240

Gleicherweise hat sie die Pflicht und das Recht über die, welche durch Verschwendung die Sicherheit ihrer und ihrer Familie Subsistenz vernichten, [sie] in Vormundschaft zu nehmen und an ihrer Stelle den Zweck der Gesellschaft und den ihrigen auszuführen.

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Kommentare

3 Kommentare zu „240“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    In Athen war es Gesetz, daß jeder Bürger darüber Rechenschaft geben mußte, wovon er lebe, jetzt hat man die Ansicht, daß dies niemanden etwas angehe. Allerdings ist jedes Individuum einerseits für sich, andererseits aber ist es auch Mitglied im System der bürgerlichen Gesellschaft, und insofern jeder Mensch von ihr das Recht hat, die Subsistenz zu verlangen, muß sie ihn auch gegen sich selbst schützen. Es ist nicht allein das Verhungern, um was es zu tun ist, sondern der weitere Gesichtspunkt ist, daß kein Pöbel entstehen soll. Weil die bürgerliche Gesellschaft schuldig ist, die Individuen zu ernähren, hat sie auch das Recht, dieselben anzuhalten, für ihre Subsistenz zu sorgen.

  2. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Ebenso hat sie Recht und Pflicht, den Verschwender in Vormundschaft zu nehmen und an seiner Stelle den Zweck der Gesellschaft und den seinigen auszuführen.

    Dieselbe Bestimmung der allgemeinen Familie wird, wiederum ohne eigenen Zug, am zweiten Fall durchgeführt, in dem die Willkür des Einzelnen die Subsistenz vernichtet, die zugleich Sache der Gesellschaft ist — weshalb der Zweck der Gesellschaft und der eigene Zweck des Betroffenen hier als derselbe gefasst werden.

  3. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 240: Schutz vor sich selbst

    Manche verschwenden ihr Vermögen. Sie gefährden damit ihr eigenes Auskommen und das ihrer Familie.

    Was darf die Gesellschaft dann tun?

    Sie hat die Pflicht und das Recht, solche Menschen unter Vormundschaft zu stellen. Dann handelt sie an ihrer Stelle. Für den Zweck der Gesellschaft und für ihren eigenen.

    Geht das niemanden etwas an?

    Heute denkt man oft so. Im alten Athen dagegen musste jeder Bürger sagen können, wovon er lebt. Der Einzelne ist eben nicht nur für sich. Er ist auch Glied der Gesellschaft. Er kann von ihr verlangen, dass sie sein Auskommen sichert. Darum muss sie ihn auch vor sich selbst schützen.

    Worum geht es dabei?

    Nicht nur darum, dass keiner verhungert. Es soll auch kein Pöbel entstehen. Weil die Gesellschaft die Menschen ernähren muss, darf sie auch verlangen, dass sie selbst für sich sorgen.

    Zusammenfassung: Wer sein Vermögen verschwendet, den darf die Gesellschaft unter Vormundschaft stellen. Die Gesellschaft muss den Einzelnen auch vor sich selbst schützen. Sie darf verlangen, dass jeder für sich sorgt.

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