verhältnisse fordern, so heißt dasselbe Rechtschaffenheit. Weil die Tugend das Allgemeine auf ein Besonderes anwendet, tritt an ihr das Quantitative des Mehr und Weniger auf — daher ihre alte &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; als &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-schluss&quot; title=&quot;Der Schluss ist die Figur, in der zwei Seiten durch eine Mitte zusammengehalten werden. Mitte heißt nie Mittelmaß.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Mitte&lt;/a&gt; zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Sittliche, an dem natürlich bestimmten Charakter des Individuums <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion" title="Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann." rel="ugc">reflektiert</a>, ist die Tugend; als bloße Angemessenheit an die Pflichten der Verhältnisse ist es Rechtschaffenheit.</em></p>
<p>Die Tugend ist keine eigene Größe neben dem Sittlichen, sondern dessen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit." rel="ugc">Erscheinung</a> an einer <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderen</a> Stelle: das <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">allgemeine</a> Sittliche spiegelt sich an dem, was einer von Natur ist, und nimmt dadurch die Färbung dieses Charakters an. Sieht man von dieser Naturbestimmtheit ab und bleibt nur die Übereinstimmung mit dem, was die Verhältnisse fordern, so heißt dasselbe Rechtschaffenheit. Weil die Tugend das Allgemeine auf ein Besonderes anwendet, tritt an ihr das Quantitative des Mehr und Weniger auf — daher ihre alte <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a> als <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-schluss" title="Der Schluss ist die Figur, in der zwei Seiten durch eine Mitte zusammengehalten werden. Mitte heißt nie Mittelmaß." rel="ugc">Mitte</a> zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-1808</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 15:50:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=714#comment-1808</guid>

					<description><![CDATA[Wenn ein Mensch dieses oder jenes Sittliche tut, so ist er nicht gerade tugendhaft, aber wohl dann, wenn diese Weise des Benehmens eine Stetigkeit seines Charakters ist. Die Tugend ist mehr die sittliche Virtuosität, und wenn man heutzutage nicht so viel von Tugend spricht als sonst, so hat dies seinen Grund darin, daß die Sittlichkeit nicht mehr sosehr die Form eines besonderen Individuums ist. Die Franzosen sind hauptsächlich dasjenige Volk, das am meisten von Tugend spricht, weil bei ihnen das Individuum mehr Sache seiner Eigentümlichkeit und einer natürlichen Weise des Handelns ist. Die Deutschen dagegen sind mehr denkend, und bei ihnen gewinnt derselbe Inhalt die Form der Allgemeinheit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Mensch dieses oder jenes Sittliche tut, so ist er nicht gerade tugendhaft, aber wohl dann, wenn diese Weise des Benehmens eine Stetigkeit seines Charakters ist. Die Tugend ist mehr die sittliche Virtuosität, und wenn man heutzutage nicht so viel von Tugend spricht als sonst, so hat dies seinen Grund darin, daß die Sittlichkeit nicht mehr sosehr die Form eines besonderen Individuums ist. Die Franzosen sind hauptsächlich dasjenige Volk, das am meisten von Tugend spricht, weil bei ihnen das Individuum mehr Sache seiner Eigentümlichkeit und einer natürlichen Weise des Handelns ist. Die Deutschen dagegen sind mehr denkend, und bei ihnen gewinnt derselbe Inhalt die Form der Allgemeinheit.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1830)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-2467</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1830)]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 1830 23:06:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 516:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 516.&lt;/strong&gt; Die Beziehungen des Einzelnen in den Verhältnissen, zu denen sich die Substanz besondert, machen seine &lt;em&gt;sittlichen Pflichten&lt;/em&gt; aus. Die sittliche Persönlichkeit, d. i. die Subjektivität, die von dem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist &lt;em&gt;Tugend.&lt;/em&gt; In Beziehung auf äußerliche Unmittelbarkeit, auf ein &lt;em&gt;Schicksal,&lt;/em&gt; ist die Tugend ein Verhalten zum &lt;em&gt;Sein&lt;/em&gt; als nicht Negativem und dadurch ruhiges Beruhen in sich selbst; - in Beziehung auf die substantielle Objektivität, das Ganze der sittlichen Wirklichkeit, ist sie als Vertrauen absichtliches Wirken für dieselbe und Fähigkeit, für sie sich aufzuopfern; - in Beziehung auf die Zufälligkeit der Verhältnisse mit anderen zuerst Gerechtigkeit und dann wohlwollende Neigung; in welcher Sphäre wie im Verhalten zu ihrem eigenen Dasein und Leiblichkeit die Individualität ihren besonderen Charakter, Temperament usf. als &lt;em&gt;Tugenden&lt;/em&gt; ausdrückt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 516:</em></p>
<p><strong>§ 516.</strong> Die Beziehungen des Einzelnen in den Verhältnissen, zu denen sich die Substanz besondert, machen seine <em>sittlichen Pflichten</em> aus. Die sittliche Persönlichkeit, d. i. die Subjektivität, die von dem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist <em>Tugend.</em> In Beziehung auf äußerliche Unmittelbarkeit, auf ein <em>Schicksal,</em> ist die Tugend ein Verhalten zum <em>Sein</em> als nicht Negativem und dadurch ruhiges Beruhen in sich selbst; &#8211; in Beziehung auf die substantielle Objektivität, das Ganze der sittlichen Wirklichkeit, ist sie als Vertrauen absichtliches Wirken für dieselbe und Fähigkeit, für sie sich aufzuopfern; &#8211; in Beziehung auf die Zufälligkeit der Verhältnisse mit anderen zuerst Gerechtigkeit und dann wohlwollende Neigung; in welcher Sphäre wie im Verhalten zu ihrem eigenen Dasein und Leiblichkeit die Individualität ihren besonderen Charakter, Temperament usf. als <em>Tugenden</em> ausdrückt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1827)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-2465</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1827)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 1827 23:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=714#comment-2465</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 516:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 516.&lt;/strong&gt; Die Beziehungen des Einzelnen in den Verhältnissen, zu denen sich die Substanz besondert, machen seine sittlichen Pflichten aus. Die sittliche Persönlichkeit, d. i. die Subjectivität, deren ganze Individualität von dem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist Tugend. In Beziehung auf äußerliche Unmittelbarkeit, auf ein Schicksal, ist die Tugend ein Verhalten zum Seyn als nicht Negativem, und dadurch ruhiges Beruhen in sich selbst; – in Beziehung auf die substantielle Objectivität, das Ganze der sittlichen Wirklichkeit, ist sie Vertrauen, absichtliches Wirken für dieselbe und Fähigkeit für dieselbe sich aufzuopfern; – in Beziehung auf die Zufälligkeit der Verhältnisse mit andern, zuerst Gerechtigkeit und dann wohlwollende Neigung; in welcher Sphäre und im Verhalten zu ihrem eigenen Daseyn und Leiblichkeit die Individualität ihren besondern Charakter, Temperament u.s.f. als Tugenden ausdrückt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 516:</em></p>
<p><strong>§ 516.</strong> Die Beziehungen des Einzelnen in den Verhältnissen, zu denen sich die Substanz besondert, machen seine sittlichen Pflichten aus. Die sittliche Persönlichkeit, d. i. die Subjectivität, deren ganze Individualität von dem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist Tugend. In Beziehung auf äußerliche Unmittelbarkeit, auf ein Schicksal, ist die Tugend ein Verhalten zum Seyn als nicht Negativem, und dadurch ruhiges Beruhen in sich selbst; – in Beziehung auf die substantielle Objectivität, das Ganze der sittlichen Wirklichkeit, ist sie Vertrauen, absichtliches Wirken für dieselbe und Fähigkeit für dieselbe sich aufzuopfern; – in Beziehung auf die Zufälligkeit der Verhältnisse mit andern, zuerst Gerechtigkeit und dann wohlwollende Neigung; in welcher Sphäre und im Verhalten zu ihrem eigenen Daseyn und Leiblichkeit die Individualität ihren besondern Charakter, Temperament u.s.f. als Tugenden ausdrückt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-1807</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 1823 08:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=714#comment-1807</guid>

					<description><![CDATA[Weitere Energie des besonderen Talents - Aristides - Alle Athener tugendhaft - Aristides ausgezeichnetes Talent - Gelegenheit für das Ganze zu handeln -
Griechische Tugend - wie &lt;em&gt;Kunstwerk&lt;/em&gt; - Schein von natürlicher Einheit - das Sittliche zugleich als Charakter, Gemüt, Neigung, Trieb - identisch mit der besonderen Persönlichkeit. 
So Tapferkeit, persönlicher Mut, immer - bei Heerführer, Fürst mehr &lt;em&gt;Stärke&lt;/em&gt; des Verstands, Geistes, Besonnenheit, Entschlossenheit. Aber Pflicht eines besonderen Standes. Hingegen schon &lt;em&gt;wissende&lt;/em&gt; Tapferkeit - erscheint nicht so als eine Tugend. 
&lt;em&gt;Tugenden&lt;/em&gt; - die &lt;em&gt;besonderen&lt;/em&gt; Seiten, die mehr oder weniger gleichgültig sind. 
Mäßigung, Sparsamkeit, Freigebigkeit - mehr der Willkür überlassen - &lt;em&gt;besondere&lt;/em&gt; Neigung -
frei von kleinlicher Selbstsucht, Unbesonnenheit in Rücksicht auf wesentliche Zwecke]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weitere Energie des besonderen Talents &#8211; Aristides &#8211; Alle Athener tugendhaft &#8211; Aristides ausgezeichnetes Talent &#8211; Gelegenheit für das Ganze zu handeln &#8211;<br />
Griechische Tugend &#8211; wie <em>Kunstwerk</em> &#8211; Schein von natürlicher Einheit &#8211; das Sittliche zugleich als Charakter, Gemüt, Neigung, Trieb &#8211; identisch mit der besonderen Persönlichkeit.<br />
So Tapferkeit, persönlicher Mut, immer &#8211; bei Heerführer, Fürst mehr <em>Stärke</em> des Verstands, Geistes, Besonnenheit, Entschlossenheit. Aber Pflicht eines besonderen Standes. Hingegen schon <em>wissende</em> Tapferkeit &#8211; erscheint nicht so als eine Tugend.<br />
<em>Tugenden</em> &#8211; die <em>besonderen</em> Seiten, die mehr oder weniger gleichgültig sind.<br />
Mäßigung, Sparsamkeit, Freigebigkeit &#8211; mehr der Willkür überlassen &#8211; <em>besondere</em> Neigung &#8211;<br />
frei von kleinlicher Selbstsucht, Unbesonnenheit in Rücksicht auf wesentliche Zwecke</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1817)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-2463</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1817)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 1817 23:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=714#comment-2463</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), §§ 434, 435:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 434.&lt;/strong&gt; Diese Beziehungen des Einzelnen im Verhältnisse zu seiner Substanz machen seine sittlichen Pflichten aus. Als Einzelnem ist ihm einerseits die Identität mit dem Ganzen der Familie die natürliche Substantialität. Andererseits aber soll er sich zur Möglichkeit machen, in der ganzen Substanz einen Stand und Stelle zu haben; er soll sich überhaupt bilden, und ist nur insoweit wirklich Etwas, als er als besonderer Mitarbeiter an dem allgemeinen Werke anerkannt ist, und daran wirklich arbeitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 435.&lt;/strong&gt; Die sittliche Persönlichkeit, d. i. die Subjectivität, deren ganze Besonderheit von ihrem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist &lt;em&gt;Tugend&lt;/em&gt;; in Beziehung auf äusserliche Unmittelbarkeit, auf ein &lt;em&gt;Schicksal&lt;/em&gt;, ein Verhalten als zu einem &lt;em&gt;Seyn&lt;/em&gt;, einem nicht Negativen und dadurch ruhiges Beruhen in sich selbst; – in Beziehung auf die substantielle Objectivität, das Ganze der sittlichen Wirklichkeit, Vertrauen, absichtliches Wirken für dieselbe, und Fähigkeit, für dieselbe sich aufzuopfern; – in Beziehung auf die Zufälligkeit der Verhältnisse mit andern, – zuerst &lt;em&gt;Gerechtigkeit&lt;/em&gt; und dann wohlwollende Neigung; in welcher Sphäre die Subjectivität ihren besondern Charakter, Temperament u.s.f. als &lt;em&gt;Tugenden&lt;/em&gt; ausdrückt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), §§ 434, 435:</em></p>
<p><strong>§ 434.</strong> Diese Beziehungen des Einzelnen im Verhältnisse zu seiner Substanz machen seine sittlichen Pflichten aus. Als Einzelnem ist ihm einerseits die Identität mit dem Ganzen der Familie die natürliche Substantialität. Andererseits aber soll er sich zur Möglichkeit machen, in der ganzen Substanz einen Stand und Stelle zu haben; er soll sich überhaupt bilden, und ist nur insoweit wirklich Etwas, als er als besonderer Mitarbeiter an dem allgemeinen Werke anerkannt ist, und daran wirklich arbeitet.</p>
<p><strong>§ 435.</strong> Die sittliche Persönlichkeit, d. i. die Subjectivität, deren ganze Besonderheit von ihrem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist <em>Tugend</em>; in Beziehung auf äusserliche Unmittelbarkeit, auf ein <em>Schicksal</em>, ein Verhalten als zu einem <em>Seyn</em>, einem nicht Negativen und dadurch ruhiges Beruhen in sich selbst; – in Beziehung auf die substantielle Objectivität, das Ganze der sittlichen Wirklichkeit, Vertrauen, absichtliches Wirken für dieselbe, und Fähigkeit, für dieselbe sich aufzuopfern; – in Beziehung auf die Zufälligkeit der Verhältnisse mit andern, – zuerst <em>Gerechtigkeit</em> und dann wohlwollende Neigung; in welcher Sphäre die Subjectivität ihren besondern Charakter, Temperament u.s.f. als <em>Tugenden</em> ausdrückt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Naturrechtsaufsatz 1803)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/150/#comment-2668</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Naturrechtsaufsatz 1803)]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jan 1803 11:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=714#comment-2668</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 3. Stück, 1803), &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/47/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;S. 469 f.&lt;/a&gt;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene Eigenschaften aber, welche wahrhaft sittlich sind, indem in ihnen das besondere oder negative erscheint rein aufgenommen in die Indifferenz, können sittliche Eigenschaften heißen, und nur alsdenn Tugenden, wenn sie in einer höhern Energie sich wieder individualisiren, und, jedoch innerhalb der absoluten Sittlichkeit, gleichsam zu eigenen lebenden Gestalten werden, wie die Tugenden eines Epaminondas, Hannibals, Cäsars und einiger anderer. Als solche Energien sind sie Gestalten, und also nicht an sich absolut, so wenig als die Gestalten der andern organischen Bildungen, sondern das stärkere Hervortreten einer Seite der Idee des Ganzen.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 3. Stück, 1803), <a href="https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/47/" rel="ugc">S. 469 f.</a>:</em></p>
<p>Jene Eigenschaften aber, welche wahrhaft sittlich sind, indem in ihnen das besondere oder negative erscheint rein aufgenommen in die Indifferenz, können sittliche Eigenschaften heißen, und nur alsdenn Tugenden, wenn sie in einer höhern Energie sich wieder individualisiren, und, jedoch innerhalb der absoluten Sittlichkeit, gleichsam zu eigenen lebenden Gestalten werden, wie die Tugenden eines Epaminondas, Hannibals, Cäsars und einiger anderer. Als solche Energien sind sie Gestalten, und also nicht an sich absolut, so wenig als die Gestalten der andern organischen Bildungen, sondern das stärkere Hervortreten einer Seite der Idee des Ganzen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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