82

Dritter Abschnitt. Das Unrecht

Im Vertrage ist das Recht an sich als ein Gesetztes, seine innere Allgemeinheit als ein Gemeinsames der Willkür und besonderen Willens. Diese Erscheinung des Rechts, in welchem dasselbe und sein wesentliches Dasein, der besondere Wille, unmittelbar, d. i. zufällig übereinstimmen, geht im Unrecht zum Schein fort – zur Entgegensetzung des Rechts an sich und des besonderen Willens, als in welchem es ein besonderes Recht wird. Die Wahrheit dieses Scheins aber ist, daß er nichtig ist und daß das Recht durch das Negieren dieser seiner Negation sich wiederherstellt, durch welchen Prozeß seiner Vermittlung, aus seiner Negation zu sich zurückzukehren, es sich als Wirkliches und Geltendes bestimmt, da es zuerst nur an sich und etwas Unmittelbares war.

iii Wrong
In contract the principle of rightness is present as something posited,
while its inner universality is there as something common in the
arbitrariness and particular will of the parties. This
appearance of right,
in which right and its essential embodiment, the particular will,
correspond immediately, i.e. fortuitously, proceeds in wrong to
become a
show, an opposition between the principle of rightness and
the particular will as that in which right becomes particularised. But
the truth of this show is its nullity and the fact that right reasserts
itself by negating this negation of itself. In this process the right is
mediated by returning into itself out of the negation of itself; thereby
it makes itself actual and valid, while at the start it was only implicit
and something immediate.


Kommentare

2 Antworten zu „82“

  1. Avatar von Eduard Gans
    Eduard Gans

    Das Recht an sich, der allgemeine Wille, als wesentlich bestimmt durch den besonderen, ist in Beziehung auf ein Unwesentliches. Es ist das Verhältnis des Wesens zu seiner Erscheinung. Ist die Erscheinung auch dem Wesen gemäß, so ist sie von anderer Seite angesehen demselben wieder nicht gemäß, denn die Erscheinung ist die Stufe der Zufälligkeit, das Wesen in Beziehung auf Unwesentliches. Im Unrecht aber geht die Erscheinung zum Scheine fort. Schein ist Dasein, das dem Wesen unangemessen ist, das leere Abtrennen und Gesetztsein des Wesens, so daß an beiden der Unterschied als Verschiedenheit ist. Der Schein ist daher das Unwahre, welches verschwindet, indem es für sich sein will, und an diesem Verschwinden hat das Wesen sich als Wesen, das heißt als Macht des Scheins gezeigt. Das Wesen hat die Negation seiner negiert und ist so das Bekräftigte. Das Unrecht ist ein solcher Schein, und durch das Verschwinden desselben erhält das Recht die Bestimmung eines Festen und Geltenden. Was wir eben Wesen nannten, ist das Recht an sich, dem gegenüber der besondere Wille als unwahr sich aufhebt. Wenn es früher nur ein unmittelbares Sein hatte, so wird es jetzt wirklich, indem es aus seiner Negation zurückkehrt; denn Wirklichkeit ist das, was wirkt und sich in seinem Anderssein erhält, während das Unmittelbare noch für die Negation empfänglich ist.

  2. Avatar von Hegel
    Hegel

    Das Sich-gelten-Machen des Rechts an sich –
    Ich bleibe Eigentümer gegen Unrecht – Ich empirisch habe diese Bestimmung gleichsam als eine zufällige – ihre Natur aber ist jenes; wesentliches Subjekt ist jetzt [nicht] die einzelne Persönlichkeit, sondern Recht an sich –
    Besonderer Wille, weil Wille auch Recht – Dasein des Willens, der Freiheit.
    Besonderheit – notwendig – fällt in zufälligen, Willkür – Punkt, wo Moralität, Schuld anhebt –
    Notwendigkeit nicht der Schuld entgegengesetzt – sie ausschließend.
    Schein – Gesetztwerden des Allgemeinen – als ein Besonderes –
    sich bewährendes, durch Aufheben des besonderen Willens zu sich.

Schreibe einen Kommentar