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	Kommentare zu: 316	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/316/#comment-3383</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:59:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 316: Die öffentliche Meinung

Jeder Einzelne hat seine Ansicht über das Allgemeine. Er urteilt, meint und rät. Was dabei zusammenkommt, heißt öffentliche Meinung.

Was steckt darin?

Zweierlei, und beides zugleich. Das Wahre und Wesentliche. Und das bloß Eigene, Besondere der vielen Meinungen. Die öffentliche Meinung ist darum ein Widerspruch in sich.

Ihre Macht:

Sie ist die ungeordnete Weise, wie ein Volk zeigt, was es will und meint. Zu allen Zeiten war sie eine große Macht. Heute besonders. Was gelten soll, gilt nicht mehr durch Gewalt und kaum durch Gewohnheit. Es gilt durch Einsicht und Gründe.

Zusammenfassung: Die öffentliche Meinung ist die Summe der Ansichten der Vielen. In ihr sind Wahres und bloß Eigenes vermischt. Sie ist heute eine große Macht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 316: Die öffentliche Meinung</p>
<p>Jeder Einzelne hat seine Ansicht über das Allgemeine. Er urteilt, meint und rät. Was dabei zusammenkommt, heißt öffentliche Meinung.</p>
<p>Was steckt darin?</p>
<p>Zweierlei, und beides zugleich. Das Wahre und Wesentliche. Und das bloß Eigene, Besondere der vielen Meinungen. Die öffentliche Meinung ist darum ein Widerspruch in sich.</p>
<p>Ihre Macht:</p>
<p>Sie ist die ungeordnete Weise, wie ein Volk zeigt, was es will und meint. Zu allen Zeiten war sie eine große Macht. Heute besonders. Was gelten soll, gilt nicht mehr durch Gewalt und kaum durch Gewohnheit. Es gilt durch Einsicht und Gründe.</p>
<p>Zusammenfassung: Die öffentliche Meinung ist die Summe der Ansichten der Vielen. In ihr sind Wahres und bloß Eigenes vermischt. Sie ist heute eine große Macht.</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/316/#comment-3004</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:33:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die öffentliche Meinung als vorhandener &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Widerspruch&lt;/a&gt; ihrer selbst — in ihr ist das &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An und für sich heißt: der Möglichkeit nach da, gewußt und verwirklicht — Hegels Wort für vollendete Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an und für sich&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeine&lt;/a&gt; mit seinem Gegenteil, dem Eigentümlichen des Meinens, &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;unmittelbar&lt;/a&gt; verknüpft.&lt;/em&gt;

Hegel bestimmt die öffentliche Meinung nicht als gutes oder schlechtes &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-schluss&quot; title=&quot;Das Urteil ist bei Hegel die ursprüngliche Teilung des Begriffs in seine Momente, nicht eine Meinung.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Urteil&lt;/a&gt;, sondern durch ihre logische Verfassung, und die ist zwiespältig. In ihr &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;erscheint&lt;/a&gt; einerseits das Substantielle, das wahrhaft Allgemeine, andererseits ist ihre &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; das Meinen der Vielen, also gerade das Eigentümliche und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Besondere&lt;/a&gt;, das jeder &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; hat; beides ist nicht getrennt, sondern in einer und derselben Äußerung ununterschieden beisammen. Genau das nennt Hegel einen „vorhandenen Widerspruch“: nicht einen Denkfehler, sondern eine Existenz, die zwei einander ausschließende &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmungen&lt;/a&gt; zugleich trägt und deshalb keine feste ist. „Erkennen als Erscheinung“ heißt entsprechend, dass hier das Wahre zwar auftritt, aber in einer Gestalt, die es ebenso verbirgt — dieselbe Aussage kann wesentlich und unwesentlich zugleich sein, und die öffentliche Meinung selbst besitzt kein Mittel, das eine vom anderen zu unterscheiden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die öffentliche Meinung als vorhandener <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt." rel="ugc">Widerspruch</a> ihrer selbst — in ihr ist das <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An und für sich heißt: der Möglichkeit nach da, gewußt und verwirklicht — Hegels Wort für vollendete Wirklichkeit." rel="ugc">an und für sich</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeine</a> mit seinem Gegenteil, dem Eigentümlichen des Meinens, <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Unmittelbar heißt: ohne Voraussetzung, einfach vorgefunden, noch nicht durch anderes hindurch. Bei Hegel kennzeichnet das einen Anfang, der noch nichts weiß." rel="ugc">unmittelbar</a> verknüpft.</em></p>
<p>Hegel bestimmt die öffentliche Meinung nicht als gutes oder schlechtes <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-schluss" title="Das Urteil ist bei Hegel die ursprüngliche Teilung des Begriffs in seine Momente, nicht eine Meinung." rel="ugc">Urteil</a>, sondern durch ihre logische Verfassung, und die ist zwiespältig. In ihr <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit." rel="ugc">erscheint</a> einerseits das Substantielle, das wahrhaft Allgemeine, andererseits ist ihre <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> das Meinen der Vielen, also gerade das Eigentümliche und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">Besondere</a>, das jeder <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> hat; beides ist nicht getrennt, sondern in einer und derselben Äußerung ununterschieden beisammen. Genau das nennt Hegel einen „vorhandenen Widerspruch“: nicht einen Denkfehler, sondern eine Existenz, die zwei einander ausschließende <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmungen</a> zugleich trägt und deshalb keine feste ist. „Erkennen als Erscheinung“ heißt entsprechend, dass hier das Wahre zwar auftritt, aber in einer Gestalt, die es ebenso verbirgt — dieselbe Aussage kann wesentlich und unwesentlich zugleich sein, und die öffentliche Meinung selbst besitzt kein Mittel, das eine vom anderen zu unterscheiden.</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/316/#comment-1688</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:24:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die öffentliche Meinung ist die unorganische Weise, wie sich das, was ein Volk will und meint, zu erkennen gibt. Was sich wirklich im Staate geltend macht, muß sich freilich auf organische Weise betätigen, und dies ist in der Verfassung der Fall. Aber zu allen Zeiten war die öffentliche Meinung eine große Macht und ist es besonders in unserer Zeit, wo das Prinzip der subjektiven Freiheit diese Wichtigkeit und Bedeutung hat. Was jetzt gelten soll, gilt nicht mehr durch Gewalt, wenig durch Gewohnheit und Sitte, wohl aber durch Einsicht und Gründe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die öffentliche Meinung ist die unorganische Weise, wie sich das, was ein Volk will und meint, zu erkennen gibt. Was sich wirklich im Staate geltend macht, muß sich freilich auf organische Weise betätigen, und dies ist in der Verfassung der Fall. Aber zu allen Zeiten war die öffentliche Meinung eine große Macht und ist es besonders in unserer Zeit, wo das Prinzip der subjektiven Freiheit diese Wichtigkeit und Bedeutung hat. Was jetzt gelten soll, gilt nicht mehr durch Gewalt, wenig durch Gewohnheit und Sitte, wohl aber durch Einsicht und Gründe.</p>
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