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	Kommentare zu: 185	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/185/#comment-3252</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 06:56:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 185: Überfluss und Elend

Wenn das Besondere sich ganz frei entfaltet, hat das eine dunkle Seite.

Welche?

Die Wünsche des Menschen kennen keine Grenze. Ein Tier hat einen festen Kreis von Bedürfnissen. Der Mensch dagegen erfindet immer neue. Wer nur seinen Genüssen folgt, zerstört sich am Ende selbst. Und zugleich hängt jeder vom Zufall und von anderen ab. Ob einer bekommt, was er braucht, ist ungewiss.

Darum zeigt die bürgerliche Gesellschaft ein doppeltes Schauspiel. Auf der einen Seite Ausschweifung und Verschwendung. Auf der anderen Seite Elend und Not. Und beides führt zu körperlichem und sittlichem Verderben.

Ein Blick in die Geschichte:

Die alten Staaten der Griechen gingen an diesem Prinzip zugrunde. Sie beruhten auf einer einfachen Sittlichkeit. Als der Einzelne sein eigenes Recht verlangte, hielten sie das nicht aus.

Platon wollte das verhindern. In seinem Staat schloss er das Eigene ganz aus: das Privateigentum, die Familie, die freie Wahl des Berufs. Darin liegt eine große Wahrheit. Aber auch ein Mangel. Denn die Freiheit des Einzelnen hat ein unendliches Recht. Sie kam erst mit dem Christentum und der römischen Welt in die Geschichte.

Die Aufgabe:

Ein Staat muss stark genug sein, das Besondere frei zu lassen. Und er muss es trotzdem mit dem Ganzen versöhnen.

Zusammenfassung: Die freie Besonderheit führt zu Ausschweifung und Elend zugleich. An ihr gingen die alten Staaten zugrunde. Ein moderner Staat muss sie frei lassen und doch mit dem Ganzen versöhnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 185: Überfluss und Elend</p>
<p>Wenn das Besondere sich ganz frei entfaltet, hat das eine dunkle Seite.</p>
<p>Welche?</p>
<p>Die Wünsche des Menschen kennen keine Grenze. Ein Tier hat einen festen Kreis von Bedürfnissen. Der Mensch dagegen erfindet immer neue. Wer nur seinen Genüssen folgt, zerstört sich am Ende selbst. Und zugleich hängt jeder vom Zufall und von anderen ab. Ob einer bekommt, was er braucht, ist ungewiss.</p>
<p>Darum zeigt die bürgerliche Gesellschaft ein doppeltes Schauspiel. Auf der einen Seite Ausschweifung und Verschwendung. Auf der anderen Seite Elend und Not. Und beides führt zu körperlichem und sittlichem Verderben.</p>
<p>Ein Blick in die Geschichte:</p>
<p>Die alten Staaten der Griechen gingen an diesem Prinzip zugrunde. Sie beruhten auf einer einfachen Sittlichkeit. Als der Einzelne sein eigenes Recht verlangte, hielten sie das nicht aus.</p>
<p>Platon wollte das verhindern. In seinem Staat schloss er das Eigene ganz aus: das Privateigentum, die Familie, die freie Wahl des Berufs. Darin liegt eine große Wahrheit. Aber auch ein Mangel. Denn die Freiheit des Einzelnen hat ein unendliches Recht. Sie kam erst mit dem Christentum und der römischen Welt in die Geschichte.</p>
<p>Die Aufgabe:</p>
<p>Ein Staat muss stark genug sein, das Besondere frei zu lassen. Und er muss es trotzdem mit dem Ganzen versöhnen.</p>
<p>Zusammenfassung: Die freie Besonderheit führt zu Ausschweifung und Elend zugleich. An ihr gingen die alten Staaten zugrunde. Ein moderner Staat muss sie frei lassen und doch mit dem Ganzen versöhnen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/185/#comment-2873</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:18:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;gesetzte&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Besonderheit&lt;/a&gt; widerspricht sich selbst — sie zerstört in ihren Genüssen ihren eigenen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz&quot; title=&quot;Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;substantiellen&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; und macht zugleich, in Abhängigkeit von äußerer &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Zufälligkeit&lt;/a&gt;, jede Befriedigung zufällig.&lt;/em&gt;

Der Paragraph zieht die Konsequenz aus dem Recht, das § 184 der Besonderheit eingeräumt hat: lässt man sie ganz für sich gewähren, geht sie &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an sich&lt;/a&gt; selbst zugrunde. Hegel zeigt das doppelt — nach innen zerstört der maßlose Genuss das, was den Genießenden überhaupt trägt, nach außen bleibt der Einzelne von Umständen abhängig, so dass auch die Befriedigung des &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Notwendig heißt bei Hegel nicht: es muss so kommen, sondern: es folgt aus dem Begriff.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;notwendigen&lt;/a&gt; Bedürfnisses dem Zufall anheimfällt. Dieser &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Widerspruch&lt;/a&gt; ist kein moralischer Vorwurf, sondern der Motor der weiteren &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang&quot; title=&quot;Entwicklung heißt nicht Wachstum in der Zeit, sondern das Heraustreten dessen, was der Sache nach schon da war.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Entwicklung&lt;/a&gt;: eine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt;, die sich selbst &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-aufheben&quot; title=&quot;Aufheben hat bei Hegel ausdrücklich zwei Bedeutungen: aufbewahren und beenden. Das Aufgehobene ist weder weg noch unverändert da — es ist zum Moment geworden.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;aufhebt&lt;/a&gt;, treibt über sich hinaus. In der Anmerkung dient dasselbe als geschichtliche Probe — die antiken Staaten zerbrachen daran, dass ihr einfaches Prinzip den Gegensatz nicht aushielt, während wahre Einheit für Hegel gerade die ist, die den Gegensatz zu seiner ganzen Stärke auseinandergehen lässt und ihn dennoch zusammenhält.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">gesetzte</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">Besonderheit</a> widerspricht sich selbst — sie zerstört in ihren Genüssen ihren eigenen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz" title="Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist." rel="ugc">substantiellen</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> und macht zugleich, in Abhängigkeit von äußerer <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu." rel="ugc">Zufälligkeit</a>, jede Befriedigung zufällig.</em></p>
<p>Der Paragraph zieht die Konsequenz aus dem Recht, das § 184 der Besonderheit eingeräumt hat: lässt man sie ganz für sich gewähren, geht sie <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst." rel="ugc">an sich</a> selbst zugrunde. Hegel zeigt das doppelt — nach innen zerstört der maßlose Genuss das, was den Genießenden überhaupt trägt, nach außen bleibt der Einzelne von Umständen abhängig, so dass auch die Befriedigung des <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Notwendig heißt bei Hegel nicht: es muss so kommen, sondern: es folgt aus dem Begriff." rel="ugc">notwendigen</a> Bedürfnisses dem Zufall anheimfällt. Dieser <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt." rel="ugc">Widerspruch</a> ist kein moralischer Vorwurf, sondern der Motor der weiteren <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang" title="Entwicklung heißt nicht Wachstum in der Zeit, sondern das Heraustreten dessen, was der Sache nach schon da war." rel="ugc">Entwicklung</a>: eine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a>, die sich selbst <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-aufheben" title="Aufheben hat bei Hegel ausdrücklich zwei Bedeutungen: aufbewahren und beenden. Das Aufgehobene ist weder weg noch unverändert da — es ist zum Moment geworden." rel="ugc">aufhebt</a>, treibt über sich hinaus. In der Anmerkung dient dasselbe als geschichtliche Probe — die antiken Staaten zerbrachen daran, dass ihr einfaches Prinzip den Gegensatz nicht aushielt, während wahre Einheit für Hegel gerade die ist, die den Gegensatz zu seiner ganzen Stärke auseinandergehen lässt und ihn dennoch zusammenhält.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/185/#comment-1623</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:49:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Besonderheit für sich ist das Ausschweifende und Maßlose, und die Formen dieser Ausschweifung selbst sind maßlos. Der Mensch erweitert durch seine Vorstellungen und Reflexionen seine Begierden, die kein beschlossener Kreis wie der Instinkt des Tieres sind, und führt sie in das schlecht Unendliche. Ebenso ist aber auf der anderen Seite die Entbehrung und Not ein Maßloses, und die Verworrenheit dieses Zustandes kann nur zu seiner Harmonie durch den ihn gewältigenden Staat kommen. Wenn der Platonische Staat die Besonderheit ausschließen wollte, so ist damit nicht zu helfen, denn solche Hilfe würde dem unendlichen Rechte der Idee widersprechen, die Besonderheit frei zu lassen. In der christlichen Religion ist vornehmlich das Recht der Subjektivität aufgegangen, wie die Unendlichkeit des Fürsichseins, und hierbei muß die Ganzheit zugleich die Stärke erhalten, die Besonderheit in Harmonie mit der sittlichen Einheit zu setzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Besonderheit für sich ist das Ausschweifende und Maßlose, und die Formen dieser Ausschweifung selbst sind maßlos. Der Mensch erweitert durch seine Vorstellungen und Reflexionen seine Begierden, die kein beschlossener Kreis wie der Instinkt des Tieres sind, und führt sie in das schlecht Unendliche. Ebenso ist aber auf der anderen Seite die Entbehrung und Not ein Maßloses, und die Verworrenheit dieses Zustandes kann nur zu seiner Harmonie durch den ihn gewältigenden Staat kommen. Wenn der Platonische Staat die Besonderheit ausschließen wollte, so ist damit nicht zu helfen, denn solche Hilfe würde dem unendlichen Rechte der Idee widersprechen, die Besonderheit frei zu lassen. In der christlichen Religion ist vornehmlich das Recht der Subjektivität aufgegangen, wie die Unendlichkeit des Fürsichseins, und hierbei muß die Ganzheit zugleich die Stärke erhalten, die Besonderheit in Harmonie mit der sittlichen Einheit zu setzen.</p>
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