137

Das wahrhafte Gewissen ist die Gesinnung, das, was an und für sich gut ist, zu wollen; es hat daher feste Grundsätze, und zwar sind ihm diese die für sich objektiven Bestimmungen und Pflichten. Von diesem seinem Inhalte, der Wahrheit, unterschieden, ist es nur die formelle Seite der Tätigkeit des Willens, der als dieser keinen eigentümlichen Inhalt hat. Aber das objektive System dieser Grundsätze und Pflichten und die Vereinigung des subjektiven Wissens mit demselben ist erst auf dem Standpunkte der Sittlichkeit vorhanden. 254 Hier auf dem formellen Standpunkte der Moralität ist das Gewissen ohne diesen objektiven Inhalt, so für sich die unendliche formelle Gewißheit seiner selbst, die eben darum zugleich als die Gewißheit dieses Subjekts ist.

True conscience is the disposition to will what is absolutely good.
It therefore has fixed principles and it is aware of these as its
explicitly objective determinants and duties. In distinction from this
its content (i.e. truth), conscience is only the formal side of the
activity of the will, which as
this will has no special content of its own.
But the objective system of these principles and duties, and the union
of subjective knowing with this system, is not present until we come
to the standpoint of ethical life. Here at the abstract standpoint of
morality, conscience lacks this objective content and so its explicit
character is that of infinite abstract self-certainty, which at the same
time is for this very reason the self-certainty
of this subject.

Kommentare

Eine Antwort zu „137“

  1. Avatar von Eduard Gans
    Eduard Gans

    Sprechen wir vom Gewissen, so kann leicht gedacht werden, daß dasselbe um seiner Form willen, welche das abstrakt Innerliche ist, schon an und für sich das Wahrhafte sei. Aber das Gewissen als Wahrhaftes ist diese Bestimmung seiner selbst, das zu wollen, was an und für sich das Gute und die Pflicht ist. Hier aber haben wir erst mit dem abstrakt Guten zu tun, und das Gewissen ist noch ohne diesen objektiven Inhalt, ist nur erst die unendliche Gewißheit seiner selbst.

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