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	Kommentare zu: 168	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/168/#comment-3235</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 19:00:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 168: Keine Ehe unter Verwandten

Eine Ehe entsteht aus der freien Hingabe von zwei eigenständigen Menschen. Daraus folgt etwas.

Warum nicht unter Verwandten?

Geschwister oder nahe Verwandte kennen sich schon von Kindheit an. Sie sind schon auf natürliche Weise verbunden. Was schon vereint ist, kann sich nicht erst in der Ehe vereinen. Die Ehe soll aus getrennten Familien kommen. Zwei Menschen sollen sich finden, die einander vorher fremd waren.

Ein Bild:

Ein Gespräch mit einem neuen Menschen ist voller Überraschungen. Man entdeckt einander Stück für Stück. Das Kennenlernen macht die Verbindung reich. Was man schon lange kennt, muss man nicht mehr entdecken.

Nur ein dunkles Gefühl?

Manche sagen: Gegen die Ehe unter Verwandten spricht nur ein unbestimmtes Gefühl der Scham. Doch dieses Gefühl hat einen Grund in der Sache. Die Ehe ist eine freie sittliche Handlung, keine bloße Natur. Je größer die Verschiedenheit, aus der sich zwei zusammenfinden, desto stärker die Verbindung.

Zusammenfassung: Die Ehe soll Menschen aus verschiedenen Familien verbinden. Was schon natürlich verbunden ist, kann sich nicht in Freiheit vereinen. Das Gefühl der Scham hat darin seinen Grund.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 168: Keine Ehe unter Verwandten</p>
<p>Eine Ehe entsteht aus der freien Hingabe von zwei eigenständigen Menschen. Daraus folgt etwas.</p>
<p>Warum nicht unter Verwandten?</p>
<p>Geschwister oder nahe Verwandte kennen sich schon von Kindheit an. Sie sind schon auf natürliche Weise verbunden. Was schon vereint ist, kann sich nicht erst in der Ehe vereinen. Die Ehe soll aus getrennten Familien kommen. Zwei Menschen sollen sich finden, die einander vorher fremd waren.</p>
<p>Ein Bild:</p>
<p>Ein Gespräch mit einem neuen Menschen ist voller Überraschungen. Man entdeckt einander Stück für Stück. Das Kennenlernen macht die Verbindung reich. Was man schon lange kennt, muss man nicht mehr entdecken.</p>
<p>Nur ein dunkles Gefühl?</p>
<p>Manche sagen: Gegen die Ehe unter Verwandten spricht nur ein unbestimmtes Gefühl der Scham. Doch dieses Gefühl hat einen Grund in der Sache. Die Ehe ist eine freie sittliche Handlung, keine bloße Natur. Je größer die Verschiedenheit, aus der sich zwei zusammenfinden, desto stärker die Verbindung.</p>
<p>Zusammenfassung: Die Ehe soll Menschen aus verschiedenen Familien verbinden. Was schon natürlich verbunden ist, kann sich nicht in Freiheit vereinen. Das Gefühl der Scham hat darin seinen Grund.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/168/#comment-2856</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:18:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Weil die Ehe aus der freien Hingebung sich selbst eigentümlicher Persönlichkeiten hervorgeht, &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;setzt&lt;/a&gt; sie ursprünglich verschiedene Personen voraus und widerstreitet der schon natürlich vorhandenen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet&quot; title=&quot;Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Identität&lt;/a&gt; des Blutskreises.&lt;/em&gt;

Entschieden wird hier über das Verhältnis von Identität und Unterschied. Die Einheit der Ehe soll hervorgebracht sein, ein Akt der Freiheit; hervorbringen lässt sich aber nur, was noch nicht besteht. Wo die Beteiligten einander von vornherein vertraut und in aller &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Einzelnheit ist nicht das Dritte neben Allgemeinheit und Besonderheit, sondern beides in einem: sich beschränken und dabei bei sich bleiben. Das ist Hegels Begriff der Freiheit. Die Form mit n ist Hegels eigene; eine Einzelheit im heutigen Sinn — ein Detail — ist nie gemeint.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Einzelnheit&lt;/a&gt; bekannt sind, haben sie gar keine je eigene Persönlichkeit gegeneinander, die sie hingeben könnten — die Einheit liegt schon als natürliche vor, und die freie Vereinigung hätte keinen Stoff. Das Verbot wird damit nicht auf Gefühl oder auf Naturgründe gestützt, sondern darauf, dass die Ehe sonst nicht das wäre, was sie dem &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; nach ist: eine sittliche Handlung der Freiheit statt einer Verbindung &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;unmittelbarer&lt;/a&gt; Natürlichkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Weil die Ehe aus der freien Hingebung sich selbst eigentümlicher Persönlichkeiten hervorgeht, <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">setzt</a> sie ursprünglich verschiedene Personen voraus und widerstreitet der schon natürlich vorhandenen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet" title="Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen." rel="ugc">Identität</a> des Blutskreises.</em></p>
<p>Entschieden wird hier über das Verhältnis von Identität und Unterschied. Die Einheit der Ehe soll hervorgebracht sein, ein Akt der Freiheit; hervorbringen lässt sich aber nur, was noch nicht besteht. Wo die Beteiligten einander von vornherein vertraut und in aller <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Einzelnheit ist nicht das Dritte neben Allgemeinheit und Besonderheit, sondern beides in einem: sich beschränken und dabei bei sich bleiben. Das ist Hegels Begriff der Freiheit. Die Form mit n ist Hegels eigene; eine Einzelheit im heutigen Sinn — ein Detail — ist nie gemeint." rel="ugc">Einzelnheit</a> bekannt sind, haben sie gar keine je eigene Persönlichkeit gegeneinander, die sie hingeben könnten — die Einheit liegt schon als natürliche vor, und die freie Vereinigung hätte keinen Stoff. Das Verbot wird damit nicht auf Gefühl oder auf Naturgründe gestützt, sondern darauf, dass die Ehe sonst nicht das wäre, was sie dem <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> nach ist: eine sittliche Handlung der Freiheit statt einer Verbindung <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß." rel="ugc">unmittelbarer</a> Natürlichkeit.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/168/#comment-1612</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:44:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=677#comment-1612</guid>

					<description><![CDATA[Zunächst ist die Ehe zwischen Blutsverwandten schon dem Gefühle der Scham entgegengesetzt, aber dieses Zurückschauern ist im Begriff der Sache gerechtfertigt. Was nämlich schon vereinigt ist, kann nicht erst durch die Ehe vereinigt werden. Von der Seite des bloß natürlichen Verhältnisses ist es bekannt, daß die Begattungen unter einer Familie von Tieren schwächlichere Früchte erzeugen, denn was sich vereinigen soll, muß ein vorher Getrenntes sein; die Kraft der Zeugung wie des Geistes ist desto größer, je größer auch die Gegensätze sind, aus denen sie sich wiederherstellt. Die Vertraulichkeit, Bekanntschaft, Gewohnheit des gemeinsamen Tuns soll noch nicht vor der Ehe sein: sie soll erst in derselben gefunden werden, und dies Finden hat um so höheren Wert, je reicher es ist und je mehr Teile es hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst ist die Ehe zwischen Blutsverwandten schon dem Gefühle der Scham entgegengesetzt, aber dieses Zurückschauern ist im Begriff der Sache gerechtfertigt. Was nämlich schon vereinigt ist, kann nicht erst durch die Ehe vereinigt werden. Von der Seite des bloß natürlichen Verhältnisses ist es bekannt, daß die Begattungen unter einer Familie von Tieren schwächlichere Früchte erzeugen, denn was sich vereinigen soll, muß ein vorher Getrenntes sein; die Kraft der Zeugung wie des Geistes ist desto größer, je größer auch die Gegensätze sind, aus denen sie sich wiederherstellt. Die Vertraulichkeit, Bekanntschaft, Gewohnheit des gemeinsamen Tuns soll noch nicht vor der Ehe sein: sie soll erst in derselben gefunden werden, und dies Finden hat um so höheren Wert, je reicher es ist und je mehr Teile es hat.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/168/#comment-1824</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 1823 08:08:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zurücknahme seiner in sich 
&lt;em&gt;Neue Familie&lt;/em&gt; von vorne an stiften -
Was sich gibt, muß ein Ganzes, fürsichseiendes Individuum - selbständige Einzelheit - sein; was schon vereint ist, gibt sich nicht -
Geschlecht - natürlicher Unterschied - Geist vervollständigen Blutsverschiedenheit -
Vereinigung des Getrenntesten &lt;em&gt;findet&lt;/em&gt; sich nicht - geistige, empfundene Vereinigung - setzt sich aus dem Mitteilen, sich erst Finden, von unendlich vielen Einzelheiten zusammen - Was schon bekannt ist, interessiert nicht, man besitzt es schon - sich erst entdecken, - sich verstehen - überraschen - 
Geschwister - ein &lt;em&gt;geschlechtsloses&lt;/em&gt; Verhältnis - nicht die bewußte, sich zur Innigkeit &lt;em&gt;setzende, lebendige Einheit&lt;/em&gt;, -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zurücknahme seiner in sich<br />
<em>Neue Familie</em> von vorne an stiften &#8211;<br />
Was sich gibt, muß ein Ganzes, fürsichseiendes Individuum &#8211; selbständige Einzelheit &#8211; sein; was schon vereint ist, gibt sich nicht &#8211;<br />
Geschlecht &#8211; natürlicher Unterschied &#8211; Geist vervollständigen Blutsverschiedenheit &#8211;<br />
Vereinigung des Getrenntesten <em>findet</em> sich nicht &#8211; geistige, empfundene Vereinigung &#8211; setzt sich aus dem Mitteilen, sich erst Finden, von unendlich vielen Einzelheiten zusammen &#8211; Was schon bekannt ist, interessiert nicht, man besitzt es schon &#8211; sich erst entdecken, &#8211; sich verstehen &#8211; überraschen &#8211;<br />
Geschwister &#8211; ein <em>geschlechtsloses</em> Verhältnis &#8211; nicht die bewußte, sich zur Innigkeit <em>setzende, lebendige Einheit</em>, &#8211;</p>
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