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	Kommentare zu: 331	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/331/#comment-3398</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 11:37:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 331: Anerkennung

Ein Volk als Staat ist die absolute Macht auf Erden. Jeder Staat ist gegenüber anderen souverän.

Was braucht er?

Die anderen müssen ihn anerkennen. Das ist sein erstes Recht. So wie der Einzelne erst durch andere Personen eine wirkliche Person ist. Aber dieses Recht ist nur formell. Ob ein Staat es verdient, hängt von seinem Inhalt, seiner Verfassung und seinem Zustand ab.

Einmischung?

Ein Staat soll sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen einmischen. Doch wer Anerkennung will, muss auch die anderen anerkennen. Darum ist es den anderen nicht gleichgültig, was in ihm vorgeht.

Grenzfälle:

Bei einem Volk von Nomaden fragt es sich, ob es als Staat gelten kann. Und religiöse Gegensätze können Anerkennung verhindern, wie früher bei den Juden oder den muslimischen Völkern.

Napoleon:

Er sagte: Die französische Republik braucht so wenig Anerkennung wie die Sonne. Darin liegt nur die Stärke ihres Daseins, das die Anerkennung schon mit sich führt.

Zusammenfassung: Jeder Staat braucht die Anerkennung der anderen. Sie hängt aber auch von seinem Inhalt und seiner Verfassung ab. Wer Anerkennung will, muss auch die anderen anerkennen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 331: Anerkennung</p>
<p>Ein Volk als Staat ist die absolute Macht auf Erden. Jeder Staat ist gegenüber anderen souverän.</p>
<p>Was braucht er?</p>
<p>Die anderen müssen ihn anerkennen. Das ist sein erstes Recht. So wie der Einzelne erst durch andere Personen eine wirkliche Person ist. Aber dieses Recht ist nur formell. Ob ein Staat es verdient, hängt von seinem Inhalt, seiner Verfassung und seinem Zustand ab.</p>
<p>Einmischung?</p>
<p>Ein Staat soll sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen einmischen. Doch wer Anerkennung will, muss auch die anderen anerkennen. Darum ist es den anderen nicht gleichgültig, was in ihm vorgeht.</p>
<p>Grenzfälle:</p>
<p>Bei einem Volk von Nomaden fragt es sich, ob es als Staat gelten kann. Und religiöse Gegensätze können Anerkennung verhindern, wie früher bei den Juden oder den muslimischen Völkern.</p>
<p>Napoleon:</p>
<p>Er sagte: Die französische Republik braucht so wenig Anerkennung wie die Sonne. Darin liegt nur die Stärke ihres Daseins, das die Anerkennung schon mit sich führt.</p>
<p>Zusammenfassung: Jeder Staat braucht die Anerkennung der anderen. Sie hängt aber auch von seinem Inhalt und seiner Verfassung ab. Wer Anerkennung will, muss auch die anderen anerkennen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/331/#comment-3019</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:34:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang&quot; title=&quot;Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Übergang&lt;/a&gt; der Souveränität nach innen in die Souveränität nach außen — das Fürsichsein des Staates hat &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Wirklichkeit&lt;/a&gt; nur als Sein für anderes, als Anerkanntsein, dessen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinheit&lt;/a&gt; zunächst bloß &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;formell&lt;/a&gt; ist.&lt;/em&gt;

Der Paragraph vollzieht für den Staat denselben Schritt, den § 71 für die Person getan hat: Etwas ist wirklich selbständig nur, indem es zugleich für ein anderes ist. Der nach innen souveräne Staat erhält seine Wirklichkeit nach außen erst dadurch, dass andere Staaten ihn als selbständigen gelten lassen. Hegel trennt dabei sofort zwei Ebenen: Die bloße Forderung, anerkannt zu werden, weil man Staat sei, nennt er &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt&quot; title=&quot;Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;abstrakt&lt;/a&gt;, weil sie vom Inhalt absieht — sie behauptet nur die leere Form der Staatlichkeit. Ob ein Staat das, was er von sich behauptet, in der Tat ist, entscheidet sich an Verfassung und Zustand; und weil die Anerkennung ein Verhältnis zwischen zweien ist, hängt sie ebenso am &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-schluss&quot; title=&quot;Das Urteil ist bei Hegel die ursprüngliche Teilung des Begriffs in seine Momente, nicht eine Meinung.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Urteil&lt;/a&gt; des anderen und bleibt insoweit &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;zufällig&lt;/a&gt;. In der Anmerkung zieht Hegel daraus eine Schwelle: Bei einem nomadischen Volke und überhaupt bei einem, das auf einer niederen Stufe der Kultur steht, trete sogar die Frage ein, „inwiefern es als ein Staat betrachtet werden könne“, und der religiöse Gesichtspunkt könne eine Entgegensetzung enthalten, welche die zur Anerkennung gehörige allgemeine &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet&quot; title=&quot;Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Identität&lt;/a&gt; nicht zulässt — an diese Schwelle knüpfen §§ 349 ff. an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang" title="Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt." rel="ugc">Übergang</a> der Souveränität nach innen in die Souveränität nach außen — das Fürsichsein des Staates hat <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat." rel="ugc">Wirklichkeit</a> nur als Sein für anderes, als Anerkanntsein, dessen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinheit</a> zunächst bloß <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">formell</a> ist.</em></p>
<p>Der Paragraph vollzieht für den Staat denselben Schritt, den § 71 für die Person getan hat: Etwas ist wirklich selbständig nur, indem es zugleich für ein anderes ist. Der nach innen souveräne Staat erhält seine Wirklichkeit nach außen erst dadurch, dass andere Staaten ihn als selbständigen gelten lassen. Hegel trennt dabei sofort zwei Ebenen: Die bloße Forderung, anerkannt zu werden, weil man Staat sei, nennt er <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-abstrakt" title="Abstrakt heißt bei Hegel nicht schwer verständlich, sondern arm: aus dem Zusammenhang herausgerissen, einseitig." rel="ugc">abstrakt</a>, weil sie vom Inhalt absieht — sie behauptet nur die leere Form der Staatlichkeit. Ob ein Staat das, was er von sich behauptet, in der Tat ist, entscheidet sich an Verfassung und Zustand; und weil die Anerkennung ein Verhältnis zwischen zweien ist, hängt sie ebenso am <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-schluss" title="Das Urteil ist bei Hegel die ursprüngliche Teilung des Begriffs in seine Momente, nicht eine Meinung." rel="ugc">Urteil</a> des anderen und bleibt insoweit <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu." rel="ugc">zufällig</a>. In der Anmerkung zieht Hegel daraus eine Schwelle: Bei einem nomadischen Volke und überhaupt bei einem, das auf einer niederen Stufe der Kultur steht, trete sogar die Frage ein, „inwiefern es als ein Staat betrachtet werden könne“, und der religiöse Gesichtspunkt könne eine Entgegensetzung enthalten, welche die zur Anerkennung gehörige allgemeine <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-identitaet" title="Identität ist bei Hegel nie die leere Gleichheit A = A, sondern immer die Identität eines Unterschiedenen." rel="ugc">Identität</a> nicht zulässt — an diese Schwelle knüpfen §§ 349 ff. an.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/331/#comment-1696</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:28:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn Napoleon vor dem Frieden von &lt;em&gt;Campoformio&lt;/em&gt; sagte: &quot;Die französische Republik bedarf keiner Anerkennung, sowenig wie die Sonne anerkannt zu werden braucht&quot;, so liegt in diesen Worten weiter nichts als eben die Stärke der Existenz, die schon die Gewähr der Anerkennung mit sich führt, ohne daß sie ausgesprochen wurde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Napoleon vor dem Frieden von <em>Campoformio</em> sagte: &#8222;Die französische Republik bedarf keiner Anerkennung, sowenig wie die Sonne anerkannt zu werden braucht&#8220;, so liegt in diesen Worten weiter nichts als eben die Stärke der Existenz, die schon die Gewähr der Anerkennung mit sich führt, ohne daß sie ausgesprochen wurde.</p>
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