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	Kommentare zu: 226	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/226/#comment-3284</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 07:09:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 226: Die Aufgabe des Juristen

Was ist die eigentliche Arbeit des gelehrten Richters?

Er leitet das ganze Verfahren. Er achtet auf die Schritte der Parteien, denn jeder Schritt ist ein Recht. Und er beantwortet die zweite Frage: Welches Gesetz passt auf den Fall?

Was braucht er dafür?

Der Fall muss vorbereitet sein. Zuerst liegt nur ein Durcheinander von Ereignissen vor. Daraus muss eine anerkannte Tatsache werden. Und diese Tatsache muss eine allgemeine Einordnung bekommen. Erst dann kann der Richter sie unter das Gesetz stellen.

Ein Bild:

Ein Arzt kann erst behandeln, wenn der Befund feststeht. So kann der Richter erst urteilen, wenn der Fall geklärt ist. Er spricht dann als Stimme des Gesetzes.

Zusammenfassung: Der gelehrte Richter leitet das Verfahren und wendet das Gesetz an. Dafür muss der Fall zuvor als Tatsache feststehen und eingeordnet sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 226: Die Aufgabe des Juristen</p>
<p>Was ist die eigentliche Arbeit des gelehrten Richters?</p>
<p>Er leitet das ganze Verfahren. Er achtet auf die Schritte der Parteien, denn jeder Schritt ist ein Recht. Und er beantwortet die zweite Frage: Welches Gesetz passt auf den Fall?</p>
<p>Was braucht er dafür?</p>
<p>Der Fall muss vorbereitet sein. Zuerst liegt nur ein Durcheinander von Ereignissen vor. Daraus muss eine anerkannte Tatsache werden. Und diese Tatsache muss eine allgemeine Einordnung bekommen. Erst dann kann der Richter sie unter das Gesetz stellen.</p>
<p>Ein Bild:</p>
<p>Ein Arzt kann erst behandeln, wenn der Befund feststeht. So kann der Richter erst urteilen, wenn der Fall geklärt ist. Er spricht dann als Stimme des Gesetzes.</p>
<p>Zusammenfassung: Der gelehrte Richter leitet das Verfahren und wendet das Gesetz an. Dafür muss der Fall zuvor als Tatsache feststehen und eingeordnet sein.</p>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/226/#comment-2914</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:24:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Der Fall muss aus seiner erscheinenden empirischen Beschaffenheit zur anerkannten Tatsache und zur &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;allgemeinen&lt;/a&gt; Qualifikation erhoben sein, ehe subsumiert werden kann; diese Erhebung zu leiten und die Subsumtion zu vollziehen ist Sache des Richters als Organ des Gesetzes.&lt;/em&gt;

Zwischen dem Vorgang, wie er sich zugetragen hat, und dem Gesetz liegt ein Schritt, der leicht übersehen wird: der Fall, wie er zunächst vorliegt, ist bloße &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Erscheinung&lt;/a&gt; — eine Menge von Umständen, Aussagen, Wahrnehmungen. Subsumierbar ist er erst, wenn aus dieser Erscheinung eine anerkannte Tatsache und eine allgemeine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; geworden ist, wenn also feststeht, dass ein Vertrag geschlossen wurde, oder, mit Hegels eigenem Beispiel (§ 225 Anm.), ob ein Mord oder eine Tötung vorliegt. Der Richter ist dabei nicht der Beurteiler nach eigener Ansicht, sondern Organ des Gesetzes: seine Aufgabe ist, das Verfahren so zu führen, dass der Fall in diesen Zustand gebracht wird, und dann die Unterordnung unter das Gesetz zu vollziehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Fall muss aus seiner erscheinenden empirischen Beschaffenheit zur anerkannten Tatsache und zur <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">allgemeinen</a> Qualifikation erhoben sein, ehe subsumiert werden kann; diese Erhebung zu leiten und die Subsumtion zu vollziehen ist Sache des Richters als Organ des Gesetzes.</em></p>
<p>Zwischen dem Vorgang, wie er sich zugetragen hat, und dem Gesetz liegt ein Schritt, der leicht übersehen wird: der Fall, wie er zunächst vorliegt, ist bloße <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit." rel="ugc">Erscheinung</a> — eine Menge von Umständen, Aussagen, Wahrnehmungen. Subsumierbar ist er erst, wenn aus dieser Erscheinung eine anerkannte Tatsache und eine allgemeine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a> geworden ist, wenn also feststeht, dass ein Vertrag geschlossen wurde, oder, mit Hegels eigenem Beispiel (§ 225 Anm.), ob ein Mord oder eine Tötung vorliegt. Der Richter ist dabei nicht der Beurteiler nach eigener Ansicht, sondern Organ des Gesetzes: seine Aufgabe ist, das Verfahren so zu führen, dass der Fall in diesen Zustand gebracht wird, und dann die Unterordnung unter das Gesetz zu vollziehen.</p>
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