199

In dieser Abhängigkeit und Gegenseitigkeit der Arbeit und der Befriedigung der Bedürfnisse schlägt die subjektive Selbstsucht in den Beitrag zur Befriedigung der Bedürfnisse aller anderen um, – in die Vermittlung des Besonderen durch das Allgemeine als dialektische Bewegung, so dass, indem jeder für sich erwirbt, produziert und genießt, er eben damit für den Genuss der Übrigen produziert und erwirbt. Diese Notwendigkeit, die in der allseitigen Verschlingung der Abhängigkeit aller liegt, ist nunmehr für jeden das allgemeine, bleibende Vermögen (s. § 170), das für ihn die Möglichkeit enthält, durch seine Bildung und Geschicklichkeit daran teilzunehmen, um für seine Subsistenz gesichert zu sein, – so wie dieser durch seine Arbeit vermittelte Erwerb das allgemeine Vermögen erhält und vermehrt.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „199“

  1. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Dialektisches Umschlagen — die subjektive Selbstsucht wird eben in ihrer Verfolgung zum Beitrag zur Befriedigung aller; die Vermittlung des Besonderen durch das Allgemeine setzt sich als allgemeines, bleibendes Vermögen.

    Dieser Paragraph ist der Höhepunkt des Systems der Bedürfnisse, und Hegel bezeichnet den Vorgang ausdrücklich als dialektische Bewegung: eine Bestimmung geht nicht in ihr Gegenteil über, weil etwas hinzukäme, sondern weil sie konsequent sie selbst ist. Wer nur für sich erwirbt und genießt, produziert eben damit für den Genuss der anderen — die Selbstsucht bleibt Selbstsucht und ist zugleich das Gegenteil. Aus dieser Verschlingung entsteht etwas Bleibendes, das keinem Einzelnen gehört und doch für jeden da ist: das allgemeine Vermögen, an dem teilzuhaben durch Bildung und Geschicklichkeit möglich wird. Damit ist das Allgemeine zum ersten Mal in dieser Sphäre nicht bloß Form (§ 182), sondern hat eigenes Bestehen.

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