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	Kommentare zu: 97	</title>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/97/#comment-3112</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 17:37:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 97: Das Verbrechen ist in sich nichtig

Ein Verbrechen ist geschehen. Etwas in der Welt ist anders als vorher. Das Geld ist weg, der Mensch ist verletzt. Das Verbrechen ist eine Tatsache.

Und doch ist es in sich nichtig.

Wie kann eine Tatsache nichtig sein?

Das Verbrechen will das Recht als Recht aufheben. Doch das Recht lässt sich nicht aufheben. Es gilt, auch wenn jemand es verletzt. Was das Verbrechen will, ist also unmöglich. Es ist ein Angriff ins Leere.

Diese Nichtigkeit muss sichtbar werden. Das geschieht, indem das Recht die Verletzung wieder aufhebt. So wie das Verbrechen in der Welt da ist, muss auch seine Aufhebung in der Welt da sein.

Was heißt das für die Strafe?

Das Verbrechen ist nicht das Erste, auf das die Strafe als Zweites antwortet. Das Verbrechen ist schon selbst eine Verneinung. Es verneint das Recht. Die Strafe verneint diese Verneinung. So stellt sich das Recht wieder her.

Zusammenfassung: Das Verbrechen ist eine Tatsache, aber in sich nichtig. Seine Nichtigkeit zeigt sich, wenn das Recht die Verletzung aufhebt. So wird das Recht wirklich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 97: Das Verbrechen ist in sich nichtig</p>
<p>Ein Verbrechen ist geschehen. Etwas in der Welt ist anders als vorher. Das Geld ist weg, der Mensch ist verletzt. Das Verbrechen ist eine Tatsache.</p>
<p>Und doch ist es in sich nichtig.</p>
<p>Wie kann eine Tatsache nichtig sein?</p>
<p>Das Verbrechen will das Recht als Recht aufheben. Doch das Recht lässt sich nicht aufheben. Es gilt, auch wenn jemand es verletzt. Was das Verbrechen will, ist also unmöglich. Es ist ein Angriff ins Leere.</p>
<p>Diese Nichtigkeit muss sichtbar werden. Das geschieht, indem das Recht die Verletzung wieder aufhebt. So wie das Verbrechen in der Welt da ist, muss auch seine Aufhebung in der Welt da sein.</p>
<p>Was heißt das für die Strafe?</p>
<p>Das Verbrechen ist nicht das Erste, auf das die Strafe als Zweites antwortet. Das Verbrechen ist schon selbst eine Verneinung. Es verneint das Recht. Die Strafe verneint diese Verneinung. So stellt sich das Recht wieder her.</p>
<p>Zusammenfassung: Das Verbrechen ist eine Tatsache, aber in sich nichtig. Seine Nichtigkeit zeigt sich, wenn das Recht die Verletzung aufhebt. So wird das Recht wirklich.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/97/#comment-2785</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:12:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Die Verletzung ist eine positive, in sich nichtige Existenz — die Manifestation dieser Nichtigkeit ist die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Wirklichkeit&lt;/a&gt; des Rechts als seine sich mit sich &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar&quot; title=&quot;Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;vermittelnde&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Notwendig heißt bei Hegel nicht: es muss so kommen, sondern: es folgt aus dem Begriff.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Notwendigkeit&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;

Mit diesem Satz ist die Grundfigur der gesamten Straflehre &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen&quot; title=&quot;Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;gesetzt&lt;/a&gt;. Das Verbrechen ist wirklich geschehen, es ist da; aber es ist ein &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-dasein&quot; title=&quot;Dasein ist bestimmtes Sein — Sein, das eine Grenze und damit eine Gestalt in der Welt hat.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Dasein&lt;/a&gt;, das seinem eigenen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Begriff&lt;/a&gt; widerspricht und deshalb in sich schon nichts gilt. Diese Nichtigkeit bleibt allerdings unsichtbar, solange die Tat unangefochten stehenbleibt; sie muss selbst in die Existenz treten, und das geschieht als Vernichtung der Verletzung. Das Recht ist danach nicht etwas, das ruhig neben dem Verbrechen fortbesteht, sondern es wird wirklich erst dadurch, dass es durch die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-aufheben&quot; title=&quot;Aufheben hat bei Hegel ausdrücklich zwei Bedeutungen: aufbewahren und beenden. Das Aufgehobene ist weder weg noch unverändert da — es ist zum Moment geworden.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Aufhebung&lt;/a&gt; seiner Verletzung hindurch zu sich zurückkommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Verletzung ist eine positive, in sich nichtige Existenz — die Manifestation dieser Nichtigkeit ist die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Wirklichkeit ist enger als alles, was es gibt: wirklich ist, was der Begriff selbst hervorgebracht hat." rel="ugc">Wirklichkeit</a> des Rechts als seine sich mit sich <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-unmittelbar" title="Vermittelt heißt: durch anderes hindurchgegangen und dadurch bestimmt." rel="ugc">vermittelnde</a> <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Notwendig heißt bei Hegel nicht: es muss so kommen, sondern: es folgt aus dem Begriff." rel="ugc">Notwendigkeit</a>.</em></p>
<p>Mit diesem Satz ist die Grundfigur der gesamten Straflehre <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-setzen" title="Setzen heißt: hervorbringen, und zwar so, dass das Hervorgebrachte als das eigene erkennbar bleibt. Was ich mir selbst setze, bindet mich nicht wie eine fremde Schranke — ich kann es zurücknehmen." rel="ugc">gesetzt</a>. Das Verbrechen ist wirklich geschehen, es ist da; aber es ist ein <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-dasein" title="Dasein ist bestimmtes Sein — Sein, das eine Grenze und damit eine Gestalt in der Welt hat." rel="ugc">Dasein</a>, das seinem eigenen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Der Begriff ist nicht die Vorstellung, die wir uns machen, sondern das, was die Sache selbst treibt. Deshalb kann eine Sache ihrem Begriff auch nicht entsprechen." rel="ugc">Begriff</a> widerspricht und deshalb in sich schon nichts gilt. Diese Nichtigkeit bleibt allerdings unsichtbar, solange die Tat unangefochten stehenbleibt; sie muss selbst in die Existenz treten, und das geschieht als Vernichtung der Verletzung. Das Recht ist danach nicht etwas, das ruhig neben dem Verbrechen fortbesteht, sondern es wird wirklich erst dadurch, dass es durch die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-aufheben" title="Aufheben hat bei Hegel ausdrücklich zwei Bedeutungen: aufbewahren und beenden. Das Aufgehobene ist weder weg noch unverändert da — es ist zum Moment geworden." rel="ugc">Aufhebung</a> seiner Verletzung hindurch zu sich zurückkommt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/97/#comment-1566</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 13:23:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Durch ein Verbrechen wird irgend etwas verändert, und die Sache existiert in dieser Veränderung; aber diese Existenz ist das Gegenteil ihrer selbst und insofern in sich nichtig. Das Nichtige ist dies, das Recht als Recht aufgehoben zu haben. Das Recht nämlich als Absolutes ist unaufhebbar, also ist die Äußerung des Verbrechens an sich nichtig, und diese Nichtigkeit ist das Wesen der Wirkung des Verbrechens. Was aber nichtig ist, muß sich als solches manifestieren, daß heißt, sich als selbst verletzbar hinstellen. Die Tat des Verbrechens ist nicht ein Erstes, Positives, zu welchem die Strafe als Negation käme, sondern ein Negatives, so daß die Strafe nur Negation der Negation ist. Das wirkliche Recht ist nun Aufhebung dieser Verletzung, das eben darin seine Gültigkeit zeigt und sich als ein notwendiges vermitteltes Dasein bewährt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch ein Verbrechen wird irgend etwas verändert, und die Sache existiert in dieser Veränderung; aber diese Existenz ist das Gegenteil ihrer selbst und insofern in sich nichtig. Das Nichtige ist dies, das Recht als Recht aufgehoben zu haben. Das Recht nämlich als Absolutes ist unaufhebbar, also ist die Äußerung des Verbrechens an sich nichtig, und diese Nichtigkeit ist das Wesen der Wirkung des Verbrechens. Was aber nichtig ist, muß sich als solches manifestieren, daß heißt, sich als selbst verletzbar hinstellen. Die Tat des Verbrechens ist nicht ein Erstes, Positives, zu welchem die Strafe als Negation käme, sondern ein Negatives, so daß die Strafe nur Negation der Negation ist. Das wirkliche Recht ist nun Aufhebung dieser Verletzung, das eben darin seine Gültigkeit zeigt und sich als ein notwendiges vermitteltes Dasein bewährt.</p>
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