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	Kommentare zu: 255	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/255/#comment-3322</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 07:24:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 255: Die zweite Wurzel des Staates

Der Staat hat zwei sittliche Wurzeln. Die erste ist die Familie. Die zweite ist die Korporation.

Was verbinden sie?

In der Familie sind das Besondere und das Allgemeine von vornherein eins. In der bürgerlichen Gesellschaft sind sie getrennt. Auf der einen Seite stehen Bedürfnis und Genuss des Einzelnen. Auf der anderen Seite steht das abstrakte Recht. In der Korporation finden beide wieder zusammen, und zwar von innen. Das besondere Wohl ist hier als Recht anerkannt und verwirklicht.

Zwei Angelpunkte:

Die Heiligkeit der Ehe und die Ehre in der Korporation. Um diese beiden dreht sich alles. Fallen sie, zerfällt die bürgerliche Gesellschaft.

Warum hat man die Korporationen abgeschafft?

Jeder sollte für sich selbst sorgen. Doch das bleibt auch in der Korporation so. Und der Mensch braucht mehr als seinen privaten Zweck. Er braucht eine Tätigkeit für das Allgemeine. Im modernen Staat hat er an den großen Geschäften nur wenig Anteil. In der Korporation findet er dieses Allgemeine.

Eine Grenze:

Der Staat muss die Korporation beaufsichtigen. Sonst verknöchert sie und sinkt zu einem elenden Zunftwesen herab.

Zusammenfassung: Neben der Familie ist die Korporation die zweite sittliche Wurzel des Staates. In ihr finden das eigene Wohl und das Allgemeine wieder zusammen. Ehe und Standesehre halten die Gesellschaft zusammen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 255: Die zweite Wurzel des Staates</p>
<p>Der Staat hat zwei sittliche Wurzeln. Die erste ist die Familie. Die zweite ist die Korporation.</p>
<p>Was verbinden sie?</p>
<p>In der Familie sind das Besondere und das Allgemeine von vornherein eins. In der bürgerlichen Gesellschaft sind sie getrennt. Auf der einen Seite stehen Bedürfnis und Genuss des Einzelnen. Auf der anderen Seite steht das abstrakte Recht. In der Korporation finden beide wieder zusammen, und zwar von innen. Das besondere Wohl ist hier als Recht anerkannt und verwirklicht.</p>
<p>Zwei Angelpunkte:</p>
<p>Die Heiligkeit der Ehe und die Ehre in der Korporation. Um diese beiden dreht sich alles. Fallen sie, zerfällt die bürgerliche Gesellschaft.</p>
<p>Warum hat man die Korporationen abgeschafft?</p>
<p>Jeder sollte für sich selbst sorgen. Doch das bleibt auch in der Korporation so. Und der Mensch braucht mehr als seinen privaten Zweck. Er braucht eine Tätigkeit für das Allgemeine. Im modernen Staat hat er an den großen Geschäften nur wenig Anteil. In der Korporation findet er dieses Allgemeine.</p>
<p>Eine Grenze:</p>
<p>Der Staat muss die Korporation beaufsichtigen. Sonst verknöchert sie und sinkt zu einem elenden Zunftwesen herab.</p>
<p>Zusammenfassung: Neben der Familie ist die Korporation die zweite sittliche Wurzel des Staates. In ihr finden das eigene Wohl und das Allgemeine wieder zusammen. Ehe und Standesehre halten die Gesellschaft zusammen.</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/255/#comment-2943</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:27:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Familie und Korporation sind die beiden sittlichen Wurzeln des Staats: jene enthält &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Besonderheit&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinheit&lt;/a&gt; in &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz&quot; title=&quot;Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;substantieller&lt;/a&gt; Einheit, diese vereinigt die in der bürgerlichen Gesellschaft entzweiten &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-moment&quot; title=&quot;Ein Moment ist kein Zeitpunkt und kein Teil, sondern eine unterscheidbare Seite eines Ganzen, die für sich allein nicht bestehen kann und im Ganzen aufbewahrt bleibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Momente&lt;/a&gt; auf innerliche Weise.&lt;/em&gt;

Hier wird die Dreiheit der Sittlichkeit als Bewegung ausgesprochen: &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;unmittelbare&lt;/a&gt; Einheit, Entzweiung, wiederhergestellte Einheit. In der Familie sind das besondere Wohl und das Allgemeine noch gar nicht auseinandergetreten, weil sie in einer Substanz zusammenfallen und niemand sein Interesse &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; hat. Die bürgerliche Gesellschaft treibt sie auseinander — die Besonderheit wird „in sich &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion&quot; title=&quot;Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;reflektiert&lt;/a&gt;“, das heißt, der Einzelne bezieht Bedürfnis und Genuss nur noch auf sich, während das Allgemeine als bloß rechtliche, &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;abstrakte&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; daneben stehen bleibt. Die Korporation bringt beides wieder zusammen, aber nicht als Rückfall in die Familie: In ihr ist das besondere Wohl nicht mehr Sache des Glücks, sondern Recht und darin verwirklicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Familie und Korporation sind die beiden sittlichen Wurzeln des Staats: jene enthält <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">Besonderheit</a> und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinheit</a> in <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz" title="Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist." rel="ugc">substantieller</a> Einheit, diese vereinigt die in der bürgerlichen Gesellschaft entzweiten <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-moment" title="Ein Moment ist kein Zeitpunkt und kein Teil, sondern eine unterscheidbare Seite eines Ganzen, die für sich allein nicht bestehen kann und im Ganzen aufbewahrt bleibt." rel="ugc">Momente</a> auf innerliche Weise.</em></p>
<p>Hier wird die Dreiheit der Sittlichkeit als Bewegung ausgesprochen: <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß." rel="ugc">unmittelbare</a> Einheit, Entzweiung, wiederhergestellte Einheit. In der Familie sind das besondere Wohl und das Allgemeine noch gar nicht auseinandergetreten, weil sie in einer Substanz zusammenfallen und niemand sein Interesse <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> hat. Die bürgerliche Gesellschaft treibt sie auseinander — die Besonderheit wird „in sich <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-reflexion" title="Reflexion ist Zurückwendung auf sich, nicht Nachdenken. In sich reflektiert ist etwas, das seine Grenze als eigene hat und sie deshalb zurücknehmen kann." rel="ugc">reflektiert</a>“, das heißt, der Einzelne bezieht Bedürfnis und Genuss nur noch auf sich, während das Allgemeine als bloß rechtliche, <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">abstrakte</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> daneben stehen bleibt. Die Korporation bringt beides wieder zusammen, aber nicht als Rückfall in die Familie: In ihr ist das besondere Wohl nicht mehr Sache des Glücks, sondern Recht und darin verwirklicht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/255/#comment-1655</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:07:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn man in neueren Zeiten die Korporationen aufgehoben hat, so hat dies den Sinn, daß der Einzelne für sich sorgen solle. Kann man dieses aber auch zugeben, so wird durch die Korporation die Verpflichtung des Einzelnen, seinen Erwerb zu schaffen, nicht verändert. In unseren modernen Staaten haben die Bürger nur beschränkten Anteil an den allgemeinen Geschäften des Staates; es ist aber notwendig, dem sittlichen Menschen außer seinem Privatzwecke eine allgemeine Tätigkeit zu gewähren. Dieses Allgemeine, das ihm der moderne Staat nicht immer reicht, findet er in der Korporation. Wir sahen früher, daß das Individuum, für sich in der bürgerlichen Gesellschaft sorgend, auch für andere handelt. Aber diese bewußtlose Notwendigkeit ist nicht genug: zu einer gewußten und denkenden Sittlichkeit wird sie erst in der Korporation. Freilich muß über dieser die höhere Aufsicht des Staates sein, weil sie sonst verknöchern, sich in sich verhausen und zu einem elenden Zunftwesen herabsinken würde. Aber an und für sich ist die Korporation keine geschlossene Zunft: sie ist vielmehr die Versittlichung des einzelnstehenden Gewerbes und sein Hinaufnehmen in einen Kreis, in dem es Stärke und Ehre gewinnt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man in neueren Zeiten die Korporationen aufgehoben hat, so hat dies den Sinn, daß der Einzelne für sich sorgen solle. Kann man dieses aber auch zugeben, so wird durch die Korporation die Verpflichtung des Einzelnen, seinen Erwerb zu schaffen, nicht verändert. In unseren modernen Staaten haben die Bürger nur beschränkten Anteil an den allgemeinen Geschäften des Staates; es ist aber notwendig, dem sittlichen Menschen außer seinem Privatzwecke eine allgemeine Tätigkeit zu gewähren. Dieses Allgemeine, das ihm der moderne Staat nicht immer reicht, findet er in der Korporation. Wir sahen früher, daß das Individuum, für sich in der bürgerlichen Gesellschaft sorgend, auch für andere handelt. Aber diese bewußtlose Notwendigkeit ist nicht genug: zu einer gewußten und denkenden Sittlichkeit wird sie erst in der Korporation. Freilich muß über dieser die höhere Aufsicht des Staates sein, weil sie sonst verknöchern, sich in sich verhausen und zu einem elenden Zunftwesen herabsinken würde. Aber an und für sich ist die Korporation keine geschlossene Zunft: sie ist vielmehr die Versittlichung des einzelnstehenden Gewerbes und sein Hinaufnehmen in einen Kreis, in dem es Stärke und Ehre gewinnt.</p>
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