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	Kommentare zu: 72	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/72/#comment-3087</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 17:36:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 72: Was ein Vertrag ist

Im Vertrag gehört mir eine Sache nicht mehr nur durch meinen eigenen Willen. Auch der Wille eines anderen steckt darin.

Das klingt einfach. Doch darin steckt ein seltsamer Widerspruch. Ich will Eigentümer sein und bleiben, ganz für mich. Zugleich höre ich auf, Eigentümer zu sein. Denn ich einige mich mit einem anderen und gebe etwas her.

Wie passt das zusammen?

Der Vertrag löst diesen Widerspruch. Er ist ein Vorgang, in dem beides geschieht. Wer auf dem Markt seine Äpfel verkauft, gibt die Äpfel her. Trotzdem bleibt er Eigentümer. Er hat jetzt Geld statt Äpfel. Und er hat die Äpfel mit seinem eigenen Willen hergegeben.

Zusammenfassung: Im Vertrag gebe ich Eigentum auf und bleibe doch Eigentümer. Das gelingt, weil zwei Willen sich einigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 72: Was ein Vertrag ist</p>
<p>Im Vertrag gehört mir eine Sache nicht mehr nur durch meinen eigenen Willen. Auch der Wille eines anderen steckt darin.</p>
<p>Das klingt einfach. Doch darin steckt ein seltsamer Widerspruch. Ich will Eigentümer sein und bleiben, ganz für mich. Zugleich höre ich auf, Eigentümer zu sein. Denn ich einige mich mit einem anderen und gebe etwas her.</p>
<p>Wie passt das zusammen?</p>
<p>Der Vertrag löst diesen Widerspruch. Er ist ein Vorgang, in dem beides geschieht. Wer auf dem Markt seine Äpfel verkauft, gibt die Äpfel her. Trotzdem bleibt er Eigentümer. Er hat jetzt Geld statt Äpfel. Und er hat die Äpfel mit seinem eigenen Willen hergegeben.</p>
<p>Zusammenfassung: Im Vertrag gebe ich Eigentum auf und bleibe doch Eigentümer. Das gelingt, weil zwei Willen sich einigen.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/72/#comment-2760</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:09:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Der Vertrag als Prozess, in dem der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet&quot; title=&quot;Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Widerspruch&lt;/a&gt;, ausschließender Eigentümer zu bleiben und es im identischen Willen zugleich aufzuhören, sich darstellt und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;vermittelt&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;

Der Vertrag wird nicht als Übereinkunft zweier Personen über eine Sache &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit&quot; title=&quot;Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;bestimmt&lt;/a&gt;, sondern als ein Widerspruch, der sich abarbeitet. Eigentum heißt: Mein Wille schließt jeden anderen aus. Im Vertrag höre ich auf, ausschließender Eigentümer zu sein, weil mein Wille mit dem des anderen zusammenfällt, und bin es zugleich, weil ich überhaupt nur als Eigentümer etwas aufgeben kann. Prozess heißt dabei, dass dieser Widerspruch nicht beseitigt, sondern durchlaufen wird: Er tritt hervor und wird im gemeinsamen Willen ausgehalten, statt hinter einer der beiden Seiten zu verschwinden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Vertrag als Prozess, in dem der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-negativitaet" title="Ein Widerspruch ist bei Hegel kein Denkfehler, sondern die Stelle, an der eine Bestimmung nicht hält, was sie verspricht — und dadurch weitertreibt." rel="ugc">Widerspruch</a>, ausschließender Eigentümer zu bleiben und es im identischen Willen zugleich aufzuhören, sich darstellt und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt." rel="ugc">vermittelt</a>.</em></p>
<p>Der Vertrag wird nicht als Übereinkunft zweier Personen über eine Sache <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-bestimmtheit" title="Bestimmtheit ist die Grenze, durch die etwas dieses und nicht jenes ist; bestimmen heißt, sie setzen." rel="ugc">bestimmt</a>, sondern als ein Widerspruch, der sich abarbeitet. Eigentum heißt: Mein Wille schließt jeden anderen aus. Im Vertrag höre ich auf, ausschließender Eigentümer zu sein, weil mein Wille mit dem des anderen zusammenfällt, und bin es zugleich, weil ich überhaupt nur als Eigentümer etwas aufgeben kann. Prozess heißt dabei, dass dieser Widerspruch nicht beseitigt, sondern durchlaufen wird: Er tritt hervor und wird im gemeinsamen Willen ausgehalten, statt hinter einer der beiden Seiten zu verschwinden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/72/#comment-1749</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 1822 08:10:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Diese &lt;em&gt;Einheit&lt;/em&gt; zweier sich &lt;em&gt;anerkennender&lt;/em&gt; als freier - erhält selbst Dasein, - Prozeß - Anerkennung ist nur diese abstrakte Einheit - Erwerben, Besitznehmen - innerhalb und vermöge dieses Anerkennens. Anerkennen für sich formell. 
Formell, äußere Vorstellung - 
&lt;em&gt;Erwerb einer Sache&lt;/em&gt;, die einem &lt;em&gt;andern freien Willen&lt;/em&gt; angehört - So bestimmt hat der Vertrag das Interesse, daß Ich &lt;em&gt;Etwas&lt;/em&gt; besitze; - dies das Interesse der Besonderheit -
durch gemeinschaftlichen Willen
&lt;em&gt;Vernunftinteresse&lt;/em&gt;: α) daß ich Eigentümer bin und bleibe - β) daß mein Dasein, als Eigentümer, Objektivität - das freie Selbstbewußtsein eines Andern sei -
Besonderes Interesse durch
- mein Wille als daseiend, d. i. als Allgemeines]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese <em>Einheit</em> zweier sich <em>anerkennender</em> als freier &#8211; erhält selbst Dasein, &#8211; Prozeß &#8211; Anerkennung ist nur diese abstrakte Einheit &#8211; Erwerben, Besitznehmen &#8211; innerhalb und vermöge dieses Anerkennens. Anerkennen für sich formell.<br />
Formell, äußere Vorstellung &#8211;<br />
<em>Erwerb einer Sache</em>, die einem <em>andern freien Willen</em> angehört &#8211; So bestimmt hat der Vertrag das Interesse, daß Ich <em>Etwas</em> besitze; &#8211; dies das Interesse der Besonderheit &#8211;<br />
durch gemeinschaftlichen Willen<br />
<em>Vernunftinteresse</em>: α) daß ich Eigentümer bin und bleibe &#8211; β) daß mein Dasein, als Eigentümer, Objektivität &#8211; das freie Selbstbewußtsein eines Andern sei &#8211;<br />
Besonderes Interesse durch<br />
&#8211; mein Wille als daseiend, d. i. als Allgemeines</p>
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