47

Als Person bin Ich selbst unmittelbar Einzelner, – dies heißt in seiner weiteren Bestimmung zunächst: Ich bin lebendig in diesem organischen Körper, welcher mein dem Inhalte nach allgemeines ungeteiltes äußeres Dasein, die reale Möglichkeit alles weiter bestimmten Daseins, ist. Aber als Person habe ich zugleich mein Leben und Körper, wie andere Sachen, nur, insofern es mein Wille ist.

Dass Ich nach der Seite, nach welcher Ich nicht als der für sich seiende, sondern als der unmittelbare Begriff existiere, lebendig bin und einen organischen Körper habe, beruht auf dem Begriffe des Lebens und dem des Geistes als Seele, – auf Momenten, die aus der Naturphilosophie (Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften, § 259 ff. vgl. § 161, 164 und 298) 1 und der Anthropologie (ebenda § 318) aufgenommen sind.
Ich habe diese Glieder, das Leben nur, insofern ich will; das Tier kann sich nicht selbst verstümmeln oder umbringen, aber der Mensch |53|.

  1. Enzyklopädie, 3. Aufl. § 337 ff. ↩︎

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Kommentare

4 Kommentare zu „47“

  1. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    Privateigentum als dieser – und eben als dieser bin ich in natürlichem Leben.
    a) mein Körper
    α) in Beziehung auf mich – ich finde mich im Besitze
    So auch nach Bedürfnissen bemächtige ich mich äußerer Dinge –
    Tiere haben kein Recht auf ihren Körper

  2. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Die Tiere haben sich zwar im Besitz: ihre Seele ist im Besitz ihres Körpers; aber sie haben kein Recht auf ihr Leben, weil sie es nicht wollen.

  3. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Anwendung der Unterscheidung von unmittelbarem und gewolltem Dasein auf den eigenen Leib — der Körper ist mein allgemeines äußeres Dasein und ist doch nur mein, insofern es mein Wille ist.

    Hegel wendet die Bestimmung der Sache auf den Punkt an, an dem sie am wenigsten selbstverständlich ist. Als Person bin ich unmittelbar einzeln, und das heißt zunächst: ich bin lebendig in diesem organischen Körper, der mein noch ungeteiltes äußeres Dasein und die reale Möglichkeit alles weiter bestimmten Daseins ist. Zugleich aber gilt für ihn, was für andere Sachen gilt: Ich habe Leben und Körper nur, insofern es mein Wille ist. Die Anmerkung macht die Probe: Das Tier kann sich nicht verstümmeln oder umbringen, der Mensch kann es — daran zeigt sich, dass der Leib dem Willen nicht schlicht gleich, sondern ihm zugehörig ist.

  4. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 47: Mein Körper

    Als Person bin ich ein Einzelner. Das heißt zuerst: Ich lebe in diesem Körper. Er ist mein erstes Dasein in der Welt. Alles Weitere, was ich tue und habe, setzt ihn voraus.

    Und doch ist der Körper nicht einfach ich.

    Als Person habe ich meinen Körper und mein Leben. Ich habe sie so, wie ich andere Dinge habe: weil ich es will. Mein Wille muss in meinen Körper erst einziehen.

    Ein Unterschied zum Tier:

    Das Tier ist in seinem Körper einfach zu Hause. Es hat sich, aber es hat kein Recht an sich. Denn es will sein Leben nicht. Es lebt einfach.

    Der Mensch dagegen kann sich zu seinem Leben verhalten. Das Tier kann sich nicht selbst verletzen oder töten. Der Mensch kann es. Darin zeigt sich eine erschreckende Freiheit. Ob er sein Leben wegwerfen darf, ist eine ganz andere Frage. Dazu später mehr.

    Zusammenfassung: Ich lebe in einem Körper, aber als Person habe ich ihn. Er ist mein, weil ich ihn will. Darin unterscheidet sich der Mensch vom Tier.

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