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	Kommentare zu: 3	</title>
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		<title>
		Von: Querverweis		</title>
		<link>https://grundlinien.de/3/#comment-3814</link>

		<dc:creator><![CDATA[Querverweis]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 17:56:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Querverweis:&lt;/em&gt;
Aus Hegels weiteren Schriften auf dieser Seite gehört hierher:

&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/ueber-die-englische-reformbill/5/#rb-s87&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Über die englische Reformbill (1831), S. 87&lt;/a&gt; – Hegels Kritik des im Parlament gewöhnlichen Arguments, ein positives Recht sei durch die Weisheit der Vorfahren gerechtfertigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Querverweis:</em><br />
Aus Hegels weiteren Schriften auf dieser Seite gehört hierher:</p>
<p><a href="https://grundlinien.de/ueber-die-englische-reformbill/5/#rb-s87" rel="ugc">Über die englische Reformbill (1831), S. 87</a> – Hegels Kritik des im Parlament gewöhnlichen Arguments, ein positives Recht sei durch die Weisheit der Vorfahren gerechtfertigt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Querverweis		</title>
		<link>https://grundlinien.de/3/#comment-3433</link>

		<dc:creator><![CDATA[Querverweis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 14:49:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=59#comment-3433</guid>

					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Querverweis:&lt;/em&gt;
Aus den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Exkursen&lt;/a&gt; des Lesekreises gehören hierher:

&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/die-positivitaet-der-christlichen-religion/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Die Positivität der christlichen Religion (1795/96)&lt;/a&gt; – der frühe, religionskritische Begriff des „Positiven“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Querverweis:</em><br />
Aus den <a href="https://grundlinien.de/exkurse/" rel="ugc">Exkursen</a> des Lesekreises gehören hierher:</p>
<p><a href="https://grundlinien.de/exkurse/die-positivitaet-der-christlichen-religion/" rel="ugc">Die Positivität der christlichen Religion (1795/96)</a> – der frühe, religionskritische Begriff des „Positiven“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/3/#comment-2691</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:00:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=59#comment-2691</guid>

					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Abgrenzung des philosophischen Rechts vom Positiven — Positivität nach der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; (Gültigkeit im Staat) und nach dem Inhalt (Anwendung als Subsumtion des Verstandes), beides unterschieden von der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang&quot; title=&quot;Entwicklung heißt nicht Wachstum in der Zeit, sondern das Heraustreten dessen, was der Sache nach schon da war.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Entwicklung&lt;/a&gt; aus dem Begriffe.&lt;/em&gt;

Noch bevor ein Schritt in der Sache selbst getan wird, zieht Hegel die Grenze, innerhalb deren alle folgenden Schritte gelten sollen, und er tut das mit dem Gegensatzpaar Form und Inhalt: positiv ist ein Recht der Form nach dadurch, dass es in einem Staat gilt, dem Inhalt nach dadurch, dass der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;allgemeine&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; auf Umstände angewandt wird, die ihm von außen zufallen. Entscheidend ist die dabei getroffene Unterscheidung zweier Denkweisen — Subsumtion ordnet einen fertigen Fall unter eine fertige Regel, Entwicklung lässt die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; aus dem Begriff hervorgehen. Nur die zweite ist Gegenstand des Buches; deshalb kann die geschichtliche Erklärung einer Institution zwar zeigen, dass sie unter ihren Umständen folgerichtig war, nie aber, dass sie vernünftig ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Abgrenzung des philosophischen Rechts vom Positiven — Positivität nach der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> (Gültigkeit im Staat) und nach dem Inhalt (Anwendung als Subsumtion des Verstandes), beides unterschieden von der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang" title="Entwicklung heißt nicht Wachstum in der Zeit, sondern das Heraustreten dessen, was der Sache nach schon da war." rel="ugc">Entwicklung</a> aus dem Begriffe.</em></p>
<p>Noch bevor ein Schritt in der Sache selbst getan wird, zieht Hegel die Grenze, innerhalb deren alle folgenden Schritte gelten sollen, und er tut das mit dem Gegensatzpaar Form und Inhalt: positiv ist ein Recht der Form nach dadurch, dass es in einem Staat gilt, dem Inhalt nach dadurch, dass der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">allgemeine</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> auf Umstände angewandt wird, die ihm von außen zufallen. Entscheidend ist die dabei getroffene Unterscheidung zweier Denkweisen — Subsumtion ordnet einen fertigen Fall unter eine fertige Regel, Entwicklung lässt die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a> aus dem Begriff hervorgehen. Nur die zweite ist Gegenstand des Buches; deshalb kann die geschichtliche Erklärung einer Institution zwar zeigen, dass sie unter ihren Umständen folgerichtig war, nie aber, dass sie vernünftig ist.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/3/#comment-1858</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2025 15:50:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=59#comment-1858</guid>

					<description><![CDATA[§ 3: Was das Recht zu einem „positiven“ (gültigen) Gesetz macht

Wir unterscheiden zwei Dinge: das Naturrecht (das philosophische Recht, wie es sein soll) und das positive Recht (die Gesetze, die wirklich gelten).

Drei Dinge machen ein Recht zu einem positiven, geltenden Gesetz.

Die Autorität: Es muss in einem Staat gültig sein. Es gibt eine Macht, die sagt: „Das ist Gesetz.“

Der Inhalt und die Geschichte: Das Recht hängt vom Charakter eines Volkes ab. Ein Gesetz in Deutschland sieht anders aus als eines in Rom. Denn die Geschichte und die Umstände sind andere.

Die Anwendung: Ein allgemeiner Satz wie „Man darf nicht stehlen“ muss man auf bestimmte Fälle anwenden. Ist das nun Diebstahl oder nicht? Wie hoch ist die Strafe? Das kann die Philosophie nicht entscheiden. Das muss der Verstand festlegen, also der Gesetzgeber und der Richter.

Kein Gegensatz: Naturrecht und positives Recht stehen sich nicht feindlich gegenüber. Das eine ist der Grundriss. Das andere ist die Ausführung im einzelnen.

Die Geschichte richtig gebrauchen: Wer ein Gesetz verstehen will, darf es nicht für sich allein ansehen. Er muss es im Zusammenhang sehen mit allem, was ein Volk und eine Zeit ausmacht. Montesquieu hat das gezeigt, und darin hat er recht.

Wichtige Warnung: Zwei Dinge darf man aber nicht verwechseln.

Erklären, woher ein Gesetz kommt. Das ist Geschichte.

Begreifen, ob ein Gesetz vernünftig und gerecht ist. Das ist Philosophie.

Manche Juristen glauben: Wer erklären kann, wie ein Gesetz entstanden ist, hat es damit auch gerechtfertigt. Das ist falsch. Ein Gesetz kann aus seinen Umständen ganz folgerichtig entstanden sein und trotzdem unrecht sein. Das römische Recht ist voll davon.

Und es kommt noch schlimmer für diese Leute. Wer eine Einrichtung damit verteidigt, dass sie früher nützlich war, beweist das Gegenteil von dem, was er will. Denn die Umstände von früher sind vorbei. Also hat die Einrichtung ihren Sinn verloren. So ging es den Klöstern. Man lobte, dass sie einst Land urbar machten und die Gelehrsamkeit bewahrten. Gerade das zeigt, dass sie heute überflüssig sind.

Ein Beispiel für die schlechte Art: Im alten Rom durfte ein Gläubiger seinen Schuldner töten oder als Sklaven verkaufen. Waren es mehrere Gläubiger, durften sie ihn in Stücke schneiden und untereinander aufteilen. Für dieses Gesetz hat man einen guten Grund angegeben: So werde die Zahlungsmoral gestärkt, und angewendet werde es ohnehin nie.

Das ist der alte Betrug des Verstandes. Man sucht für eine schlechte Sache einen guten Grund und meint, sie sei damit in Ordnung.

Zusammenfassung: Die Philosophie fragt nach der Wahrheit einer Sache. Sie fragt nicht nach Gründen aus der Vergangenheit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 3: Was das Recht zu einem „positiven“ (gültigen) Gesetz macht</p>
<p>Wir unterscheiden zwei Dinge: das Naturrecht (das philosophische Recht, wie es sein soll) und das positive Recht (die Gesetze, die wirklich gelten).</p>
<p>Drei Dinge machen ein Recht zu einem positiven, geltenden Gesetz.</p>
<p>Die Autorität: Es muss in einem Staat gültig sein. Es gibt eine Macht, die sagt: „Das ist Gesetz.“</p>
<p>Der Inhalt und die Geschichte: Das Recht hängt vom Charakter eines Volkes ab. Ein Gesetz in Deutschland sieht anders aus als eines in Rom. Denn die Geschichte und die Umstände sind andere.</p>
<p>Die Anwendung: Ein allgemeiner Satz wie „Man darf nicht stehlen“ muss man auf bestimmte Fälle anwenden. Ist das nun Diebstahl oder nicht? Wie hoch ist die Strafe? Das kann die Philosophie nicht entscheiden. Das muss der Verstand festlegen, also der Gesetzgeber und der Richter.</p>
<p>Kein Gegensatz: Naturrecht und positives Recht stehen sich nicht feindlich gegenüber. Das eine ist der Grundriss. Das andere ist die Ausführung im einzelnen.</p>
<p>Die Geschichte richtig gebrauchen: Wer ein Gesetz verstehen will, darf es nicht für sich allein ansehen. Er muss es im Zusammenhang sehen mit allem, was ein Volk und eine Zeit ausmacht. Montesquieu hat das gezeigt, und darin hat er recht.</p>
<p>Wichtige Warnung: Zwei Dinge darf man aber nicht verwechseln.</p>
<p>Erklären, woher ein Gesetz kommt. Das ist Geschichte.</p>
<p>Begreifen, ob ein Gesetz vernünftig und gerecht ist. Das ist Philosophie.</p>
<p>Manche Juristen glauben: Wer erklären kann, wie ein Gesetz entstanden ist, hat es damit auch gerechtfertigt. Das ist falsch. Ein Gesetz kann aus seinen Umständen ganz folgerichtig entstanden sein und trotzdem unrecht sein. Das römische Recht ist voll davon.</p>
<p>Und es kommt noch schlimmer für diese Leute. Wer eine Einrichtung damit verteidigt, dass sie früher nützlich war, beweist das Gegenteil von dem, was er will. Denn die Umstände von früher sind vorbei. Also hat die Einrichtung ihren Sinn verloren. So ging es den Klöstern. Man lobte, dass sie einst Land urbar machten und die Gelehrsamkeit bewahrten. Gerade das zeigt, dass sie heute überflüssig sind.</p>
<p>Ein Beispiel für die schlechte Art: Im alten Rom durfte ein Gläubiger seinen Schuldner töten oder als Sklaven verkaufen. Waren es mehrere Gläubiger, durften sie ihn in Stücke schneiden und untereinander aufteilen. Für dieses Gesetz hat man einen guten Grund angegeben: So werde die Zahlungsmoral gestärkt, und angewendet werde es ohnehin nie.</p>
<p>Das ist der alte Betrug des Verstandes. Man sucht für eine schlechte Sache einen guten Grund und meint, sie sei damit in Ordnung.</p>
<p>Zusammenfassung: Die Philosophie fragt nach der Wahrheit einer Sache. Sie fragt nicht nach Gründen aus der Vergangenheit.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/3/#comment-36</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 1822 08:06:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=59#comment-36</guid>

					<description><![CDATA[[zu § 3]
&lt;em&gt;Anwendung&lt;/em&gt; des Allgemeinen auf die besondere Natur des Gegenstandes -
β) Diebstahl; Büchernachdruck, Sammlungen, Plagiat einverleibt dem Texte, Musikalien-Sammlungen - Kunstwerke, Kupferstich, dieser lithographiert - Theaterstücke - Abschriften oder Nachschreiben - wenn schon gedruckt, Eigentum des Aufführers - unendliche Unterscheidung
γ) letzte Bestimmungen gesetzt - geht fort zur Äußerlichkeit - d. h. Bestimmungen der &lt;em&gt;Quantität&lt;/em&gt; - auch Qualität, ob Prügel oder Gefängnis, oder Geldstrafe. Frist von sechs Wochen; Vorladung, in 1 Jahr und 1 Tag zu erscheinen. 
α) &lt;em&gt;Gesetzt&lt;/em&gt; - α) Wissen - Recht des Staates zu strafen
β) &lt;em&gt;bestimmt&lt;/em&gt; - Mensch Bewußtsein - gegen Gefühl (- rührend - unter alten Eichen - Väter, weise, billige Männer aus ihrem Sinn, Tradition - dem Begriff Idealismus entgegengesetzt), Zufälligkeit der Meinung, auch Willkür, augenblickliche Empfindung. 
Positiv hier nicht dem &lt;em&gt;Negativen&lt;/em&gt; entgegengesetzt, sondern positiv: es ist &lt;em&gt;gesetzt, gilt&lt;/em&gt; unmittelbar. 
Später, zu seiner Zeit - an den verschiedenen Punkten, wo das Recht &lt;em&gt;ins Positive&lt;/em&gt; heraustritt, α) muß &lt;em&gt;positiv&lt;/em&gt; sein. 
Man kann etwa meinen, es könne ein Rechtssystem und einen Rechtszustand geben, &lt;em&gt;der rein vernünftig&lt;/em&gt; - nur vernünftig sei, - Ideal, - man fordert, daß es so sein &lt;em&gt;soll&lt;/em&gt; - höchste Forderung. Sie hat Richtiges in sich, aber auch Unrichtiges - Richtiges: die Vernunft soll das Herrschende sein, und ist es in einem gebildeten Staate - im Ganzen auch - mehr Vernunft darin, als man meint, davon ist schon gesprochen; Gegenwart erscheint der Reflexion, besonders dem Eigendünkel als ein Kreuz, allerdings mit Notwendigkeit - die Rose, d. i. die Vernunft in diesem Kreuz lehrt die Philosophie erkennen. Aber Unrichtiges aus dem auch schon Angegebenen. Vernunft in Wirklichkeit tritt in Äußerlichkeit des Daseins - Anwendung, &lt;em&gt;Form&lt;/em&gt; des Positiven - weite Sphäre, &lt;em&gt;wo nur der Verstand&lt;/em&gt; seine Herrschaft hat, die von der Vernunft frei gelassen ist, gleichgültig so oder so - Naturumstände usf. walten - Hierunter auch die eigene &lt;em&gt;Beschaffenheit des Geistes&lt;/em&gt; - nämlich durch Freiheit bestimmt zu sein - aber als unmittelbares &lt;em&gt;Bewußtsein des Äußeren&lt;/em&gt;, und auch &lt;em&gt;des Inneren&lt;/em&gt;, des Rechts der Pflichten, - daß er etwas in ihm selbst &lt;em&gt;gelten&lt;/em&gt; läßt, &lt;em&gt;weil es gilt&lt;/em&gt; - der Staat, die Gesetze haben selbst diese gedoppelte Seite, - in sich vernünftig oder verständig zu sein und der so eignen Einsicht des Begriffs zu entsprechen, so daß das Individuum ihnen gehorchen kann, weil es selbst sie für gut erkennt, - aber auch die Seite, daß sie &lt;em&gt;gelten&lt;/em&gt;, s. a). Gelten müssen sie; die &lt;em&gt;subjektive Einsicht&lt;/em&gt; ist zugleich etwas Zufälliges, und das Gelten des Rechts kann nicht davon abhängig gemacht werden, ob der eine so meinte und möchte, - oder so. Denn eben sie [sind] das Nichtzufällige, das, worin vielmehr die Zufälligkeit aufgehoben ist. - Die Menschen verhalten sich so zu den Gesetzen, aus &lt;em&gt;Furcht&lt;/em&gt; - und bewußte Furcht ist Klugheit mit widerstreitender innerlicher &lt;em&gt;Überzeugung&lt;/em&gt;; - aus &lt;em&gt;Glauben, Zutrauen&lt;/em&gt;, - dann auch bei aller Vernunft und Einsicht - großer Teil der gesetzlichen Bestimmungen, aus &lt;em&gt;gesundem Menschenverstand&lt;/em&gt;, der eben den richtigen Sinn hat, daß es eine unendliche Sphäre gibt, worin so entschieden werden kann, oder so; - aber wo die Hauptsache ist, daß entschieden ist; es muß befohlen werden in der Welt, rein befohlen; d. i. in Religion und Vernunft kann man nicht bloß befehlen - aber eben in der Seite der unendlichen Zufälligkeit. 

[zu § 3 Anm.]
α) eine abstrakte historische Behandlung - äußere Umstände, Gründe 
αα) im &lt;em&gt;Ehemals&lt;/em&gt;, - in einer Vergangenheit; das Vernünftige, Rechte ist [das] Gegenwärtige, muß in der Gegenwart vernünftig sein, nicht aus einem Umstand, der ehemals stattgehabt hat - nicht gute Gründe, d. i. Bestimmungen aus dieser, jener Rücksicht genommen. - Vernunft ist gegenwärtig. 
eine arme Reichsstadt - starkes Kontingent
ββ) in einem andern Positiven - Eherecht - Institution 
&lt;em&gt;Erklären&lt;/em&gt;. Es ist eine sehr häufige Erscheinung (Erscheinung jetzt zur Wissenschaft gemacht), wenn man &lt;em&gt;nach dem Grunde&lt;/em&gt; dieser Einrichtung, gesetzlichen Disposition fragt, - z. B. warum die Kurfürsten von der Pfalz Patrone der Kesselflicker - Recht, Patente auszustellen - Reiter, Kavallerie kommandierten - über Trompeter und Pauker - Pauken von Kupfer - die Pauken machten, machten auch Kessel - überall arbeiten zu dürfen - Reichspaukenmacher - Dies die ewige fortdauernde Geschichte - eine &lt;em&gt;gesetzliche&lt;/em&gt; Disposition - im römischen oder deutschen Recht - &lt;em&gt;Grund&lt;/em&gt;, Zweideutigkeit - ob einen verständigen Grund seiner äußeren Entstehung, Geltendwerdens - und innerer Vernunftgrund, Grund im Gedanken der &lt;em&gt;Sache - Begriff&lt;/em&gt;. 
Verstehen die Frage gar nicht - werden ganz bös und verdrießlich darüber; - denn dies ist ein ganz anderer Boden, worauf man die Sache verpflanzt, - Boden des Begriffs. - Die gewöhnliche Erwiderung pflegt zu sein - man verstehe die Sache nicht - Hiervon
β) in der Anmerkung gesprochen - verstanden, - den Sinn von positiv rechtlichen Dispositionen einsehen, ist äußerst leicht - Aber unter Verstehen versteht man
αα) die Kenntnis alles des unendlichen Details - das für die vernünftige Einsicht sehr überflüssig; - Gelehrter, heißt es, versteht die Sache - als Gelehrter ist er in diese historischen Details eingeweiht; und nur von solchem lassen sie gelten, daß er das Recht verstehe, der etwa, wie Herr Hugo auch sagt, Kollegia darüber besucht hat, Universität. - Als ob hiermit alle die Bürger, welche keine juristischen Kollegia gehört, vom Recht nichts verstünden, - solche Juristen sehen die übrigen Menschen als ihre &lt;em&gt;Rechtsleibeigenen&lt;/em&gt; an. Gehört zum Metier - dies Recht zu vernünftigem Begreifen läßt sich kein Volk nehmen - keine &lt;em&gt;Laien&lt;/em&gt;, hier noch weniger als in der Religion. Laien verstehen nichts von &lt;em&gt;Religion&lt;/em&gt; - und es ist die Zeit gekommen, daß man nach der Vernunft der Sache fragt. 
ββ) man erkenne die Wichtigkeit solcher Kenntnis nicht; um sie, um &lt;em&gt;ihren Boden&lt;/em&gt; sei es zu tun - versteht die Sache nicht, wisse nicht, worauf es ankommt: d. i. man bleibe nicht bei dem stehen, worauf sie meinen, &lt;em&gt;daß es ankommt&lt;/em&gt; - nämlich eben auf das &lt;em&gt;historische Wissen&lt;/em&gt;, und gute &lt;em&gt;Verstandesgründe&lt;/em&gt;; - nicht verstehen heißt - d. h. &lt;em&gt;sie stehen auf einem anderen Boden&lt;/em&gt;, - und dies sei ausschließlich der einzige - anerkennen nicht, daß es auch einen vernünftigen Boden gibt. 
γ) Diese Verkennung des vernünftigen Standpunktes - die Unbekümmertheit darum, der Hochmut zu meinen, bei der gelehrten Kenntnis habe man schon für sich die vernünftige Erkenntnis - rächt sich dann auch; - es geht nicht, es gibt Stellen, wo es auf Gedanken ankommt; - man kann sich nicht erwehren, auch auf das Allgemeine zu kommen - da kommt die ganze Blöße zum Vorschein; - so geht es besonders bei Herrn Hugo, es ist kläglich, wie es da aussieht - Rotten boroughs - &lt;em&gt;erklären, Verstand&lt;/em&gt;, - Weisheit der &lt;em&gt;Voreltern&lt;/em&gt;, - worin hat diese bestanden? - von großen Städten oder bedeutenderen Flecken zu berufen -
&lt;em&gt;Damals&lt;/em&gt; der rechte Verstand, - aber jetzt andere &lt;em&gt;Umstände&lt;/em&gt; - nicht mehr &lt;em&gt;Zusammenhang&lt;/em&gt; mit diesen - 
England Weisheit der Vorfahren 

&lt;a id=&quot;notiz-3a&quot; rel=&quot;nofollow ugc&quot;&gt;&lt;/a&gt;[zu § 3 Anm., (a)] 
gang und gäbe Worte - [mit] Institut[ionen,] Pandekten umgehen müssen - Heinecc[ius]
&lt;em&gt;Verstehen&lt;/em&gt; α) Wortverstand; β) Grund, Zusammenhang;
αα) &lt;em&gt;Nichtverstehen&lt;/em&gt;: diesen Grund nicht kennen, also nicht den Verstand der Sache haben, ββ) solche Art von Gründen, d. h. solchen &lt;em&gt;Verstand&lt;/em&gt; nicht gelten lassen, der hier allein gebraucht wird. 

&lt;a id=&quot;notiz-3b&quot; rel=&quot;nofollow ugc&quot;&gt;&lt;/a&gt;[zu § 3 Anm., (b)] 
Favor. spricht aus der Natur der Sache dagegen - Caecil[ius] rechtfertigt das Gesetz aus der Wirkung - abzuschrecken - Aus der Wirkung? hat nicht diese - soll sie nur haben - Wirkung vielmehr, daß die Strafe nicht vollzogen wird, Verbrechen, insofern es durch Strafe schreckbar, eine Scheu hätte, - um so ungescheuter. 
Gell[ius, &lt;em&gt;Noctes Atticae&lt;/em&gt;] XX. I. Dissectum esse antiquitus neminem equidem neque legi neque audivi, quoniam saevitia poenae contemni non quita est. 
(Aber daß dessenungeachtet Schulden genug gemacht - auch nicht bezahlt worden, ergibt sich aus dem Vorhergehenden. - Mehrmal angesagt. Tertiis nundinis capite poenas dabant (mit jener Atrozität) aut trans Tiberim peregre venum ibant.) An putas, Favorine, si non illa etiam ex XII tabulis de testimoniis falsis poena abolevisset (?) et si nunc quoque ut antea qui falsum testimonium dixisse convictus esset, e saxo Tarpeio deiceretur, mentituros fuisse pro testimonio tam multos quam videmus?*)
Auf Meineid in England selten geklagt, weil die Strafe geschärfte Todesstrafe ist. 

&lt;a id=&quot;notiz-3c&quot; rel=&quot;nofollow ugc&quot;&gt;&lt;/a&gt;[zu § 3 Anm., (c)] 
Favorinus mußte doch lateinisch verstehen, die Erklärung des iumentum (Lexika sind nachzusehen) für einen Wagen mag leicht so erklärt werden, daß, &lt;em&gt;weil&lt;/em&gt; die bloße Gestattung eines Lasttiers für einen kranken Zeugen zu inadäquat gewesen, &lt;em&gt;daraus geschlossen&lt;/em&gt; werden könne oder müsse, daß iumentum auch einen Wagen, unbedeckten, müsse bedeutet haben - 


*) &quot;Daß in alten Zeiten niemand zerstückelt worden sei, davon habe ich jedenfalls weder etwas gelesen noch gehört, - zumal es ja auch nicht angeht, sich geringschätzig über die Härte der Strafen zu äußern. 
(... Am dritten Markttag büßten sie mit ihrem Leben oder wurden jenseits des Tiber in die Fremde verkauft.) Oder glaubst du, Favorinus, wenn nicht auch die Strafe für falsches Zeugnis aus den Zwölf Tafeln getilgt worden wäre und heute noch wie einst ein der Falschaussage Überführter vom Tarpejischen Felsen gestürzt würde, daß es dann so viele gäbe, die im Zeugenstand zu lügen bereit sind, wie wir es erleben?&quot;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[zu § 3]<br />
<em>Anwendung</em> des Allgemeinen auf die besondere Natur des Gegenstandes &#8211;<br />
β) Diebstahl; Büchernachdruck, Sammlungen, Plagiat einverleibt dem Texte, Musikalien-Sammlungen &#8211; Kunstwerke, Kupferstich, dieser lithographiert &#8211; Theaterstücke &#8211; Abschriften oder Nachschreiben &#8211; wenn schon gedruckt, Eigentum des Aufführers &#8211; unendliche Unterscheidung<br />
γ) letzte Bestimmungen gesetzt &#8211; geht fort zur Äußerlichkeit &#8211; d. h. Bestimmungen der <em>Quantität</em> &#8211; auch Qualität, ob Prügel oder Gefängnis, oder Geldstrafe. Frist von sechs Wochen; Vorladung, in 1 Jahr und 1 Tag zu erscheinen.<br />
α) <em>Gesetzt</em> &#8211; α) Wissen &#8211; Recht des Staates zu strafen<br />
β) <em>bestimmt</em> &#8211; Mensch Bewußtsein &#8211; gegen Gefühl (- rührend &#8211; unter alten Eichen &#8211; Väter, weise, billige Männer aus ihrem Sinn, Tradition &#8211; dem Begriff Idealismus entgegengesetzt), Zufälligkeit der Meinung, auch Willkür, augenblickliche Empfindung.<br />
Positiv hier nicht dem <em>Negativen</em> entgegengesetzt, sondern positiv: es ist <em>gesetzt, gilt</em> unmittelbar.<br />
Später, zu seiner Zeit &#8211; an den verschiedenen Punkten, wo das Recht <em>ins Positive</em> heraustritt, α) muß <em>positiv</em> sein.<br />
Man kann etwa meinen, es könne ein Rechtssystem und einen Rechtszustand geben, <em>der rein vernünftig</em> &#8211; nur vernünftig sei, &#8211; Ideal, &#8211; man fordert, daß es so sein <em>soll</em> &#8211; höchste Forderung. Sie hat Richtiges in sich, aber auch Unrichtiges &#8211; Richtiges: die Vernunft soll das Herrschende sein, und ist es in einem gebildeten Staate &#8211; im Ganzen auch &#8211; mehr Vernunft darin, als man meint, davon ist schon gesprochen; Gegenwart erscheint der Reflexion, besonders dem Eigendünkel als ein Kreuz, allerdings mit Notwendigkeit &#8211; die Rose, d. i. die Vernunft in diesem Kreuz lehrt die Philosophie erkennen. Aber Unrichtiges aus dem auch schon Angegebenen. Vernunft in Wirklichkeit tritt in Äußerlichkeit des Daseins &#8211; Anwendung, <em>Form</em> des Positiven &#8211; weite Sphäre, <em>wo nur der Verstand</em> seine Herrschaft hat, die von der Vernunft frei gelassen ist, gleichgültig so oder so &#8211; Naturumstände usf. walten &#8211; Hierunter auch die eigene <em>Beschaffenheit des Geistes</em> &#8211; nämlich durch Freiheit bestimmt zu sein &#8211; aber als unmittelbares <em>Bewußtsein des Äußeren</em>, und auch <em>des Inneren</em>, des Rechts der Pflichten, &#8211; daß er etwas in ihm selbst <em>gelten</em> läßt, <em>weil es gilt</em> &#8211; der Staat, die Gesetze haben selbst diese gedoppelte Seite, &#8211; in sich vernünftig oder verständig zu sein und der so eignen Einsicht des Begriffs zu entsprechen, so daß das Individuum ihnen gehorchen kann, weil es selbst sie für gut erkennt, &#8211; aber auch die Seite, daß sie <em>gelten</em>, s. a). Gelten müssen sie; die <em>subjektive Einsicht</em> ist zugleich etwas Zufälliges, und das Gelten des Rechts kann nicht davon abhängig gemacht werden, ob der eine so meinte und möchte, &#8211; oder so. Denn eben sie [sind] das Nichtzufällige, das, worin vielmehr die Zufälligkeit aufgehoben ist. &#8211; Die Menschen verhalten sich so zu den Gesetzen, aus <em>Furcht</em> &#8211; und bewußte Furcht ist Klugheit mit widerstreitender innerlicher <em>Überzeugung</em>; &#8211; aus <em>Glauben, Zutrauen</em>, &#8211; dann auch bei aller Vernunft und Einsicht &#8211; großer Teil der gesetzlichen Bestimmungen, aus <em>gesundem Menschenverstand</em>, der eben den richtigen Sinn hat, daß es eine unendliche Sphäre gibt, worin so entschieden werden kann, oder so; &#8211; aber wo die Hauptsache ist, daß entschieden ist; es muß befohlen werden in der Welt, rein befohlen; d. i. in Religion und Vernunft kann man nicht bloß befehlen &#8211; aber eben in der Seite der unendlichen Zufälligkeit. </p>
<p>[zu § 3 Anm.]<br />
α) eine abstrakte historische Behandlung &#8211; äußere Umstände, Gründe<br />
αα) im <em>Ehemals</em>, &#8211; in einer Vergangenheit; das Vernünftige, Rechte ist [das] Gegenwärtige, muß in der Gegenwart vernünftig sein, nicht aus einem Umstand, der ehemals stattgehabt hat &#8211; nicht gute Gründe, d. i. Bestimmungen aus dieser, jener Rücksicht genommen. &#8211; Vernunft ist gegenwärtig.<br />
eine arme Reichsstadt &#8211; starkes Kontingent<br />
ββ) in einem andern Positiven &#8211; Eherecht &#8211; Institution<br />
<em>Erklären</em>. Es ist eine sehr häufige Erscheinung (Erscheinung jetzt zur Wissenschaft gemacht), wenn man <em>nach dem Grunde</em> dieser Einrichtung, gesetzlichen Disposition fragt, &#8211; z. B. warum die Kurfürsten von der Pfalz Patrone der Kesselflicker &#8211; Recht, Patente auszustellen &#8211; Reiter, Kavallerie kommandierten &#8211; über Trompeter und Pauker &#8211; Pauken von Kupfer &#8211; die Pauken machten, machten auch Kessel &#8211; überall arbeiten zu dürfen &#8211; Reichspaukenmacher &#8211; Dies die ewige fortdauernde Geschichte &#8211; eine <em>gesetzliche</em> Disposition &#8211; im römischen oder deutschen Recht &#8211; <em>Grund</em>, Zweideutigkeit &#8211; ob einen verständigen Grund seiner äußeren Entstehung, Geltendwerdens &#8211; und innerer Vernunftgrund, Grund im Gedanken der <em>Sache &#8211; Begriff</em>.<br />
Verstehen die Frage gar nicht &#8211; werden ganz bös und verdrießlich darüber; &#8211; denn dies ist ein ganz anderer Boden, worauf man die Sache verpflanzt, &#8211; Boden des Begriffs. &#8211; Die gewöhnliche Erwiderung pflegt zu sein &#8211; man verstehe die Sache nicht &#8211; Hiervon<br />
β) in der Anmerkung gesprochen &#8211; verstanden, &#8211; den Sinn von positiv rechtlichen Dispositionen einsehen, ist äußerst leicht &#8211; Aber unter Verstehen versteht man<br />
αα) die Kenntnis alles des unendlichen Details &#8211; das für die vernünftige Einsicht sehr überflüssig; &#8211; Gelehrter, heißt es, versteht die Sache &#8211; als Gelehrter ist er in diese historischen Details eingeweiht; und nur von solchem lassen sie gelten, daß er das Recht verstehe, der etwa, wie Herr Hugo auch sagt, Kollegia darüber besucht hat, Universität. &#8211; Als ob hiermit alle die Bürger, welche keine juristischen Kollegia gehört, vom Recht nichts verstünden, &#8211; solche Juristen sehen die übrigen Menschen als ihre <em>Rechtsleibeigenen</em> an. Gehört zum Metier &#8211; dies Recht zu vernünftigem Begreifen läßt sich kein Volk nehmen &#8211; keine <em>Laien</em>, hier noch weniger als in der Religion. Laien verstehen nichts von <em>Religion</em> &#8211; und es ist die Zeit gekommen, daß man nach der Vernunft der Sache fragt.<br />
ββ) man erkenne die Wichtigkeit solcher Kenntnis nicht; um sie, um <em>ihren Boden</em> sei es zu tun &#8211; versteht die Sache nicht, wisse nicht, worauf es ankommt: d. i. man bleibe nicht bei dem stehen, worauf sie meinen, <em>daß es ankommt</em> &#8211; nämlich eben auf das <em>historische Wissen</em>, und gute <em>Verstandesgründe</em>; &#8211; nicht verstehen heißt &#8211; d. h. <em>sie stehen auf einem anderen Boden</em>, &#8211; und dies sei ausschließlich der einzige &#8211; anerkennen nicht, daß es auch einen vernünftigen Boden gibt.<br />
γ) Diese Verkennung des vernünftigen Standpunktes &#8211; die Unbekümmertheit darum, der Hochmut zu meinen, bei der gelehrten Kenntnis habe man schon für sich die vernünftige Erkenntnis &#8211; rächt sich dann auch; &#8211; es geht nicht, es gibt Stellen, wo es auf Gedanken ankommt; &#8211; man kann sich nicht erwehren, auch auf das Allgemeine zu kommen &#8211; da kommt die ganze Blöße zum Vorschein; &#8211; so geht es besonders bei Herrn Hugo, es ist kläglich, wie es da aussieht &#8211; Rotten boroughs &#8211; <em>erklären, Verstand</em>, &#8211; Weisheit der <em>Voreltern</em>, &#8211; worin hat diese bestanden? &#8211; von großen Städten oder bedeutenderen Flecken zu berufen &#8211;<br />
<em>Damals</em> der rechte Verstand, &#8211; aber jetzt andere <em>Umstände</em> &#8211; nicht mehr <em>Zusammenhang</em> mit diesen &#8211;<br />
England Weisheit der Vorfahren </p>
<p><a id="notiz-3a" rel="nofollow ugc"></a>[zu § 3 Anm., (a)]<br />
gang und gäbe Worte &#8211; [mit] Institut[ionen,] Pandekten umgehen müssen &#8211; Heinecc[ius]<br />
<em>Verstehen</em> α) Wortverstand; β) Grund, Zusammenhang;<br />
αα) <em>Nichtverstehen</em>: diesen Grund nicht kennen, also nicht den Verstand der Sache haben, ββ) solche Art von Gründen, d. h. solchen <em>Verstand</em> nicht gelten lassen, der hier allein gebraucht wird. </p>
<p><a id="notiz-3b" rel="nofollow ugc"></a>[zu § 3 Anm., (b)]<br />
Favor. spricht aus der Natur der Sache dagegen &#8211; Caecil[ius] rechtfertigt das Gesetz aus der Wirkung &#8211; abzuschrecken &#8211; Aus der Wirkung? hat nicht diese &#8211; soll sie nur haben &#8211; Wirkung vielmehr, daß die Strafe nicht vollzogen wird, Verbrechen, insofern es durch Strafe schreckbar, eine Scheu hätte, &#8211; um so ungescheuter.<br />
Gell[ius, <em>Noctes Atticae</em>] XX. I. Dissectum esse antiquitus neminem equidem neque legi neque audivi, quoniam saevitia poenae contemni non quita est.<br />
(Aber daß dessenungeachtet Schulden genug gemacht &#8211; auch nicht bezahlt worden, ergibt sich aus dem Vorhergehenden. &#8211; Mehrmal angesagt. Tertiis nundinis capite poenas dabant (mit jener Atrozität) aut trans Tiberim peregre venum ibant.) An putas, Favorine, si non illa etiam ex XII tabulis de testimoniis falsis poena abolevisset (?) et si nunc quoque ut antea qui falsum testimonium dixisse convictus esset, e saxo Tarpeio deiceretur, mentituros fuisse pro testimonio tam multos quam videmus?*)<br />
Auf Meineid in England selten geklagt, weil die Strafe geschärfte Todesstrafe ist. </p>
<p><a id="notiz-3c" rel="nofollow ugc"></a>[zu § 3 Anm., (c)]<br />
Favorinus mußte doch lateinisch verstehen, die Erklärung des iumentum (Lexika sind nachzusehen) für einen Wagen mag leicht so erklärt werden, daß, <em>weil</em> die bloße Gestattung eines Lasttiers für einen kranken Zeugen zu inadäquat gewesen, <em>daraus geschlossen</em> werden könne oder müsse, daß iumentum auch einen Wagen, unbedeckten, müsse bedeutet haben &#8211; </p>
<p>*) &#8222;Daß in alten Zeiten niemand zerstückelt worden sei, davon habe ich jedenfalls weder etwas gelesen noch gehört, &#8211; zumal es ja auch nicht angeht, sich geringschätzig über die Härte der Strafen zu äußern.<br />
(&#8230; Am dritten Markttag büßten sie mit ihrem Leben oder wurden jenseits des Tiber in die Fremde verkauft.) Oder glaubst du, Favorinus, wenn nicht auch die Strafe für falsches Zeugnis aus den Zwölf Tafeln getilgt worden wäre und heute noch wie einst ein der Falschaussage Überführter vom Tarpejischen Felsen gestürzt würde, daß es dann so viele gäbe, die im Zeugenstand zu lügen bereit sind, wie wir es erleben?&#8220;</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Hegel (Naturrechtsaufsatz 1803)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/3/#comment-2676</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Naturrechtsaufsatz 1803)]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jan 1803 11:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://rechtsphilosophie.eu/?p=59#comment-2676</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 3. Stück, 1803), &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/49/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;S. 471&lt;/a&gt;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum voraus bemerken wir überhaupt, daß die Philosophie sich durch die Allgemeinheit des Begriffs einer Bestimmtheit oder einer Potenz willkührlich ihre Grenze im Verhältniß zu einer bestimmten Wissenschaft steckt; die bestimmte Wissenschaft ist nichts anders, als die fortgehende Darstellung und Analyse, (das Wort im höhern Sinne genommen) wie das, was die Philosophie unentwickelt als eine einfache [...]&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 3. Stück, 1803), <a href="https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/49/" rel="ugc">S. 471</a>:</em></p>
<p>Zum voraus bemerken wir überhaupt, daß die Philosophie sich durch die Allgemeinheit des Begriffs einer Bestimmtheit oder einer Potenz willkührlich ihre Grenze im Verhältniß zu einer bestimmten Wissenschaft steckt; die bestimmte Wissenschaft ist nichts anders, als die fortgehende Darstellung und Analyse, (das Wort im höhern Sinne genommen) wie das, was die Philosophie unentwickelt als eine einfache [&#8230;]</p>
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