353

In der ersten als unmittelbaren Offenbarung hat er zum Prinzip die Gestalt des substantiellen Geistes, als der Identität, in welcher die Einzelnheit in ihr Wesen versenkt und für sich unberechtigt bleibt.
Das zweite Prinzip ist das Wissen dieses substantiellen Geistes, so dass er der positive Inhalt und Erfüllung und das Fürsichsein als die lebendige Form desselben ist, die schöne sittliche Individualität.
Das dritte ist das in sich Vertiefen des wissenden Fürsichseins zur abstrakten Allgemeinheit und damit zum unendlichen Gegensatze gegen die somit ebenso geistverlassene Objektivität.
Das Prinzip der vierten Gestaltung ist das Umschlagen dieses Gegensatzes des Geistes, in seiner Innerlichkeit seine Wahrheit und konkretes Wesen zu empfangen und in der Objektivität einheimisch und versöhnt zu sein, und weil dieser zur ersten Substantialität zurückgekommene Geist der aus dem unendlichen Gegensatze zurückgekehrte ist, diese seine Wahrheit als Gedanke und als Welt gesetzlicher Wirklichkeit zu erzeugen und zu wissen.

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Kommentare

2 Kommentare zu „353“

  1. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Die vier Prinzipien als Gang von der substantiellen Identität über das Fürsichsein der schönen Individualität und die abstrakte Allgemeinheit im unendlichen Gegensatz zur Rückkehr in die Substantialität aus diesem Gegensatz.

    Dieser Paragraph enthält das eigentliche Gerüst des Schlussteils, und die vier Glieder sind keine Aufzählung, sondern eine Folge. Zuerst die Einheit, in der noch kein Unterschied gesetzt ist: Die Einzelnheit ist in die Substanz versenkt und hat für sich kein Recht. Dann tritt das Wissen dieser Substanz hinzu, so dass das Fürsichsein die lebendige Form ihres Inhalts wird — Form und Inhalt sind noch ungetrennt, und das nennt Hegel schön. Im dritten Schritt vertieft sich dieses Fürsichsein in sich und wird dadurch abstrakte Allgemeinheit, das heißt eine Allgemeinheit ohne erfüllten Gehalt, der die Welt nun als geistverlassene Objektivität gegenübersteht. Der vierte Schritt ist das Umschlagen dieses Gegensatzes: Der Geist findet seine Wahrheit in eben der Innerlichkeit, in die er sich zurückgezogen hatte, und kehrt darum in die Substantialität zurück — aber jetzt gewußt, als Gedanke und als Welt gesetzlicher Wirklichkeit.

  2. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 353: Vier Prinzipien

    Welche Prinzipien liegen den vier Reichen zugrunde?

    Das erste: Der Geist ist noch ungetrennte Einheit. Der Einzelne ist in das Ganze versenkt. Er hat kein eigenes Recht.

    Das zweite: Der Geist weiß von dieser Einheit. Der Einzelne lebt sie in schöner, sittlicher Freiheit.

    Das dritte: Der Geist zieht sich in sich zurück, in eine abstrakte Allgemeinheit. Die äußere Welt steht ihm fremd und geistlos gegenüber.

    Das vierte: Der Geist findet in seinem Inneren seine Wahrheit. Er versöhnt sich mit der Welt und ist in ihr zu Hause. Er erzeugt und weiß seine Wahrheit als Gedanke und als Welt der Gesetze.

    Zusammenfassung: Die vier Prinzipien sind: Versenkung in die Einheit, schöne sittliche Freiheit, Rückzug in die abstrakte Innerlichkeit und schließlich die Versöhnung von Innen und Außen.

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