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	Kommentare zu: 318	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/318/#comment-3385</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:59:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 318: Achten und verachten

Die öffentliche Meinung verdient beides: Achtung und Verachtung.

Achtung wegen ihrer Grundlage. In ihr steckt, mehr oder weniger getrübt, das Wahre.

Verachtung wegen ihrer Äußerungen. Sie selbst kann das Wahre nicht vom Falschen unterscheiden.

Was folgt daraus?

Wer Großes und Vernünftiges schaffen will, muss unabhängig von ihr sein. Das ist die erste Bedingung, im Leben wie in der Wissenschaft. Und er kann sicher sein: Später wird die öffentliche Meinung sein Werk anerkennen. Sie macht es dann zu einem ihrer Vorurteile.

Der große Mann:

Das Wahre in der öffentlichen Meinung zu finden, ist die Sache des großen Mannes. Er sagt seiner Zeit, was sie will, und er vollbringt es. Wer die öffentliche Meinung nicht zu verachten versteht, wird nie etwas Großes leisten.

Zusammenfassung: Die öffentliche Meinung verdient Achtung wegen ihrer Grundlage und Verachtung wegen ihrer Äußerungen. Wer Großes will, muss unabhängig von ihr sein. Später macht sie sein Werk zu ihrem Vorurteil.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 318: Achten und verachten</p>
<p>Die öffentliche Meinung verdient beides: Achtung und Verachtung.</p>
<p>Achtung wegen ihrer Grundlage. In ihr steckt, mehr oder weniger getrübt, das Wahre.</p>
<p>Verachtung wegen ihrer Äußerungen. Sie selbst kann das Wahre nicht vom Falschen unterscheiden.</p>
<p>Was folgt daraus?</p>
<p>Wer Großes und Vernünftiges schaffen will, muss unabhängig von ihr sein. Das ist die erste Bedingung, im Leben wie in der Wissenschaft. Und er kann sicher sein: Später wird die öffentliche Meinung sein Werk anerkennen. Sie macht es dann zu einem ihrer Vorurteile.</p>
<p>Der große Mann:</p>
<p>Das Wahre in der öffentlichen Meinung zu finden, ist die Sache des großen Mannes. Er sagt seiner Zeit, was sie will, und er vollbringt es. Wer die öffentliche Meinung nicht zu verachten versteht, wird nie etwas Großes leisten.</p>
<p>Zusammenfassung: Die öffentliche Meinung verdient Achtung wegen ihrer Grundlage und Verachtung wegen ihrer Äußerungen. Wer Großes will, muss unabhängig von ihr sein. Später macht sie sein Werk zu ihrem Vorurteil.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/318/#comment-3006</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:33:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Zugleich zu achten und zu verachten — dieselbe Sache erhält entgegengesetzte Urteile, je nachdem ob ihre wesentliche Grundlage oder ihre &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Konkret heißt bei Hegel: zusammengewachsen, reich an Bestimmungen — und damit das Wahre. Abstrakt ist das Arme.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;konkrete&lt;/a&gt; Äußerung genommen wird.&lt;/em&gt;

Das scheinbar paradoxe Doppelurteil ist nur die praktische Folge aus § 316: Weil in der öffentlichen Meinung Wesentliches und Unwesentliches in einer Existenz zusammenliegen, muss sie nach der einen Seite geachtet und nach der anderen verachtet werden, und die Grundlage „scheint“ in ihre konkrete Äußerung nur hinein, das heißt sie zeigt sich darin, ohne rein darin aufzugehen. Da sie den Maßstab, um beides zu trennen, selbst nicht besitzt, kann derjenige, der sich nach ihr richtet, nicht wissen, welcher Seite er folgt; deshalb ist die Unabhängigkeit von ihr die erste formelle Bedingung für Großes und Vernünftiges. Formell heißt hier: sie garantiert noch nichts, ist aber unerlässlich. Dass die öffentliche Meinung das Zustandegebrachte hinterher anerkennt und zu einem ihrer Vorurteile macht, bestätigt genau die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; aus § 317 — sie trägt das Substantielle, aber immer nur in der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; des Vorgefundenen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zugleich zu achten und zu verachten — dieselbe Sache erhält entgegengesetzte Urteile, je nachdem ob ihre wesentliche Grundlage oder ihre <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Konkret heißt bei Hegel: zusammengewachsen, reich an Bestimmungen — und damit das Wahre. Abstrakt ist das Arme." rel="ugc">konkrete</a> Äußerung genommen wird.</em></p>
<p>Das scheinbar paradoxe Doppelurteil ist nur die praktische Folge aus § 316: Weil in der öffentlichen Meinung Wesentliches und Unwesentliches in einer Existenz zusammenliegen, muss sie nach der einen Seite geachtet und nach der anderen verachtet werden, und die Grundlage „scheint“ in ihre konkrete Äußerung nur hinein, das heißt sie zeigt sich darin, ohne rein darin aufzugehen. Da sie den Maßstab, um beides zu trennen, selbst nicht besitzt, kann derjenige, der sich nach ihr richtet, nicht wissen, welcher Seite er folgt; deshalb ist die Unabhängigkeit von ihr die erste formelle Bedingung für Großes und Vernünftiges. Formell heißt hier: sie garantiert noch nichts, ist aber unerlässlich. Dass die öffentliche Meinung das Zustandegebrachte hinterher anerkennt und zu einem ihrer Vorurteile macht, bestätigt genau die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a> aus § 317 — sie trägt das Substantielle, aber immer nur in der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> des Vorgefundenen.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/318/#comment-1690</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:25:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In der öffentlichen Meinung ist alles Falsche und Wahre, aber das Wahre in ihr zu finden, ist die Sache des großen Mannes. Wer, was seine Zeit will und ausspricht, ihr sagt und vollbringt, ist der große Mann der Zeit. Er tut, was das Innere und Wesen der Zeit ist, verwirklicht sie, - und wer die öffentliche Meinung, wie er sie hier und da hört, nicht zu verachten versteht, wird es nie zu Großem bringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der öffentlichen Meinung ist alles Falsche und Wahre, aber das Wahre in ihr zu finden, ist die Sache des großen Mannes. Wer, was seine Zeit will und ausspricht, ihr sagt und vollbringt, ist der große Mann der Zeit. Er tut, was das Innere und Wesen der Zeit ist, verwirklicht sie, &#8211; und wer die öffentliche Meinung, wie er sie hier und da hört, nicht zu verachten versteht, wird es nie zu Großem bringen.</p>
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