136

Um der abstrakten Beschaffenheit des Guten willen fällt das andere Moment der Idee, die Besonderheit überhaupt, in die Subjektivität, die in ihrer in sich reflektierten Allgemeinheit die absolute Gewissheit ihrer selbst in sich, das Besonderheit Setzende, das Bestimmende und Entscheidende ist – das Gewissen.

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Kommentare

5 Kommentare zu „136“

  1. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1817)
    Hegel (Enzyklopädie 1817)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 426:

    § 426. Der allseitige Widerspruch, welchen dieses vielfache Sollen ausdrückt, ist die abstrakteste Analyse des Geistes, sein tiefstes In-sich-gehen. Die reine Beziehung der sich widersprechenden Bestimmungen ist die abstracte Gewißheit seiner selbst, die Unendlichkeit der Subjectivität, für welche der allgemeine Wille, das Gute, Recht und Pflicht ebensowohl ist, als nicht ist, und welche sich als das Wählende und Entscheidende weiß.

  2. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1827)
    Hegel (Enzyklopädie 1827)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 511:

    § 511. Der allseitige Widerspruch, welchen dieses vielfache Sollen, das wesentliche Seyn, welches doch zugleich nicht ist, ausdrückt, enthält die abstracteste Analyse des Geistes in ihm selbst, sein tiefstes In-sich-gehen. Die Beziehung der sich widersprechenden Bestimmungen ist nur die abstracte Gewißheit seiner selbst, die Unendlichkeit der Subjectivität, für welche der allgemeine Wille, das Gute, Recht und Pflicht eben sowohl ist, als nicht ist, und welche sich als das Wählende und Entscheidende weiß. Diese reine sich auf ihre Spitze stellende Gewißheit seiner selbst erscheint in den zwei unmittelbar in einander übergehenden Formen, des Gewissens und des Bösen. Jenes ist der Wille des Guten, welches aber in dieser reinen Subjectivität das nicht Objective, nicht Allgemeine, das Unsagbare ist, und worüber das Subject sich in seiner Einzelnheit entscheidend weiß. Das Böse aber ist dieses selbe Wissen seiner Einzelnheit als des Entscheidenden, in sofern sie nicht in dieser Abstraction bleibt, sondern gegen das Gute sich den Inhalt eines subjectiven Interesses gibt.

  3. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1830)
    Hegel (Enzyklopädie 1830)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 511:

    § 511. Der allseitige Widerspruch, welchen dieses vielfache Sollen, das absolute Sein, welches doch zugleich nicht ist, ausdrückt, enthält die abstrakteste Analyse des Geistes in ihm selbst; sein tiefstes Insichgehen. Die Beziehung der sich widersprechenden Bestimmungen aufeinander ist nur die abstrakte Gewißheit seiner selbst, und für diese Unendlichkeit der Subjektivität ist der allgemeine Wille, das Gute, Recht und Pflicht, ebensowohl als auch nicht; sie ist es, welche sich als das Wählende und Entscheidende weiß. Diese sich auf ihre Spitze stellende reine Gewißheit seiner selbst erscheint in den zwei unmittelbar ineinander übergehenden Formen des Gewissens und des Bösen. Jenes ist der Wille des Guten, welches aber in dieser reinen Subjektivität das nicht Objektive, nicht Allgemeine, das Unsagbare ist und über welches das Subjekt sich in seiner Einzelheit entscheidend weiß. Das Böse aber ist dieses selbe Wissen seiner Einzelheit als des Entscheidenden, insofern sie nicht in dieser Abstraktion bleibt, sondern gegen das Gute sich den Inhalt eines subjektiven Interesses gibt.

  4. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Man kann von der Pflicht sehr erhaben sprechen, und dieses Reden stellt den Menschen höher und macht sein Herz weit; aber wenn es zu keiner Bestimmung fortgeht, wird es zuletzt langweilig: der Geist fordert eine Besonderheit, zu der er berechtigt ist. Dagegen ist das Gewissen diese tiefste innerliche Einsamkeit mit sich, wo alles Äußerliche und alle Beschränktheit verschwunden ist, diese durchgängige Zurückgezogenheit in sich selbst. Der Mensch ist als Gewissen von den Zwecken der Besonderheit nicht mehr gefesselt, und dieses ist somit ein hoher Standpunkt, ein Standpunkt der modernen Welt, welche erst zu diesem Bewußtsein, zu diesem Untergange in sich gekommen ist. Die vorangegangenen sinnlicheren Zeiten haben ein Äußerliches und Gegebenes vor sich, sei es Religion oder Recht; aber das Gewissen weiß sich selbst als das Denken, und daß dieses mein Denken das allein für mich Verpflichtende ist.

  5. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Weil das Gute abstrakt bleibt, fällt das andere Moment der Idee, die Besonderheit, ganz in die in sich reflektierte Subjektivität, die als das Besonderheit Setzende und Entscheidende das Gewissen ist.

    Der Schritt ist eine Folgerung aus dem Mangel: Bestimmung muss irgendwoher kommen, und da das Gute sie nicht liefert, kann sie nur von der Gegenseite kommen. Die Subjektivität ist hier nicht mehr die bloß natürliche Besonderheit von § 123, sondern in sich zurückgegangen und darin selbst allgemein — sie ist ihrer selbst absolut gewiss und setzt aus dieser Gewißheit heraus das Besondere, entscheidet also, was im einzelnen Fall das Gute sei. Das ist der Begriff des Gewissens, wie Hegel ihn an dieser Stelle gewinnt: nicht eine innere Stimme, sondern die Stelle, an die alle Bestimmung fällt, wenn das Allgemeine leer ist.

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