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	Kommentare zu: 258	</title>
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		<title>
		Von: Querverweis		</title>
		<link>https://grundlinien.de/258/#comment-3432</link>

		<dc:creator><![CDATA[Querverweis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 14:49:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Querverweis:&lt;/em&gt;
Aus den &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Exkursen&lt;/a&gt; des Lesekreises gehören hierher:

&lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/exkurse/die-positivitaet-der-christlichen-religion/63/#pos-vertrag-mit-dem-staate&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Die Positivität der christlichen Religion (1795/96): Vertrag mit dem Staate&lt;/a&gt; – der junge Hegel denkt den Staat noch vom Vertrag her]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Querverweis:</em><br />
Aus den <a href="https://grundlinien.de/exkurse/" rel="ugc">Exkursen</a> des Lesekreises gehören hierher:</p>
<p><a href="https://grundlinien.de/exkurse/die-positivitaet-der-christlichen-religion/63/#pos-vertrag-mit-dem-staate" rel="ugc">Die Positivität der christlichen Religion (1795/96): Vertrag mit dem Staate</a> – der junge Hegel denkt den Staat noch vom Vertrag her</p>
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		<title>
		Von: Hegel (einfach)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/258/#comment-3336</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (einfach)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 09:06:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[§ 258: Was der Staat ist

Der Staat ist das an und für sich Vernünftige. In ihm ist der Einzelne über sein bloß Besonderes hinausgehoben. Der Staat ist Zweck in sich selbst. In ihm kommt die Freiheit zu ihrem höchsten Recht. Und er hat das höchste Recht gegen die Einzelnen. Ihre höchste Pflicht ist, Mitglieder des Staates zu sein.

Eine Verwechslung:

Viele halten den Staat für einen Schutzverein. Er soll Eigentum und persönliche Freiheit sichern. Dann wäre der Nutzen der Einzelnen der letzte Zweck. Und es wäre beliebig, ob man Mitglied ist oder nicht. Das verwechselt den Staat mit der bürgerlichen Gesellschaft. Nur als Glied des Staates hat der Einzelne Wahrheit und Sittlichkeit. Seine Bestimmung ist, ein allgemeines Leben zu führen.

Wie ist der Staat entstanden?

Aus der Macht der Väter, aus Furcht, aus Vertrauen? Das ist eine Frage der Geschichte. Die Philosophie fragt nach dem Begriff.

Rousseau:

Rousseau hat den Willen zum Grund des Staates gemacht. Das ist sein Verdienst. Aber er meinte nur den Willen der Einzelnen. So wird der Staat zu einem Vertrag, der vom Belieben aller abhängt. In der Französischen Revolution kamen diese Gedanken an die Macht. Man wollte einen großen Staat ganz neu, nur aus dem Denken, aufbauen. Das war ein ungeheures Schauspiel. Und weil die Gedanken leer waren, endete es in der fürchterlichsten und grellsten Begebenheit.

Haller:

Das andere Extrem ist Karl Ludwig von Haller. Für ihn beruht der Staat auf Stärke, Schwäche, Reichtum und Not. Er verzichtet bewusst auf jeden Gedanken. Und er stürmt mit heißer Leidenschaft gegen die Vernunft im Staat.

Der Gang Gottes in der Welt:

Dass der Staat ist, ist der Gang Gottes in der Welt. Man darf dabei nicht an einzelne Staaten denken, sondern muss die Idee betrachten. Jeder Staat hat Mängel. Er steht in der Welt, im Reich des Zufalls und des Irrtums. Doch auch der hässlichste Mensch, ein Verbrecher, ein Kranker ist immer noch ein lebender Mensch. Auf dieses Leben kommt es an.

Zusammenfassung: Der Staat ist das Vernünftige und der Zweck in sich selbst. Mitglied zu sein, ist die höchste Pflicht. Er beruht weder auf einem Vertrag der Einzelnen noch auf bloßer Stärke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>§ 258: Was der Staat ist</p>
<p>Der Staat ist das an und für sich Vernünftige. In ihm ist der Einzelne über sein bloß Besonderes hinausgehoben. Der Staat ist Zweck in sich selbst. In ihm kommt die Freiheit zu ihrem höchsten Recht. Und er hat das höchste Recht gegen die Einzelnen. Ihre höchste Pflicht ist, Mitglieder des Staates zu sein.</p>
<p>Eine Verwechslung:</p>
<p>Viele halten den Staat für einen Schutzverein. Er soll Eigentum und persönliche Freiheit sichern. Dann wäre der Nutzen der Einzelnen der letzte Zweck. Und es wäre beliebig, ob man Mitglied ist oder nicht. Das verwechselt den Staat mit der bürgerlichen Gesellschaft. Nur als Glied des Staates hat der Einzelne Wahrheit und Sittlichkeit. Seine Bestimmung ist, ein allgemeines Leben zu führen.</p>
<p>Wie ist der Staat entstanden?</p>
<p>Aus der Macht der Väter, aus Furcht, aus Vertrauen? Das ist eine Frage der Geschichte. Die Philosophie fragt nach dem Begriff.</p>
<p>Rousseau:</p>
<p>Rousseau hat den Willen zum Grund des Staates gemacht. Das ist sein Verdienst. Aber er meinte nur den Willen der Einzelnen. So wird der Staat zu einem Vertrag, der vom Belieben aller abhängt. In der Französischen Revolution kamen diese Gedanken an die Macht. Man wollte einen großen Staat ganz neu, nur aus dem Denken, aufbauen. Das war ein ungeheures Schauspiel. Und weil die Gedanken leer waren, endete es in der fürchterlichsten und grellsten Begebenheit.</p>
<p>Haller:</p>
<p>Das andere Extrem ist Karl Ludwig von Haller. Für ihn beruht der Staat auf Stärke, Schwäche, Reichtum und Not. Er verzichtet bewusst auf jeden Gedanken. Und er stürmt mit heißer Leidenschaft gegen die Vernunft im Staat.</p>
<p>Der Gang Gottes in der Welt:</p>
<p>Dass der Staat ist, ist der Gang Gottes in der Welt. Man darf dabei nicht an einzelne Staaten denken, sondern muss die Idee betrachten. Jeder Staat hat Mängel. Er steht in der Welt, im Reich des Zufalls und des Irrtums. Doch auch der hässlichste Mensch, ein Verbrecher, ein Kranker ist immer noch ein lebender Mensch. Auf dieses Leben kommt es an.</p>
<p>Zusammenfassung: Der Staat ist das Vernünftige und der Zweck in sich selbst. Mitglied zu sein, ist die höchste Pflicht. Er beruht weder auf einem Vertrag der Einzelnen noch auf bloßer Stärke.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Die logische Entwicklung		</title>
		<link>https://grundlinien.de/258/#comment-2946</link>

		<dc:creator><![CDATA[Die logische Entwicklung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:27:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;em&gt;Der Staat ist das &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;An und für sich heißt: der Möglichkeit nach da, gewußt und verwirklicht — Hegels Wort für vollendete Wirklichkeit.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;an und für sich&lt;/a&gt; Vernünftige, weil der &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz&quot; title=&quot;Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;substantielle&lt;/a&gt; Wille in ihm im zur &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Allgemeinheit&lt;/a&gt; erhobenen &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit&quot; title=&quot;Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;besonderen&lt;/a&gt; Selbstbewusstsein wirklich ist; er ist darum absoluter Selbstzweck und nicht aus dem einzelnen Willen abgeleitet.&lt;/em&gt;

Gegen die Vertragsvorstellung richtet sich hier die logische Formel „an und &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich&quot; title=&quot;Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;für sich&lt;/a&gt;“. „An sich“ ist der vernünftige Wille auch dann, wenn kein Einzelner ihn erkennt oder will; „für sich“ ist er, insofern er gewusst und gewollt wird. Wer den Staat aus der Einwilligung der Einzelnen hervorgehen lässt, hält allein das zweite &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-moment&quot; title=&quot;Ein Moment ist kein Zeitpunkt und kein Teil, sondern eine unterscheidbare Seite eines Ganzen, die für sich allein nicht bestehen kann und im Ganzen aufbewahrt bleibt.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Moment&lt;/a&gt; fest und macht damit die Zugehörigkeit zu etwas Beliebigem. Das andere Gegenteil, das die Anmerkung an Haller trifft, nimmt umgekehrt die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit&quot; title=&quot;Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Zufälligkeit&lt;/a&gt; von Not, Stärke und Reichtum für die Substanz des Staats und verbannt den Gedanken ganz. Hegel besteht darauf, dass erst beides zusammen die &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff&quot; title=&quot;Die Idee ist der Begriff zusammen mit seiner Verwirklichung — der Gegenstand des ganzen Buches.&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;Idee&lt;/a&gt; des vernünftigen Willens ausmacht — deshalb kann derselbe Satz sagen, dass die Freiheit hier zu ihrem höchsten Recht kommt und dass es die höchste Pflicht des Einzelnen ist, Mitglied des Staates zu sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Staat ist das <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="An und für sich heißt: der Möglichkeit nach da, gewußt und verwirklicht — Hegels Wort für vollendete Wirklichkeit." rel="ugc">an und für sich</a> Vernünftige, weil der <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-substanz" title="Substanz ist das Tragende, das nicht neben seinen Bestimmungen steht, sondern nur in ihnen ist." rel="ugc">substantielle</a> Wille in ihm im zur <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Allgemeinheit ist das Vermögen, von allem Bestimmten wegzusehen. Für sich allein genommen ist sie die Freiheit der Leere." rel="ugc">Allgemeinheit</a> erhobenen <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-allgemeinheit" title="Besonderheit ist der Gegenschritt: sich auf diesen Inhalt festlegen, eine Schranke setzen. Für sich allein genommen ist auch sie nichts." rel="ugc">besonderen</a> Selbstbewusstsein wirklich ist; er ist darum absoluter Selbstzweck und nicht aus dem einzelnen Willen abgeleitet.</em></p>
<p>Gegen die Vertragsvorstellung richtet sich hier die logische Formel „an und <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-an-sich" title="Für sich heißt: gewußt, gewollt, ausdrücklich gesetzt — im Unterschied zu dem, was etwas erst an sich ist." rel="ugc">für sich</a>“. „An sich“ ist der vernünftige Wille auch dann, wenn kein Einzelner ihn erkennt oder will; „für sich“ ist er, insofern er gewusst und gewollt wird. Wer den Staat aus der Einwilligung der Einzelnen hervorgehen lässt, hält allein das zweite <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-moment" title="Ein Moment ist kein Zeitpunkt und kein Teil, sondern eine unterscheidbare Seite eines Ganzen, die für sich allein nicht bestehen kann und im Ganzen aufbewahrt bleibt." rel="ugc">Moment</a> fest und macht damit die Zugehörigkeit zu etwas Beliebigem. Das andere Gegenteil, das die Anmerkung an Haller trifft, nimmt umgekehrt die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-zufaelligkeit" title="Zufällig ist, was auch anders sein könnte, ohne dass der Begriff das entschiede. Hegel erklärt das nicht weg, sondern weist ihm einen Ort zu." rel="ugc">Zufälligkeit</a> von Not, Stärke und Reichtum für die Substanz des Staats und verbannt den Gedanken ganz. Hegel besteht darauf, dass erst beides zusammen die <a href="https://grundlinien.de/grammatik-der-logischen-begriffe/#op-begriff" title="Die Idee ist der Begriff zusammen mit seiner Verwirklichung — der Gegenstand des ganzen Buches." rel="ugc">Idee</a> des vernünftigen Willens ausmacht — deshalb kann derselbe Satz sagen, dass die Freiheit hier zu ihrem höchsten Recht kommt und dass es die höchste Pflicht des Einzelnen ist, Mitglied des Staates zu sein.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Eduard Gans (Zusatz)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/258/#comment-1656</link>

		<dc:creator><![CDATA[Eduard Gans (Zusatz)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 1833 14:08:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Staat an und für sich ist das sittliche Ganze, die Verwirklichung der Freiheit, und es ist absoluter Zweck der Vernunft, daß die Freiheit wirklich sei. Der Staat ist der Geist, der in der Welt steht und sich in derselben mit &lt;em&gt;Bewußtsein&lt;/em&gt; realisiert, während er sich in der Natur nur als das Andere seiner, als schlafender Geist verwirklicht. Nur als im Bewußtsein vorhanden, sich selbst als existierender Gegenstand wissend, ist er der Staat. Bei der Freiheit muß man nicht von der Einzelnheit, vom einzelnen Selbstbewußtsein ausgehen, sondern nur vom Wesen des Selbstbewußtseins, denn der Mensch mag es wissen oder nicht, dies Wesen realisiert sich als selbstständige Gewalt, in der die einzelnen Individuen nur Momente sind: es ist der Gang Gottes in der Welt, daß der Staat ist, sein Grund ist die Gewalt der sich als Wille verwirklichenden Vernunft. Bei der Idee des Staats muß man nicht besondere Staaten vor Augen haben, nicht besondere Institutionen, man muß vielmehr die Idee, diesen wirklichen Gott, für sich betrachten. Jeder Staat, man mag ihn auch nach den Grundsätzen, die man hat, für schlecht erklären, man mag diese oder jene Mangelhaftigkeit daran erkennen, hat immer, wenn er namentlich zu den ausgebildeten unserer Zeit gehört, die wesentlichen Momente seiner Existenz in sich. Weil es aber leichter ist, Mängel aufzufinden, als das Affirmative zu begreifen, verfällt man leicht in den Fehler, über &lt;em&gt;einzelne&lt;/em&gt; Seiten den inwendigen Organismus des Staates selbst zu vergessen. Der Staat ist kein Kunstwerk, er steht in der Welt, somit in der Sphäre der Willkür, des Zufalls und des Irrtums; übles Benehmen kann ihn nach vielen Seiten defigurieren. Aber der häßlichste Mensch, der Verbrecher, ein Kranker und Krüppel ist immer noch ein lebender Mensch; das Affirmative, das Leben, besteht trotz des Mangels, und um dieses Affirmative ist es hier zu tun.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Staat an und für sich ist das sittliche Ganze, die Verwirklichung der Freiheit, und es ist absoluter Zweck der Vernunft, daß die Freiheit wirklich sei. Der Staat ist der Geist, der in der Welt steht und sich in derselben mit <em>Bewußtsein</em> realisiert, während er sich in der Natur nur als das Andere seiner, als schlafender Geist verwirklicht. Nur als im Bewußtsein vorhanden, sich selbst als existierender Gegenstand wissend, ist er der Staat. Bei der Freiheit muß man nicht von der Einzelnheit, vom einzelnen Selbstbewußtsein ausgehen, sondern nur vom Wesen des Selbstbewußtseins, denn der Mensch mag es wissen oder nicht, dies Wesen realisiert sich als selbstständige Gewalt, in der die einzelnen Individuen nur Momente sind: es ist der Gang Gottes in der Welt, daß der Staat ist, sein Grund ist die Gewalt der sich als Wille verwirklichenden Vernunft. Bei der Idee des Staats muß man nicht besondere Staaten vor Augen haben, nicht besondere Institutionen, man muß vielmehr die Idee, diesen wirklichen Gott, für sich betrachten. Jeder Staat, man mag ihn auch nach den Grundsätzen, die man hat, für schlecht erklären, man mag diese oder jene Mangelhaftigkeit daran erkennen, hat immer, wenn er namentlich zu den ausgebildeten unserer Zeit gehört, die wesentlichen Momente seiner Existenz in sich. Weil es aber leichter ist, Mängel aufzufinden, als das Affirmative zu begreifen, verfällt man leicht in den Fehler, über <em>einzelne</em> Seiten den inwendigen Organismus des Staates selbst zu vergessen. Der Staat ist kein Kunstwerk, er steht in der Welt, somit in der Sphäre der Willkür, des Zufalls und des Irrtums; übles Benehmen kann ihn nach vielen Seiten defigurieren. Aber der häßlichste Mensch, der Verbrecher, ein Kranker und Krüppel ist immer noch ein lebender Mensch; das Affirmative, das Leben, besteht trotz des Mangels, und um dieses Affirmative ist es hier zu tun.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hegel (Naturrechtsaufsatz 1802)		</title>
		<link>https://grundlinien.de/258/#comment-2643</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hegel (Naturrechtsaufsatz 1802)]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 1802 11:06:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 2. Stück, 1802), &lt;a href=&quot;https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/10/&quot; rel=&quot;ugc&quot;&gt;S. 427 f.&lt;/a&gt;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Naturzustand und die den Individuen fremde und darum selbst einzelne und besondere Majestät und Göttlichkeit des Ganzen des Rechtszustandes, so wie das Verhältniß der absoluten Unterwürfigkeit der Subjecte unter jene höchste Gewalt, sind die Formen, in welchen die zersplitterten Momente der organischen Sittlichkeit – das Moment der absoluten Einheit, und derselben, insofern sie den Gegensatz der Einheit und Vielheit in sich begreift und absolute Totalität ist, und das Moment der Unendlichkeit, oder des Nichts der Realitäten des Gegensatzes, – als besondere Wesenheiten fixirt, und eben dadurch, so wie die Idee verkehrt sind. Die absolute Idee der Sittlichkeit enthält dagegen den Naturstand, und die Majestät, als schlechthin identisch, indem die letztere selbst nichts anders als die absolute sittliche Natur ist, und an keinen Verlust der absoluten Freyheit, welche man unter der natürlichen Freyheit verstehen müßte, oder ein Aufgeben der sittlichen Natur, durch das reellseyn der Majestät gedacht werden kann.&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hegel, Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts (Kritisches Journal der Philosophie, Bd. 2, 2. Stück, 1802), <a href="https://grundlinien.de/naturrechtsaufsatz/10/" rel="ugc">S. 427 f.</a>:</em></p>
<p>Der Naturzustand und die den Individuen fremde und darum selbst einzelne und besondere Majestät und Göttlichkeit des Ganzen des Rechtszustandes, so wie das Verhältniß der absoluten Unterwürfigkeit der Subjecte unter jene höchste Gewalt, sind die Formen, in welchen die zersplitterten Momente der organischen Sittlichkeit – das Moment der absoluten Einheit, und derselben, insofern sie den Gegensatz der Einheit und Vielheit in sich begreift und absolute Totalität ist, und das Moment der Unendlichkeit, oder des Nichts der Realitäten des Gegensatzes, – als besondere Wesenheiten fixirt, und eben dadurch, so wie die Idee verkehrt sind. Die absolute Idee der Sittlichkeit enthält dagegen den Naturstand, und die Majestät, als schlechthin identisch, indem die letztere selbst nichts anders als die absolute sittliche Natur ist, und an keinen Verlust der absoluten Freyheit, welche man unter der natürlichen Freyheit verstehen müßte, oder ein Aufgeben der sittlichen Natur, durch das reellseyn der Majestät gedacht werden kann.</p>
]]></content:encoded>
		
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