359

Die Innerlichkeit des Prinzips, als die noch abstrakte, in Empfindung als Glaube, Liebe und Hoffnung existierende Versöhnung und Lösung alles Gegensatzes, entfaltet ihren Inhalt, ihn zur Wirklichkeit und selbstbewussten Vernünftigkeit zu erheben, zu einem vom Gemüte, der Treue und Genossenschaft Freier ausgehenden weltlichen Reiche, das in dieser seiner Subjektivität ebenso ein Reich der für sich seienden rohen Willkür und der Barbarei der Sitten ist – gegenüber einer jenseitigen Welt, einem intellektuellen Reiche, dessen Inhalt wohl jene Wahrheit seines Geistes, aber als noch ungedacht in die Barbarei der Vorstellung gehüllt ist und, als geistige Macht über das wirkliche Gemüt, sich als eine unfreie fürchterliche Gewalt gegen dasselbe verhält.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „359“

  1. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Die noch abstrakte Innerlichkeit entfaltet ihren Inhalt in einen Gegensatz zweier Reiche — ein weltliches der rohen Willkür und ein intellektuelles, dessen Wahrheit noch ungedacht in der Vorstellung gehüllt ist.

    Der Paragraph zeigt, warum das in § 358 gewonnene Prinzip nicht sogleich seine Gestalt ist: Es existiert zunächst nur als Empfindung — Glaube, Liebe, Hoffnung —, und das heißt abstrakt, weil der Inhalt zwar da, aber noch nicht ausgelegt und in Wirklichkeit gesetzt ist. Weil er sich entfalten muss, tritt er zunächst entzweit auf. Das weltliche Reich hat die Subjektivität, aber noch ohne vernünftigen Gehalt, ist also Willkür; das jenseitige hat den Gehalt, aber ungedacht, nämlich nur in Bildern der Vorstellung. Ungedacht ist hier der entscheidende Ausdruck: Eine Wahrheit, die man nicht begriffen hat, kann dem Menschen nur als fremde Gewalt gegenübertreten.

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