248

Dieser erweiterte Zusammenhang bietet auch das Mittel der Kolonisation, zu welcher – einer sporadischen oder systematischen – die ausgebildete bürgerliche Gesellschaft getrieben wird, und wodurch sie teils einem Teil ihrer Bevölkerung in einem neuen Boden die Rückkehr zum Familienprinzip, teils sich selbst damit einen neuen Bedarf und Feld ihres Arbeitsfleißes verschafft.

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Kommentare

3 Kommentare zu „248“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Die bürgerliche Gesellschaft wird dazu getrieben, Kolonien anzulegen. Die Zunahme der Bevölkerung hat schon für sich diese Wirkung; besonders aber entsteht eine Menge, die die Befriedigung ihrer Bedürfnisse nicht durch ihre Arbeit gewinnen kann, wenn die Produktion das Bedürfnis der Konsumtion übersteigt. Sporadische Kolonisation findet besonders in Deutschland statt. Die Kolonisten ziehen nach Amerika, Rußland, bleiben ohne Zusammenhang mit ihrem Vaterlande und gewähren so diesem keinen Nutzen. Die zweite und ganz von der ersten verschiedene Kolonisation ist die systematische. Sie wird von dem Staate veranlaßt, mit dem Bewußtsein und der Regulierung der gehörigen Weise der Ausführung. Diese Art der Kolonisation ist vielfältig bei den Alten und namentlich bei den Griechen vorgekommen, bei denen harte Arbeit nicht die Sache des Bürgers war, dessen Tätigkeit vielmehr den öffentlichen Dingen sich zuwendete. Wenn nun die Bevölkerung so anwuchs, daß Not entstehen konnte, für sie zu sorgen, dann wurde die Jugend in eine neue Gegend geschickt, die teils besonders gewählt, teils dem Zufall des Findens überlassen war. In den neueren Zeiten hat man den Kolonien nicht solche Rechte wie den Bewohnern des Mutterlandes zugestanden, und es sind Kriege und endlich Emanzipationen aus diesem Zustande hervorgegangen, wie die Geschichte der englischen und spanischen Kolonien zeigt. Die Befreiung der Kolonien erweist sich selbst als der größte Vorteil für den Mutterstaat, so wie die Freilassung der Sklaven als der größte Vorteil für den Herrn.

  2. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Die Erweiterung nach außen schlägt nach innen zurück: die Kolonisation verschafft der Gesellschaft neuen Bedarf und einem Teil ihrer Bevölkerung zugleich die Rückkehr zum Familienprinzip.

    Die in § 246 begonnene Bewegung über die Grenze der Gesellschaft hinaus wird an einem weiteren Mittel ausgeführt, ohne dass ein neuer Zug hinzukäme — bemerkenswert allein die Doppelrichtung, dass dieselbe Ausdehnung nach außen für die Auswandernden zum Anfang der Reihe, dem Familienprinzip, zurückführt.

  3. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 248: Kolonien

    Die Gesellschaft sucht draußen neue Käufer. Dieser weite Zusammenhang bietet noch ein Mittel: Kolonien.

    Warum gründet man Kolonien?

    Die Bevölkerung wächst. Und es entsteht eine Menge von Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Denn man stellt mehr her, als man verbrauchen kann. Diese Menschen ziehen fort.

    Was gewinnen sie?

    Auf neuem Boden können sie wieder als Familie leben, vom eigenen Land. Und die alte Gesellschaft gewinnt neue Käufer und ein neues Feld für ihre Arbeit.

    Zwei Arten:

    Die eine Art ist planlos. Einzelne ziehen fort, etwa aus Deutschland nach Amerika oder Russland. Sie verlieren die Verbindung zur Heimat. Die Heimat hat nichts davon.

    Die andere Art ist planvoll. Der Staat lenkt sie. So machten es die Griechen. Wenn die Bevölkerung zu groß wurde, schickten sie junge Leute in ein neues Land.

    Und die Freiheit der Kolonien?

    In neuerer Zeit gab man den Kolonien nicht dieselben Rechte wie dem Mutterland. Daraus entstanden Kriege, und am Ende befreiten sich die Kolonien. So geschah es bei den englischen und spanischen Kolonien. Die Befreiung nützt dem Mutterland am meisten. So wie die Freilassung der Sklaven dem Herrn am meisten nützt.

    Zusammenfassung: Die Gesellschaft gründet Kolonien, weil sie zu viele Menschen und zu viele Waren hat. Dort finden Menschen neuen Boden, und die Heimat findet neue Käufer. Freie Kolonien nützen dem Mutterland am meisten.

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