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	Kommentare zu: 333	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/333/#comment-3400</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 11:37:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 333: Das Völkerrecht

Der Grundsatz des Völkerrechts lautet: Man soll Verträge halten.

Warum nur „soll“?

Staaten sind souverän. Über ihnen steht keine Macht. Darum befinden sie sich zueinander im Naturzustand. Ihre Rechte hängen am besonderen Willen jedes Staates. So wechseln Zeiten, in denen man Verträge hält, mit Zeiten, in denen man sie bricht.

Kein Richter:

Zwischen Staaten gibt es keinen Richter. Höchstens Schiedsrichter und Vermittler, und die auch nur zufällig.

Kants ewiger Friede:

Kant dachte an einen Bund der Staaten, der jeden Streit schlichtet. Dann wäre Krieg unmöglich. Doch ein solcher Bund setzt voraus, dass alle Staaten zustimmen. Diese Zustimmung beruht wieder auf ihrem besonderen Willen. Sie bleibt also zufällig.

Zusammenfassung: Staaten sollen ihre Verträge halten. Doch keine Macht steht über den Staaten. Darum bleibt das Völkerrecht ein Sollen, und auch Kants Friedensbund bleibt zufällig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 333: Das Völkerrecht</p>
<p>Der Grundsatz des Völkerrechts lautet: Man soll Verträge halten.</p>
<p>Warum nur „soll“?</p>
<p>Staaten sind souverän. Über ihnen steht keine Macht. Darum befinden sie sich zueinander im Naturzustand. Ihre Rechte hängen am besonderen Willen jedes Staates. So wechseln Zeiten, in denen man Verträge hält, mit Zeiten, in denen man sie bricht.</p>
<p>Kein Richter:</p>
<p>Zwischen Staaten gibt es keinen Richter. Höchstens Schiedsrichter und Vermittler, und die auch nur zufällig.</p>
<p>Kants ewiger Friede:</p>
<p>Kant dachte an einen Bund der Staaten, der jeden Streit schlichtet. Dann wäre Krieg unmöglich. Doch ein solcher Bund setzt voraus, dass alle Staaten zustimmen. Diese Zustimmung beruht wieder auf ihrem besonderen Willen. Sie bleibt also zufällig.</p>
<p>Zusammenfassung: Staaten sollen ihre Verträge halten. Doch keine Macht steht über den Staaten. Darum bleibt das Völkerrecht ein Sollen, und auch Kants Friedensbund bleibt zufällig.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/333/#comment-3021</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:34:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Das &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeine&lt;/a&gt; ohne eigene &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Wirklichkeit&lt;/a&gt; bleibt beim Sollen — weil die Rechte der Staaten nur im &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderen&lt;/a&gt; Willen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-dasein&quot; title=&quot;Dasein ist bestimmtes Sein — Sein, das eine Grenze und damit eine Gestalt in der Welt hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Dasein&lt;/a&gt; haben, verkehrt sich der Grundsatz des Völkerrechts in einen Wechsel von Erfüllung und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-aufheben&quot; title=&quot;Aufheben hat bei Hegel ausdrücklich zwei Bedeutungen: aufbewahren und beenden. Das Aufgehobene ist weder weg noch unverändert da — es ist zum Moment geworden.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Aufhebung&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;

Der Zug dieses Paragraphen ist ein Nachweis des Mangels: Hegel &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;setzt&lt;/a&gt; zuerst das Allgemeine — Verträge sollen gehalten werden — und zeigt dann, dass ihm die Wirklichkeit fehlt, weil über den Staaten keine Macht steht, in der es Dasein hätte. Ein Allgemeines, das nur gefordert, aber nicht verwirklicht ist, heißt bei Hegel Sollen; das ist keine bloße Redeweise, sondern die logische &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; eines Inhalts, dem sein eigenes Gegenteil ebenso möglich bleibt. Daraus folgt nicht Unrecht, sondern Abwechslung: ein Zustand, der zwischen Vertragstreue und Vertragsbruch hin und her geht, weil beides gleich sehr am besonderen Willen hängt. Die Anmerkung wendet genau dieses Argument gegen Kants Staatenbund — auch dessen Einstimmung ruhte wieder auf besonderen Willen und wäre damit selbst wieder &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;zufällig&lt;/a&gt;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeine</a> ohne eigene <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat." rel="ugc">Wirklichkeit</a> bleibt beim Sollen — weil die Rechte der Staaten nur im <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderen</a> Willen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-dasein" title="Dasein ist bestimmtes Sein — Sein, das eine Grenze und damit eine Gestalt in der Welt hat." rel="ugc">Dasein</a> haben, verkehrt sich der Grundsatz des Völkerrechts in einen Wechsel von Erfüllung und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-aufheben" title="Aufheben hat bei Hegel ausdrücklich zwei Bedeutungen: aufbewahren und beenden. Das Aufgehobene ist weder weg noch unverändert da — es ist zum Moment geworden." rel="ugc">Aufhebung</a>.</em></p>
<p>Der Zug dieses Paragraphen ist ein Nachweis des Mangels: Hegel <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">setzt</a> zuerst das Allgemeine — Verträge sollen gehalten werden — und zeigt dann, dass ihm die Wirklichkeit fehlt, weil über den Staaten keine Macht steht, in der es Dasein hätte. Ein Allgemeines, das nur gefordert, aber nicht verwirklicht ist, heißt bei Hegel Sollen; das ist keine bloße Redeweise, sondern die logische <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a> eines Inhalts, dem sein eigenes Gegenteil ebenso möglich bleibt. Daraus folgt nicht Unrecht, sondern Abwechslung: ein Zustand, der zwischen Vertragstreue und Vertragsbruch hin und her geht, weil beides gleich sehr am besonderen Willen hängt. Die Anmerkung wendet genau dieses Argument gegen Kants Staatenbund — auch dessen Einstimmung ruhte wieder auf besonderen Willen und wäre damit selbst wieder <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu." rel="ugc">zufällig</a>.</p>
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