17

Der Widerspruch, welcher die Willkür ist (§ 15), hat als Dialektik der Triebe und Neigungen die Erscheinung, daß sie sich gegenseitig stören, die Befriedigung des einen die Unterordnung oder Aufopferung der Befriedigung des anderen fordert usf.; und indem der Trieb nur einfache Richtung seiner Bestimmtheit ist, das Maß somit nicht in sich selbst hat, so ist dies unterordnende oder aufopfernde Bestimmen das zufällige Entscheiden der Willkür, sie verfahre nun dabei mit berechnendem Verstande, bei welchem Triebe mehr Befriedigung zu gewinnen sei, oder nach welcher anderen beliebigen Rücksicht.

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Kommentare

3 Kommentare zu „17“

  1. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    [zu § 17]
    Trieb ist zufällig, es muß auch sein Negiertsein gesetzt werden.
    Einem Triebe sich zu überlassen – ist zerstörend – dies ist seine Dialektik – ihn als rein Positives zu betrachten – nichts Negatives, zu Beschränkendes, ist seine Einseitigkeit. Beschränken – es nicht bei seinem Sein belassen – 68

  2. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Die Triebe und Neigungen sind zunächst Inhalt des Willens, und nur die Reflexion steht über denselben, aber diese Triebe werden selbst treibend, drängen einander, stören sich und wollen alle befriedige werden. Wenn ich nun mit Hintansetzung aller anderen mich bloß in einen derselben hineinlege, so befinde ich mich in einer zerstörenden Beschränktheit, denn ich habe meine Allgemeinheit eben dadurch aufgegeben, welche ein System aller Triebe ist. Ebensowenig ist aber mit einem bloßen Unterordnen der Triebe geholfen, worauf der Verstand gewöhnlich kommt, weil hier kein Maß dieser Anordnung zu geben ist und die Forderung daher gewöhnlich in die Langweiligkeit allgemeiner Redensarten ausläuft.

  3. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    Unsere Triebe sind blind und streiten miteinander. Wer jedem Trieb sofort nachgibt, zerstört sich selbst. Der Verstand muss daher rechnen und ordnen.

    Erklärung: Der Trieb zu schlemmen streitet mit dem Trieb nach Gesundheit. Der Trieb zu faulenzen streitet mit dem Wunsch nach Erfolg. Kein Trieb enthält in sich selbst ein Stoppschild. Der Verstand muss eingreifen und berechnen: Welcher Trieb ist wichtiger? Auf welchen Genuss muss ich verzichten, um nicht ins Verderben zu rennen?

    Auf den Punkt gebracht: Triebe haben kein Maß. Erst der rechnende Verstand bringt Ordnung in den Streit der Wünsche.

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