196

Die Vermittlung, den partikularisierten Bedürfnissen angemessene, ebenso partikularisierte Mittel zu bereiten und zu erwerben, ist die Arbeit, welche das von der Natur unmittelbar gelieferte Material für diese vielfachen Zwecke durch die mannigfaltigsten Prozesse spezifiziert. Diese Formierung gibt nun dem Mittel den Wert und seine Zweckmäßigkeit, so dass der Mensch in seiner Konsumtion sich vornehmlich zu menschlichen Produktionen verhält und solche Bemühungen es sind, die er verbraucht.

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Kommentare

3 Kommentare zu „196“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Das unmittelbare Material, das nicht verarbeitet zu werden braucht, ist nur gering: selbst die Luft hat man sich zu erwerben, indem man sie warm zu machen hat; nur etwa das Wasser kann man so trinken, wie man es vorfindet. Menschenschweiß und Menschenarbeit erwirbt dem Menschen die Mittel des Bedürfnisses.

  2. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Die Arbeit als das Vermittelnde — sie spezifiziert das unmittelbar Natürliche zum zweckmäßigen Mittel, so dass der Mensch in der Konsumtion sich nur noch zu menschlichen Hervorbringungen verhält.

    Nachdem die Bedürfnisse und die Mittel durchlaufen sind, tritt das Dritte hinzu, das beide verbindet. Der logische Gehalt liegt im Wort Formieren: die Natur liefert Material, das an sich zu nichts bestimmt ist, und erst die eingearbeitete Form macht es zum Mittel für einen Zweck. Damit verschiebt sich, worauf sich der Verbrauch überhaupt richtet — nicht auf Natur, sondern auf fremde Arbeit; der Mensch verzehrt, wie Hegel sagt, Bemühungen. Die Unmittelbarkeit des Natürlichen ist an diesem Punkt vollständig verschwunden.

  3. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 196: Arbeit

    Wie kommt man zu den vielen Mitteln für die vielen Bedürfnisse? Durch Arbeit.

    Was tut die Arbeit?

    Die Natur liefert rohes Material. Die Arbeit formt es für bestimmte Zwecke. Aus Getreide wird Brot. Aus Wolle wird ein Pullover. Aus Holz wird ein Schrank. Erst durch diese Formung bekommen die Dinge ihren Wert.

    Fast alles ist Arbeit:

    Was wir verbrauchen, ist fast immer das Werk von Menschen. Kaum etwas nehmen wir so, wie die Natur es gibt. Nur Wasser kann man trinken, wie man es findet. Selbst die Luft muss man im Winter erst erwärmen. Was wir verbrauchen, ist Menschenschweiß und Menschenarbeit.

    Zusammenfassung: Arbeit formt das Material der Natur für unsere Zwecke. Dadurch bekommen die Dinge ihren Wert. Was wir verbrauchen, ist fast immer menschliche Arbeit.

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