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Für den subjektiven Willen ist das Gute ebenso das schlechthin Wesentliche, und er hat nur Wert und Würde, insofern er in seiner Einsicht und Absicht demselben gemäß ist. Insofern das Gute hier noch diese abstrakte Idee des Guten ist, so ist der subjektive Wille noch nicht als in dasselbe aufgenommen und ihm gemäß gesetzt; er steht somit in einem Verhältnis zu demselben und zwar in dem, dass das Gute1 für denselben das Substantielle sein, dass er dasselbe zum Zwecke machen und vollbringen soll, – wie das Gute seinerseits nur im subjektiven Willen die Vermittlung hat, durch welche es in Wirklichkeit tritt.

  1. [handschriftlich:] das seinige des subjektiven Willens sein soll. ↩︎

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Kommentare

4 Kommentare zu „131“

  1. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1817)
    Hegel (Enzyklopädie 1817)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), §§ 422, 425:

    § 422. γ) Das Gute ist zunächst als abstract-allgemeines; es ist aber als Wesentliches des Willens in sich negatives und daher ein besonderes. Es giebt deswegen mancherley Gutes und vielerley Pflichten, deren Verschiedenheit dialektisch gegen einander ist, und sie in Collision bringt.

    § 425. ε) Diese innerliche Seite soll überhaupt durch die Handlung mit der Objectivität, durch die Thätigkeit des Subjects zusammengeschlossen werden. Da die Objectivität aber als das andere selbstständige Extrem eine eigenthümliche Welt für sich ausmacht, so ist es zufällig, ob sie zu den subjectiven Zwecken zusammenstimmt; ob das Gute sich in ihr realisirt und das Böse, der an und für sich nichtige Zweck, in ihr nichtig ist; – ferner ob das Subject sein Wohl in ihr findet; und näher ob das gute Subject in ihr glücklich, und das Böse unglücklich wird. – Aber die Welt soll die gute Handlung in sich ausführen lassen, wie dem guten Subjecte die Befriedigung seines besondern Interesse gewähren, dem bösen aber versagen, so wie das Böse selbst zu nichte machen.

  2. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    Noch nicht Entwicklung der Bestimmungen – Besonderheit noch nicht gesetzt. Subjektivität als solche, noch nicht im Guten gesetzt, also zunächst Verhältnis – relativ – Inhalt in der Tat unbestimmt – Subjekt – damit Willkür.
    Verhältnis – Objektivität gegen den … [?] subjektiven Willen – unendliche Wichtigkeit der Entwicklung.
    Soll nur bestimmt sein – zur Wirklichkeit – Die Bestimmtheit ist noch nicht gesetzt – Die Bestimmtheit aber ist als unendliche – wahrhafte Form – die Subjektivität – Ich, dieser, Persönlichkeit nur unmittelbar – darum bestimmungslos, d. i. Zufälligkeit, Äußerlichkeit der Bestimmung

  3. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Das Gute ist die Wahrheit des besonderen Willens, aber der Wille ist nur das, wozu er sich setzt: er ist nicht von Hause aus gut, sondern kann, was er ist, nur durch seine Arbeit werden. Andererseits ist das Gute ohne den subjektiven Willen selbst nur eine Abstraktion ohne Realität, die ihm erst durch denselben kommen soll. Die Entwicklung des Guten enthält demgemäß die drei Stufen: 1. daß das Gute für mich als wollenden, besonderer Wille sei und daß ich dasselbe wisse, 2. daß man sage, was gut sei, und die besonderen Bestimmungen des Guten entwickle, 3. endlich das Bestimmen des Guten für sich, die Besonderheit des Guten als unendliche, für sich seiende Subjektivität. Dieses innerliche Bestimmen ist das Gewissen.

  4. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Weil das Gute noch abstrakte Idee ist, steht der subjektive Wille nicht in Identität mit ihm, sondern im Verhältnis des Sollens, während das Gute allein an diesem Willen die Vermittlung zur Wirklichkeit hat.

    Hier wird der Bruch sichtbar, der die ganze Moralität kennzeichnet. Dem Begriff nach wäre das Gute die Einheit von allgemeinem und besonderem Willen; da es aber erst abstrakt bestimmt ist, ist der einzelne Wille in diese Einheit noch nicht aufgenommen. Was zusammengehört, steht damit auseinander, und dieses Auseinander heißt bei Hegel Verhältnis: zwei Seiten, die aufeinander bezogen und doch getrennt sind. Aus der Trennung folgt beides — das Sollen, denn das Gute soll erst zum Zweck gemacht und vollbracht werden, und die Angewiesenheit des Guten auf die Subjektivität, denn ohne einen wirklichen Willen, der es ausführt, tritt es überhaupt nicht in die Wirklichkeit.

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