192

Die Bedürfnisse und die Mittel werden als reelles Dasein ein Sein für andere, durch deren Bedürfnisse und Arbeit die Befriedigung gegenseitig bedingt ist. Die Abstraktion, die eine Qualität der Bedürfnisse und der Mittel wird (s. vorherg. §), wird auch eine Bestimmung der gegenseitigen Beziehung der Individuen aufeinander; diese Allgemeinheit als Anerkanntsein ist das Moment, welches sie in ihrer Vereinzelung und Abstraktion zu konkreten, als gesellschaftlichen, Bedürfnissen, Mitteln und Weisen der Befriedigung macht.

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Kommentare

2 Kommentare zu „192“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Dadurch, daß ich mich nach dem anderen richten muß, kommt hier die Form der Allgemeinheit herein. Ich erwerbe von anderen die Mittel der Befriedigung und muß demnach ihre Meinung annehmen. Zugleich aber bin ich genötigt, Mittel für die Befriedigung anderer hervorzubringen. Das eine also spielt in das andere und hängt damit zusammen. Alles Partikulare wird insofern ein Gesellschaftliches; in der Art der Kleidung, in der Zeit des Essens liegt eine gewisse Konvenienz, die man annehmen muß, weil es in diesen Dingen nicht der Mühe wert ist, seine Einsicht zeigen zu wollen, sondern es am klügsten ist, darin wie andere zu verfahren.

  2. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Die Bedürfnisse und Mittel werden Sein für andere; das Anerkanntsein als Allgemeinheit macht die vereinzelten und abstrakten Bedürfnisse zu konkreten, gesellschaftlichen.

    Hier kippt die Betrachtung von der Sache auf das Verhältnis: dieselbe Abstraktion, die Bedürfnisse und Mittel zerlegt hat (§ 191), wird nun zur Bestimmung dessen, wie die Menschen aufeinander bezogen sind. Weil jedes Mittel nur Mittel ist, sofern andere es als solches gebrauchen und gelten lassen, steckt in ihm eine Allgemeinheit — Hegel nennt sie Anerkanntsein. Bemerkenswert ist die Umkehrung: gerade das Anerkanntsein macht das Vereinzelte wieder konkret. Konkret heißt bei Hegel nicht sinnlich greifbar, sondern in sich zusammengewachsen; ein Bedürfnis ist erst dann etwas Ganzes, wenn es nicht mehr bloß meines ist, sondern in der Weise besteht, wie es unter allen gilt.

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