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	Kommentare zu: 216	</title>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/216/#comment-2904</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:24:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die Antinomie zwischen dem geschlossenen Ganzen des Gesetzbuchs und der endlosen Fortbestimmung, die der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unendlich&quot; title=&quot;Endlich ist, was seine Grenze an einem anderen hat. Die schlechte Unendlichkeit ist demgegenüber die bloße Fortsetzung ohne Ende.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;endliche&lt;/a&gt; Stoff verlangt, fällt nicht in die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;allgemeinen&lt;/a&gt; Grundsätze, sondern in deren Spezialisierung.&lt;/em&gt;

Zwei Forderungen widersprechen sich: das Gesetzbuch soll fertig und übersehbar sein, und es soll für jeden neuen Fall eine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung heißt beides zugleich: die Grenze, die etwas zu diesem macht, und das, wozu es da ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; haben. Hegel löst den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Widerspruch&lt;/a&gt; nicht dadurch auf, dass er eine der beiden Seiten fallen lässt, sondern indem er zeigt, auf welcher Ebene er überhaupt entsteht: der endliche Stoff geht ins Unendliche weiter, deshalb gerät jede Anwendung in einen Fortgang ohne Ende, während die Grundsätze selbst davon unberührt fest bestehen bleiben. Dahinter steht die Unterscheidung zweier Arten von Allgemeinheit — das Verstandes-Allgemeine ist die Regel, die immer neue Fälle unter sich bringen muss und daher nie fertig wird, das Vernunft-Allgemeine ist der Grundsatz, der als solcher abgeschlossen ausgesprochen werden kann. Wer vom Gesetzbuch absolute Vollständigkeit fordert und es deshalb gar nicht erst zustande kommen lässt, verwechselt beides und verlangt von einem endlichen Gegenstand eine Vollkommenheit, die bei ihm nur als dauernde Annäherung möglich ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Antinomie zwischen dem geschlossenen Ganzen des Gesetzbuchs und der endlosen Fortbestimmung, die der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unendlich" title="Endlich ist, was seine Grenze an einem anderen hat. Die schlechte Unendlichkeit ist demgegenüber die bloße Fortsetzung ohne Ende." rel="ugc">endliche</a> Stoff verlangt, fällt nicht in die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">allgemeinen</a> Grundsätze, sondern in deren Spezialisierung.</em></p>
<p>Zwei Forderungen widersprechen sich: das Gesetzbuch soll fertig und übersehbar sein, und es soll für jeden neuen Fall eine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung heißt beides zugleich: die Grenze, die etwas zu diesem macht, und das, wozu es da ist." rel="ugc">Bestimmung</a> haben. Hegel löst den <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt." rel="ugc">Widerspruch</a> nicht dadurch auf, dass er eine der beiden Seiten fallen lässt, sondern indem er zeigt, auf welcher Ebene er überhaupt entsteht: der endliche Stoff geht ins Unendliche weiter, deshalb gerät jede Anwendung in einen Fortgang ohne Ende, während die Grundsätze selbst davon unberührt fest bestehen bleiben. Dahinter steht die Unterscheidung zweier Arten von Allgemeinheit — das Verstandes-Allgemeine ist die Regel, die immer neue Fälle unter sich bringen muss und daher nie fertig wird, das Vernunft-Allgemeine ist der Grundsatz, der als solcher abgeschlossen ausgesprochen werden kann. Wer vom Gesetzbuch absolute Vollständigkeit fordert und es deshalb gar nicht erst zustande kommen lässt, verwechselt beides und verlangt von einem endlichen Gegenstand eine Vollkommenheit, die bei ihm nur als dauernde Annäherung möglich ist.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/216/#comment-1641</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:01:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vollständigkeit heißt die vollendete Sammlung alles Einzelnen, was in eine Sphäre gehört, und in diesem Sinne kann keine Wissenschaft und Kenntnis vollständig sein. Wenn man nun sagt, die Philosophie oder irgendeine Wissenschaft sei unvollständig, so liegt die Ansicht nahe, daß man warten müsse, bis sie sich ergänzt habe, denn das beste könne noch fehlen. Aber auf diese Weise wird nichts vorwärts gebracht, weder die geschlossen scheinende Geometrie, in der dennoch neue Bestimmungen hervortreten, noch die Philosophie, die es freilich mit der allgemeinen Idee zu tun hat, aber dennoch immer weiter spezialisiert werden kann. Das allgemeine Gesetz waren sonst immer die zehn Gebote; darum nun, weil ein Gesetzbuch nicht vollständig sein kann, das Gesetz &quot;Du sollst nicht töten&quot; nicht aufstellen, erhellt sogleich als eine Absurdität. Jedes Gesetzbuch könnte noch besser sein, die müßige Reflexion darf dies behaupten, denn das Herrlichste, Höchste, Schönste kann noch herrlicher, höher und schöner gedacht werden. Aber ein großer alter Baum verzweigt sich mehr und mehr, ohne deshalb ein neuer Baum zu werden, töricht wäre es jedoch, keinen Baum der neuen Zweige wegen, die kommen könnten, pflanzen zu wollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vollständigkeit heißt die vollendete Sammlung alles Einzelnen, was in eine Sphäre gehört, und in diesem Sinne kann keine Wissenschaft und Kenntnis vollständig sein. Wenn man nun sagt, die Philosophie oder irgendeine Wissenschaft sei unvollständig, so liegt die Ansicht nahe, daß man warten müsse, bis sie sich ergänzt habe, denn das beste könne noch fehlen. Aber auf diese Weise wird nichts vorwärts gebracht, weder die geschlossen scheinende Geometrie, in der dennoch neue Bestimmungen hervortreten, noch die Philosophie, die es freilich mit der allgemeinen Idee zu tun hat, aber dennoch immer weiter spezialisiert werden kann. Das allgemeine Gesetz waren sonst immer die zehn Gebote; darum nun, weil ein Gesetzbuch nicht vollständig sein kann, das Gesetz &#8222;Du sollst nicht töten&#8220; nicht aufstellen, erhellt sogleich als eine Absurdität. Jedes Gesetzbuch könnte noch besser sein, die müßige Reflexion darf dies behaupten, denn das Herrlichste, Höchste, Schönste kann noch herrlicher, höher und schöner gedacht werden. Aber ein großer alter Baum verzweigt sich mehr und mehr, ohne deshalb ein neuer Baum zu werden, töricht wäre es jedoch, keinen Baum der neuen Zweige wegen, die kommen könnten, pflanzen zu wollen.</p>
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