191

Ebenso teilen und vervielfältigen sich die Mittel für die partikularisierten Bedürfnisse und überhaupt die Weisen ihrer Befriedigung, welche wieder relative Zwecke und abstrakte Bedürfnisse werden; – eine ins |196| Unendliche fortgehende Vervielfältigung, welche in eben dem Maße eine Unterscheidung dieser Bestimmungen und Beurteilung der Angemessenheit der Mittel zu ihren Zwecken, – die Verfeinerung, ist.

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Kommentare

3 Kommentare zu „191“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Das, was die Engländer comfortable nennen, ist etwas durchaus Unerschöpfliches und ins Unendliche Fortgehendes, denn jede Bequemlichkeit zeigt wieder ihre Unbequemlichkeit, und diese Erfindungen nehmen kein Ende. Es wird ein Bedürfnis daher nicht sowohl von denen, welche es auf unmittelbare Weise haben, als vielmehr durch solche hervorgebracht, welche durch sein Entstehen einen Gewinn suchen.

  2. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Dieselbe Teilung und Vervielfältigung tritt an den Mitteln auf — eine ins Unendliche fortgehende Unterscheidung, die als Beurteilung der Angemessenheit von Mittel und Zweck Verfeinerung heißt.

    Der Paragraph überträgt die Bewegung von § 190 auf die andere Seite: was für die Bedürfnisse gilt, gilt ebenso für die Mittel, und weil jedes Mittel wieder Zweck für weitere Mittel wird, entsteht eine Reihe ohne Abschluss. Hegel bezeichnet sie ausdrücklich als ins Unendliche fortgehend — gemeint ist keine erhabene Unendlichkeit, sondern ein bloßes Immer-noch-weiter, das nirgends zu sich zurückkommt. Die Verfeinerung ist die Kehrseite dieser Bewegung: mit der Vermehrung wächst die Fähigkeit, immer feinere Unterschiede zu machen und zu beurteilen, was wozu taugt.

  3. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 191: Verfeinerung

    Mit den Bedürfnissen vervielfältigen sich auch die Mittel. Und diese Mittel werden wieder zu neuen Bedürfnissen.

    Ein Beispiel:

    Man braucht einen Stuhl. Dann will man ein Kissen dafür. Dann einen Bezug für das Kissen. Dann einen passenden Tisch. Jede Bequemlichkeit zeigt eine neue Unbequemlichkeit. Das geht endlos weiter.

    Die Engländer nennen das „comfort“. Es ist nie erschöpft.

    Wer erzeugt die neuen Bedürfnisse?

    Oft nicht die, die sie haben. Sondern die, die daran verdienen wollen. Der Händler weckt den Wunsch, den er dann erfüllt.

    Zusammenfassung: Die Mittel vervielfältigen sich ohne Ende und werden selbst zu Bedürfnissen. Das nennt man Verfeinerung. Neue Bedürfnisse entstehen oft durch die, die an ihnen verdienen.

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