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Die Bestimmungen in der Entwicklung des Begriffs sind einerseits selbst Begriffe, andererseits, weil der Begriff wesentlich als Idee ist, sind sie in der Form des Daseins, und die Reihe der sich ergebenden Begriffe ist damit zugleich eine Reihe von Gestaltungen; so sind sie in der Wissenschaft zu betrachten.

|38| In spekulativerem Sinn ist die Weise des Daseins eines Begriffes und seine Bestimmtheit eins und dasselbe. Es ist aber zu bemerken, dass die Momente, deren Resultat eine weiter bestimmte Form ist, ihm als Begriffsbestimmungen in der wissenschaftlichen Entwicklung der Idee vorangehen, aber nicht in der zeitlichen Entwicklung als Gestaltungen ihm vorausgehen. So hat die Idee, wie sie als Familie bestimmt ist, die Begriffsbestimmungen zur Voraussetzung, als deren Resultat sie im folgenden dargestellt werden wird. Aber dass diese inneren Voraussetzungen auch für sich schon als Gestaltungen, als Eigentumsrecht, Vertrag, Moralität usf. vorhanden seien, dies ist die andere Seite der Entwicklung, die nur in höher vollendeter Bildung es zu diesem eigentümlich gestalteten Dasein ihrer Momente gebracht hat.

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Kommentare

4 Kommentare zu „32“

  1. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    [zu § 32]
    Recht in seiner Unmittelbarkeit ist Eigentum.
    Geist nicht unmittelbar – Vermittlung. – Zweierlei, Trennung,
    α) Ich in mir β) gegen äußere Existenz, γ) Ich als Besonderes gegen Begriff – Allgemeines.
    Unmittelbarkeit ist hier die Begriffsbestimmung – Eigentum des Geistes. Unmittelbar ist α) diese einzelne Person; – Unmittelbar β) eine äußerliche Sache.
    Diese Freiheit, die so unmittelbar – der einfache Begriff ist – daß sie von mir unterschieden und sie so als Bestimmung meiner, der in sich reflektiert ist, sei – Unterschied der besonderen Subjektivität gegen diese Allgemeinheit – Moralität.

    [zu § 32 Anm.]
    Wenn geschichtlich zu Werke gegangen wird – was treffen wir zuerst an – etwa Familien, zerstreute – vor Staat – Familiensittlichkeit, – und mehrere Familien auf Weise einer Familie. – Patriarchalisches Verhältnis – noch nicht Recht – noch Moralität.

  2. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Die Idee muß sich immer weiter in sich bestimmen, da sie im Anfang nur erst abstrakter Begriff ist. Dieser anfängliche abstrakte Begriff wird aber nie aufgegeben, sondern er wird nur immer in sich reicher, und die letzte Bestimmung ist somit die reichste. Die früher nur an sich seienden Bestimmungen kommen dadurch zu ihrer freien Selbstständigkeit, so aber, daß der Begriff die Seele bleibt, die alles zusammenhält und die nur durch ein immanentes Verfahren zu ihren eigenen Unterschieden gelangt. Man kann daher nicht sagen, daß der Begriff zu etwas Neuem komme, sondern die letzte Bestimmung fällt in der Einheit mit der ersten wieder zusammen. Wenn auch so der Begriff in seinem Dasein auseinandergegangen scheint, so ist dieses eben nur ein Schein, der sich im Fortgange als solcher aufweist, indem alle Einzelnheiten in den Begriff des Allgemeinen schließlich wieder zurückkehren. In den empirischen Wissenschaften analysiert man gewöhnlich das, was in der Vorstellung gefunden wird, und wenn man nun das Einzelne auf das Gemeinschaftliche zerrückgebracht hat, so nennt man dieses alsdann den Begriff. So verfahren wir nicht, denn wir wollen nur zusehen, wie sich der Begriff selbst bestimmt, und tun uns die Gewalt an, nichts von unserem Meinen und Denken hinzuzugeben. Was wir auf diese Weise erhalten, ist aber eine Reihe von Gedanken und eine andere Reihe daseiender Gestalten, bei denen es sich fügen kann, daß die Ordnung der Zeit in der wirklichen Erscheinung zum Teil anders ist als die Ordnung des Begriffes. So kann man z. B. nicht sagen, daß das Eigentum vor der Familie dagewesen sei, und trotzdem wird es vor derselben abgehandelt. Man könnte hier also die Frage aufwerfen, warum wir nicht mit dem Höchsten, das heißt mit dem konkret Wahren beginnen. Die Antwort wird sein, weil wir eben das Wahre in Form eines Resultates sehen wollen und dazu wesentlich gehört, zuerst den abstrakten Begriff selbst zu begreifen. Das, was wirklich ist, die Gestalt des Begriffes, ist uns somit erst das Folgende und Weitere, wenn es auch in der Wirklichkeit selbst das erste wäre. Unser Fortgang ist der, daß die abstrakten Formen sich nicht als für sich bestehend, sondern als unwahre aufweisen.

  3. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 32: Gedanken und Gestalten

    Jeder Schritt unseres Weges ist zweierlei. Er ist ein Gedanke. Und er ist eine Gestalt, die es in der Welt gibt. Das Eigentum ist ein Begriff. Es ist aber auch das Haus, das jemandem gehört.

    Die Reihe der Gedanken ist also zugleich eine Reihe von Gestalten.

    Jetzt kommt etwas Wichtiges. Die Reihenfolge im Denken ist nicht die Reihenfolge in der Zeit.

    Ein Vergleich:

    Ein Kind spricht ganze Sätze, lange bevor es weiß, was ein Wort ist. In der Grammatik kommt erst das Wort, dann der Satz. Im Leben ist es umgekehrt.

    So ist es auch hier. Wir sprechen zuerst vom Eigentum, dann vom Vertrag, dann vom Gewissen. Erst danach kommt die Familie. Denn die Familie setzt diese Gedanken voraus. Sie ist ihr Ergebnis.

    In der Geschichte war aber zuerst die Familie da. Menschen lebten in Familien und Sippen, lange bevor es einen Staat gab. Eigentum, Vertrag und Gewissen als eigene, klar geformte Gestalten gibt es erst viel später. Sie gehören zu einer hoch entwickelten Bildung.

    Warum beginnen wir dann nicht mit dem Reichsten?

    Weil wir verstehen wollen, wie das Reiche entsteht. Dazu müssen wir beim einfachsten Gedanken anfangen. Das Wahre zeigt sich erst als Ergebnis.

    Zusammenfassung: Jeder Schritt ist Gedanke und Gestalt zugleich. Im Denken kommt das Einfache zuerst. In der Zeit kann das Reichere früher da sein.

  4. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Verdopplung jeder Begriffsbestimmung in Begriff und Gestaltung — weil der Begriff wesentlich als Idee ist, sind die Weise seines Daseins und seine Bestimmtheit eins und dasselbe.

    Nachdem § 31 die Methode angegeben hat, bestimmt dieser Paragraph, was für eine Reihe dabei herauskommt. Jede Bestimmung ist zweierlei zugleich: ein Gedanke und eine Gestalt, in der dieser Gedanke wirklich da ist — Eigentum, Vertrag, Familie, Staat sind beides. Der entscheidende Zusatz betrifft die Reihenfolge: Was im Gang der Darstellung vorangeht, geht deshalb nicht auch zeitlich voran. Die Familie setzt begrifflich Eigentum und Vertrag voraus, ohne dass es geschichtlich erst Verträge und dann Familien gegeben hätte; dass die Momente auch für sich als ausgebildete Gestalten auftreten, ist eine andere Seite der Sache und Ergebnis höherer Bildung. Damit ist der Reihenfolge des Buches von vornherein der Anspruch genommen, eine Geschichte zu erzählen.

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