338

Darin, dass die Staaten sich als solche gegenseitig anerkennen, bleibt auch im Kriege, dem Zustande der |342| Rechtlosigkeit , der Gewalt und Zufälligkeit, ein Band, in welchem sie an und für sich seiend füreinander gelten, so dass im Kriege selbst der Krieg als ein Vorübergehensollendes bestimmt ist. Er enthält damit die völkerrechtliche Bestimmung, dass in ihm die Möglichkeit des Friedens erhalten, somit z. B. die Gesandten respektiert, und überhaupt, dass er nicht gegen die inneren Institutionen und das friedliche Familien- und Privatleben, nicht gegen die Privatpersonen geführt werde.

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Kommentare

4 Kommentare zu „338“

  1. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Die neueren Kriege werden daher menschlich geführt, und die Person ist nicht in Haß der Person gegenüber. Höchstens treten persönliche Feindseligkeiten bei Vorposten ein, aber in dem Heere als Heer ist die Feindschaft etwas Unbestimmtes, das gegen die Pflicht, die jeder an dem anderen achtet, zurücktritt.

  2. Avatar von Karl Gustav Julius von Griesheim

    Der Krieg muss so geführt werden, daß er es möglich macht, daß die Staaten zum Frieden übergehen können. Die neueren Kriege werden daher so menschlich geführt, es ist nicht Person gegen Person im Haß gegen einander, höchstens ist es auf Vorposten wo persönliche Feindseligkeit stattfindet, in dem Heere als Heer ist die Feindschaft etwas Unbestimmtes, das zurücktritt gegen die Pflicht, die jeder an dem anderen achtet, so tritt ein Verhältniß gegenseitiger Achtung ein, welches den Schutz gegen Mißhandlungen giebt.
    Die Gesandten sind die Weise der Vermittlung des Friedens der Staaten, ebenso wie diese soll der Civilstaat unangetastet bleiben, er leidet zwar, Provinzen werden verwüstet pp aber das Prinzip ist, daß der Krieg nur gegen den Staat geführt wird, nicht gegen die Privatpersonen, nicht gegen die inneren Institute, gegen Rechtspflege, Kirchen, Armenanstalten, Hospitäler, alles dieß wird in seinem Gange gelassen, ebenso das Privatleben, die Gewerbe pp aber freilich macht da die Natur des Zustandes manche Stockung.

  3. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Die Anerkennung erhält sich in ihrer eigenen Negation — im Kriege ist der Krieg als Vorübergehensollendes bestimmt, das heißt, die Negation trägt ihre Aufhebung in sich.

    Der Zug besteht darin, dass etwas gerade in seinem Gegenteil fortbesteht: Der Krieg hebt das Rechtsverhältnis auf, aber weil er zwischen Staaten geführt wird, die einander als Staaten anerkennen, bleibt die Anerkennung als Band bestehen. Daraus folgt eine inhaltliche Bestimmung, keine bloße Mäßigung: Weil der Krieg auf Frieden hin bestimmt ist, muss in ihm die Möglichkeit des Friedens erhalten bleiben. Was diese Möglichkeit trägt — Gesandte, innere Institutionen, das Privatleben —, darf deshalb nicht angegriffen werden; der Krieg richtet sich gegen den Staat als Staat, nicht gegen die Privatpersonen.

  4. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 338: Regeln im Krieg

    Auch im Krieg erkennen die Staaten einander als Staaten an. Darum bleibt selbst im Zustand der Gewalt ein Band zwischen ihnen.

    Was folgt daraus?

    Der Krieg soll vorübergehen. Die Möglichkeit des Friedens muss erhalten bleiben. Darum achtet man die Gesandten. Und der Krieg richtet sich nicht gegen die inneren Einrichtungen. Auch nicht gegen das Leben der Familien und die Privatleute. Gerichte, Kirchen, Armenhäuser und Krankenhäuser sollen weiterarbeiten.

    Menschlich geführte Kriege:

    In neueren Kriegen hasst nicht Person die Person. Höchstens bei den Vorposten gibt es persönliche Feindschaft. Im Heer als Ganzem tritt die Feindschaft zurück. Jeder achtet am anderen die Pflicht, die er erfüllt.

    Zusammenfassung: Auch im Krieg bleibt ein Band der Anerkennung zwischen den Staaten. Der Krieg soll vorübergehen und den Frieden möglich lassen. Er richtet sich gegen den Staat, nicht gegen Privatleute.

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