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	Kommentare zu: 355	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/355/#comment-3422</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 11:59:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 355: Das orientalische Reich

Das erste Reich geht von der Herrschaft der Väter aus, von einem Ganzen der Natur. Hier ist noch nichts getrennt.

Wie sieht es aus?

Die Regierung ist Herrschaft der Priester. Der Herrscher ist zugleich Hoherpriester oder selbst Gott. Verfassung und Gesetz sind zugleich Religion. Gebote der Religion und der Sitte sind zugleich Gesetze des Staates.

Und der Einzelne?

In der Pracht dieses Ganzen geht er rechtlos unter. Die Natur gilt als göttlich. Statt Gesetzen gibt es umständliche, abergläubische Zeremonien. Und die Willkür persönlicher Gewalt. Die Stände erstarren zu Kasten.

Ruhe und Toben:

In diesem Staat ist nichts beweglich. Was fest ist, ist versteinert. Lebendig ist er nur, wenn er sich nach außen wendet. Dann wird er ein wildes Toben und Verwüsten. Die Ruhe im Innern ist Schwäche und Ermattung.

Zusammenfassung: Im orientalischen Reich sind Staat und Religion eins. Der Einzelne geht darin rechtlos unter. Nach innen ist alles erstarrt, nach außen tobt es verwüstend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 355: Das orientalische Reich</p>
<p>Das erste Reich geht von der Herrschaft der Väter aus, von einem Ganzen der Natur. Hier ist noch nichts getrennt.</p>
<p>Wie sieht es aus?</p>
<p>Die Regierung ist Herrschaft der Priester. Der Herrscher ist zugleich Hoherpriester oder selbst Gott. Verfassung und Gesetz sind zugleich Religion. Gebote der Religion und der Sitte sind zugleich Gesetze des Staates.</p>
<p>Und der Einzelne?</p>
<p>In der Pracht dieses Ganzen geht er rechtlos unter. Die Natur gilt als göttlich. Statt Gesetzen gibt es umständliche, abergläubische Zeremonien. Und die Willkür persönlicher Gewalt. Die Stände erstarren zu Kasten.</p>
<p>Ruhe und Toben:</p>
<p>In diesem Staat ist nichts beweglich. Was fest ist, ist versteinert. Lebendig ist er nur, wenn er sich nach außen wendet. Dann wird er ein wildes Toben und Verwüsten. Die Ruhe im Innern ist Schwäche und Ermattung.</p>
<p>Zusammenfassung: Im orientalischen Reich sind Staat und Religion eins. Der Einzelne geht darin rechtlos unter. Nach innen ist alles erstarrt, nach außen tobt es verwüstend.</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/355/#comment-3043</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:36:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Das erste Prinzip in seiner &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Erscheinung&lt;/a&gt; — ungetrennte &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz&quot; title=&quot;Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Substantialität&lt;/a&gt;, in der die Persönlichkeit rechtlos untergeht und der fehlende innere Unterschied sich nach außen als elementarisches Toben kehrt.&lt;/em&gt;

Der Paragraph zeigt das erste der vier Prinzipien in der Gestalt, die Hegel ihm zuschreibt: Weil die Einheit noch keinen Unterschied in sich &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;gesetzt&lt;/a&gt; hat, fallen nach seiner Darstellung Religion, Staatsverfassung, Gesetzgebung und Sitte in eins, und die individuelle Persönlichkeit geht rechtlos unter, weil sie sich vom Ganzen noch nicht abgelöst hat. Was sich dennoch unterscheidet, kann bei Hegel nicht die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; des Gesetzes annehmen, sondern erstarrt zu Zeremonie und Kaste — &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung&quot; title=&quot;Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Bestimmungen&lt;/a&gt;, die vorhanden, aber nicht gedacht sind. Daraus folgt Hegels Schlusssatz über die Bewegung nach außen: Ein Ganzes, in dem sich innerlich nichts bewegen kann, hat seine Beweglichkeit nur noch als äußeres Ausgreifen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das erste Prinzip in seiner <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Erscheinung ist die Gestalt, in der ein Wesen heraustritt, aber noch getrennt von ihm — zwischen bloßem Schein und voller Wirklichkeit." rel="ugc">Erscheinung</a> — ungetrennte <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz" title="Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist." rel="ugc">Substantialität</a>, in der die Persönlichkeit rechtlos untergeht und der fehlende innere Unterschied sich nach außen als elementarisches Toben kehrt.</em></p>
<p>Der Paragraph zeigt das erste der vier Prinzipien in der Gestalt, die Hegel ihm zuschreibt: Weil die Einheit noch keinen Unterschied in sich <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">gesetzt</a> hat, fallen nach seiner Darstellung Religion, Staatsverfassung, Gesetzgebung und Sitte in eins, und die individuelle Persönlichkeit geht rechtlos unter, weil sie sich vom Ganzen noch nicht abgelöst hat. Was sich dennoch unterscheidet, kann bei Hegel nicht die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> des Gesetzes annehmen, sondern erstarrt zu Zeremonie und Kaste — <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmung" title="Bestimmung ist die Bestimmtheit als das Eigene eines Dinges: was es an sich ist und an ihm sein soll." rel="ugc">Bestimmungen</a>, die vorhanden, aber nicht gedacht sind. Daraus folgt Hegels Schlusssatz über die Bewegung nach außen: Ein Ganzes, in dem sich innerlich nichts bewegen kann, hat seine Beweglichkeit nur noch als äußeres Ausgreifen.</p>
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