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	Kommentare zu: 278	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/278/#comment-3345</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:20:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 278: Souveränität

Die Gewalten des Staates sind nicht selbstständig. Sie gehören auch keinem Einzelnen. Ihre letzte Wurzel ist die Einheit des Staates. Das nennt man Souveränität.

Ein Blick ins Mittelalter:

In der Monarchie des Lehnswesens war der Staat nach außen souverän, nach innen aber nicht. Die Aufgaben lagen bei unabhängigen Körperschaften und Gemeinden. Oder sie waren Privateigentum von Einzelnen. Das Ganze war mehr ein Haufen als ein Organismus.

Ein Vergleich:

Im lebendigen Körper gibt es keine bloßen Teile, sondern Glieder. Wenn sich ein Glied absondert und für sich besteht, ist das Krankheit.

Kein Despotismus:

Man verwechselt Souveränität oft mit bloßer Macht und Willkür. Doch Despotismus ist Gesetzlosigkeit. Dort gilt der besondere Wille als Gesetz, sei es der eines Monarchen oder der des Volkes. Souveränität gibt es gerade im gesetzlichen Zustand. Sie bedeutet: Kein Bereich ist unabhängig. Jeder dient dem Ganzen.

Frieden und Not:

Im Frieden verfolgt jeder Bereich seine Zwecke. Die Regierung führt sie zum Ganzen zurück. In der Not aber, im Innern oder von außen, zieht sich alles in der Souveränität zusammen. Ihr ist dann die Rettung des Staates anvertraut, auch um den Preis sonst gültiger Rechte.

Zusammenfassung: Souveränität heißt: Alle Gewalten wurzeln in der Einheit des Staates. Sie ist nicht Willkür, sondern gehört zum gesetzlichen Zustand. In der Not trägt sie die Rettung des Ganzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 278: Souveränität</p>
<p>Die Gewalten des Staates sind nicht selbstständig. Sie gehören auch keinem Einzelnen. Ihre letzte Wurzel ist die Einheit des Staates. Das nennt man Souveränität.</p>
<p>Ein Blick ins Mittelalter:</p>
<p>In der Monarchie des Lehnswesens war der Staat nach außen souverän, nach innen aber nicht. Die Aufgaben lagen bei unabhängigen Körperschaften und Gemeinden. Oder sie waren Privateigentum von Einzelnen. Das Ganze war mehr ein Haufen als ein Organismus.</p>
<p>Ein Vergleich:</p>
<p>Im lebendigen Körper gibt es keine bloßen Teile, sondern Glieder. Wenn sich ein Glied absondert und für sich besteht, ist das Krankheit.</p>
<p>Kein Despotismus:</p>
<p>Man verwechselt Souveränität oft mit bloßer Macht und Willkür. Doch Despotismus ist Gesetzlosigkeit. Dort gilt der besondere Wille als Gesetz, sei es der eines Monarchen oder der des Volkes. Souveränität gibt es gerade im gesetzlichen Zustand. Sie bedeutet: Kein Bereich ist unabhängig. Jeder dient dem Ganzen.</p>
<p>Frieden und Not:</p>
<p>Im Frieden verfolgt jeder Bereich seine Zwecke. Die Regierung führt sie zum Ganzen zurück. In der Not aber, im Innern oder von außen, zieht sich alles in der Souveränität zusammen. Ihr ist dann die Rettung des Staates anvertraut, auch um den Preis sonst gültiger Rechte.</p>
<p>Zusammenfassung: Souveränität heißt: Alle Gewalten wurzeln in der Einheit des Staates. Sie ist nicht Willkür, sondern gehört zum gesetzlichen Zustand. In der Not trägt sie die Rettung des Ganzen.</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/278/#comment-2966</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:30:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die beiden &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;negativen&lt;/a&gt; Bestimmungen — kein Fürsichbestehen der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderen&lt;/a&gt; Gewalten, keine Wurzel im besonderen Willen von Individuen — machen zusammengenommen die Souveränität als das einfache Selbst des Staats aus.&lt;/em&gt;

Was §§ 276 und 277 je &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; gesagt hatten, wird hier zu einem &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; zusammengefasst. Beide Sätze sind zunächst Verneinungen; ihre Einheit ist aber etwas Positives, nämlich der Punkt, auf den alle besonderen Sphären zurückgehen und aus dem sie ihre Berechtigung haben. Hegel nennt das ihre &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-ideell&quot; title=&quot;Ideell ist das Aufgehobene: vorhanden, aber nicht mehr selbständig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Idealität&lt;/a&gt; und vergleicht es mit dem lebendigen Körper, dessen Glieder eben dadurch Glieder und nicht Teile sind, dass sie nicht für sich bestehen — ihr Fürsichbestehen wäre die Krankheit. Dieselbe Struktur war schon im Begriff des Willens aufgetreten (§ 7): eine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinheit&lt;/a&gt;, die sich auf sich selbst negativ bezieht, also alle &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit&quot; title=&quot;Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmtheit&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an sich&lt;/a&gt; zurücknimmt und sich eben damit zur &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Einzelnheit ist nicht das Dritte neben Allgemeinheit und Besonderheit, sondern beides in einem: sich beschränken und dabei bei sich bleiben. Das ist Hegels Begriff der Freiheit. Die Form mit n ist Hegels eigene; eine Einzelheit im heutigen Sinn — ein Detail — ist nie gemeint.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Einzelnheit&lt;/a&gt; bestimmt. Damit ist auch der geläufige Fehlschluß abgewehrt, Souveränität sei Willkür: Willkür ohne Gesetz ist der Despotismus, in dem ein besonderer Wille an die Stelle des Gesetzes tritt, während Souveränität gerade im gesetzlichen Zustand besagt, dass keine Sphäre ihre Zwecke unabhängig vom Zweck des Ganzen verfolgt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die beiden <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts." rel="ugc">negativen</a> Bestimmungen — kein Fürsichbestehen der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderen</a> Gewalten, keine Wurzel im besonderen Willen von Individuen — machen zusammengenommen die Souveränität als das einfache Selbst des Staats aus.</em></p>
<p>Was §§ 276 und 277 je <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> gesagt hatten, wird hier zu einem <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> zusammengefasst. Beide Sätze sind zunächst Verneinungen; ihre Einheit ist aber etwas Positives, nämlich der Punkt, auf den alle besonderen Sphären zurückgehen und aus dem sie ihre Berechtigung haben. Hegel nennt das ihre <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-ideell" title="Ideell ist das Aufgehobene: vorhanden, aber nicht mehr selbständig." rel="ugc">Idealität</a> und vergleicht es mit dem lebendigen Körper, dessen Glieder eben dadurch Glieder und nicht Teile sind, dass sie nicht für sich bestehen — ihr Fürsichbestehen wäre die Krankheit. Dieselbe Struktur war schon im Begriff des Willens aufgetreten (§ 7): eine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinheit</a>, die sich auf sich selbst negativ bezieht, also alle <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit" title="Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen." rel="ugc">Bestimmtheit</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst." rel="ugc">an sich</a> zurücknimmt und sich eben damit zur <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Einzelnheit ist nicht das Dritte neben Allgemeinheit und Besonderheit, sondern beides in einem: sich beschränken und dabei bei sich bleiben. Das ist Hegels Begriff der Freiheit. Die Form mit n ist Hegels eigene; eine Einzelheit im heutigen Sinn — ein Detail — ist nie gemeint." rel="ugc">Einzelnheit</a> bestimmt. Damit ist auch der geläufige Fehlschluß abgewehrt, Souveränität sei Willkür: Willkür ohne Gesetz ist der Despotismus, in dem ein besonderer Wille an die Stelle des Gesetzes tritt, während Souveränität gerade im gesetzlichen Zustand besagt, dass keine Sphäre ihre Zwecke unabhängig vom Zweck des Ganzen verfolgt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Karl Marx		</title>
		<link>https://grundlinien.de/278/#comment-1470</link>

		<dc:creator><![CDATA[Karl Marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Apr 1843 03:03:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dieser Idealismus ist also nicht entwickelt zu einem gewußten, vernünftigen System. Er erscheint im friedlichen Zustande entweder nur als ein äußerlicher Zwang, der der herrschenden Macht, dem Privatleben durch »direkte Einwirkung von oben« angetan wird, oder als blindes ungewußtes Resultat der Selbstsucht. Seine »eigentümliche Wirklichkeit« hat dieser Idealismus nur im »Kriegs- oder Notzustand« des Staats, so daß sich hier sein Wesen als »Kriegs- und Notzustand« des wirklichen bestehenden Staats ausspricht, während sein »friedlicher« Zustand eben der Krieg und die Not der Selbstsucht ist.

Die Souveränität, der Idealismus des Staats, existiert daher nur als innere Notwendigkeit: als Idee. Auch damit ist Hegel zufrieden, denn es handelt sich nur um die Idee. Die Souveränität existiert also einerseits nur als bewußtlose, blinde Substanz. Wir werden sogleich ihre andere Wirklichkeit kennenlernen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Idealismus ist also nicht entwickelt zu einem gewußten, vernünftigen System. Er erscheint im friedlichen Zustande entweder nur als ein äußerlicher Zwang, der der herrschenden Macht, dem Privatleben durch »direkte Einwirkung von oben« angetan wird, oder als blindes ungewußtes Resultat der Selbstsucht. Seine »eigentümliche Wirklichkeit« hat dieser Idealismus nur im »Kriegs- oder Notzustand« des Staats, so daß sich hier sein Wesen als »Kriegs- und Notzustand« des wirklichen bestehenden Staats ausspricht, während sein »friedlicher« Zustand eben der Krieg und die Not der Selbstsucht ist.</p>
<p>Die Souveränität, der Idealismus des Staats, existiert daher nur als innere Notwendigkeit: als Idee. Auch damit ist Hegel zufrieden, denn es handelt sich nur um die Idee. Die Souveränität existiert also einerseits nur als bewußtlose, blinde Substanz. Wir werden sogleich ihre andere Wirklichkeit kennenlernen.</p>
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