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	<title>
	Kommentare zu: 83	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/83/#comment-3098</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 17:36:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 83: Drei Arten von Unrecht

Es gibt drei Arten von Unrecht.

Erstens das Unrecht ohne böse Absicht. Zwei Menschen streiten um eine Sache. Jeder glaubt ehrlich, sie gehöre ihm. Einer von beiden irrt. Er tut Unrecht, ohne es zu wollen. Das ist das bürgerliche Unrecht.

Zweitens der Betrug. Hier weiß der Täter, dass er im Unrecht ist. Aber er tut so, als sei alles recht. Er macht dem anderen etwas vor.

Drittens das Verbrechen. Hier will der Täter das Unrecht offen. Er gibt sich nicht einmal den Anschein, recht zu handeln.

Was verbindet die drei?

Beim ersten Unrecht achten beide noch das Recht. Beide wollen ja nur, was ihnen zusteht. Beim Betrug bleibt wenigstens die Form gewahrt. Beim Verbrechen fehlt jede Achtung vor dem Recht.

Zusammenfassung: Das Unrecht hat drei Stufen: der ehrliche Streit, der Betrug und das Verbrechen. Von Stufe zu Stufe schwindet die Achtung vor dem Recht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 83: Drei Arten von Unrecht</p>
<p>Es gibt drei Arten von Unrecht.</p>
<p>Erstens das Unrecht ohne böse Absicht. Zwei Menschen streiten um eine Sache. Jeder glaubt ehrlich, sie gehöre ihm. Einer von beiden irrt. Er tut Unrecht, ohne es zu wollen. Das ist das bürgerliche Unrecht.</p>
<p>Zweitens der Betrug. Hier weiß der Täter, dass er im Unrecht ist. Aber er tut so, als sei alles recht. Er macht dem anderen etwas vor.</p>
<p>Drittens das Verbrechen. Hier will der Täter das Unrecht offen. Er gibt sich nicht einmal den Anschein, recht zu handeln.</p>
<p>Was verbindet die drei?</p>
<p>Beim ersten Unrecht achten beide noch das Recht. Beide wollen ja nur, was ihnen zusteht. Beim Betrug bleibt wenigstens die Form gewahrt. Beim Verbrechen fehlt jede Achtung vor dem Recht.</p>
<p>Zusammenfassung: Das Unrecht hat drei Stufen: der ehrliche Streit, der Betrug und das Verbrechen. Von Stufe zu Stufe schwindet die Achtung vor dem Recht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/83/#comment-2771</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:09:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Einteilung des Unrechts nach dem Grade, in dem der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung&quot; title=&quot;Schein ist ein bloßes Scheinen ohne eigenen Halt — die schwächste der drei Stufen Schein, Erscheinung, Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Schein&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;gesetzt&lt;/a&gt; ist — &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an sich&lt;/a&gt;, durch das Subjekt, schlechthin als nichtig.&lt;/em&gt;

Die drei Formen des Unrechts werden nicht nach Schwere oder Beweggrund geordnet, sondern danach, wieviel von dem Schein jeweils gewusst und gewollt ist. Beim unbefangenen Unrecht ist der Schein bloß da, ohne dass jemand ihn erzeugt; beim Betrug erzeugt ihn das Subjekt, hält aber die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form&quot; title=&quot;Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Form&lt;/a&gt; des Rechts noch aufrecht; beim Verbrechen wird das Recht selbst als nichtig gesetzt. Schein heißt dabei nicht Irrtum im Kopf, sondern ein wirkliches Verhältnis, das die Form des Rechts hat, ohne dessen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinheit&lt;/a&gt; zu haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Einteilung des Unrechts nach dem Grade, in dem der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-erscheinung" title="Schein ist ein bloßes Scheinen ohne eigenen Halt — die schwächste der drei Stufen Schein, Erscheinung, Wirklichkeit." rel="ugc">Schein</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">gesetzt</a> ist — <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An sich heißt: der Sache nach, seinem Begriffe nach, aber noch nicht gewußt und noch nicht verwirklicht. Wo es steht, ist etwas noch nicht eingelöst." rel="ugc">an sich</a>, durch das Subjekt, schlechthin als nichtig.</em></p>
<p>Die drei Formen des Unrechts werden nicht nach Schwere oder Beweggrund geordnet, sondern danach, wieviel von dem Schein jeweils gewusst und gewollt ist. Beim unbefangenen Unrecht ist der Schein bloß da, ohne dass jemand ihn erzeugt; beim Betrug erzeugt ihn das Subjekt, hält aber die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-form" title="Form ist nicht das Äußerliche gegenüber dem Inhalt, sondern die Weise, in der der Inhalt sich gliedert. Bloß formell heißt: die Weise ist da, der Inhalt fehlt noch." rel="ugc">Form</a> des Rechts noch aufrecht; beim Verbrechen wird das Recht selbst als nichtig gesetzt. Schein heißt dabei nicht Irrtum im Kopf, sondern ein wirkliches Verhältnis, das die Form des Rechts hat, ohne dessen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinheit</a> zu haben.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/83/#comment-1557</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:18:46 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=857#comment-1557</guid>

					<description><![CDATA[Das Unrecht ist also der Schein des Wesens, der sich als selbstständig setzt. Ist der Schein nur an sich und nicht auch für sich, das heißt, gilt mir das Unrecht für Recht, so ist dasselbe hier unbefangen. Der Schein ist hier für das Recht, nicht aber für mich. Das zweite Unrecht ist der Betrug. Hier ist das Unrecht kein Schein für das Recht an sich, sondern es findet so statt, daß ich dem anderen einen Schein vormache. Indem ich betrüge, ist für mich das Recht ein Schein. Im ersten Falle war für das Recht das Unrecht ein Schein. Im zweiten ist mir selber, als dem Unrecht, das Recht nur ein Schein. Das dritte Unrecht ist endlich das Verbrechen. Dies ist an sich und für mich Unrecht: ich will aber hier das Unrecht und gebrauche auch den Schein des Rechts nicht. Der andere, gegen den das Verbrechen geschieht, soll das an und für sich seiende Unrecht nicht als Recht ansehen. Der Unterschied zwischen Verbrechen und Betrug ist, daß in diesem in der Form des Tuns noch eine Anerkennung des Rechts liegt, was bei dem Verbrechen ebenfalls fehlt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Unrecht ist also der Schein des Wesens, der sich als selbstständig setzt. Ist der Schein nur an sich und nicht auch für sich, das heißt, gilt mir das Unrecht für Recht, so ist dasselbe hier unbefangen. Der Schein ist hier für das Recht, nicht aber für mich. Das zweite Unrecht ist der Betrug. Hier ist das Unrecht kein Schein für das Recht an sich, sondern es findet so statt, daß ich dem anderen einen Schein vormache. Indem ich betrüge, ist für mich das Recht ein Schein. Im ersten Falle war für das Recht das Unrecht ein Schein. Im zweiten ist mir selber, als dem Unrecht, das Recht nur ein Schein. Das dritte Unrecht ist endlich das Verbrechen. Dies ist an sich und für mich Unrecht: ich will aber hier das Unrecht und gebrauche auch den Schein des Rechts nicht. Der andere, gegen den das Verbrechen geschieht, soll das an und für sich seiende Unrecht nicht als Recht ansehen. Der Unterschied zwischen Verbrechen und Betrug ist, daß in diesem in der Form des Tuns noch eine Anerkennung des Rechts liegt, was bei dem Verbrechen ebenfalls fehlt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Notizen)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/83/#comment-1758</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Notizen)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Dec 1822 08:08:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://grundlinien.de/?p=857#comment-1758</guid>

					<description><![CDATA[Unrecht
α) Unbefangenes Unrecht: Anerkennung des Rechts - gilt mir als Recht für sich - &lt;em&gt;Unrecht an sich&lt;/em&gt;. 
β) &lt;em&gt;Unrecht&lt;/em&gt;, das &lt;em&gt;für sich&lt;/em&gt;, zugleich noch Recht ist - gilt dem Andern, mir nicht - Schein des Rechts, Schein der Einwilligung des Andern. 
γ) an und für sich - gilt &lt;em&gt;Recht&lt;/em&gt; für beide, und &lt;em&gt;Unrecht.&lt;/em&gt; 
α&lt;em&gt;) Unrecht als Recht - ist Recht für mich - Jeder will das allgemeine Recht - hält das Recht des Andern für Schein - ist an sich ein Schein&lt;/em&gt;
β) Recht als &lt;em&gt;Schein&lt;/em&gt; nur für den Andern
γ) Unrecht an &lt;em&gt;und für sich&lt;/em&gt;, auch nicht als Schein - gilt als Unrecht für beide -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unrecht<br />
α) Unbefangenes Unrecht: Anerkennung des Rechts &#8211; gilt mir als Recht für sich &#8211; <em>Unrecht an sich</em>.<br />
β) <em>Unrecht</em>, das <em>für sich</em>, zugleich noch Recht ist &#8211; gilt dem Andern, mir nicht &#8211; Schein des Rechts, Schein der Einwilligung des Andern.<br />
γ) an und für sich &#8211; gilt <em>Recht</em> für beide, und <em>Unrecht.</em><br />
α<em>) Unrecht als Recht &#8211; ist Recht für mich &#8211; Jeder will das allgemeine Recht &#8211; hält das Recht des Andern für Schein &#8211; ist an sich ein Schein</em><br />
β) Recht als <em>Schein</em> nur für den Andern<br />
γ) Unrecht an <em>und für sich</em>, auch nicht als Schein &#8211; gilt als Unrecht für beide &#8211;</p>
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