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	<description>G.W.F. Hegel - &#34;Grundlinien der Philosophie des Rechts&#34;</description>
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	<title>Sittlichkeit &#8211; grundlinien.de</title>
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		<title>142</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:34:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dritter Teil. Die Sittlichkeit Die Sittlichkeit ist die Idee der Freiheit, als das lebendige Gute, das in dem Selbstbewußtsein sein Wissen, Wollen und durch dessen Handeln seine Wirklichkeit, so wie dieses an dem sittlichen Sein seine an und für sich seiende Grundlage und bewegenden Zweck hat, &#8211; der zur vorhandenen Welt und zur Natur des [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Dritter Teil. Die Sittlichkeit</strong></p>



<p>Die Sittlichkeit ist die <em>Idee</em> <em>der</em> <em>Freiheit</em>, als das lebendige Gute, das in dem Selbstbewußtsein sein Wissen, Wollen und durch dessen Handeln seine Wirklichkeit, so wie dieses an dem sittlichen Sein seine an und für sich seiende Grundlage und bewegenden Zweck hat, &#8211; der <em>zur</em> <em>vorhandenen</em> <em>Welt</em> <em>und</em> <em>zur</em> <em>Natur</em> <em>des</em> <em>Selbstbewußtseins</em> <em>gewordene</em> <em>Begriff</em> <em>der</em> <em>Freiheit</em>.</p>
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		<title>143</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:34:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Indem diese Einheit des Begriffs des Willens und seines Daseins, welches der besondere Wille ist, Wissen ist, ist das Bewußtsein des Unterschiedes dieser Momente der Idee vorhanden, aber so, daß nunmehr jedes für sich selbst die Totalität der Idee ist und sie zur Grundlage und Inhalt hat.]]></description>
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<p>Indem diese Einheit des <em>Begriffs</em> des Willens und seines Daseins, welches der besondere Wille ist, Wissen ist, ist das Bewußtsein des Unterschiedes dieser Momente der Idee vorhanden, aber so, daß nunmehr jedes für sich selbst die Totalität der Idee ist und sie zur Grundlage und Inhalt hat.</p>
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		<title>144</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:33:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[α) Das objektive Sittliche, das an die Stelle des abstrakten Guten tritt, ist die durch die Subjektivität als unendliche Form konkrete Substanz. Sie setzt daher Unterschiede in sich, welche hiermit durch den Begriff bestimmt sind und wodurch das Sittliche einen festen Inhalt hat, der für sich notwendig und ein über das subjektive Meinen und Belieben [&#8230;]]]></description>
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<p><span class="unicode">α</span>) Das objektive Sittliche, das an die Stelle des abstrakten Guten tritt, ist die durch die Subjektivität <em>als</em> <em>unendliche</em> <em>Form</em> <em>konkrete</em> Substanz. Sie setzt daher Unterschiede in sich, welche hiermit durch den Begriff bestimmt sind und wodurch das Sittliche einen festen <em>Inhalt</em> hat, der für sich notwendig und ein über das subjektive Meinen und Belieben erhabenes Bestehen ist, die <em>an</em> <em>und</em> <em>für</em> <em>sich</em> <em>seienden</em> <em>Gesetze</em> <em>und</em> <em>Einrichtungen</em>.</p>
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		<title>145</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:33:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Daß das Sittliche das System dieser Bestimmungen der Idee ist, macht die Vernünftigkeit desselben aus. Es ist auf diese Weise die Freiheit oder der an und für sich seiende Wille als das Objektive, Kreis der Notwendigkeit, dessen Momente die sittlichen Mächte sind, welche das Leben der Individuen regieren und in diesen als ihren Akzidenzen ihre [&#8230;]]]></description>
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<p>Daß das Sittliche das <em>System</em> dieser Bestimmungen der Idee ist, macht die <em>Vernünftigkeit</em> desselben aus. Es ist auf diese Weise die Freiheit oder der an und für sich seiende Wille als das Objektive, Kreis der Notwendigkeit, dessen Momente die <em>sittlichen</em> <em>Mächte</em> sind, welche das Leben der Individuen regieren und in diesen als ihren Akzidenzen ihre Vorstellung, erscheinende Gestalt und Wirklichkeit haben.</p>
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		<title>146</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:33:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sittlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[β) Die Substanz ist in diesem ihrem wirklichen Selbstbewußtsein sich wissend und damit Objekt des Wissens. Für das Subjekt haben die sittliche Substanz, ihre Gesetze und Gewalten einerseits als Gegenstand das Verhältnis, daß sie sind, im höchsten Sinne der Selbständigkeit, &#8211; eine absolute, unendlich festere Autorität und Macht als das Sein der Natur. Die Sonne, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><span class="unicode">β</span>) Die Substanz ist in diesem ihrem <em>wirklichen</em> <em>Selbstbewußtsein</em> sich wissend und damit Objekt des Wissens. Für das Subjekt haben die sittliche Substanz, ihre Gesetze und Gewalten einerseits als Gegenstand das Verhältnis, daß <em>sie</em> <em>sind</em>, im höchsten Sinne der Selbständigkeit, &#8211; eine absolute, unendlich festere Autorität und Macht als das Sein der Natur.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die Sonne, Mond, Berge, Flüsse, überhaupt die umgebenden Naturobjekte <em>sind</em>, sie haben für das Bewußtsein die Autorität, nicht nur überhaupt zu <em>sein</em>, sondern auch eine besondere Natur zu haben, welche es gelten läßt, nach ihr in seinem Verhalten zu ihnen, seiner Beschäftigung mit ihnen und ihrem Gebrauche sich richtet. Die Autorität der sittlichen Gesetze ist unendlich höher, weil die Naturdinge nur auf die ganz <em>äußerliche</em> und <em>vereinzelte</em> Weise die Vernünftigkeit darstellen und sie unter die Gestalt der Zufälligkeit verbergen.</p>
</blockquote>
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		<title>147</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:32:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Andererseits sind sie dem Subjekte nicht ein Fremdes, sondern es gibt das Zeugnis des Geistes von ihnen als von seinem eigenen Wesen, in welchem es sein Selbstgefühl hat und darin als seinem von sich ununterschiedenen Elemente lebt, &#8211; ein Verhältnis, das unmittelbar noch identischer als selbst Glaube und Zutrauen ist. Glaube und Zutrauen gehören der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Andererseits sind sie dem Subjekte nicht ein <em>Fremdes</em>, sondern es gibt das <em>Zeugnis</em> <em>des</em> <em>Geistes</em> von ihnen als von <em>seinem</em> <em>eigenen</em> <em>Wesen</em>, in welchem es sein <em>Selbstgefühl</em> hat und darin als seinem von sich ununterschiedenen Elemente lebt, &#8211; ein Verhältnis, das unmittelbar noch identischer als selbst <em>Glaube</em> und <em>Zutrauen</em> ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Glaube und Zutrauen gehören der beginnenden Reflexion an und setzen eine Vorstellung und Unterschied voraus; wie es z.&nbsp;B. verschieden wäre, an die heidnische Religion glauben und ein Heide sein. Jenes Verhältnis oder vielmehr [die] verhältnislose Identität, in der das Sittliche die wirkliche Lebendigkeit des Selbstbewußtseins ist, kann allerdings in ein Verhältnis des Glaubens und der Überzeugung und in ein durch <em>weitere</em> <em>Reflexion</em> vermitteltes übergehen, in eine Einsicht durch Gründe, die auch von irgend besonderen Zwecken, Interessen und Rücksichten, von Furcht oder Hoffnung oder von geschichtlichen Voraussetzungen anfangen können. Die <em>adäquate</em> <em>Erkenntnis</em> derselben aber gehört dem denkenden Begriffe an.</p>
</blockquote>
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		<title>148</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:32:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als diese substantiellen Bestimmungen sind sie für das Individuum, welches sich von ihnen als das Subjektive und in sich Unbestimmte oder als [das] besonders Bestimmte unterscheidet, hiermit im Verhältnisse zu ihnen als zu seinem Substantiellen steht, &#8211; Pflichten, für seinen Willen bindend. Die ethische Pflichtenlehre, d.&#160;i. wie sie objektiv ist, nicht in dem leeren Prinzip [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als diese substantiellen Bestimmungen sind sie für das Individuum, welches sich von ihnen als das Subjektive und in sich Unbestimmte oder als [das] besonders Bestimmte unterscheidet, <em>hiermit</em> <em>im</em> <em>Verhältnisse</em> zu ihnen als zu seinem Substantiellen steht, &#8211; <em>Pflichten</em>, für seinen Willen bindend.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die ethische <em>Pflichtenlehre</em><sup data-fn="44c35c53-6c82-493d-afc4-462ad6d00178" class="fn"><a href="#44c35c53-6c82-493d-afc4-462ad6d00178" id="44c35c53-6c82-493d-afc4-462ad6d00178-link">1</a></sup>, d.&nbsp;i. wie sie <em>objektiv</em> ist, nicht in dem leeren Prinzip der moralischen Subjektivität befaßt sein soll, als welches vielmehr nichts bestimmt (<a href="https://grundlinien.de/134" data-type="post" data-id="747">§ 134</a>), &#8211; ist daher die in diesem <em>dritten</em> <em>Teile</em> folgende systematische Entwicklung des Kreises der sittlichen Notwendigkeit. Der Unterschied dieser Darstellung von der Form einer <em>Pflichtenlehre</em> liegt allein darin, daß in dem Folgenden die sittlichen Bestimmungen sich als die notwendigen Verhältnisse ergeben, hierbei stehengeblieben und nicht zu jeder derselben noch der Nachsatz gefügt wird: <em>also</em> <em>ist</em> <em>diese</em> <em>Bestimmung</em> <em>für</em> <em>den</em> <em>Menschen</em> <em>eine</em> <em>Pflicht</em><sup data-fn="3fbeae1d-ddaa-4619-bd10-4bc2d683a9d1" class="fn"><a href="#3fbeae1d-ddaa-4619-bd10-4bc2d683a9d1" id="3fbeae1d-ddaa-4619-bd10-4bc2d683a9d1-link">2</a></sup>. &#8211; Eine Pflichtenlehre, insofern sie nicht philosophische Wissenschaft ist, nimmt aus den Verhältnissen als vorhandenen ihren Stoff und zeigt den Zusammenhang desselben mit den eigenen Vorstellungen, allgemein sich vorfindenden Grundsätzen und Gedanken, Zwecken, Trieben, Empfindungen usf. und kann als Gründe die weiteren Folgen einer jeden Pflicht in Beziehung auf die anderen sittlichen Verhältnisse sowie auf das Wohl und die Meinung hinzufügen. Eine immanente und konsequente Pflichtenlehre kann aber nichts anderes sein als die Entwicklung <em>der</em> <em>Verhältnisse</em>, die durch die Idee der Freiheit notwendig, und daher <em>wirklich</em> in ihrem ganzen Umfange, im Staat sind.</p>
</blockquote>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="44c35c53-6c82-493d-afc4-462ad6d00178">[handschriftlich:] <em>Ethisch</em> &#8211; statt moralisch &#8211; sittlich <a href="#44c35c53-6c82-493d-afc4-462ad6d00178-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="3fbeae1d-ddaa-4619-bd10-4bc2d683a9d1">[handschriftlich:] Pflicht &#8211; ist Recht, Dasein <em>seines</em> Willens <a href="#3fbeae1d-ddaa-4619-bd10-4bc2d683a9d1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>149</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:32:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sittlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Beschränkung kann die bindende Pflicht nur gegen die unbestimmte Subjektivität oder abstrakte Freiheit und gegen die Triebe des natürlichen oder des sein unbestimmtes Gute aus seiner Willkür bestimmenden moralischen Willens erscheinen. Das Individuum hat aber in der Pflicht vielmehr seine Befreiung, teils von der Abhängigkeit, in der es in dem bloßen Naturtriebe steht, sowie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als <em>Beschränkung</em> kann die bindende Pflicht nur gegen die unbestimmte Subjektivität oder abstrakte Freiheit und gegen die Triebe des natürlichen oder des sein unbestimmtes Gute aus seiner Willkür bestimmenden moralischen Willens erscheinen. Das Individuum hat aber in der Pflicht vielmehr seine <em>Befreiung</em>, teils von der Abhängigkeit, in der es in dem bloßen Naturtriebe steht, sowie von der Gedrücktheit, in der es als subjektive Besonderheit in den moralischen Reflexionen des Sollens und Mögens ist, teils von der unbestimmten Subjektivität, die nicht zum Dasein und der objektiven Bestimmtheit des Handelns kommt und <em>in</em> <em>sich</em> und als eine Unwirklichkeit bleibt. In der Pflicht befreit das Individuum sich zur substantiellen Freiheit.</p>
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		<title>150</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:31:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Paragraph]]></category>
		<category><![CDATA[Sittlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Sittliche, insofern es sich an dem individuellen durch die Natur bestimmten Charakter als solchem reflektiert, ist die Tugend, die, insofern sie nichts zeigt als die einfache Angemessenheit des Individuums an die Pflichten der Verhältnisse, denen es angehört, Rechtschaffenheit ist. Was der Mensch tun müsse, welches die Pflichten sind, die er zu erfüllen hat, um [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das Sittliche, insofern es sich an dem individuellen durch die Natur bestimmten Charakter als solchem reflektiert, ist die <em>Tugend</em>, die, insofern sie nichts zeigt als die einfache Angemessenheit des Individuums an die Pflichten der Verhältnisse, denen es angehört, <em>Rechtschaffenheit</em> ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Was</em> der Mensch tun müsse, <em>welches</em> die Pflichten sind, die er zu erfüllen hat, um tugendhaft zu sein, ist in einem sittlichen Gemeinwesen leicht zu sagen, &#8211; es ist nichts anderes von ihm zu tun, als was ihm in seinen Verhältnissen vorgezeichnet, ausgesprochen und bekannt ist. Die Rechtschaffenheit ist das Allgemeine, was an ihn teils rechtlich, teils sittlich gefordert werden kann. Sie erscheint aber für den moralischen Standpunkt leicht als etwas Untergeordneteres, über das man an sich und andere noch mehr fordern müsse; denn die Sucht, etwas <em>Besonderes</em> zu sein, genügt sich nicht mit dem, was das Anundfürsichseiende und Allgemeine ist; sie findet erst in einer Ausnahme das Bewußtsein der Eigentümlichkeit. &#8211; Die <em>verschiedenen</em> <em>Seiten</em> der Rechtschaffenheit können ebensogut auch <em>Tugenden</em> genannt werden, weil sie ebensosehr Eigentum &#8211; obwohl in der Vergleichung mit anderen nicht besonderes &#8211; des <em>Individuums</em> sind. Das Reden aber von <em>der</em> Tugend grenzt leicht an leere Deklamation, weil damit nur von einem Abstrakten und Unbestimmten gesprochen wird, so wie auch solche Rede mit ihren Gründen und Darstellungen sich an das Individuum als an eine Willkür und subjektives Belieben wendet. Unter einem vorhandenen sittlichen Zustande, dessen Verhältnisse vollständig entwickelt und verwirklicht sind, hat die <em>eigentliche</em> <em>Tugend</em> nur in außerordentlichen Umständen und Kollisionen jener Verhältnisse ihre Stelle und Wirklichkeit; &#8211; in wahrhaften <em>Kollisionen</em>, denn die moralische Reflexion kann sich allenthalben Kollisionen erschaffen und sich das Bewußtsein von etwas Besonderem und von gebrachten <em>Opfern</em> geben. Im ungebildeten Zustande der Gesellschaft und des Gemeinwesens kommt deswegen mehr die Form der Tugend als solcher vor, weil hier das Sittliche und dessen Verwirklichung mehr ein individuelles Belieben und eine eigentümliche geniale Natur des Individuums ist, wie denn die Alten besonders von <em>Herkules</em> die Tugend prädiziert haben. Auch in den alten Staaten, weil in ihnen die Sittlichkeit nicht zu diesem freien System einer selbständigen Entwicklung und Objektivität gediehen war, mußte es die eigentümliche Genialität der Individuen sein, welche diesen Mangel ersetzte. &#8211; Die Lehre von den Tugenden, insofern sie nicht bloß Pflichtenlehre ist, somit das Besondere, auf Naturbestimmtheit Gegründete des Charakters umfaßt, wird hiermit eine <em>geistige</em> <em>Naturgeschichte</em> sein.<br>Indem die Tugenden das Sittliche in der Anwendung auf das Besondere und nach dieser subjektiven Seite ein Unbestimmtes sind, so tritt für ihre Bestimmung das Quantitative des Mehr und Weniger ein; ihre Betrachtung führt daher die gegenüberstehenden Mängel oder Laster herbei, wie bei <em>Aristoteles</em>, der die besondere Tugend daher seinem richtigen Sinne nach als die Mitte zwischen einem <em>Zuviel</em> und einem <em>Zuwenig</em> bestimmte. &#8211; Derselbe Inhalt, welcher die Form von <em>Pflichten</em> und dann von <em>Tugenden</em> annimmt, ist es auch, der die Form von <em>Trieben</em> hat (<a href="https://grundlinien.de/19" data-type="post" data-id="987">§ 19 Anm</a>.). Auch sie haben denselben Inhalt zu ihrer Grundlage; aber weil er in ihnen noch dem unmittelbaren Willen und der natürlichen Empfindung angehört und zur Bestimmung der Sittlichkeit nicht heraufgebildet ist, so haben sie mit dem Inhalte der Pflichten und Tugenden nur den abstrakten Gegenstand gemein, der, als bestimmungslos in sich selbst, die Grenze des Guten oder Bösen für sie nicht enthält, &#8211; oder sie sind nach der Abstraktion des Positiven <em>gut</em>, und umgekehrt nach der Abstraktion des Negativen <em>böse</em> (<a href="https://grundlinien.de/18" data-type="post" data-id="989">§ 18</a>).</p>
</blockquote>
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		<title>151</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:31:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sittlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Aber in der einfachen Identität mit der Wirklichkeit der Individuen erscheint das Sittliche, als die allgemeine Handlungsweise derselben, als Sitte, &#8211; die Gewohnheit desselben als eine zweite Natur, die an die Stelle des ersten bloß natürlichen Willens gesetzt und die durchdringende Seele, Bedeutung und Wirklichkeit ihres Daseins ist, der als eine Welt lebendige und vorhandene [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Aber in der einfachen <em>Identität</em> mit der Wirklichkeit der Individuen erscheint das Sittliche, als die allgemeine Handlungsweise derselben, als <em>Sitte</em>, &#8211; die <em>Gewohnheit</em> desselben als eine <em>zweite</em> <em>Natur</em>, die an die Stelle des ersten bloß natürlichen Willens gesetzt und die durchdringende Seele, Bedeutung und Wirklichkeit ihres Daseins ist, der als eine Welt lebendige und vorhandene <em>Geist</em>, dessen Substanz so erst als Geist ist.</p>
]]></content:encoded>
					
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