133

Das Gute hat zu dem besonderen Subjekte das Verhältnis, das Wesentliche seines Willens zu sein, der hiermit darin schlechthin seine Verpflichtung hat. Indem die Besonderheit von dem Guten unterschieden ist und in den subjektiven Willen fällt, so hat das Gute zunächst nur die Bestimmung der allgemeinen abstrakten Wesentlichkeit, – der Pflicht; – um dieser ihrer Bestimmung willen soll die Pflicht um der Pflicht willen getan werden |130|.

EN ES

Kommentare

4 Kommentare zu „133“

  1. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    β) Gesetz, gut – hier als aus mir – besonderer, eigentümlicher Inhalt – Treten in Unterschied –
    α) Wesentlichkeit, – Verpflichtung – Pflicht
    β) Pflicht um der Pflicht willen, – nicht um ihres besonderen Inhalts willen, sondern weil Pflicht – Trennung des Inhalts von der Wesentlichkeit als solcher –

  2. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Das Wesentliche des Willens ist mir Pflicht; wenn ich nun nichts weiß, als daß das Gute mir Pflicht ist, so bleibe ich noch beim Abstrakten derselben stehen. Die Pflicht soll ich um ihrer selbst willen tun, und es ist meine eigene Objektivität im wahrhaften Sinne, die ich in der Pflicht vollbringe: indem ich sie tue, bin ich bei mir selbst und frei. Es ist das Verdienst und der hohe Standpunkt der Kantischen Philosophie im Praktischen gewesen, diese Bedeutung der Pflicht hervorgehoben zu haben.

  3. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Weil die Besonderheit vom Guten unterschieden in den subjektiven Willen fällt, hat das Gute für diesen zunächst nur die Bestimmung der allgemeinen abstrakten Wesentlichkeit — der Pflicht.

    Woher die Form der Pflicht stammt, klärt dieser Schritt. Sie ist nicht der eigentliche Charakter des Guten, sondern die Gestalt, die es annimmt, solange das Besondere ihm gegenübersteht statt in ihm zu sein. Zieht man alles Besondere ab, so bleibt vom Guten nichts als die bloße Wesentlichkeit — dass es das ist, was gewollt werden soll. Eben dies spricht der Satz aus, die Pflicht sei um der Pflicht willen zu tun: er ist nicht falsch, sagt aber nur die Abstraktheit dieser Stufe aus.

  4. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 133: Pflicht um der Pflicht willen

    Das Gute ist das Wesentliche meines Willens. Darum bin ich ihm verpflichtet. Das Gute tritt mir als Pflicht entgegen.

    Was heißt das?

    Noch weiß ich nicht, was genau zu tun ist. Ich weiß nur: Ich soll das Gute tun, weil es gut ist. Nicht aus Angst vor Strafe. Nicht wegen eines Vorteils. Sondern um der Pflicht willen.

    Warum ist das ein Fortschritt?

    Wer seine Pflicht so erfüllt, ist frei. Er folgt keinem fremden Befehl. Er folgt dem, was er selbst als wesentlich erkannt hat. Er ist in seiner Pflicht bei sich selbst. Diese hohe Idee der Pflicht hat vor allem Kant herausgearbeitet. Das ist sein großes Verdienst.

    Zusammenfassung: Das Gute begegnet mir zuerst als Pflicht. Ich soll sie um ihrer selbst willen tun. Darin liegt meine Freiheit.

Schreibe einen Kommentar