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	Kommentare zu: 315	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/315/#comment-3382</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:59:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 315: Eine Schule der Bürger

Öffentliche Verhandlungen haben eine große Wirkung.

Was lernt das Volk?

Die öffentliche Meinung kommt so erst zu wirklichen Gedanken. Sie lernt, wie es um den Staat steht. Sie wird fähig, vernünftiger zu urteilen. Und sie lernt, die Arbeit, die Talente und Tugenden der Beamten zu achten.

Was gewinnen die Fähigen?

Talente finden hier eine Bühne und hohe Ehre.

Ein Heilmittel:

Die Öffentlichkeit heilt vom Eigendünkel der Einzelnen und der Menge. Man meint oft, alle wüssten schon, was gut ist. Das Gegenteil ist wahr. Zu Hause, bei Frau und Freunden, bildet man sich vieles ein. In einer großen Versammlung frisst eine Klugheit die andere auf.

Für die Minister ist das mühsam. Sie brauchen Witz und Beredsamkeit gegen die Angriffe. Doch Öffentlichkeit ist eines der größten Bildungsmittel.

Zusammenfassung: Öffentliche Verhandlungen bilden die Bürger. Sie lernen den Staat kennen und seine Diener achten. Zugleich heilt die Öffentlichkeit vom Eigendünkel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 315: Eine Schule der Bürger</p>
<p>Öffentliche Verhandlungen haben eine große Wirkung.</p>
<p>Was lernt das Volk?</p>
<p>Die öffentliche Meinung kommt so erst zu wirklichen Gedanken. Sie lernt, wie es um den Staat steht. Sie wird fähig, vernünftiger zu urteilen. Und sie lernt, die Arbeit, die Talente und Tugenden der Beamten zu achten.</p>
<p>Was gewinnen die Fähigen?</p>
<p>Talente finden hier eine Bühne und hohe Ehre.</p>
<p>Ein Heilmittel:</p>
<p>Die Öffentlichkeit heilt vom Eigendünkel der Einzelnen und der Menge. Man meint oft, alle wüssten schon, was gut ist. Das Gegenteil ist wahr. Zu Hause, bei Frau und Freunden, bildet man sich vieles ein. In einer großen Versammlung frisst eine Klugheit die andere auf.</p>
<p>Für die Minister ist das mühsam. Sie brauchen Witz und Beredsamkeit gegen die Angriffe. Doch Öffentlichkeit ist eines der größten Bildungsmittel.</p>
<p>Zusammenfassung: Öffentliche Verhandlungen bilden die Bürger. Sie lernen den Staat kennen und seine Diener achten. Zugleich heilt die Öffentlichkeit vom Eigendünkel.</p>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/315/#comment-3003</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:33:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Bildung des Meinens zum Gedanken — die Öffentlichkeit hebt das öffentliche Bewusstsein von der bloßen Ansicht zur Einsicht in den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; des Staates.&lt;/em&gt;

Der Paragraph beschreibt, was die Öffentlichkeit an denen tut, für die sie da ist. Meinen und Urteilen über den Staat sind zunächst bloß subjektiv, weil ihnen der Gegenstand fehlt; indem die Verhandlungen zugänglich werden, bekommt das Publikum den Stoff, an dem sich sein Urteilen erst bilden kann, und wird dadurch überhaupt erst fähig, vernünftiger zu urteilen. Zugleich wirkt die Öffentlichkeit in beide Richtungen: Sie gibt den Talenten der Beamten einen Schauplatz und nimmt der Selbstüberschätzung von Einzelnen wie Menge ihre Grundlage. Damit ist der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang&quot; title=&quot;Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Übergang&lt;/a&gt; zur öffentlichen Meinung vorbereitet, die im folgenden Paragraphen als eigener Gegenstand auftritt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bildung des Meinens zum Gedanken — die Öffentlichkeit hebt das öffentliche Bewusstsein von der bloßen Ansicht zur Einsicht in den <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> des Staates.</em></p>
<p>Der Paragraph beschreibt, was die Öffentlichkeit an denen tut, für die sie da ist. Meinen und Urteilen über den Staat sind zunächst bloß subjektiv, weil ihnen der Gegenstand fehlt; indem die Verhandlungen zugänglich werden, bekommt das Publikum den Stoff, an dem sich sein Urteilen erst bilden kann, und wird dadurch überhaupt erst fähig, vernünftiger zu urteilen. Zugleich wirkt die Öffentlichkeit in beide Richtungen: Sie gibt den Talenten der Beamten einen Schauplatz und nimmt der Selbstüberschätzung von Einzelnen wie Menge ihre Grundlage. Damit ist der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang" title="Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt." rel="ugc">Übergang</a> zur öffentlichen Meinung vorbereitet, die im folgenden Paragraphen als eigener Gegenstand auftritt.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/315/#comment-1687</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:24:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Öffentlichkeit der Ständeversammlungen ist ein großes, die Bürger vorzüglich bildendes Schauspiel, und das Volk lernt daran am meisten das Wahrhafte seiner Interessen kennen. Es herrscht in der Regel die Vorstellung, daß alle schon wissen, was dem Staate gut sei, und daß es in der Ständeversammlung nur zur Sprache komme, aber in der Tat findet gerade das Gegenteil statt: erst hier entwickeln sich Tugenden, Talente, Geschicklichkeiten, die zu Mustern zu dienen haben. Freilich sind solche Versammlungen beschwerlich für die Minister, die selbst mit Witz und Beredsamkeit angetan sein müssen, um den Angriffen zu begegnen, die hier gegen sie gerichtet werden; aber dennoch ist die Öffentlichkeit das größte Bildungsmittel für die Staatsinteressen überhaupt. In einem Volke, wo diese stattfindet, zeigt sich eine ganz andere Lebendigkeit in Beziehung auf den Staat als da, wo die Ständeversammlung fehlt oder nicht öffentlich ist. Erst durch diese Bekanntwerdung eines jeden ihrer Schritte hängen die Kammern mit dem Weiteren der öffentlichen Meinung zusammen, und es zeigt sich, daß es ein anderes ist, was sich jemand zu Hause bei seiner Frau oder seinen Freunden einbildet, und wieder ein anderes, was in einer großen Versammlung geschieht, wo eine Gescheitheit die andere auffrißt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Öffentlichkeit der Ständeversammlungen ist ein großes, die Bürger vorzüglich bildendes Schauspiel, und das Volk lernt daran am meisten das Wahrhafte seiner Interessen kennen. Es herrscht in der Regel die Vorstellung, daß alle schon wissen, was dem Staate gut sei, und daß es in der Ständeversammlung nur zur Sprache komme, aber in der Tat findet gerade das Gegenteil statt: erst hier entwickeln sich Tugenden, Talente, Geschicklichkeiten, die zu Mustern zu dienen haben. Freilich sind solche Versammlungen beschwerlich für die Minister, die selbst mit Witz und Beredsamkeit angetan sein müssen, um den Angriffen zu begegnen, die hier gegen sie gerichtet werden; aber dennoch ist die Öffentlichkeit das größte Bildungsmittel für die Staatsinteressen überhaupt. In einem Volke, wo diese stattfindet, zeigt sich eine ganz andere Lebendigkeit in Beziehung auf den Staat als da, wo die Ständeversammlung fehlt oder nicht öffentlich ist. Erst durch diese Bekanntwerdung eines jeden ihrer Schritte hängen die Kammern mit dem Weiteren der öffentlichen Meinung zusammen, und es zeigt sich, daß es ein anderes ist, was sich jemand zu Hause bei seiner Frau oder seinen Freunden einbildet, und wieder ein anderes, was in einer großen Versammlung geschieht, wo eine Gescheitheit die andere auffrißt.</p>
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