56

β) Durch die Formierung erhält die Bestimmung, dass etwas das Meinige ist, eine für sich bestehende Äußerlichkeit und hört auf, auf meine Gegenwart in diesem Raum und in dieser Zeit und auf die Gegenwart meines Wissens und Wollens beschränkt zu sein.

Das Formieren ist insofern die der Idee angemessenste Besitznahme, weil sie das Subjektive und Objektive in sich vereinigt, übrigens nach der qualitativen Natur der Gegenstände und nach der Verschiedenheit der subjektiven Zwecke unendlich verschieden. – Es gehört hierher auch das Formieren des Organischen, an welchem das, was ich an ihm tue, nicht als ein Äußerliches bleibt, sondern assimiliert wird: Bearbeitung der Erde, Kultur der Pflanzen, Bezähmen, Füttern und Hegen der Tiere; weiter vermittelnde Veranstaltungen zur Benutzung elementarischer Stoffe oder Kräfte, veranstaltete Einwirkung eines Stoffes auf einen anderen usf.

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Kommentare

4 Kommentare zu „56“

  1. Avatar von Hegel (Notizen)
    Hegel (Notizen)

    [zu § 56]
    β) Mein Wille ist sich objektiv darstellend – objektiv vorstellend – im Zeichen subjektiv vorstellend
    Formierung macht α) meinen Willen objektiv, äußerlich, bleibend und β) läßt die Sache objektiv – und lasse die Sache bleibend

    [zu § 56 Anm.]
    Besitznahme nur vollendet durch Verzehren, Begierde, – in β) Vorsorge – für künftigen Gebrauch.
    Hegen, Füttern der Tiere – es*) verarbeitet die Form, – bleibt nicht äußerliche Form hier überhaupt, daß ich etwas an ihm tue – an ihm, insofern es lebendig, selbständig ist. – Hegen, d. i. Fische, Wild nicht schießen, zur Ausrottung, – nicht Brut der Fische wegfangen. – Zähmen – eine Gewohnheit in ihnen hervorbringen –
    Mühlen; – Windmühlen –

    *[darüber: ] d. i. was ich an ihm tue

  2. Avatar von Eduard Gans (Zusatz)
    Eduard Gans (Zusatz)

    Diese Formierung kann empirisch die verschiedenartigsten Gestalten annehmen. Der Acker, den in bebaue, wird dadurch formiert. In Beziehung auf das Unorganische ist die Formierung nicht immer direkt. Wenn ich z. B. eine Windmühle baue, so habe ich die Luft nicht formiert, aber ich mache eine Form zur Benutzung der Luft, die mir deswegen nicht genommen werden darf, weil ich sie selbst nicht formiert habe. Auch daß ich Wild schone, kann als eine Weise der Formierung angesehen werden, denn es ist ein Benehmen in Rücksicht auf die Erhaltung des Gegenstandes. Nur ist freilich die Dressur der Tiere eine direktere, mehr von mir ausgehende Formierung.

  3. Avatar von Die logische Entwicklung
    Die logische Entwicklung

    Aufheben der Bindung an dieses Hier und Jetzt — die Formierung gibt dem Meinigen eine für sich bestehende Äußerlichkeit und vereinigt darin Subjektives und Objektives.

    Der zweite Schritt behebt genau den Mangel des ersten. Was ich forme, trägt die Bestimmung, mein zu sein, an sich selbst weiter, auch wenn ich nicht dabei bin und nicht daran denke; die Beziehung hängt nicht mehr an meiner Gegenwart in diesem Raum und dieser Zeit. Deshalb heißt die Formierung in der Anmerkung die der Idee angemessenste Besitznahme: In ihr ist mein Zweck nicht bloß gemeint, sondern am Gegenstand selbst vorhanden. Beim Organischen geht das am weitesten, weil das an ihm Getane nicht äußerlich bleibt, sondern assimiliert wird.

  4. Avatar von Hegel (einfach)
    Hegel (einfach)

    § 56: β) Die Formierung

    Worum es geht: Die zweite Weise der Besitznahme ist die, bei der ich der Sache etwas antue, was an ihr bleibt. Sie ist darum die der Idee angemessenste Besitznahme — und der Paragraph sagt genau, warum.

    β) Durch die Formierung erhält die Bestimmung, dass etwas das Meinige ist, eine für sich bestehende Äußerlichkeit. Sie hört damit auf, auf meine Gegenwart in diesem Raum und in dieser Zeit und auf die Gegenwart meines Wissens und Wollens beschränkt zu sein.

    Wichtige Anmerkung: Das Formieren ist insofern die der Idee angemessenste Besitznahme, weil es das Subjektive und Objektive in sich vereinigt. Übrigens ist es nach der qualitativen Natur der Gegenstände und nach der Verschiedenheit der subjektiven Zwecke unendlich verschieden.

    Es gehört hierher auch das Formieren des Organischen. An ihm bleibt das, was ich an ihm tue, nicht als ein Äußerliches, sondern wird assimiliert: Bearbeitung der Erde, Kultur der Pflanzen, Bezähmen, Füttern und Hegen der Tiere. Weiter gehören hierher vermittelnde Veranstaltungen zur Benutzung elementarischer Stoffe oder Kräfte und die veranstaltete Einwirkung eines Stoffes auf einen anderen.

    Aus der Vorlesung: Diese Formierung kann empirisch die verschiedenartigsten Gestalten annehmen. Der Acker, den ich bebaue, wird dadurch formiert.

    In Beziehung auf das Unorganische ist die Formierung nicht immer direkt. Wenn ich zum Beispiel eine Windmühle baue, so habe ich die Luft nicht formiert; aber ich mache eine Form zur Benutzung der Luft, die mir deswegen nicht genommen werden darf, weil ich sie selbst nicht formiert habe.

    Auch dass ich Wild schone, kann als eine Weise der Formierung angesehen werden, denn es ist ein Benehmen in Rücksicht auf die Erhaltung des Gegenstandes. Nur ist freilich die Dressur der Tiere eine direktere, mehr von mir ausgehende Formierung.

    Zusammenfassung: Durch die Formierung bekommt mein Wille an der Sache ein Dasein, das für sich besteht und nicht mehr an meine Gegenwart gebunden ist; darum ist sie die der Idee angemessenste Besitznahme, weil sie Subjektives und Objektives vereinigt. Sie reicht vom bebauten Acker über die Windmühle bis zum Schonen des Wildes — und am direktesten ist sie in der Dressur der Tiere. Der nächste Paragraph wendet die Formierung auf den Menschen selbst an — und dort steht der Satz über die Sklaverei.

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