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	Kommentare zu: 207	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/207/#comment-3274</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 06:58:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 207: Etwas sein

Der Mensch wird nur wirklich, wenn er etwas Bestimmtes wird. Er muss sich für einen Beruf, einen Stand entscheiden. Damit beschränkt er sich.

Welche Haltung gehört dazu?

Er ist rechtschaffen und hält die Ehre seines Standes hoch. Er arbeitet fleißig und geschickt. Er macht sich zu einem Glied des Ganzen. So sorgt er für sich, und die anderen erkennen ihn an.

Die Moral hat hier ihren eigenen Platz. Wo jeder für seine Bedürfnisse sorgt und das Glück zufällig verteilt ist, wird auch die einzelne Hilfe zur Pflicht.

Die Angst der Jugend:

Junge Menschen sträuben sich oft dagegen, sich festzulegen. Sie meinen, ein Beruf schränke sie ein. Sie wollen alles sein. Doch wer alles sein will, ist nichts. Um wirklich zu sein, muss man in das Bestimmte treten. Erst dann gewinnt man Wirklichkeit.

Wer „etwas ist“, gehört einem Stand an. Ein Mensch ohne Stand ist bloß Privatmann.

Zusammenfassung: Nur wer sich für einen Beruf entscheidet, wird wirklich etwas. Seine Haltung ist, rechtschaffen zu sein und die Ehre seines Standes zu wahren. Die Scheu, sich festzulegen, verkennt, dass Wirklichkeit Bestimmtheit braucht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 207: Etwas sein</p>
<p>Der Mensch wird nur wirklich, wenn er etwas Bestimmtes wird. Er muss sich für einen Beruf, einen Stand entscheiden. Damit beschränkt er sich.</p>
<p>Welche Haltung gehört dazu?</p>
<p>Er ist rechtschaffen und hält die Ehre seines Standes hoch. Er arbeitet fleißig und geschickt. Er macht sich zu einem Glied des Ganzen. So sorgt er für sich, und die anderen erkennen ihn an.</p>
<p>Die Moral hat hier ihren eigenen Platz. Wo jeder für seine Bedürfnisse sorgt und das Glück zufällig verteilt ist, wird auch die einzelne Hilfe zur Pflicht.</p>
<p>Die Angst der Jugend:</p>
<p>Junge Menschen sträuben sich oft dagegen, sich festzulegen. Sie meinen, ein Beruf schränke sie ein. Sie wollen alles sein. Doch wer alles sein will, ist nichts. Um wirklich zu sein, muss man in das Bestimmte treten. Erst dann gewinnt man Wirklichkeit.</p>
<p>Wer „etwas ist“, gehört einem Stand an. Ein Mensch ohne Stand ist bloß Privatmann.</p>
<p>Zusammenfassung: Nur wer sich für einen Beruf entscheidet, wird wirklich etwas. Seine Haltung ist, rechtschaffen zu sein und die Ehre seines Standes zu wahren. Die Scheu, sich festzulegen, verkennt, dass Wirklichkeit Bestimmtheit braucht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/207/#comment-2895</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:21:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Verwirklichung nur durch Beschränkung — das Individuum gibt sich &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Wirklichkeit&lt;/a&gt; erst, indem es in die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit&quot; title=&quot;Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;bestimmte&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Besonderheit&lt;/a&gt; tritt und sich ausschließend einer besonderen Sphäre zuordnet (§ 7).&lt;/em&gt;

Der Paragraph zieht die sittliche Konsequenz aus § 206 und stützt sich dabei ausdrücklich auf den logischen Grundsatz von § 7: bestimmt sein heißt nicht, an Freiheit zu verlieren, sondern überhaupt erst dazusein. Wer alles bleiben will, ist nichts — der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; kommt nur zur Realität, indem er in den Unterschied und damit in die Besonderheit tritt. Rechtschaffenheit und Standesehre sind daher keine bloßen Tugenden, sondern die Gesinnung, die dieser Struktur entspricht: aus eigenem Entschluss Glied eines Moments zu werden und nur über diese &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Vermittlung&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; zu sorgen. Die Anmerkung erklärt den Widerstand gegen den Standesentschluß aus &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;abstraktem&lt;/a&gt; Denken, das beim &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinen&lt;/a&gt; stehenbleibt und eben deshalb beim Unwirklichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Verwirklichung nur durch Beschränkung — das Individuum gibt sich <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat." rel="ugc">Wirklichkeit</a> erst, indem es in die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit" title="Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen." rel="ugc">bestimmte</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">Besonderheit</a> tritt und sich ausschließend einer besonderen Sphäre zuordnet (§ 7).</em></p>
<p>Der Paragraph zieht die sittliche Konsequenz aus § 206 und stützt sich dabei ausdrücklich auf den logischen Grundsatz von § 7: bestimmt sein heißt nicht, an Freiheit zu verlieren, sondern überhaupt erst dazusein. Wer alles bleiben will, ist nichts — der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> kommt nur zur Realität, indem er in den Unterschied und damit in die Besonderheit tritt. Rechtschaffenheit und Standesehre sind daher keine bloßen Tugenden, sondern die Gesinnung, die dieser Struktur entspricht: aus eigenem Entschluss Glied eines Moments zu werden und nur über diese <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt." rel="ugc">Vermittlung</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> zu sorgen. Die Anmerkung erklärt den Widerstand gegen den Standesentschluß aus <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">abstraktem</a> Denken, das beim <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinen</a> stehenbleibt und eben deshalb beim Unwirklichen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: G.W.F. Hegel		</title>
		<link>https://grundlinien.de/207/#comment-1513</link>

		<dc:creator><![CDATA[G.W.F. Hegel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Nov 2023 10:09:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 44 Rechts-, Pflichten- und Religionslehre für die Unterklasse

Was den bestimmten Beruf betrifft, der als ein Schicksal erscheint, so ist überhaupt die Form einer äußerlichen Notwendigkeit daran aufzuheben. Es ist mit Freiheit zu ergreifen und mit solcher auszuhalten und auszuführen.

Erläuterung. Der Mensch, in Rücksicht auf die äußerlichen Umstände des Schicksals und alles, was er überhaupt unmittelbar ist, muß sich so verhalten, daß er dasselbe zu dem seinigen macht, daß er ihm die Form eines äußerlichen Daseins benimmt. Es kommt nicht darauf an, in welchem äußerlichen Zustande der Mensch sich durch das Schicksal befindet, wenn er das, was er ist, recht ist, d. h. wenn er alle Seiten seines Berufs ausfüllt. Der Beruf zu einem Stande ist eine vielseitige Substanz. Er ist gleichsam ein Stoff oder Material, das er nach allen Richtungen hin durcharbeiten muß, damit dasselbe nichts Fremdes, Sprödes und Widerstrebendes in sich hat. Insofern ich es vollkommen zu dem Meinigen für mich gemacht habe, bin ich frei darin. Der Mensch ist vorzüglich dadurch unzufrieden, wenn er seinen Beruf nicht ausfüllt. Er gibt sich ein Verhältnis, das er nicht wahrhaft als das seinige hat. Zugleich gehört er diesem Stande an. Er kann sich nicht von ihm losmachen. Er lebt und handelt also in einem widerwärtigen Verhältnis mit sich selbst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 44 Rechts-, Pflichten- und Religionslehre für die Unterklasse</p>
<p>Was den bestimmten Beruf betrifft, der als ein Schicksal erscheint, so ist überhaupt die Form einer äußerlichen Notwendigkeit daran aufzuheben. Es ist mit Freiheit zu ergreifen und mit solcher auszuhalten und auszuführen.</p>
<p>Erläuterung. Der Mensch, in Rücksicht auf die äußerlichen Umstände des Schicksals und alles, was er überhaupt unmittelbar ist, muß sich so verhalten, daß er dasselbe zu dem seinigen macht, daß er ihm die Form eines äußerlichen Daseins benimmt. Es kommt nicht darauf an, in welchem äußerlichen Zustande der Mensch sich durch das Schicksal befindet, wenn er das, was er ist, recht ist, d. h. wenn er alle Seiten seines Berufs ausfüllt. Der Beruf zu einem Stande ist eine vielseitige Substanz. Er ist gleichsam ein Stoff oder Material, das er nach allen Richtungen hin durcharbeiten muß, damit dasselbe nichts Fremdes, Sprödes und Widerstrebendes in sich hat. Insofern ich es vollkommen zu dem Meinigen für mich gemacht habe, bin ich frei darin. Der Mensch ist vorzüglich dadurch unzufrieden, wenn er seinen Beruf nicht ausfüllt. Er gibt sich ein Verhältnis, das er nicht wahrhaft als das seinige hat. Zugleich gehört er diesem Stande an. Er kann sich nicht von ihm losmachen. Er lebt und handelt also in einem widerwärtigen Verhältnis mit sich selbst.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/207/#comment-1635</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:58:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=598#comment-1635</guid>

					<description><![CDATA[Darunter, daß der Mensch &lt;em&gt;etwas&lt;/em&gt; sein müsse, verstehen wir, daß er einem bestimmten Stande angehöre; denn dies etwas will sagen, daß er alsdann etwas Substantielles ist. Ein Mensch ohne Stand ist eine bloße Privatperson und steht nicht in wirklicher Allgemeinheit. Von der anderen Seite kann sich der Einzelne in seiner Besonderheit für das Allgemeine halten und vermeinen, daß, wenn er in einen Stand ginge, er sich einem Niedrigeren hingebe. Dies ist die falsche Vorstellung, daß, wenn etwas ein Dasein, das ihm nötig ist, gewinnt, es sich dadurch beschränke und aufgebe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Darunter, daß der Mensch <em>etwas</em> sein müsse, verstehen wir, daß er einem bestimmten Stande angehöre; denn dies etwas will sagen, daß er alsdann etwas Substantielles ist. Ein Mensch ohne Stand ist eine bloße Privatperson und steht nicht in wirklicher Allgemeinheit. Von der anderen Seite kann sich der Einzelne in seiner Besonderheit für das Allgemeine halten und vermeinen, daß, wenn er in einen Stand ginge, er sich einem Niedrigeren hingebe. Dies ist die falsche Vorstellung, daß, wenn etwas ein Dasein, das ihm nötig ist, gewinnt, es sich dadurch beschränke und aufgebe.</p>
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