327

Die Tapferkeit ist für sich eine formelle Tugend, weil sie die höchste Abstraktion der Freiheit von allen besonderen Zwecken, Besitzen, Genuss und Leben [ist], aber diese Negation auf eine äußerlich-wirkliche Weise, und [weil] die Entäußerung, als Vollführung, an ihr selbst nicht geistiger Natur ist, die innere Gesinnung dieser oder jener Grund und ihr wirkliches Resultat auch nicht für sich und nur für andere sein kann.

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Kommentare

5 Kommentare zu „327“

  1. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1817)
    Hegel (Enzyklopädie 1817)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817), § 444:

    § 444. Diese Unabhängigkeit macht den Streit zwischen ihnen zu einem Verhältnisse der Gewalt, einem Zustand des Krieges, für welchen der allgemeine Stand sich zu dem besondern Zwecke der Erhaltung der Selbstständigkeit des Staats gegen andere, zum Stand der Tapferkeit bestimmt.

  2. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1827)
    Hegel (Enzyklopädie 1827)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1827), § 546:

    § 546. Dieser Zustand zeigt die Substanz des Staates in ihrer zur abstracten Negativität fortgehenden Individualität, als die Macht, in welcher die besondere Selbstständigkeit der Einzelnen und der Zustand ihres Versenktseyns in das äußerliche Daseyn des Besitzes und in das natürliche Leben, sich als ein Nichtiges fühlt, und die Erhaltung der allgemeinen Substanz durch die Aufopferung dieses natürlichen und besondern Daseyns in der Gesinnung der Freiheit und Vereitlung des Eiteln sich mit sich selbst vermittelt.

  3. Avatar von Hegel (Enzyklopädie 1830)
    Hegel (Enzyklopädie 1830)

    Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), § 546:

    § 546. Dieser Zustand zeigt die Substanz des Staates in ihrer zur abstrakten Negativität fortgehenden Individualität, als die Macht, in welcher die besondere Selbständigkeit der Einzelnen und der Zustand ihres Versenktseins in das äußerliche Dasein des Besitzes und in das natürliche Leben sich als ein Nichtiges fühlt und welche die Erhaltung der allgemeinen Substanz durch die in der Gesinnung derselben geschehende Aufopferung dieses natürlichen und besonderen Daseins, die Vereitelung des dagegen Eitlen vermittelt.

  4. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Der Militärstand ist der Stand der Allgemeinheit, dem die Verteidigung des Staates zukommt und der die Pflicht hat, die Idealität an sich selbst zur Existenz zu bringen, das heißt sich aufzuopfern. Die Tapferkeit ist freilich verschieden. Der Mut des Tieres, des Räubers, die Tapferkeit für die Ehre, die ritterliche Tapferkeit sind noch nicht die wahren Formen. Die wahre Tapferkeit gebildeter Völker ist das Bereitsein zur Aufopferung im Dienste des Staates, so daß das Individuum nur eines unter vielen ausmacht. Nicht der persönliche Mut, sondern die Einordnung in das Allgemeine ist hier das Wichtige. In Indien siegten fünfhundert Mann über zwanzigtausend, die nicht feig waren, die aber nur nicht diese Gesinnung hatten, in der Vereinigung mit anderen geschlossen zu wirken.

  5. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Tapferkeit als formelle Tugend — höchste Abstraktion der Freiheit, aber ausgeführt auf äußerlich-wirkliche Weise, weshalb ihr Gehalt nicht in ihr selbst liegt.

    Formell heißt hier, wie durchgehend bei Hegel, dass eine Form ohne den Inhalt betrachtet wird, der sie erst bestimmt. Die Tapferkeit sieht von allen besonderen Zwecken, von Besitz, Genuss und Leben ab, und ist insofern die äußerste Abstraktion der Freiheit — ein Sichlösen von allem Bestimmten. Aber diese Negation vollzieht sie nicht denkend, sondern äußerlich-wirklich, im Einsatz des Leibes, und die Entäußerung ist als Vollführung nichts Geistiges; deshalb kann sie mit den verschiedensten Gesinnungen und Gründen einhergehen und ihr Ergebnis liegt nicht bei ihr, sondern bei anderen. Damit ist die Frage gestellt, woher ihr Gehalt kommt — die § 328 beantwortet.

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