121

Die allgemeine Qualität der Handlung ist der auf die einfache Form der Allgemeinheit zurückgebrachte, mannigfaltige Inhalt der Handlung überhaupt. Aber das Subjekt hat als in sich reflektiertes, somit gegen die objektive Besonderheit Besonderes, in seinem Zwecke seinen eigenen besonderen Inhalt, der die bestimmende Seele der Handlung ist. Dass dies Moment der Besonderheit des Handelnden in der Handlung enthalten und ausgeführt ist, macht die subjektive Freiheit in ihrer konkreteren Bestimmung aus, das Recht des Subjekts, in der Handlung seine Befriedigung zu finden.

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Kommentare

2 Kommentare zu „121“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Ich für mich, in mich reflektiert, bin noch ein Besonderes gegen die Äußerlichkeit meiner Handlung. Mein Zweck macht den bestimmenden Inhalt derselben aus. Mord und Brand zum Beispiel sind als Allgemeines noch nicht der positive Inhalt meiner, als des Subjekts. Hat jemand dergleichen Verbrechen begangen, so fragt man, warum er sie verübt hat. Es ist nicht der Mord des Mordes wegen geschehen, sondern es war dabei noch ein besonderer positiver Zweck. Würden wir aber sagen, der Mord geschah aus Mordlust, so wäre die Lust schon der positive Inhalt des Subjekts als solcher, und die Tat ist alsdann die Befriedigung des Wollens desselben. Der Beweggrund einer Tat ist somit näher das, was man das Moralische nennt, und dieses hat insofern den gedoppelten Sinn des Allgemeinen im Vorsatze und des Besonderen der Absicht. In den neueren Zeiten ist es vornehmlich eingetreten, daß man bei den Handlungen immer nach den Beweggründen fragt, während man sonst bloß fragte: Ist dieser Mann rechtschaffen? tut er, was seine Pflicht ist? Man will jetzt auf das Herz sehen und setzt dabei einen Bruch des Objektiven der Handlungen und des Inneren, des Subjektiven der Beweggründe voraus. Allerdings ist die Bestimmung des Subjekts zu betrachten: es will etwas, das in ihm begründet ist; es will seine Lust befriedigen, seiner Leidenschaft Genüge tun. Aber das Gute und Rechte ist auch ein solcher nicht bloß natürlicher, sondern durch meine Vernünftigkeit gesetzter Inhalt; meine Freiheit, zum Inhalt meines Willens gemacht, ist eine reine Bestimmung meiner Freiheit selbst. Der höhere moralische Standpunkt ist daher, in der Handlung die Befriedigung zu finden und nicht bei dem Bruch zwischen dem Selbstbewußtsein des Menschen und der Objektivität der Tat stehenzubleiben, welche Auffassungsweise jedoch, sowohl in der Weltgeschichte als in der Geschichte der Individuen, ihre Epochen hat.

  2. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Rückführung des mannigfaltigen Inhalts auf die einfache Form der Allgemeinheit und Gegensetzung der in sich reflektierten Besonderheit des Subjekts als der bestimmenden Seele der Handlung.

    Den Schritt vom Vorsatz zur Absicht hat § 119 getan; hier wird die Absicht weiterbestimmt, indem ihr die Besonderheit des Handelnden entgegengesetzt wird. Zuerst wird alles, was in einer Handlung vorgeht, unter einen einzigen Gesichtspunkt gebracht: die vielen Einzelheiten werden auf die eine allgemeine Qualität zusammengezogen, unter die die Tat fällt. Dem tritt gegenüber, dass der Handelnde selbst ein Besonderes ist — „in sich reflektiert“ heißt hier, dass er sein Tun nicht als bloßen äußeren Vorgang hat, sondern als seinen eigenen Zweck, in dem sein eigener Inhalt steckt. Dass diese Besonderheit in der Handlung enthalten und ausgeführt sein muss, ist das, was Hegel subjektive Freiheit nennt: das Recht des Subjekts, in dem, was es tut, sich selbst befriedigt zu finden.

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