351

Aus derselben Bestimmung geschieht, dass zivilisierte Nationen andere, welche ihnen in den substantiellen Momenten des Staats zurückstehen (Viehzuchttreibende die Jägervölker, die Ackerbauenden beide usf.), als Barbaren mit dem Bewusstsein eines ungleichen Rechts und deren Selbstständigkeit als etwas Formelles betrachten und behandeln.

In den Kriegen und Streitigkeiten, die unter solchen Verhältnissen entspringen, macht daher das Moment, dass sie Kämpfe des Anerkennens in Beziehung auf einen bestimmten Gehalt sind, den Zug aus, der ihnen eine Bedeutung für die Weltgeschichte gibt.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „351“

  1. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Aus demselben Grunde ein ungleiches Recht — wo die substantiellen Momente des Staats fehlen, gilt die Selbständigkeit als bloß formelle; der Streit darüber ist Kampf des Anerkennens um einen bestimmten Gehalt.

    Der Paragraph ist die zweite Folgerung aus § 350, und Hegel leitet sie ausdrücklich ab, statt sie zu beobachten: „Aus derselben Bestimmung“, also aus dem absoluten Recht der Idee, geschieht es, dass zivilisierte Nationen andere, die ihnen in den substantiellen Momenten des Staats zurückstehen, als Barbaren „mit dem Bewußtsein eines ungleichen Rechts“ betrachten und behandeln und deren Selbständigkeit als etwas bloß Formelles ansehen. Das ungleiche Recht folgt bei ihm damit aus dem absoluten Recht der Idee, in Gesetz und Institution hervorzutreten, nicht aus der bloßen Machtlage. Als das logische Moment markiert er, dass es in diesen Kämpfen nicht um bloße Übermacht geht, sondern um Anerkennung, und zwar — anders als beim formellen Kampf um Anerkennung überhaupt (§ 57 Anm.) — um Anerkennung in Beziehung auf einen bestimmten Gehalt. Genau dadurch bekommen sie weltgeschichtliche Bedeutung.

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