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	Kommentare zu: 327	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/327/#comment-3394</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 11:37:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 327: Was ist Tapferkeit?

Tapferkeit ist eine formelle Tugend. Sie ist die höchste Freiheit von allen eigenen Zwecken, von Besitz, Genuss und Leben. Doch diese Freiheit zeigt sich nur äußerlich. Das Opfer selbst ist nicht geistig. Die Gesinnung dahinter kann so oder anders sein.

Verschiedene Arten:

Der Mut des Tieres, des Räubers, die Tapferkeit für die eigene Ehre, die ritterliche Tapferkeit: Das sind noch nicht die wahren Formen.

Die wahre Tapferkeit:

Sie ist die Bereitschaft, sich im Dienst des Staates zu opfern. Der Einzelne ist dabei nur einer unter vielen. Nicht der persönliche Mut zählt, sondern die Einordnung ins Ganze.

Ein Beispiel:

In Indien siegten fünfhundert Mann über zwanzigtausend. Die Unterlegenen waren nicht feige. Doch ihnen fehlte die Gesinnung, gemeinsam und geschlossen zu handeln.

Zusammenfassung: Tapferkeit ist Freiheit von allen eigenen Zwecken, aber nur äußerlich. Wahre Tapferkeit ist Einordnung ins Ganze im Dienst des Staates.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 327: Was ist Tapferkeit?</p>
<p>Tapferkeit ist eine formelle Tugend. Sie ist die höchste Freiheit von allen eigenen Zwecken, von Besitz, Genuss und Leben. Doch diese Freiheit zeigt sich nur äußerlich. Das Opfer selbst ist nicht geistig. Die Gesinnung dahinter kann so oder anders sein.</p>
<p>Verschiedene Arten:</p>
<p>Der Mut des Tieres, des Räubers, die Tapferkeit für die eigene Ehre, die ritterliche Tapferkeit: Das sind noch nicht die wahren Formen.</p>
<p>Die wahre Tapferkeit:</p>
<p>Sie ist die Bereitschaft, sich im Dienst des Staates zu opfern. Der Einzelne ist dabei nur einer unter vielen. Nicht der persönliche Mut zählt, sondern die Einordnung ins Ganze.</p>
<p>Ein Beispiel:</p>
<p>In Indien siegten fünfhundert Mann über zwanzigtausend. Die Unterlegenen waren nicht feige. Doch ihnen fehlte die Gesinnung, gemeinsam und geschlossen zu handeln.</p>
<p>Zusammenfassung: Tapferkeit ist Freiheit von allen eigenen Zwecken, aber nur äußerlich. Wahre Tapferkeit ist Einordnung ins Ganze im Dienst des Staates.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/327/#comment-3015</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:34:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Tapferkeit als formelle Tugend — höchste &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Abstraktion&lt;/a&gt; der Freiheit, aber ausgeführt auf äußerlich-wirkliche Weise, weshalb ihr Gehalt nicht in ihr selbst liegt.&lt;/em&gt;

Formell heißt hier, wie durchgehend bei Hegel, dass eine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; ohne den Inhalt betrachtet wird, der sie erst &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit&quot; title=&quot;Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;bestimmt&lt;/a&gt;. Die Tapferkeit sieht von allen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderen&lt;/a&gt; Zwecken, von Besitz, Genuss und Leben ab, und ist insofern die äußerste Abstraktion der Freiheit — ein Sichlösen von allem Bestimmten. Aber diese &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Negation&lt;/a&gt; vollzieht sie nicht denkend, sondern äußerlich-wirklich, im Einsatz des Leibes, und die Entäußerung ist als Vollführung nichts Geistiges; deshalb kann sie mit den verschiedensten Gesinnungen und Gründen einhergehen und ihr Ergebnis liegt nicht bei ihr, sondern bei anderen. Damit ist die Frage gestellt, woher ihr Gehalt kommt — die § 328 beantwortet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Tapferkeit als formelle Tugend — höchste <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">Abstraktion</a> der Freiheit, aber ausgeführt auf äußerlich-wirkliche Weise, weshalb ihr Gehalt nicht in ihr selbst liegt.</em></p>
<p>Formell heißt hier, wie durchgehend bei Hegel, dass eine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> ohne den Inhalt betrachtet wird, der sie erst <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit" title="Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen." rel="ugc">bestimmt</a>. Die Tapferkeit sieht von allen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderen</a> Zwecken, von Besitz, Genuss und Leben ab, und ist insofern die äußerste Abstraktion der Freiheit — ein Sichlösen von allem Bestimmten. Aber diese <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Negation meint nicht Verneinung im Streit, sondern Begrenzung: bestimmt sein heißt, nicht alles andere zu sein. Und weil sie die Negation von diesem ist, bleibt ein bestimmtes Ergebnis zurück, nicht nichts." rel="ugc">Negation</a> vollzieht sie nicht denkend, sondern äußerlich-wirklich, im Einsatz des Leibes, und die Entäußerung ist als Vollführung nichts Geistiges; deshalb kann sie mit den verschiedensten Gesinnungen und Gründen einhergehen und ihr Ergebnis liegt nicht bei ihr, sondern bei anderen. Damit ist die Frage gestellt, woher ihr Gehalt kommt — die § 328 beantwortet.</p>
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		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/327/#comment-1693</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:27:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Militärstand ist der Stand der Allgemeinheit, dem die Verteidigung des Staates zukommt und der die Pflicht hat, die Idealität an sich selbst zur Existenz zu bringen, das heißt sich aufzuopfern. Die Tapferkeit ist freilich verschieden. Der Mut des Tieres, des Räubers, die Tapferkeit für die Ehre, die ritterliche Tapferkeit sind noch nicht die wahren Formen. Die wahre Tapferkeit gebildeter Völker ist das Bereitsein zur Aufopferung im Dienste des Staates, so daß das Individuum nur eines unter vielen ausmacht. Nicht der persönliche Mut, sondern die Einordnung in das Allgemeine ist hier das Wichtige. In Indien siegten fünfhundert Mann über zwanzigtausend, die nicht feig waren, die aber nur nicht diese Gesinnung hatten, in der Vereinigung mit anderen geschlossen zu wirken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Militärstand ist der Stand der Allgemeinheit, dem die Verteidigung des Staates zukommt und der die Pflicht hat, die Idealität an sich selbst zur Existenz zu bringen, das heißt sich aufzuopfern. Die Tapferkeit ist freilich verschieden. Der Mut des Tieres, des Räubers, die Tapferkeit für die Ehre, die ritterliche Tapferkeit sind noch nicht die wahren Formen. Die wahre Tapferkeit gebildeter Völker ist das Bereitsein zur Aufopferung im Dienste des Staates, so daß das Individuum nur eines unter vielen ausmacht. Nicht der persönliche Mut, sondern die Einordnung in das Allgemeine ist hier das Wichtige. In Indien siegten fünfhundert Mann über zwanzigtausend, die nicht feig waren, die aber nur nicht diese Gesinnung hatten, in der Vereinigung mit anderen geschlossen zu wirken.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1830)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/327/#comment-2603</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1830)]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Sep 1830 23:06:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 546:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 546.&lt;/strong&gt; Dieser Zustand zeigt die Substanz des Staates in ihrer zur abstrakten Negativität fortgehenden Individualität, als die Macht, in welcher die besondere Selbständigkeit der Einzelnen und der Zustand ihres Versenktseins in das äußerliche Dasein des Besitzes und in das natürliche Leben sich als ein &lt;em&gt;Nichtiges&lt;/em&gt; fühlt und welche die Erhaltung der allgemeinen Substanz durch die in der Gesinnung derselben geschehende Aufopferung dieses natürlichen und besonderen Daseins, die Vereitelung des dagegen Eitlen vermittelt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 546:</em></p>
<p><strong>§ 546.</strong> Dieser Zustand zeigt die Substanz des Staates in ihrer zur abstrakten Negativität fortgehenden Individualität, als die Macht, in welcher die besondere Selbständigkeit der Einzelnen und der Zustand ihres Versenktseins in das äußerliche Dasein des Besitzes und in das natürliche Leben sich als ein <em>Nichtiges</em> fühlt und welche die Erhaltung der allgemeinen Substanz durch die in der Gesinnung derselben geschehende Aufopferung dieses natürlichen und besonderen Daseins, die Vereitelung des dagegen Eitlen vermittelt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1827)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/327/#comment-2601</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1827)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 1827 23:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=295#comment-2601</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 546:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 546.&lt;/strong&gt; Dieser Zustand zeigt die Substanz des Staates in ihrer zur abstracten Negativität fortgehenden Individualität, als die Macht, in welcher die besondere Selbstständigkeit der Einzelnen und der Zustand ihres Versenktseyns in das äußerliche Daseyn des Besitzes und in das natürliche Leben, sich als ein Nichtiges fühlt, und die Erhaltung der allgemeinen Substanz durch die Aufopferung dieses natürlichen und besondern Daseyns in der Gesinnung der Freiheit und Vereitlung des Eiteln sich mit sich selbst vermittelt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 546:</em></p>
<p><strong>§ 546.</strong> Dieser Zustand zeigt die Substanz des Staates in ihrer zur abstracten Negativität fortgehenden Individualität, als die Macht, in welcher die besondere Selbstständigkeit der Einzelnen und der Zustand ihres Versenktseyns in das äußerliche Daseyn des Besitzes und in das natürliche Leben, sich als ein Nichtiges fühlt, und die Erhaltung der allgemeinen Substanz durch die Aufopferung dieses natürlichen und besondern Daseyns in der Gesinnung der Freiheit und Vereitlung des Eiteln sich mit sich selbst vermittelt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Enzyklopädie 1817)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/327/#comment-2599</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Enzyklopädie 1817)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 1817 23:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=295#comment-2599</guid>

					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 444:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;§ 444.&lt;/strong&gt; Diese Unabhängigkeit macht den Streit zwischen ihnen zu einem Verhältnisse der Gewalt, einem Zustand des Krieges, für welchen der allgemeine Stand sich zu dem besondern Zwecke der Erhaltung der Selbstständigkeit des Staats gegen andere, zum Stand der &lt;em&gt;Tapferkeit&lt;/em&gt; bestimmt.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 444:</em></p>
<p><strong>§ 444.</strong> Diese Unabhängigkeit macht den Streit zwischen ihnen zu einem Verhältnisse der Gewalt, einem Zustand des Krieges, für welchen der allgemeine Stand sich zu dem besondern Zwecke der Erhaltung der Selbstständigkeit des Staats gegen andere, zum Stand der <em>Tapferkeit</em> bestimmt.</p>
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