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	Kommentare zu: 204	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/204/#comment-3271</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 06:58:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 204: Der Stand des Gewerbes

Der zweite Stand verarbeitet die Stoffe der Natur. Er lebt von seiner Arbeit, seinem Verstand und vom Austausch mit anderen. Was er hat, verdankt er vor allem sich selbst.

Drei Gruppen:

Der Handwerker arbeitet auf Bestellung, für einzelne Kunden. Ein Schneider näht einen Anzug nach Maß.

Der Fabrikant stellt Waren in großer Menge her, für viele, die er nicht kennt.

Der Kaufmann tauscht Waren. Er arbeitet vor allem mit Geld. Im Geld ist der Wert aller Waren enthalten.

Freiheit und Stadt:

Wer so auf sich selbst gestellt ist, bekommt ein starkes Selbstgefühl. Er verlangt nach Recht und Ordnung. Darum ist der Sinn für Freiheit vor allem in den Städten entstanden.

Der Bauer dagegen empfängt sein Gut von der Natur. Er ist an Abhängigkeit gewöhnt. Er lässt leichter über sich ergehen, was kommt. Der erste Stand neigt darum mehr zur Unterwürfigkeit. Der zweite mehr zur Freiheit.

Zusammenfassung: Der Stand des Gewerbes lebt von eigener Arbeit, Verstand und Austausch. Er teilt sich in Handwerk, Fabrik und Handel. In ihm, in den Städten, ist der Sinn für Freiheit gewachsen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 204: Der Stand des Gewerbes</p>
<p>Der zweite Stand verarbeitet die Stoffe der Natur. Er lebt von seiner Arbeit, seinem Verstand und vom Austausch mit anderen. Was er hat, verdankt er vor allem sich selbst.</p>
<p>Drei Gruppen:</p>
<p>Der Handwerker arbeitet auf Bestellung, für einzelne Kunden. Ein Schneider näht einen Anzug nach Maß.</p>
<p>Der Fabrikant stellt Waren in großer Menge her, für viele, die er nicht kennt.</p>
<p>Der Kaufmann tauscht Waren. Er arbeitet vor allem mit Geld. Im Geld ist der Wert aller Waren enthalten.</p>
<p>Freiheit und Stadt:</p>
<p>Wer so auf sich selbst gestellt ist, bekommt ein starkes Selbstgefühl. Er verlangt nach Recht und Ordnung. Darum ist der Sinn für Freiheit vor allem in den Städten entstanden.</p>
<p>Der Bauer dagegen empfängt sein Gut von der Natur. Er ist an Abhängigkeit gewöhnt. Er lässt leichter über sich ergehen, was kommt. Der erste Stand neigt darum mehr zur Unterwürfigkeit. Der zweite mehr zur Freiheit.</p>
<p>Zusammenfassung: Der Stand des Gewerbes lebt von eigener Arbeit, Verstand und Austausch. Er teilt sich in Handwerk, Fabrik und Handel. In ihm, in den Städten, ist der Sinn für Freiheit gewachsen.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/204/#comment-2892</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:21:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Der Stand des Gewerbes als die Gestalt der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion&quot; title=&quot;Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Reflexion&lt;/a&gt; — er verdankt sein &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-dasein&quot; title=&quot;Dasein ist bestimmtes Sein — Sein, das eine Grenze und damit eine Gestalt in der Welt hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Dasein&lt;/a&gt; der eigenen Formierung des Naturprodukts und der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Vermittlung&lt;/a&gt; mit den Arbeiten anderer und gliedert sich nach steigender &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Abstraktion&lt;/a&gt; in Handwerks-, Fabrikanten- und Handelsstand.&lt;/em&gt;

Die zweite Stelle des Schemas wird durch die Umkehrung der ersten &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit&quot; title=&quot;Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;bestimmt&lt;/a&gt;: was der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz&quot; title=&quot;Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;substantielle&lt;/a&gt; Stand vorfindet, bringt dieser hervor, und was jener der Natur verdankt, verdankt er sich selbst. Reflexion heißt hier ganz handgreiflich, dass nichts &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;unmittelbar&lt;/a&gt; gilt — das Produkt wird auf fremdes Bedürfnis hin gemacht und ist nur über diesen Umweg etwas wert. Die Dreiteilung im Innern folgt derselben Linie der Abstraktion, die schon die Arbeit gegliedert hatte (§ 198): vom Auftrag des Einzelnen über den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;allgemeinen&lt;/a&gt; Bedarf bis zum Geld, in dem der Wert aller Waren von jeder &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderen&lt;/a&gt; Ware abgelöst und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; wirklich ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Stand des Gewerbes als die Gestalt der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion" title="Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann." rel="ugc">Reflexion</a> — er verdankt sein <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-dasein" title="Dasein ist bestimmtes Sein — Sein, das eine Grenze und damit eine Gestalt in der Welt hat." rel="ugc">Dasein</a> der eigenen Formierung des Naturprodukts und der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt." rel="ugc">Vermittlung</a> mit den Arbeiten anderer und gliedert sich nach steigender <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">Abstraktion</a> in Handwerks-, Fabrikanten- und Handelsstand.</em></p>
<p>Die zweite Stelle des Schemas wird durch die Umkehrung der ersten <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit" title="Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen." rel="ugc">bestimmt</a>: was der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz" title="Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist." rel="ugc">substantielle</a> Stand vorfindet, bringt dieser hervor, und was jener der Natur verdankt, verdankt er sich selbst. Reflexion heißt hier ganz handgreiflich, dass nichts <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß." rel="ugc">unmittelbar</a> gilt — das Produkt wird auf fremdes Bedürfnis hin gemacht und ist nur über diesen Umweg etwas wert. Die Dreiteilung im Innern folgt derselben Linie der Abstraktion, die schon die Arbeit gegliedert hatte (§ 198): vom Auftrag des Einzelnen über den <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">allgemeinen</a> Bedarf bis zum Geld, in dem der Wert aller Waren von jeder <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderen</a> Ware abgelöst und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> wirklich ist.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/204/#comment-1634</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:58:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Individuum im Stande des Gewerbes ist an sich gewiesen, und dieses Selbstgefühl hängt mit der Forderung eines rechtlichen Zustandes aufs engste zusammen. Der Sinn für Freiheit und Ordnung ist daher hauptsächlich in den Städten aufgegangen. Der erste Stand hat dagegen wenig selbst zu denken: was er erwirbt, ist Gabe eines Fremden, der Natur; dies Gefühl der Abhängigkeit ist bei ihm ein Erstes, und damit verbindet sich leicht auch dies von Menschen, über sich das ergehen zu lassen was da kommen mag. Der erste Stand ist daher mehr zur Unterwürfigkeit, der zweite mehr zur Freiheit geneigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Individuum im Stande des Gewerbes ist an sich gewiesen, und dieses Selbstgefühl hängt mit der Forderung eines rechtlichen Zustandes aufs engste zusammen. Der Sinn für Freiheit und Ordnung ist daher hauptsächlich in den Städten aufgegangen. Der erste Stand hat dagegen wenig selbst zu denken: was er erwirbt, ist Gabe eines Fremden, der Natur; dies Gefühl der Abhängigkeit ist bei ihm ein Erstes, und damit verbindet sich leicht auch dies von Menschen, über sich das ergehen zu lassen was da kommen mag. Der erste Stand ist daher mehr zur Unterwürfigkeit, der zweite mehr zur Freiheit geneigt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Naturrechtsaufsatz 1803)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/204/#comment-2664</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Naturrechtsaufsatz 1803)]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jan 1803 11:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=604#comment-2664</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 3. Stück, 1803), &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/47/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;S. 469&lt;/a&gt;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es muß auch ein Reflex derselben in ihrem empirischen Bewußtseyn vorhanden seyn, und solcher die sittliche Natur des zweyten Standes, der in der feststehenden Realität, im Besitz und Eigenthum und außer der Tapferkeit ist, constituiren. Dieser Reflex derselben ist es nun, für den die gewöhnliche Bedeutung der Moralität mehr oder weniger passen kann; das &lt;em&gt;formelle&lt;/em&gt; indifferentsetzen der Bestimmtheiten des Verhältnisses, also die Sittlichkeit des &lt;em&gt;bourgeois&lt;/em&gt; oder des Privatmenschen, für welche die Differenz der Verhältnisse fest ist, und welche von ihnen abhängt und in ihnen ist.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 3. Stück, 1803), <a href="https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/47/" rel="ugc">S. 469</a>:</em></p>
<p>Es muß auch ein Reflex derselben in ihrem empirischen Bewußtseyn vorhanden seyn, und solcher die sittliche Natur des zweyten Standes, der in der feststehenden Realität, im Besitz und Eigenthum und außer der Tapferkeit ist, constituiren. Dieser Reflex derselben ist es nun, für den die gewöhnliche Bedeutung der Moralität mehr oder weniger passen kann; das <em>formelle</em> indifferentsetzen der Bestimmtheiten des Verhältnisses, also die Sittlichkeit des <em>bourgeois</em> oder des Privatmenschen, für welche die Differenz der Verhältnisse fest ist, und welche von ihnen abhängt und in ihnen ist.</p>
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