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	Kommentare zu: 244	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/244/#comment-3311</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 07:23:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 244: Der Pöbel

Jede Gesellschaft hat ein Maß dafür, was man zum Leben mindestens braucht. Was geschieht, wenn eine große Masse darunter sinkt?

Die Menschen verlieren das Gefühl für Recht und Ehre. Die Ehre, von der eigenen Arbeit zu leben. So entsteht der Pöbel. Und zugleich wird es leichter, riesige Reichtümer in wenigen Händen zu sammeln.

Was macht den Pöbel aus?

Nicht die Armut allein. Erst eine Gesinnung macht aus Armen Pöbel. Die innere Empörung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, gegen die Regierung. Dazu kommt: Wer vom Zufall lebt, wird leichtsinnig und scheut die Arbeit. So waren die Tagediebe in Neapel.

Das Böse im Pöbel:

Er hat nicht die Ehre, von eigener Arbeit zu leben. Und doch verlangt er sein Auskommen als sein Recht.

Doch auch das gilt: Gegen die Natur kann niemand ein Recht einklagen. In der Gesellschaft aber erscheint jeder Mangel sofort als Unrecht, das man einer Klasse antut. Wie man der Armut abhilft, ist eine Frage, die die moderne Gesellschaft quält.

Zusammenfassung: Sinkt eine Masse unter das nötige Maß, verliert sie Recht und Ehre. So entsteht der Pöbel. Zugleich sammelt sich der Reichtum bei wenigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 244: Der Pöbel</p>
<p>Jede Gesellschaft hat ein Maß dafür, was man zum Leben mindestens braucht. Was geschieht, wenn eine große Masse darunter sinkt?</p>
<p>Die Menschen verlieren das Gefühl für Recht und Ehre. Die Ehre, von der eigenen Arbeit zu leben. So entsteht der Pöbel. Und zugleich wird es leichter, riesige Reichtümer in wenigen Händen zu sammeln.</p>
<p>Was macht den Pöbel aus?</p>
<p>Nicht die Armut allein. Erst eine Gesinnung macht aus Armen Pöbel. Die innere Empörung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, gegen die Regierung. Dazu kommt: Wer vom Zufall lebt, wird leichtsinnig und scheut die Arbeit. So waren die Tagediebe in Neapel.</p>
<p>Das Böse im Pöbel:</p>
<p>Er hat nicht die Ehre, von eigener Arbeit zu leben. Und doch verlangt er sein Auskommen als sein Recht.</p>
<p>Doch auch das gilt: Gegen die Natur kann niemand ein Recht einklagen. In der Gesellschaft aber erscheint jeder Mangel sofort als Unrecht, das man einer Klasse antut. Wie man der Armut abhilft, ist eine Frage, die die moderne Gesellschaft quält.</p>
<p>Zusammenfassung: Sinkt eine Masse unter das nötige Maß, verliert sie Recht und Ehre. So entsteht der Pöbel. Zugleich sammelt sich der Reichtum bei wenigen.</p>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/244/#comment-2932</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:25:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=18#comment-2932</guid>

					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Das Herabsinken unter das von der Gesellschaft selbst regulierte Maß der Subsistenz bringt den Verlust des Rechtsgefühls und der Ehre und damit die Erzeugung des Pöbels hervor, die zugleich die Konzentration der Reichtümer erleichtert.&lt;/em&gt;

Hegel gebraucht hier nur den einen Operator Maß, und alles hängt an ihm: Die Gesellschaft reguliert selbst, was als &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Notwendig heißt bei Hegel nicht: es muss so kommen, sondern: es folgt aus dem Begriff.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;notwendige&lt;/a&gt; Lebensweise ihrer Mitglieder gilt; wer unter dieses Maß fällt, verliert nicht nur Mittel, sondern das Gefühl des Rechts und die Ehre, durch eigene Arbeit zu bestehen — und erst damit entsteht Pöbel, der bei Hegel keine Einkommensgrenze, sondern eine Haltung bezeichnet. In den Begriffen der Logik gesprochen — der Paragraph selbst sagt es nicht — ist das der Umschlag einer bloßen Größenbestimmung in eine Qualität. Zugleich zeigt der Paragraph, dass dieselbe Bewegung am anderen Ende die Zusammenballung unverhältnismäßiger Reichtümer in wenige Hände mit sich führt: Verarmung und Konzentration sind nicht zwei Übel, sondern eines in zwei Gestalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Herabsinken unter das von der Gesellschaft selbst regulierte Maß der Subsistenz bringt den Verlust des Rechtsgefühls und der Ehre und damit die Erzeugung des Pöbels hervor, die zugleich die Konzentration der Reichtümer erleichtert.</em></p>
<p>Hegel gebraucht hier nur den einen Operator Maß, und alles hängt an ihm: Die Gesellschaft reguliert selbst, was als <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Notwendig heißt bei Hegel nicht: es muss so kommen, sondern: es folgt aus dem Begriff." rel="ugc">notwendige</a> Lebensweise ihrer Mitglieder gilt; wer unter dieses Maß fällt, verliert nicht nur Mittel, sondern das Gefühl des Rechts und die Ehre, durch eigene Arbeit zu bestehen — und erst damit entsteht Pöbel, der bei Hegel keine Einkommensgrenze, sondern eine Haltung bezeichnet. In den Begriffen der Logik gesprochen — der Paragraph selbst sagt es nicht — ist das der Umschlag einer bloßen Größenbestimmung in eine Qualität. Zugleich zeigt der Paragraph, dass dieselbe Bewegung am anderen Ende die Zusammenballung unverhältnismäßiger Reichtümer in wenige Hände mit sich führt: Verarmung und Konzentration sind nicht zwei Übel, sondern eines in zwei Gestalten.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/244/#comment-1654</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:06:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=18#comment-1654</guid>

					<description><![CDATA[Die niedrigste Weise der Subsistenz, die des Pöbels, macht sich von selbst: dies Minimum ist jedoch bei verschiedenen Völkern sehr verschieden. In England glaubt auch der Ärmste sein Recht zu haben; dies ist etwas anderes, als womit in anderen Ländern die Armen zufrieden sind. Die Armut an sich macht keinen zum Pöbel: dieser wird erst bestimmt durch die mit der Armut sich verknüpfende Gesinnung, durch die innere Empörung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, die Regierung usw. Ferner ist damit verbunden, daß der Mensch, der auf die Zufälligkeit angewiesen ist, leichtsinnig und arbeitsscheu wird, wie z. B. die Lazzaronis in Neapel. Somit entsteht im Pöbel das Böse, daß er die Ehre nicht hat, seine Subsistenz durch seine Arbeit zu finden, und doch seine Subsistenz zu finden als sein Recht anspricht. Gegen die Natur kann kein Mensch ein Recht behaupten, aber im Zustande der Gesellschaft gewinnt der Mangel sogleich die Form eines Unrechts, was dieser oder jener Klasse angetan wird. Die wichtige Frage, wie der Armut abzuhelfen sei, ist eine vorzüglich die modernen Gesellschaften bewegende und quälende.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die niedrigste Weise der Subsistenz, die des Pöbels, macht sich von selbst: dies Minimum ist jedoch bei verschiedenen Völkern sehr verschieden. In England glaubt auch der Ärmste sein Recht zu haben; dies ist etwas anderes, als womit in anderen Ländern die Armen zufrieden sind. Die Armut an sich macht keinen zum Pöbel: dieser wird erst bestimmt durch die mit der Armut sich verknüpfende Gesinnung, durch die innere Empörung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, die Regierung usw. Ferner ist damit verbunden, daß der Mensch, der auf die Zufälligkeit angewiesen ist, leichtsinnig und arbeitsscheu wird, wie z. B. die Lazzaronis in Neapel. Somit entsteht im Pöbel das Böse, daß er die Ehre nicht hat, seine Subsistenz durch seine Arbeit zu finden, und doch seine Subsistenz zu finden als sein Recht anspricht. Gegen die Natur kann kein Mensch ein Recht behaupten, aber im Zustande der Gesellschaft gewinnt der Mangel sogleich die Form eines Unrechts, was dieser oder jener Klasse angetan wird. Die wichtige Frage, wie der Armut abzuhelfen sei, ist eine vorzüglich die modernen Gesellschaften bewegende und quälende.</p>
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