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	Kommentare zu: 349	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/349/#comment-3416</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 11:59:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 349: Vom Volk zum Staat

Ein Volk ist zunächst noch kein Staat. Eine Familie, eine Horde, ein Stamm, eine Menge: Erst wenn sie zum Staat werden, verwirklicht sich in ihnen die Idee.

Was fehlt vorher?

Gesetze, die gedacht und allgemein gültig sind. Ohne sie erkennen andere das Volk nicht an. Seine Unabhängigkeit ist nur formell. Sie ist noch keine Souveränität.

Vor der Geschichte:

Auch im gewöhnlichen Sprachgebrauch nennt man die Herrschaft eines Stammesvaters keine Verfassung. Vor dem Anfang der wirklichen Geschichte liegt zweierlei. Auf der einen Seite eine dumpfe Unschuld ohne Interesse. Auf der anderen die Tapferkeit im Kampf um Anerkennung und Rache.

Zusammenfassung: Ein Volk wird erst durch Gesetze zum Staat. Vorher ist seine Unabhängigkeit nur formell. Die wirkliche Geschichte beginnt mit dem Staat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 349: Vom Volk zum Staat</p>
<p>Ein Volk ist zunächst noch kein Staat. Eine Familie, eine Horde, ein Stamm, eine Menge: Erst wenn sie zum Staat werden, verwirklicht sich in ihnen die Idee.</p>
<p>Was fehlt vorher?</p>
<p>Gesetze, die gedacht und allgemein gültig sind. Ohne sie erkennen andere das Volk nicht an. Seine Unabhängigkeit ist nur formell. Sie ist noch keine Souveränität.</p>
<p>Vor der Geschichte:</p>
<p>Auch im gewöhnlichen Sprachgebrauch nennt man die Herrschaft eines Stammesvaters keine Verfassung. Vor dem Anfang der wirklichen Geschichte liegt zweierlei. Auf der einen Seite eine dumpfe Unschuld ohne Interesse. Auf der anderen die Tapferkeit im Kampf um Anerkennung und Rache.</p>
<p>Zusammenfassung: Ein Volk wird erst durch Gesetze zum Staat. Vorher ist seine Unabhängigkeit nur formell. Die wirkliche Geschichte beginnt mit dem Staat.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/349/#comment-3037</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:36:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang&quot; title=&quot;Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Übergang&lt;/a&gt; eines Volkes in den Staat als formelle Realisierung der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Die Idee ist der Begriff zusammen mit seiner Verwirklichung — der Gegenstand des ganzen Buches.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Idee&lt;/a&gt; — ohne die Objektivität gedachter Gesetze bleibt die sittliche &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz&quot; title=&quot;Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Substanz&lt;/a&gt; bloß &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an sich&lt;/a&gt; und die Selbständigkeit nur &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;formell&lt;/a&gt;, also nicht Souveränität.&lt;/em&gt;

Der Paragraph nennt die Schwelle, an der Geschichte im eigentlichen Sinn beginnt, und begründet sie mit einem Unterschied, der das ganze Werk trägt: An sich ist ein Volk sittliche Substanz auch schon als Stamm oder Horde — es lebt in Sitten, die tatsächlich gelten. Aber an sich heißt: erst der Möglichkeit nach, noch nicht ausdrücklich &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;gesetzt&lt;/a&gt;. Objektivität erlangt dieses Sittliche erst in Gesetzen, denn ein Gesetz ist eine gedachte &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmung&lt;/a&gt; und darum &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;allgemein&lt;/a&gt; und nachprüfbar — für die Angehörigen und für andere. Weil aber die Anerkennung nach § 331 eben an einem solchen feststellbaren Inhalt hängt, ist eine Selbständigkeit ohne Gesetzlichkeit bloß formell und noch keine Souveränität.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-uebergang" title="Ein Übergang ist die Stelle, an der eine Gestalt an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbricht und die nächste hervortreibt." rel="ugc">Übergang</a> eines Volkes in den Staat als formelle Realisierung der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Die Idee ist der Begriff zusammen mit seiner Verwirklichung — der Gegenstand des ganzen Buches." rel="ugc">Idee</a> — ohne die Objektivität gedachter Gesetze bleibt die sittliche <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz" title="Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist." rel="ugc">Substanz</a> bloß <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst." rel="ugc">an sich</a> und die Selbständigkeit nur <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">formell</a>, also nicht Souveränität.</em></p>
<p>Der Paragraph nennt die Schwelle, an der Geschichte im eigentlichen Sinn beginnt, und begründet sie mit einem Unterschied, der das ganze Werk trägt: An sich ist ein Volk sittliche Substanz auch schon als Stamm oder Horde — es lebt in Sitten, die tatsächlich gelten. Aber an sich heißt: erst der Möglichkeit nach, noch nicht ausdrücklich <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">gesetzt</a>. Objektivität erlangt dieses Sittliche erst in Gesetzen, denn ein Gesetz ist eine gedachte <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmung</a> und darum <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">allgemein</a> und nachprüfbar — für die Angehörigen und für andere. Weil aber die Anerkennung nach § 331 eben an einem solchen feststellbaren Inhalt hängt, ist eine Selbständigkeit ohne Gesetzlichkeit bloß formell und noch keine Souveränität.</p>
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